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  • Day99

    Tag 98-99 - Ospitalità calabrese ❤️

    November 28 in Italy ⋅ 🌧 9 °C

    Wir hatten die Zeit auf dem Berg in Caria genossen und setzten uns nun etwas ungern, aber dennoch gestärkt, Wind und Wetter aus. Wir verabschiedeten uns von Salvatore, der uns noch mit Olivenöl, Trauben, Eiern und Mandarinen versorgte. Wir waren überglücklich. Die nächsten Strecke wurde hart. Bereits nach wenigen Kilometern hatten wir uns zweimal umgezogen. Es regnete und der Wind blies aus der falschen Richtung. Die Wege wurden holprig und schlammig, es ging bergauf. Aber wenigstens strampelten wir uns dadurch warm. Tommy war in den Survivalmodus gewechselt, Hannah träumte sich in die Hütte zurück. Als nächstes Ziel stand Decathlon auf dem Plan, welcher hier auch sonntags geöffnet hat, um neue Innenhandschuhe zu besorgen. Anschließend belohnten wir uns mit Kaffe von McDonalds. Und nicht nur das, wir wurden von einem Kindergeburtstag mit feinster Torte beschenkt! Da wuchsen die Beine gleich ein Stück und unsere Moral war wieder ganz weit oben. Die Menschen hier sind einfach unglaublich nett!
    Einen Schlafplatz zu finden, sollte die Nacht schwer werden. Regen, Gewitter angesagt, viele streunende Hunde. Aber dann überraschte uns ein älterer Herr. Er warnte uns vor einer Straße, bot uns Kaffee an und lud uns zu sich nach Hause ein. Wahnsinn! Wir entdeckten, dass mit Google Live-Übersetzungen möglich sind und stellten eine richtige Konversation auf die Beine. Wenig später waren seine Kinder und seine Enkelkinder am Tisch, plötzlich wurden Schinken, Käse und zwei deftige Portionen Spaghetti aufgetischt! Wir waren gerührt! Wir wurden verwöhnt und wussten gar nicht, womit wir das verdient hatten. Draußen wurde es dunkel, es begann zu regnen und wir bekamen Kaffee und Kuchen. Es war wunderbar. Zu allem Überfluss durften wir in der Mietwohnung der Tochter schlafen, die gerade frei stand. So verbrachten wir völlig ungeplant eine ruhige Nacht, während draußen das Gewitter tobte. Am nächsten Morgen wurden wir mit Kaffee und Gebäck begrüßt. Wahnsinn, richtige Travelmagic! Diese Familie werden wir nicht so schnell vergessen.
    Am nächsten Morgen schien die Sonne, aber das würde sich bald ändern. Die dicken Wolken standen schon am Himmel und der Wind gab sein bestes, sie bald näher zu bringen. Nachdem wir ein paar Kilometer den Hügel hinauf gefahren waren, hielt uns eine ältere Dame an. Wollen Sie einen Kaffee? Na sowas! Aber natürlich wollten wir! Es gab Kaffee, Gebäck und ein langes Gespräch, von dem wir leider nur die Hälfte verstanden, denn die Dame sprach schnell. Aber sie erzählte voller Stolz von ihren Olivenbäumen, ihrer Familie und dem Sport, denn mit 74 Jahren fährt sie noch Rennrad und geht regelmäßig im Meer schwimmen. Beeindruckend! Nun wurde es aber Zeit, den restlichen Berg zu erklimmen. Kurz vor dem Gipfel wurde es jedoch derart stürmisch, dass wir Schutz in einer Bushaltestelle suchten. Innerhalb kürzester Zeit wurde uns jedoch so kalt, dass wir die Flucht ergriffen. Im Tal gesellte sich kurz die Sonne zu uns und erleuchtete das Meer und die Stadt in malerischen Farben. Unsere Haferflocken aßen wir zum frühen Mittag, denn das süße Gebäck hielt nicht lange vor.
    Ein Rennradler hielt und gesellte sich zu uns. Google live-Übersetzung ist eine tolle Erfindung! Er erzählte uns viel über die Region. Eine ganz besondere Perle wollte er uns gern zeigen. Wir sattelten auf und ließen uns durch den peitschenden Wind zu einer windgeschützten Gasse in Scilla führen. Wie ein anderer Ort erschienen uns die schmalen Häuser mit den steilen Treppen direkt ins Meer. Im Keller waren die Stellplätze für die Boote. Es erinnerte ein wenig an Venedig. Wir staunten. Er wollte uns gern zum Kaffee einladen und wir waren überwältigt! So viele unglaublich freundliche Menschen! Wir tranken Wein und Kaffee, aßen Gebäck und probierten Bergamottbrause, eine Spezialität der Region. Es war wunderbar und wir genossen seine Gesellschaft sehr! Wir stellten viele Fragen zur Region, wir lachten viel. Zum Beispiel zeigte er uns, wie hier der Schwertfisch gefangen wird. Als es zu nieseln begann, schwangen wir uns wieder aufs nasse Rad und strampelten den dicken Wolken entgegen. Giuseppe begleitete uns eine ganze Weile. Es war wunderbar, in Gesellschaft zu radeln und das Wetter war dabei ganz und gar vergessen. Sizilien ist nun in greifbarer Nähe, eigentlich war die Überfahrt schon für heute geplant. Aber als wir uns verabschiedeten, war es bereits zu spät dafür und an der Zeit, an die Nacht zu denken. Wir befanden uns inmitten der Stadt, die Nacht war Gewitter angesagt. Wir kurvten am Strand entlang, durchkämmten die Karten nach geeigneten Spots fürs Zelt. Nach einer Stunde gaben wir auf. Es wurde bald dunkel, wir entschieden uns für AirBnB.
    Es ist uns eine Ehre, die Gastfreundlichkeit der vielen Menschen der letzten Tage erleben zu dürfen! Wir sind völlig überwältigt und hoffen, dass wir diese Freundlichkeit an Reisende eines Tages weiter geben dürfen.

    106,9 km; 1442hm
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    Johs Eichelmann

    Oh, dass ist bestimmt nicht leicht……und dann wieder die Sachen trocken bekommen

    Barfüße

    Der Wind hat alles ganz schnell wieder trocken gepustet. Aber Hannahs Hände und Füße waren die nächsten 15km noch weis 🙈

    Johs Eichelmann

    😩 uff. Das Wetter ist hier aber auch zum Weise Finger kriegen

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  • Day98

    Tag 97 - Weihnachtlich unter Oliven

    November 27 in Italy ⋅ ☁️ 15 °C

    Die Weihnachtszeit war auch in Italien angekommen. Kurz nach Halloween wurden nach und nach Lichterketten um Olivenbäume gewickelt, Fensterscheiben mit Kunstreif besprüht und Kunstbäume in die Verkehrsinseln gestellt. Ein wenig ungewohnt, aber durchaus festlich. Auch in den Supermärkten gab es nun Adventskalender und Weihnachtssüßigkeiten zu kaufen. Es wurde immer kälter, vor allem, weil stets ein kräftiger Wind blies. Dazu kam immer wieder Regen. Wir waren Freitag vor dem ersten Advent bei einem Warmshower angekommen. Er hat kleine Ferienwohnungen, eine davon durften wir ganz für uns nutzen. Da in seinem Umfeld Corona diagnostiziert wurde, blieb der Kontakt spärlich, aber das passte uns ganz gut. Wir machten es uns gemütlich und beobachteten den Regen durchs Fenster. Es gab heiße Schokolade vorm Fernseher und Weihnachtmusik zu Eierkuchen und selbst gemachtem Apfelmus (diesen kann man hier komischer Weise nicht kaufen). Aber das Highlight war das Plätzchenbacken! Da kam auch bei uns richtige Weihnachtsstimmung auf! Wir hatten sogar an Schokolade und Zitronen zum Verzieren gedacht und mit unseren Nüssen wurden die Plätzchen richtig schick. :) Sie schmeckten auch unseren gütigen Gastgebern. Er gab sich Mühe, uns den Aufenthalt sogar noch angenehmer zu gestalten und schenke uns Eier und Mandarinen aus dem Garten. Wir unterhielten uns (mit Maske) sogar auf erstaunlich gutem Deutsch! Er beherbergt gern Deutsche und war wohl schon zu ein paar Sprachkursen in Deutschland. Das hat man gemerkt. Wir können seine Bungalows durchaus für eine ruhige Nacht auf dem Berg empfehlen.
    Wir nutzen die Zeit, um zu realisieren, dass wir nun immer tiefer in die italienische Welt eintauchen dürfen. Aber wir vermissten auch unser Zuhause. Wir telefonierten mit Familie und sehnten uns ein wenig in die weihnachtliche Heimat.
    Am Folgetag ging es für uns weiter. Daher stand für uns auch die Frage nach der Routenplanung auf dem Programm. Das Wetter sollte die nächsten Tage unheimlich werden. Da uns die Alternativen jedoch nicht zusagten, blieben wir beim Plan Sizilien. Irgendwann wird die Sonne schon wieder heraus kommen.
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    Seehas

    nota bene: das Nudelholz und der Plätzchenausstecher!

    Barfüße

    Die Becher sind wahre Multifunktionstools!

    Seehas

    🤣, wir könnten da nochmal Nachschub liefern...

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  • Day97

    Tag 93-96 - Wind aus Nordost

    November 26 in Italy ⋅ 🌧 14 °C

    Die Küstenstraße nahm uns weiter mit nach Süden. Im Auf-und-Ab der Straßen kämpften wir uns durch Schlaglöcher, Regen und Verkehr. Aber wir freuten uns auch über die kräftige Sonne (wenn sie raus kam) und die ständige Nähe zum Meer. Bei diesem Wetter waren wir viel mit An- und Ausziehen beschäftigt. Immer mal wieder fiel plötzlich Regen vom Himmel, zum Glück oft nur wenig. Am meisten beschäftigte und jedoch der Wind. Abends war er so stark, dass wir Mühe beim Zeltbau hatten. Die Nächte wurden wir ganz schön durchgeschüttelt. Dafür blies er uns das Zelt wieder trocken. Tagsüber bewegte sich alles, was nicht niet- und nagelfest war. Zum Teil kam der Wind jedoch auch von hinten. Doch das Wetter konnte sich rasant ändern. Wir begegneten zunehmend weniger Radlern und Reisenden. Nur ein paar Camper waren noch unterwegs, einmal sammelten wir uns sogar zur Nacht auf einem Parkplatz mit 6 Parteien, fast schon Campingplatzfeeling! Die verlassenen Ferienanlagen erzählten die Geschichten einer vollkommen anderen Welt. Die Leere wirkte fast schon beunruhigend. Läden, Supermärkte ja ganze Dörfer waren verrammelt und verriegelt. Nachts wurde dennoch die Beleuchtung angeschaltet, manchmal funktionierte sogar das Wasser. Wir hatten uns an deren Anblick gewöhnt und waren froh, diese Ferienparadise nicht im Sommer zu besuchen. Wir nutzten die Infrastruktur für unsere Zwecke. Essen auf der Terasse bei Sonnenuntergang am Meer, schlafen auf dem Strand bei Meeresrauschen. Da die Tage immer kürzer werden, kamen wir nur allmählich voran, denn ab 15:00 Uhr stand Platzsuche auf dem Plan.
    Das genießen wir aber auch gerade, da wir dadurch Zeit zum Lesen, Quatschen und natürlich lecker Essen haben! ;)

    245,4 km; 2070hm
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    Laura Sia

    So aktuell!

     
  • Day93

    Tag 90-92 - 27%

    November 22 in Italy ⋅ ☁️ 15 °C

    Entlang der Westküste fuhren wir weiter nach Süden. Der Stiefel wird nun immer schmaler. Die Gegend hier ist sehr bergig mit Gipfeln über 1000 m. Das Wetter ist wechselhaft, ebenso die Straßenverhältnisse. Manche Straßen sind jedoch derart schlecht, dass die Seiten einfach abgesperrt sind und nur noch die Mitte freigegeben ist. Die Leitplanken dienen oft auch mehr dem guten Gewissen und werden ab und zu von Flatterband abgelöst. Am eindrücklichsten sind aber die Steigungen! Sowohl An- als auch Abstiege sind mehrfach über 20 % mit einem Rekord von schlappen 27%!! Wir pusten ganz schön und müssen immer wieder mal kleine Stücke schieben. Zum Glück sind die Straßen oft nicht stark befahren, das wundert uns aber auch nicht. Wir begegnen weiterhin viel Müll und ab und zu Prostitution. Die Menschen werden ärmer. Wir begegnen immer wieder verlassene Bauprojekte: Häuser, Straßen, Brücken. Leider verbrennen die Italiener auch gern mal was und das kann ganz schön stinken! Aber der Ausblick ist sehr schön! Das blaue Meer und die grünen Berge. Auch die kleinen Dinge im Leben freuen uns: Tommys leckeres Essen, freundliche Menschen. Wir probierten viel, zum Beispiel echten Büffelmozzerella frisch vom Erzeuger. Fazit: innen flüssig, außen gnatschig und insgesamt sehr lecker. Außerdem fuhren wir an Paestum vorbei, einer alten griechischen Stadt von vor Römerzeiten. Wir sind etwas Sightseeingtour-müde, können aber auch von außen so einiges sehen!
    Dann kam der Regen am nächsten Tag. In den Bergen kann man das Wetter oft schlecht einschätzen. Das Gewitter zog erst vorbei, doch eine gute Stunde später fing es kräftig an, zu regnen. Wir flüchteten in eine Bar, trockneten und tranken Kaffee. Der Donner kann hier ganz schön schallern. Vom Meer kamen über den ganzen Tag immer wieder Blitze und Donner, wir blieben jedoch glücklicher Weise davon verschont. Einige Orte wirkten sehr verlassen, die Saison ist beendet. Nach dem dritten Tag sehnten wir uns jedoch nach einem Campingplatz. Wir riefen einen an, klärten auf holprigem Italienisch unsere Lage und durften bereits gegen Mittag den Tag beenden, 7vsWild schauen, essen, kochen, duschen. Einfach herrlich!

    151,7 km, 1560 hm
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  • Day90

    Tag 88-89 - Amalfiküste

    November 19 in Italy ⋅ ⛅ 19 °C

    Die Amalfiküste entlang zu fahren, hatten wir erst am Vortag entschieden. Und diese Entscheidung war goldrichtig! Nach dem obligatorischen Packen sattelten wir auf. Nachdem das Häusermeer Neapels und Umgebung abebbte, wurde es schnell hügliger. Wir folgten der See und erreichten nach etwa 35km endlich die Amalfiküste. Was für ein traumhafter Anblick! Die Nachmittagssonne beleuchtete die steilen Felsen und die hellen bunten Häuser. Wildcamping war hier gar nicht so einfach, aber Tommy hatte einen Rastplatz auf einem Wanderweg gefunden. Wir fuhren nochmal gut Höhenmeter, mussten zu dem eigentlichen Platz Gepäck samt Tandem eine steile Treppe hochtragen. Die Aussicht war aber wahnsinnig gut und wir genossen eine monderleuchtet, stille Nacht.
    Der Folgetag brachte Sonne satt! Die Straße schlängelte sich direkt an der Küste entlang. Es blieb hügelig, aber das merken wir durch die einzigartige Aussicht (fast) gar nicht. Wahnsinn dieses blau und die kleinen Hangdörfer - einfach entzückend! Beim vielen Staunen hätten wir fast ein Reisetandem an der Straße übersehen. Sowas gibt’s ja gar nicht - schon wieder eins! Wir unterhielten uns gut mit den zwei Österreichern, dann kam plötzlich das dritte Tandem angerollt. Die beiden Niederländer hatten uns eingeholt. Nun waren wir ganz aus dem Häuschen. Wir lachten viel und freuten uns, drei verschiedene Touringtandems vereint zu sehen. Sowas sieht man nicht alle Tage, auch die Einheimischen staunten nicht schlecht. Wir begegneten uns noch einige Male, zu einem gemeinsamen Pizzamahl in Salerno schafften wir es jedoch nicht, denn Camping in der Nähe ist schwierig. Vom Glück beseelt fuhren wir die wunderschöne Amalfiküste entlang. Es war Sommerfeeling! Wir aßen Mittag in Amalfi, Abendessen in Salerno am Strand. Da der letzte Spot wunderschön war, wollten wir auch diese Nacht wild schlafen. Es war jedoch gut dunkel geworden und wir wurden einfach nicht fündig. Nach 2 Stunden wurde es kalt und die Ruine, in der wir standen, war uns unheimlich. Also doch Campingplatz, genug Abenteuer für einen Tag. Und wir schliefen wunderbar!

    110,7 km, 1270 hm
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    Laura Sia

    Das sieht wirklich toll aus!

     
  • Day88

    Tag 86-87 - zwischen Pizza und Asche

    November 17 in Italy ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Gegend hier war lebendig. In jeder Garage wurde getüftelt, überall fuhren kleine Mopeds aus allen Richtungen kommend und die Straßen wimmelten nur so vor Schülergruppen, wild gestikulierenden Italienern und Taxifahrern, auf der Suche nach Touristen. Wir schlenderten durch die Stadt, aßen Pizza und atmeten das wilde Treiben ein. Tommy besuchte das Herculaneum, eine kleinere, gut erhaltene römische Stadt aus der Zeit des Vulkanausbruchs. Tommy genoss den guten Audioguide, der einen durch mehrstöckige Häuser, kleine Bistros, atemberaubende Villen und einem traurigen Zufluchtsort voller verstorbener Einwohner führte. Hannah besorge feinste Pasticcerie und genoss die Sonne mit Blick auf Vesuv und Meer im Park.
    Am nächsten Tag besuchten wir Pompeji. Dank Wikipedia und Tommys Vorwissen wanderten wir auf eigene Faust durch die uralten Straßen. Beeindruckend diese Vielfalt, die Baukunst und der Luxus der Stadt. Besonders in Erinnerung bleiben uns die Marmortheken der Bistros sowie durch Wasserfluss an den Wänden gekühlte Räume, in denen liegend gespeist wird. Selbsterklärend ist die reich geschmückte und bemalte Innenarchitektur der Villen. Von einem kurzen Schauer überrascht beendeten wir bald die Tour und begaben uns auf Pizzajagd in Neapel. Wir wollten eine berühmte Pizzeria austesten. Die Warteschlange war jedoch unendlich lang und das Bestellsystem undurchschaubar, sodass es die zweitberühmteste wurde. Leider war die Pizza unten gut schwarz und der Rand noch nicht ganz durchgebacken. Wir besorgten noch typische Leckereien aus einer empfohlenen Pasticceria und flohen geschafft aus dem Trubel der Stadt zurück in unsere fensterlose Garagenwohnung. Nach Tee und Pasticcerie ging es uns schon wieder deutlich besser, obwohl Ministeriale und einige der gefüllten Teige nicht so unser Fall waren. Gut, dass wir vom Vortag noch ausreichend Leckereien da hatten. Was für eine Schlemmerei, aber morgen würden wir wieder kräftig strampeln. Wir genossen den Abend bei intensiven Gesprächen und Kerzenschein. Morgen stand die Amalfiküste auf dem Plan. Wie es von dort weiter geht, müssen wir allerdings noch entscheiden. Die Route über Osten scheint uns in der Türkei in eine Sackgasse zu führen, weiter nördlich wird es bald zu kalt. Wir werden sehen.
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  • Day86

    Tag 83-85 - mitteleuropäische Reisegrupp

    November 15 in Italy ⋅ ⛅ 19 °C

    Die nächsten Tage fuhren wir gemeinsam an schönsten Stränden, mit strahlendem Wetter und bester Gesellschaft. Die Zeit verflog förmlich und Neapel rückte immer näher. Am ersten Abend schliefen wir bei einem warmshower Host, der uns in eine Pizzeria mitnahm. Wir aßen feinste Pizza, probierten gerollte Minipizzen und bekamen gute Tipps für Neapel. Leider essen die Italiener spät, erst 21:00 Uhr, da liegen wir meist schon im Bett! Wir waren dementsprechend sehr müde und folgtem dem Host nicht noch in eine Bar. Wir passten lieber auf seine Katze auf, welche neugierig unser Tandem erkundete. Spannend war auf jeden Fall, das Tandem von uns zu seiner Wohnung zu balancieren. Im 2. Stock, auf steilen schmalen Stufen. Puh!
    Die zweite Nacht wurde nicht minder spannend. Wir teilten uns mit Charline und Adeline ein AirBnB kurz vor Neapel. Das Haus erreichten wir nur über Umwege und erst, als es bereits dunkelte und der Regen einsetzte. Zwei große starke Hunde taten bellend ihre Pflicht, als wir am hohen Tor ankamen. Ein kahlkopfiger, runder, mittelalter Mann begrüßte uns skeptisch. Er führte uns in sein großes Haus, welches früher einmal stattlich gewesen sein muss, nun aber der Zeit nur mäßig trotzte. Es war schmutzig und unaufgeräumt, die Toilettenspülung war kaputt und unser Zimmer musste erst noch entrümpelt werden, denn der Gastgeber hatte nur mit einem Paar gerechnet. Der Mann war Jurist und beherbergte noch eine Frau, deren Beziehung uns nicht genau klar wurde, sie teilten sich nur am Morgen ein Schlafzimmer. Wer da nicht an Mafia denkt… ;) Wir genossen den Abend zumindest sehr in einer Küche, die sich mal wieder freute, so richtig genutzt und gespült zu werden.
    Am nächsten Morgen ging es mit Mandarinen aus dem Garten das letzte Stück nach Neapel. Als wunderbaren Abschluss unserer gemeinsamen Fahrt hatten wir uns mit den Niederländern zum Mittag verabredet, um, anlässlich Marias Geburtstags, Pizza zu essen. Wer denkt, dass der Verkehr in Rom chaotisch ist, war wahrscheinlich noch nicht in Neapel. Das Motto dort: fahren oder überfahren werden. Die erste typisch neapolitanische Pizza und der erste Spritz waren zumindest, wenn auch ein wenig verbrannt, ausgezeichnet! Maria und Guus erzählten von ihrer Reise und luden uns am Ende ein, was für eine Freude. Das letzte Stück zur Unterkunft fuhren wir mit den beiden Richtung Pompeji. Die Leute staunten nicht schlecht, als sie zwei Tandems hintereinander sahen! Wir nahmen Abschied von den beiden und bezogen unsere möblierte Garage - wohnen wie bei richtigen Süd-Italienern.
    Wir wollten in dieser neuen Welt erst einmal ankommen und freuten uns daher über unser kleines aber feines Heim für die nächsten Tage.

    181,9 km, 950 hm
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  • Day83

    Tag 81-82 - On the road again

    November 12 in Italy ⋅ ☁️ 18 °C

    Endlich wieder auf dem Rad! Wir hatten Rom genossen, aber nun waren wir der vielen Menschenmassen müde geworden und freuten uns wieder aufs Zelt. Zusammen mit allem was Beine oder Räder hatte, quälten wir uns durch die stinkenden Straßen aus Rom. In den Vororten begegneten wir dann altbekannten Müllbergen, aber leider auch vielen Damen am Straßenrand. Ein mulmiges Gefühl umgab uns, die kaputten Straßen und verlassenen Häuser machten es nicht besser. Passend dazu begann es schließlich zu regnen und wir begannen die Suche nach einem überdachten Essplatz/Schlafplatz. Beides gelang eher problemlos, obwohl unser Versuch unter einem überdachten Kirchenparkplatz zu nächtigen scheiterte. So haben wir das Gewitter und den Regen die ganze Nacht live miterlebt, das Zelt hielt uns allerdings sicher und trocken.
    Am Folgetag erreichten wir die Küste, die Straßen wurden leerer, der Ausblick um Längen besser. Das Schönste waren allerdings die Begegnungen! Wir trafen unser erstes Touringtandem! Ein Pärchen aus den Niederlanden gesellte sich kurz zu uns, wir waren ganz aus dem Häuschen. Die Begegnung würde später intensiviert werden, denn die beiden hatten noch stramme Ziele. Außerdem trafen wir zwei Mädels aus Frankreich. Wir verstanden uns auf Anhieb, tranken Kaffee und beschlossen, die nächsten Kilometer gemeinsam zu radeln. Was für eine Freude! Wir erzählten, lachten ohn’ Unterlass und sprangen gemeinsam ins kühle klare Meer. Da wir in die gleiche Richtung unterwegs waren, wollten wir auch am nächsten Tag gemeinsam fahren und verabredeten uns. Unsere Schlafplatzsuche wurde erschwert durch den Einbruch der Dunkelheit und die Nässe der letzten Tage. Wir fanden einen Platz, welcher leider voller Kondome und benutzter Spritzen war, wurden jedoch tiefer im Wald mit einem schönen Fleckchen belohnt.

    117,5 km, 560 hm
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  • Day81

    Tag 79-80 - Roma full experience

    November 10 in Italy ⋅ ⛅ 21 °C

    An den nächsten Tagen schlug ein Highlight das nächste. Schon am Sonntag hatten wir die Stadt mit den vielen Kirchen unsicher gemacht und dabei auch eine Kapuzinerkrypta besucht. Mit Hilfe von über 3000 Skeletten wurden ganze Wände, Decken und Räume verziert. Kunstvoll allemal, jedoch auch grotesk und etwas pietätlos. Dienstag besuchten wir das Kolosseum, das Forum romanum sowie den Palatin. Dank der vielen Besucher konnten wir immer mal einer vorbeiziehenden Führung lauschen. Wir lernten viel über das alltägliche Leben zur Zeit der Römer, deren Religion und Freizeitveranstaltungen. Tommy hat über die letzten Tage sein Rom-Wissen aufgefrischt und konnte viel erzählen. Wir waren mächtig beeindruckt von der Baukunst der damaligen Zeit! Dies bestätigte sich auch beim Besuch des Pantheons, einer Kirche mit der weltweit größten freistehenden Betonkuppel.
    Zur vollkommenen Romerfahrung holten wir uns noch feinstes Eis und schlenderten entlang des Tiber. Hier wohnen auch viele Obdachlose in Zelten, wodurch ein Kontrast zum Prunk und Wohlstand der Kirche und des Stadtzentrums entstand. Gegen Abend besuchen wir noch das „Schlüsselloch“ Roms. Nach einem Marsch auf einen kleinen Hügel kann man durch ein Schlüsselloch durch einen Garten direkt auf den Petersdom schauen. Wunderschön! Und die Vorfreude auf den nächsten Tag wuchs.
    Am Mittwoch starteten wir früh: für das Vatikanische Museum wollten wir Zeit haben. Atemberaubende Gemälde, Statuen, Schmuck in prunkvollen Sälen standen uns bevor. Der Audioguide half, den vielen Statuen Namen und Geschichten zu geben, denen Tommy freudig lauschte, während Hannah nun zielsicher Herkules erkennt. Für Hannah war ein Korridor voller Wandbemalungen das Highlight. Dargestellt ist eine Karte Italiens mit den einzelnen Bezirken. Sehr raffiniert gemacht. Tommy hingegen freute sich besonders über alte Karten aus dem 16. Jahrhundert nach der europäischen (Wieder-) Entdeckung Amerikas. Zum krönenden Abschluss besichtigten wir den Petersdom. Für uns der schönste Dom/Kirche, den wir je gesehen haben (und das soll was heißen ;) ).
    Unsere Augen und Füße werden die Erfahrungen noch ein paar Tage verarbeiten. Auch dafür ist es manchmal gar nicht schlecht, FindPenguins erst nach ein paar Tagen hoch zu laden ;).
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    Laura Sia

    Mein Name ist Maximus Decimus Merid- ach ne, das hatten wir ja schon ... ;D

     
  • Day79

    Tag 78 - Geburtstag

    November 8 in Italy ⋅ ⛅ 18 °C

    Geburtstag in Rom! Einen Geburtstag mal ganz anders erleben. Fernab von Familie, Freunden und Novemberwetter. Nach einer erholsamen Nacht begannen wir den Tag mit Eierkuchen in guter Gesellschaft von Matthias. Wir wanderten durch Roms Straßen zum Capitonilischen Museum. Dort gab es einiges zu entdecken! Schönste Säle voller Gemälde, Skulpturen und Funde aus vergangenen Jahrhunderten. Wir stauten und wagten sogar einen kurzen Walzerschritt in einem der mächtigen Säle (ein Aufpasser fühlte sich prompt seiner Pflichten erinnert). Ein Highlight war der Blick auf das Forum Romanum, welches sich in ganzer Länge vor uns ausstreckte. Wir beobachteten es lange, da zu regnen begann und wir die Idylle und das Dach noch etwas genießen wollten. Nach der dritten Runde durch den Souvenirshop hatte der Regen leider immer noch nicht aufgehört, war aber erträglicher geworden und so schlüpften wir auf die Straßen auf dem Weg in ein herrliches Bistro zum Mittag. Wir stärkten uns, während der Himmel nochmal alle Tore öffnete, mit Spaghetti Carbonara und Salat. Nach dem Dessert hatte der Regen aufgehört und wir konnten mit einem Umweg über den Supermarkt trocken unser Hostel erreichen. Mit Schokolade und Weihnachtsfilm legten wir eine Erholungspause ein. Anschließend warfen wir uns erneut in den Trubel der Stadt und fuhren erstmalig U-Bahn zu einem typisch italienischen (römischen) Restaurant. Wir aßen Ochsenschwanz und Kastanienpüree mit Kakimousse, sehr lecker! Der Wein bekam uns etwas zu gut und so torkelten wir durch das abendliche Rom nach Hause. Was für ein Tag!Read more

    Laura Sia

    Mein Name ist Maximus Decimus Meridius. Kommandeur der Truppen des Nordens. Tribun der spanischen Legion. Treuer Diener des wahren Imperators MARKUS AURELIUS. Vater eines ermordeten Sohnes. Ehemann einer ermordeten Frau. Und ich werde mich rächen, in diesem Leben oder im Nächsten.

    Barfüße

    :D The Gladiator?

    Laura Sia

    Korrekt!

     

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