Dem Stock sei gedankt
May 4 in Spain ⋅ ⛅ 16 °C
Die Entfernung bis zum Ziel unseres Fussweges, der Kathedrale von Santiago de Compostela, nimmt immer mehr ab. Jetzt sind es nur noch etwas weniger als 110 km. Stellt sich schon etwas Wehmut ein, dass diese auch mental in Anspruch nehmende Erfahrung -oder treffender ausgedrückt: Ergehung- sich dem Ende neigt? Nein, diese Gedanken sind noch verfrüht. Ich hatte vorgestern geschildert, dass mich in der Kirche Sao Bento ein herrenloser Krückstock gleichsam gebeten hatte, ihn mit auf die Reise zu nehmen. Ich hatte mich nicht lange bitten lassen und habe ihn zunächst nach Vila Nova de Cerveira bei fantastischem Wetter gestern auf unserer Regenpremierenetappe weitestgehend trocken bis nach Tui getragen. Heute ging es gegen 07.45 h weiter nach O Porriño und auf dieser Strecke kam mir der Stock zu Hilfe. Es war heute das 1. Mal, dass wir bei dem gemeinsamen Rosenkranzgebet, dass wir jeden Morgen zu Beginn unserer Wanderung beten, in Atemnot. Es ging heute von Anfang an munter bergauf und bergab. Das Wetter spielte weitestgehend mit. Durch die Nässe des gestrigen Regentages hatten sich in den Bergtälern teilweise Nebel gebildet, aus dem heraus man die Berggipfel sehen konnte. Die Wege waren zum Teil asphaltiert, zum Teil ging es entlang von Landstraßen, andere Pfade waren feldwegartig, wieder andere führten uns durch Urwälder oder an Bächen entlang. Immer mussten wir auf- und absteigen, wobei gerade bei den Abstiegen der "Sao Bento Krückstock" mir echt zur Hilfe kam. Wir sind den wunderbaren "Complementario" gelaufen, der uns durch wunderschöne Landschaften führte. Das Wetter war angenehm kühl, aber und an zeigte sich die Sonne, als wir nach ca 2,5 Stunden eine Sitzgelegenheit suchten, weil wir uns für den Endspurt fit machen wollten - es gab einen riegel Mars-, tauchte auch eine Sitzbank auf. Etwa 3 km vor unserem angestrebten Ziel mussten wir doch wieder unsere Regencapes herausholen. Allerdings handelte es sich nur um einen kleinen Schauer, der auch nicht besonders heftig war, sodass wir nach etwa 15 Minuten die Kapuzen schon wieder absetzen konnten. Auf den letzten ca 2 km waren sich die Wegmarkierungen des Jakobsweges und Google nicht mehr einig, so dass wir einen etwa 500 m längeren Weg als nötig gelaufen sind. Allerdings hatte dieser Umweg den Vorteil, dass uns eine kleine, unscheinbare Gaststätte gleichsam zum Mittagessen einlud. Für je 13 € gab es ein "Menu de dia", bestehend aus Brot, Vorspeise, Hauptgericht, einem Kaltgetränk und Nachtisch oder alternativ Kaffee. Gegen 13.30 h kamen wir unter strahlendem Sonnenschein in unserer Unterkunft an. Nachdem wir uns erfrischt hatten, haben wir Kleinigkeiten zum Essen eingekauft und dann für die kommenden Tage Unterkünfte gebucht. Wir freuen uns auf das, was uns noch begegnen wird und sind unendlich dankbar dafür, daß uns diese Erfahrung gegönnt ist. ULTREIA!Read more


























Behalte den Stock, bitte [Ekkehard]