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  • Day54

    Die Urriesen des Waldes

    January 9, 2019 in New Zealand ⋅ ☀️ 24 °C

    Heute werden wir mit blauem Himmel und Sonnenschein wach. Da wir die einzigen Camper hier sind, haben wir auch den ganzen Innenaufenthaltsbereich für uns. So frühstücken wir eben zu zweit allein im kuriosen Gruppenraum - eine ausgebaute Scheune, die mit sämtlichem Krimskrams und Erinnerungen aus alten Zeiten dekoriert und behangen ist. Dazu zählen alte Bierkrüge, ein Fischernetz mit selbstgebastelten Fischen darin oder auch Zeitungsartikel von den beiden Besitzern, die hier auch schon kleinere Theatervorführungen veranstaltet haben. Danach bereite ich in der tollen, modernen, wenn auch kleinen, länglichen Küche etwas Mittag für heute vor: Nudeln mit Mais und Resten der Sahne als Soße.

    Gegen 10 Uhr verabschieden wir uns von Omi und Opi und wir starten unseren Tagesstrip. Erst im Auto übergebe ich Evi ihre heiß geliebte mini-Matruschka aus dem Krimskramsraum und sie freut sich riesig über dieses Mitgebsel 😍👌Als erstes folgen wir der Empfehlung der Spaziergänger vom gestrigen Sonnenuntergangs-Strand-Klippen-Szenario. Also hielten wir nach etwa 30 Minuten Fahrt bei den drei "Kai-Iwi-Seen". Diese sind beckenartige Dünenseen, jeder dieser ist mit feinem, weißem Sand gesäumt und die flachen Stellen eignen sich hervorragend zum Schwimmen für Evi. Spannend ist auch, dass das tasmanische Meer gerade mal 2,5 Kilometer entfernt ist. Der von uns auserwählte See ist traumhaft - türkises und hellblaues Wasser, wir haben dazu sonnig-warmes Traumwetter, besagter weißer, feiner Sandstrand, keine Wellen und bestimmt waren es 200 Meter, die Evi in den See rein laufen konnte. Dort hat sie sogar ihren Schlamm wieder gefunden, welcher natürlich wieder gesammelt und zum Rummatschen verwendet wurde.

    Gegen 14 Uhr startete dann tatsächlich schon die Weiterfahrt zum "Waipuo" - Wald, diesen wollte ich gerne wegen der größten Kauri Bäume bewandern 😍🌳

    Es ist oftmals recht amüsant wie gradlinig eine Strecke auf der Satelitenkartenansicht aussieht und wie sie tatsächlich ist im Vergleich. Ich sichte ein Schild: 24km "Schlegellinie". Hier der Wald hat es echt in sich: so kurvig, so bewachsen! Überall ein Blätterdach über uns. Teile der eigentlich modernen und ordentlich gebauten Strecke - ja ohne Straßenbegrenzung - sind weggebrochen! Aber da wird eben ein Baustellenkegel hingestellt, als Warnung und gut ist. 😅 Evelin schläft schließlich ein auf der Fahrt dahin. Somit nutze ich die Gunst der Stunde und biege spontan ab zu einer ausgeschilderten 30minütigen Wanderung mit Beschilderung zu Tier-und Pflanzenwelt. Und dann steht man auf dem Parkplatz.. Mit schlafender Evi, und man weiß genau, dass Sie darauf eh keinen Bock hat und sie sicher schlecht gelaunt ist, wenn man sie jetzt zum Wandern wecken würde 😅 Insofern entscheide ich mich gegen die Wanderung und für die Weiterfahrt. Leider habe ich hier keinen Navigationsempfang mehr, fahre besorgnislos weiter und fahre dann auf einem Schotterweg weiter, weil die Teerstraße einfach endet🙄🤷‍♀️. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man nicht genau weißt wo man ist und wo man lang muss, wo die Strecke wohl hinführt.. 😅 Ich vertraue einfach und wie immer geht die Geschichte gut aus, nach 15 Minuten navigationslosen Fahren auf dieser Schotterpiste. 🙌🏼🤭

    Wenig später fahren wir an einem Schild vorbei "Lookout Forest" - ja natürlich möchte ich diesen Ausblick auf diesen unberührten Wald haben! Und so biegen wir links ein und zack, sind wir wieder auf einer Schotterstraße. Bergauf. Mit riesigen Löchern. Und dollen Neigungen im Querverlauf der Strecke... Hallo?! Ich hab doch kein Jeep?? Bin ich hier überhaupt richtig? Beim dritten Kilometer bergauf begegnet mir sogar ein Wohnmobil, ja ne ist klar, wie die es hierlang schaffen, dann schaff ich das erstrecht - und so verkehrt scheine ich hier demnach nicht zu sein! 😅 Schließlich oben angekommen haben wir einen weiten Ausblick auf scheinbar unendlich viiiel Wald und Blätterdach - oder eher Blättermeeeeer. Hier treffen wir zum ersten Mal auf eine dreiköpfige Gruppe mit scheinbar italienischen Hintergrund, die wir später tatsächlich immer wieder zufällig an kuriosen und auch simplen Orten Wiedertreffen werden. 😄 #Spannuuuuung

    Nach kurzer Weiterfahrt - runter vom Aussichtshügel und hinein in den Wald - sind wir endlich im besagten "Waipuo" - Wald. Auf dem Parkplatz fällt sofort folgendes ins Auge: es gibt eine menschengroße "Säuberungsstation" oder schon eher gesagt eine ganze Waschanlage für unsere Schuhe! Zum Schutz der Bäume werden diese nämlich 1. Abgetreten! , 2. Abgesprüht!! und 3. Sogar noch Desinfiziert!!! 😅

    Tiefengereinigt starten wir unsere 50minütige Wanderung zum "Vater des Waldes" - ein Uralt- und Riesenbaum, was sonst. Mich beeindrucken bereits die ganzen anderen Kauri-Bäume, so stämmig und groß, wie man sie in Deutschland so nicht kennt definitiv. Nach nicht mal 5 Minuten äußert Evi ganz selbstverständlich: "Ich muss kackaaarn!" 🤦‍♀️Tatsächlich gab es hier, nirgendwo, weit und breit nicht, noch nicht mal auf dem Parkplatz, nirgends in Sicht- und Reichweite, eine Toilette.....👍 Ist ja nicht grad so dass wir uns auf einer 50 - Minuten - Fußwegtour zum heiligen "Vater des Waldes" befinden... Evi sagt kurz darauf erneut: "Ich hab Bauchschmerzen.. mir ist schon schlecht.." "Super Evi!!!" 🤦‍♀️😅 - dachte ich mir. Ich kenne jetzt kein partout und für mich gibt es jetzt kein Zurück 😌😅 Mein Fokus liegt jetzt auf MEINER Wunsch-Tagestour. Evi zieh die Wurst zurück! 😆 Wir sehen bereit einzelne riesige Stämme am Rand des Gehweges. Und nun können wir erstmals abbiegen für eine Minute und sehen dann "Die vier Schwestern" - das klingt so plump, aber manchmal können eben auch vier riesige Bäume schön beieinanderstehend sehr beeindrucken, zumindest mich! 😄😁👌

    Dann gehen wir weiter und erleben schließlich einen wahrhaften Wow-Moment, ein Moment wo man mitten im Satz aufhört zu reden und einfach still staunt! Denn da steht er nach einer Kurve plötzlich da, wie in einem Bilde: "Te Matanu" - der Vater des Waldes: mit stolzen 16 Metern im Umfang, geschätzt bis zu 2000 Jahre alt. "Wie alt ist das?" - das erklär mal einem Kind... Du bist gerade mal 5 Jahre.. der ist älter als alle Menschen, die du kennst, zusammen! Beim Versuch das zu beschreiben wird einem erstmal bewusst wie alt das eigentlich ist - und wie besonders auch dieser Faktor "Alter des Baumes" ist, neben dieser stattlichen Breite.

    Nach diesem tollem Moment gehen wir die 50 Minuten wieder zurück. Und wohl bedacht: Evi muss noch immer Kacken. Dringend. Es sind extra überall Schilder angebracht: "Keep on the path! Vom Weg Abkommen tötet die Kauris!" Welch' bescheidene Situation für alle Beteiligten 🤭😅

    Zurück am Parkplatz geht's schnell ins Auto und wir fahren gleich weiter. Auf auf zum nächsten Baum, vor allem auf zur Toilette 😄 Und welch glücklicher Umstand, nach 5 Minuten Fahrt sind wir schon da, und hier gibt's sogar eine ganze Toilettenanlage - endlich Erlösung für Evelin. 😇

    Obwohl dieser Baum hier der noch größer war, war er in der Wirkung nicht so beeindruckend, wie der eben. Kurz spaziert, gestaunt, belesen und weiter geht's diesmal weg vom Wald am zum Strand mit Spielplatz, und wir gönnen und ein Eis von der Tankstelle. Dort spielen wir im Sand bis 21 Uhr - für heute ist die Luft raus, und ich will eigentlich gar nicht weiter. Aber man muss ja, wenn man legal campen will🙈 Also wieder weiterfahren, spontan wieder anhalten, denn einen Sonnenuntergang auf den Meer lass ich mir nicht entgehen - diese 15 Minuten nehme ich mir jetzt noch! Und schließlich haben wir nach kurzer Zeit wieder einen schönen tollen Platz gefunden für gerade mal 10 NZ$ pro Van, und toller Aussicht, samt Badestelle! Zum Schluss genieße ich die tolle Aussicht auf den bunten dämmrigen Himmel, der noch immer schön aussieht... Und dann? Endlich schlafen!😇😴😌🌠
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