• Wechselbad der Gefühle

    May 5 in Spain ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute morgen vor dem Aufstehen habe ich die Warnwetter-App gecheckt und festgestellt, dass der Regen zum Morgen hin abnehmen sollte. Die Hoffnung keimte in mir, dass ein trockener Wandertag vor uns liegen sollte. Um 07.45 streckte ich meine Nase durch die Haustür -und siehe da, der Regen hatte nachgelassen. Obwohl ich empfahl, die Regencapes noch nicht einzupacken, weil die weitere Weiterentwicklung nicht so sicher schien, hat Phami die Klamotten ordentlich verpackt. Als wir dann um 08.15 h die gute Unterkunft verlassen haben, hatte der Regen wieder eingesetzt. Nach ca 150 m konnten wir unter einem Vordach unsere Rucksäcke regengeschützt wieder absetzen, um die Regencapes wieder heraus zu holen und überzuziehen. So gerüstet stießen wir nach weiteren 100 m auf eine Bäckerei, die seit 08.30 Uhr geöffnet hatte. Dort konnten wir die Capes wieder ablegen und in Ruhe frühstücken. Nachdem wir es uns hatten munden lassen, hatte der Regen weitestgehend nachgelassen. Gleichwohl gingen wir bewaffnet mit unseren Regenmänteln weiter, da diese nicht nur Schutz gegen das Wasser von oben, sondern auch vor dem kalten Wind bot, der uns begleitete. Nach etwa einer halben Stunde lockerte sich der Himmel auf und die Sonne schenkte uns ihre wärmenden Strahlen, sodass wir den Regen- und Windschutz ablegen konnten. Er wurde aber nicht wieder verpackt, sondern hinter dem Rückenschutz von Phami's Rucksack eingeklemmt. So hatte sie nicht nur die Last der Verantwortung, sondern auch das Mehrgewicht meines Regencape's zu tragen : Wechselbad der Gefühle oder -wie der Lateiner sich gepflegt ausgedrückt hätte: "Varatio delectat". Unser Weg führte uns entlang von Landstraßen, kleineren örtlichen Wegen,entlang von Bächen und Flüssen sowieso über nasse Feld- und Waldwege häufig bergauf bis nach Mos. Dort besorgte sich Phami Regengamaschen zum Nässeschutz für ihre Schuhe. Ihre Schuhe waren bei den Regengüssen durchnässt worden. Diese Anschaffung war hervorragend. Seitdem hat es nahezu nicht mehr geregnet♡. Einige km später erreichten wir die höchste Erhebung des heutigen Tages, denMarco Miliário Romano, einen alten römischen Meilenstein aus dem Beginn unserer Zeitrechnung. 228 m hoch waren wir gestiegen, allerdings nur von ca 100 m über dem Meeresspiegel. Bei dem aber doch atemraubenden Anstieg hat mir Krücky, wie ich meinen Stock nun liebevoll nenne, wieder sehr geholfen. Bei geraden Strecken, die wir ja durchaus auch zurücklegen, ist Krücky nicht gerade eine Last, will aber getragen werden. Der Abstieg nach Redondela, unserem heutigen Tagesziel war extrem steil, geführt über schmale, gut ausgebaute Straßen die ich in ca 170° - Kehren gelaufen bin, um die Kniegelenke nicht allzu stark zu überlassen. Hier in Redondela sind wir wieder in etwa in Höhe des Meeresspiegels. Gut, daß wir diese Strecke nicht zurückwandern müssen. In unserer Herberge sind wir freundlich empfangen und aufgenommen worden. In einen nahegelegenen Lokal haben wir für 15 €/Pers. wieder ein menu seminal zu uns genommen, bestehend aus einem Kaltgetränk, Brot, Vorspeise, Hauptspeise, einem Stück Kuchen "Santiago" und einer Tasse Kaffee. Daran gibt es nichts auszusetzen. Mit einem leichten Schrecken musste ich eben feststellen, daß sich die noch fehlenden km bis zu unserem Ziel an Christi Himmelfahrt meinem Lebensalter bedrohlich nähert und spätestens übermorgen unterschritten haben wird. Auch solche Feststellungen sind "Wechselbäder der Gefühle "!Read more