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  • Day54

    Auf in den Norden der Nordinsel ⬆️

    January 9 in New Zealand ⋅ 🌙 18 °C

    In unbekannter Umgebung wachen Kinder ja bekanntlich früher auf. So auch Evi heute bereits um halb sieben, obwohl es doch gestern recht spät war. Naja 🤷 Sie ist gut drauf, das ist mir vielmehr wert 😄 Und die Sonne scheint☀️🙏

    Taro ist auch alsbald wach und wir treffen uns gegen kurz vor acht in der Küche. Wir knetschen kurz und nach meiner Anfrage ob es okay ist, darf Evelin schon gleich früh am Morgen auf dem Riesenflatscreeeen via YouTube deutschsprachige Bibi-Blocksbergfolgen schauen.🎉🎊 Sogleich ist sie voll im Bann - perfekt, damit wir uns unterhalten können und außerdem ist sie eh knülle von der etwas zu kurzen Nacht.

    Dann schiebe ich gegen 9 Uhr ein kurzes Frühstück dazwischen. So frühstücke ich mit Evelin dann alleine am Glastisch vor der Glasfront mit dem riesigen, weitreichenden und sonnigen Ausblick über diese Großstadt. Denn Taro lebt seit nun schon vier Monaten eine strenge ketone Ernährungsweise mit langen täglichen Fastenzeiten - darüber unterhalten wir uns eine Weile, als auch über das Reisen und Couchsurfing. Er war bereits in so vielen Ländern, und schwärmt vor allem von Norwegen.

    Gegen 10 Uhr muss Taro dann los, was ich als Anlass nutze, um Evelin vom TV unfreiwillig und meckernd wegzubekommen, und auch unsere Weiterreise anzutreten. Tschau Taro, bis in ein paar Tagen! 👋 Zunächst fahren wir nur kurz um die Ecke, um ein paar Sachen im "Countdown" einzukaufen und vor allem, um bei der gegenüber liegenden Tankstelle "Caltex" zu Tanken - das ist bei einem fast leerem Tank dringend nötig!

    Auch diesmal war ich mir noch nicht schlüssig, ob ich an der Westküste entlang hochfahren will oder doch stattdessen an der Ostküste? Dies habe ich tatsächlich sehr spontan direkt an der Kreuzung entschieden 😄 Und Tadaa - wir beginnen mit dem Westen - ich möchte so gerne die bekanntesten, ältestesten, höchsten, umfangstärksten Kauri-Bäume von Neuseeland sehen.

    Und genauso spontan habe ich mich auch für den Campingplatz entschieden, nach heute wirklich langer Fahrt - fast 4 Stunden? Hui. Die Strecke vor allem in und quer durch Auckland - das waren diesmal richtige Autobahnen, vierspurig - Überholen auf der ganz rechten Seite, natürlich bei Tempo 100 km/h. Die Natur war schön anzusehen und sah wie die übliche Landschaft hier auf der Nordinsel aus: hügelig, mit hier und da Bäumen, auch immer mal im Sichtfeld: Schafe, mal Kühe - nicht sonderlich spektakulär aber schön, immer der Sonne entgegen Richtung Meer.

    Gegen 16 Uhr - sprich pünktlich zum Kaffee kommen wir schließlich an "Ernies Kaumaru" an. Wir werden gleich von einer älteren Frau in Empfang genommen, als hätte sie auf uns gewartet. Wir sind die Ersten heute hier auf diesem Hof, in welchen nur ein paar Campervans parken können für die Nacht - allerdings mit toller Küche, sanitären Anlagen und Aufenthaltsraum.. darüber hinaus gibt's hier ein privates kleines Meeresmuseum, einen Theater-Saal und wirklich nette Gastgeber! Es ist ein älteres Omi-Opi-Paar, welches mit den jungen Leuten durch diese Weise in Kontakt bleibt, und gleichzeitig auch kulturellen Austausch pflegt. Sie sind so nett, und heißen uns mit einem Kaffee für mich und Keksen für Evi in ihrem privaten Wohnzimmer willkommen. So sitzen wir dort knapp eine Stunde erstmal beim Kaffee-Kränzchen zusammen mit zwei älteren Omi-Opi-Freunden und halten einen netten Plausch, während Evelin mit Lego spielen kann. Sie geben mir sogar Tipps für die anstehende Route. Wenig später erhalten wir sogar Einblick in das kleine private Meereskunde-Museum von "Erni" - inklusive echtem, ausgestopften Kiwi-Vogel, auch einem Albatross, einem großen echten Leoparden-Seehund-Skelett, Riesenmuscheln, einem eingeweckten Schlangen-Aal, einem Delfin-Schädelknochen und vielem mehr zu sehen! Selbst der Aufenthaltsraum ist total ulkig eingerichtet mit vielem Utensil aus alten Zeiten - sehr besonders und toll! Vor allem unter den älteren Leutchen fühlen wir beide uns direkt wohl! Erni's Frau hat Evelin's Herz von Anfang an gewonnen, weil sie aus Spaß mit einer kleinen Spritzpistole in kleiner Showeinlage ihren Mann mit Wasser auf dem Sessel beschloss - und Evi lachte 😄👌

    Und so verging die Zeit recht schnell und es war schon mittlerweile gegen 19 Uhr. Heute bei diesem tollem Wetter wollten wir nochmal an den Strand, Evi zum Muschelsammeln und ich wegen dem Sonnenuntergang. 😍🙏

    Meine Erwartungen? Wurden absolut erfüllt und eher übertroffen: wir zwei - vorerst alleine - am laaaaaaaagen - 65 Kilometer laaaaangen - breeeeiten, hellen und feinsandigem Strand. Inklusive Klippen, Sonne, wenig Wind, ein paar Wölkchen, Wellen. Der Strand ist soo flach und weit, dass man locker 200 Meter im Flachwellenbereich rumtappeln kann, so wie wir das natürlich auch gleich machten. Und so schlendern wir auch knapp 500 Meter am Strand entlang. Hier heizen sogar ein paar vereinzelte Allrad-Auto's entlang. Wir begegnen zwei Spaziergängern und Evi sagt: "Jetzt plabber die aber nicht an! Immer hast du jemanden zum Plabbern und ich nicht, das ist unfair!"😅 Na okay. Stattdessen suchen wir Muscheln, und bauen eine kleine Burg, mit der nächsten gefundenen und natürlich beschlagnahmten Sandschaufel. Und allmählich war es soweit: Evi und ich gehen ein paar Stufen diese Holz-Sand-Treppe hinauf und setzen uns chillig zusammen auf die 20 Meter hohen und senkrecht steilen Klippen, um den unvergleichlich schönen Sonnenuntergang, mittig und direkt auf dem Meer, hier in Neuseeland, zu sehen. Ja, das ist einer dieser ewig bleibenden Momente.. Stück für Stück klettert die Sonne nach unten an den Horizont. Diesmal stören auch keine Wolken- sodass man gar keine Sonne mehr sieht am Horizont - nein, diesmal zieren sie den Sonnenuntergang 1 A. So strahlend gold, das Meer glitzert, der Himmel: so rosa, so organge, so feurig,.. lila, hellblau, ... und wir chillen auf den hohen gold-bestrahlten Klippen.......... Übrig bleibt nach einiger Zeit ein dunkles gelb am Horizont und darüber ein dunkles Blau, in dem fast direkt neben der nun versunkenden Sonne, zusammen mit den ersten sichtbaren Sternen, über dem Meer der Mond in schmaler Sichelform auftaucht. Evi ist nun echt müde. Ich fahre zum ersten mal im Dunkeln durch Neuseelands Straßen, und ich bin am Ende diesen Tages einfach überglücklich über diese tolle Zeit und den ewig bleibenden Anblick auf dieses unendlich erscheinde Meer und diesen wunderschönen Sonnenuntergang, wie ich ihn mir gestern noch wünschte...
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