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  • Day7

    Die Strecke

    August 25 in Germany ⋅ ☀️ 25 °C

    Für meine 9 Euro bin ich folgende Strecke gefahren:

    München - Weimar, 5:53 Stunden
    Umsteigen in Nürnberg und Jena
    Insgesamt 40 Haltestationen mit so schönen Namen wie Probstzella oder Küps

    Weimar - Görlitz, 5:05 Stunden
    Umsteigen in Leipzig und Cottbus
    Insgesamt 39 Haltestellen, ich komme durch u.a. Hähnichen, Calau und Großkorbetha

    Weimar - Dresden, 1:54 Stunden
    Umsteigen in Radeberg und Dresden-Klotzsche
    17 Haltestellen

    Dresden - München, 6:26 Stunden
    Umsteigen in Hof
    18 Haltestellen

    Alles in allem ca. 114 Haltestellen, 7 mal umsteigen, kaum Verspätung und immer einen Sitzplatz. Eigentlich positive Erfahrung, die Menschen sind zumeist gut drauf, trotz voller Züge nicht genervt, sie wissen, dass sie praktisch umsonst fahren und stellen keine Ansprüche. Mir hats gefallen
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  • Day6

    Die Sonne scheint

    August 24 in Germany ⋅ ⛅ 22 °C

    Letzter Tag in Dresden, Museumstag ist angesagt. Erst zur Ausstellung "500 Jahre mechanische Maschinen". Dort gibt es die Vorläufer von Robotern zu sehen, alles mechanisch bewegt und sehr komplex. Zum Bespiel eine Maschine die Schreiben kann, beliebiege Texte, da sie mit Hilfe von Scheiben auf einer Nockenwelle programmierbar ist. Dann ins Verkehrsmuseum. Ähnlich wie das in München. Zu Lande, im Wasser und in der Luft. etwas Fokus auf ex-DDR Fahrzeuge und Entwicklungen. Schliesslich in den "physikalisch-mathematischen Salon" im Zwinger. Eine Abteilung mit Uhren und weitere mit alten Messgeräten und optischen Instrumenten. Am Nachmittag in der Neustadt unterwegs. Alternatives Viertel mit Kunsthof. Eine Reihe von Innenhöfen mit alternativen Läden und Cafes.Read more

  • Day5

    Fleck auf Hemd

    August 23 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    "Entschuldigung, wollen Sie nicht das Sakko anziehen, Sie haben einen Fleck auf dem Hemd". So ein junger Mann am Nebentisch zu einem Älteren, der gerade gezahlt hat und aufsteht. Er bedankt sich artig, aber nicht sicher was er denkt. Der am Nebentisch nervt schon geraume Zeit, weil er seiner Frau detailliert erläutert, was er für morgen plant und wann sie wo sein müssen. Bestellt auch gleich die nötigen Tickets online. Ansonsten angenehmer Tag in Dresden mit viel Laufen kreuz und quer durch die StadtRead more

  • Day5

    Kara ben Nemsi in Radebeul

    August 23 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C

    Die Fahrt von Görlitz nach Dresden war reibungslos. Bis auf das letzte Stück mit Schienenersatzverkehr. Da gab es zwar hunderte Menschen vor dem Bahnhof aber keine Busse. Niemand wusste so genau wie es weitergeht. Schliesslich kommen dann doch zwei Busse die vollgepackt Richtung Dresden fahren. In den letzten zwei Stunden ist mir nochmal deutlich geworden, wie einsam im Grunde die Gegend hier ist. Sobald man ausserhalb von Ortschaften kommt, die meist auch nicht besonders gross sind, gibt es nur mehr Wälder und abgeerntete Felder. Diese sind riesengross, wohl noch ein Überbleibsel aus der damaligen Planwirtschaft
    Dazwischen das übliche Bild aus halbverfallenen Gebäuden, insbesondere die Bahnhöfe schauen mitleidserregend aus.
    Ankunft in Dresden Mitte, auch nicht gerade eine Schönheit. Da die Stadt ziemlich zerstört wurde im letzten Weltkrieg, fehlen historische Gebäude weitgehend. Was werden sich unsere Nachfahren denken bei der modernen, gesichtslosen Architektur statt alter Villen im Jugendstil?
    Mein erster Weg führt mich nach Radebeul, ins Karl-May Museum. Weit oben auf meiner Bucket-list. Ich als alter Karl May Leser, der gerade die Geschichten aus dem Orient verschlungen hat und sicherlich auch daher meinen Lebensweg etwas mitbestimmt hat.
    In der "Villa Shatterhand" gibt es einen grossen Garten mit der "Villa Bärenfett", die zu einem Indianermuseum ausgebaut wurde. Eingerichtet im Stil einer Blockhütte. Viele originale Exponate, die Karl Mays zweite Frau Klara weitgehend zusammengetragen hat. Auch viel über die Geschichte und Kultur der indianischen Ureinwohner Amerikas. Im Haus dann weiter Exponate aus dem Leben Karl Mays. Als wichtigste wohl die bekannten Gewehre: Silberbüchse, Bärentöter und Henrystutzen. May hat sie eignes im Geheimen anfertigen lassen um so weiter an seiner Legende stricken zu können. Obwohl er erst in sehr späten Jahren in Amerika und im Orient war, hat er immer beteuert, alles in seinen Büchern selbst erlebt zu haben. Seine Leser werden es gerne geglaubt haben. Im Grunde war er eine traurige Persönlichkeit, die sich eine Scheinwelt erschaffen hat, die er wohl am Ende selbst fast geglaubt hat. Erst nach seiner Orientreise soll er bemerkt haben, dass seine lebhaften Schilderung kaum etwas mit der Realität zu tun haben und er soll deswegen sogar einige Exponate im Haus dezent verschwinden lassen.
    Zurück in der Stadt mache ich mich erst mal auf die Suche nach einem Cafe...
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  • Day4

    Immobilien in Görlitz

    August 22 in Germany ⋅ 🌧 16 °C

    Die vielen leerstehenden und teilweise verfallenen Gebäude haben ihren Grund, dass Görlitz Einwohner verliert. Waren es 1939 hundertausend, sind es heutzutage grade mal die Hälfte. Abgeblich gibt es zwar wieder einen Zuwachs, aber einige davon sind Rentner, die die günstigen Mieten und Lebenshaltungskosten hier schätzen. Ich sehe ein Haus in einer umliegenden Ortschaft zum Kauf angeboten für 160.000 Euro. Baujahr 1975, renoviert in 2004 und knapp 500m2 Grund. Wohnungen für 60.000 Euro zum Kauf in zentraler Lage mit 60m2 und Kaltmieten unter 300 Euro für 60m2 Wohnungen im Zentrum. Daher die Aussage des Immobilienberaters auf dem Strassenfest, dass, wer in Görlitz sein Geld investiert hat, keine Rendite bekommen hat.
    Trotzdem sollte ich im Hinterkopf behalten für die Rente einestages :-)

    Ein Besuch in der Synagoge mit Hintergründe per Audioguide war interessant. Sie ist in der Pogromnacht 1938 nicht niedergebrannt, da sie durch die Görlitzer Feuerwehr rechtzeitig gelöscht wurde. Aus Versehen oder Absicht lässt sich nicht mehr sagen. Görlitz drehts natürlich zu seinem Gunsten. Heute ist die Synagoge ein Kulturzentrum und hält mit Ausstellungsstücken und zwei Filmen die Erinnerung an die Geschichte wach.
    Ansonsten gibt es tatsächlich viele halbzerfallene und zum Verkauf stehende Gebäude
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  • Day4

    The Grand Budapest Hotel

    August 22 in Germany ⋅ 🌧 19 °C

    Es steht mitten in Görlitz, das Hotel aus dem gleichnamigen Hollywood Film. In Realität allerdings ein leerstehendes Kaufhaus im Jungendstil. Seit Jahren wird eine Eröffnung duch einen Investor versprochen, bis jetzt allerdings nichts mehr als Ankündigungen. Durch die Fenster kann man einen Eindruck erhaschen wie es drinnen ausschaut (für diejenigen, die den Film nicht gesehen haben). Ausserdem hängen Fotos in den Fenstern und man wird darauf hingewiesen, einen Kalender mit Bildern für 25Euro kaufen zu können. Zweimal am Tag gibt es eine Führung mit telefonischer Voranmeldung, die ich leider verpasst habe. Für heute ist schon ausgebucht lässt mich ein Zettel an der Eingangstür wissen.
    Es regnet leicht schon seit dem Morgen und soll über den Tag auch nicht besser werden. Etwas ziellos schlendere ich umher. Finde einen Trödelmarkt mit viel alten verstaubten Sachen. Nichts was ich umbedingt brauche allerdings. Das Görlitzer "City Center" ist eine eher traurige Erscheinung. Auch gibt kaum Geschäfte, eine Bäckerei und einen Dönnerimbiss. WLAN kann ich vom Expert Elektrogeschäft ein Stock höher benutzen.

    Görlitz hat eine Menge alter Jugendstilgebäude, manche davon schön renoviert, ander kurz vor dem Verfall. Einiges steht leer. Die Warmmiete für 65m" ist unter 500Euro. Es ist halt schon ziemliche Randlage. Nächste grössere Stadt ist Cottbus, eine Stunde mit dem Zug. Nach Dresden braucht man zwei. Sonst gibts hier nicht viel.
    In der Thalia Buchhandlung möchte ich den neusten eReader anschauen. Steht allerdings nur eine leer Schachtel rum. Museen habe am heutigen Montag zu, nicht viel um die Zeit totzuschlagen. Überlege kurz, ins Kino zu gehen, lande im Cafe BIKINI. Freies WLAN und schicke Einrichtung. Selfservice. Avokadotoast und Capucino für 9.80Euro. Bedienungen scheinen aus Polen zu sein.
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  • Day3

    Gin und Tonic

    August 21 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Nach der Pizza in Polen Gin und Tonic in Deutschland. Das Eis in der Wafel, eine Kugel, noch auf polnischer Seite, war mit 1.70Euro auch nicht gerade günstig. Die Pizza war aber ok, 12 Euro mit Bier für eine Pizza Parma. Görlitz hat Touristenpreise.
    Jetzt als Absacker eine nette Bar, mit Selbstbedienung. Hat mir Cranberry-Gin empfohlen und gleich was zum Probieren eingeschenkt. Lecker, bestellt.
    Gin ist auch hier das Ingetränk, jeder trinkt es.
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  • Day3

    In Polen, einfach

    August 21 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C

    Über die Brücke und schon ist man in Polen. Keine Kontrolle, nichts. EU vom feinsten. Reger Grenzverkehr, in beide Richtungen. In Görlitz verbringen wohl etliche Polen ihren Sonntagnachmittag. Und Amerikaner, wahrscheinlich angelockt durch diverse Hollywood-Filme, die in Görlitz gedreht wurden

    Grad bemerkt: auf Englisch ist polnisch und polieren das gleiche Wort...

    Am Fluss entlang, einige Restaurants aber nichts besonderes. Blick zurück auf Görlitz. Am Ende des Uferwegs auf der polnischen Seite laute Musik. Ein kleines Fest mit Hüpfburg und einem Rapper, auch auf polnisch. Einige Leute sind da. Auf dem Rückweg zur Brücke komme ich an einer Pizzeria vorbei, überlege dort zu essen. Low Carb war gestern...
    Auch hier direkt gegenüber eine alte Industrieruine, roter Backstein,eigeworfene Fenster.
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  • Day3

    Görlitz

    August 21 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    Ankunft am Görlitzer Bahnhof, eine Augenweide. Das Gebäude ist innen mit blauen Kacheln verkleidet und hat grosse Hängeleuchter. Zu Fuss ins Hotel, erster Eindruck: Viele grosse und schöne Gebäude, hätte ich nicht so erwartet. Es ist Sonntag, wenig los auf den Strassen. Das Hotel ist in einem Altstadthaus. Es hat feste Frühstückszeiten, an der Rezeption meint der Herr, dass es gut ausgebucht ist. Hab mich für 8Uhr - 9Uhr als Frühstückzeit entschieden.Read more

  • Day3

    Vorne ist jetzt hinten

    August 21 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    Währen ich auf den Bus warte, kommt ein weiterer Reisender mit Rucksack, etwas mein Alter. Man erkennt schon an seinem Blick, dass er mich gleich ansprechen wird. Was er auch macht. Kommt aus der Oberlausitz und ist auch mit dem 9 EuroTicket unterwegs. "Muss man ja die letzten Tage noch ausnützen", meint er. Ist auch zum Bahnhof unterwegs. Der Bus kommt pünktlich, ich gehe weiteren Gesprächen aber aus dem Weg. Die Menschen hier scheinen aber viel offener zu sein als in München. Auch gestern in Jena im Cafe wurde ich angesprochen.
    Im Bahnhof von Weimar hab ich noch etwas Zeit und schlender durch den Presseladen. Flasche Wasser kostet 2 Euro, Preis sind angepasst an den Westen.
    Am Bahnsteig steht schon ein Zug, leider zeigt die Anzeige nichts an. Ich frage jemanden der einsteigt. Es ist schon der nach Leipzig, ziemlich leer, suche mir einen Fensterplatz an der Tür. Lessons learned aus dem Erlebnis bei der Hinfahrt, wo Aussteigen bei überfülltem Zug eine Challenge ist. Der Zug bleibt aber angenehm leer.
    Es geht los, der Schaffner weist darauf hin, dass die Toilette in Zugmitte defekt ist, es funktioniert nur die Toilette vorne. Kurze Zeit später meldet er sich wieder und korrigiert. Der Zug fährt jetzt in die andere Richtung und somit ist hinten jetzt vorne. Also funktioniert die Toilette hinten, ...alles klar!

    Wir kommen durch Ortschaften die zum Teil sehr heruntergekommen sind. Alte Häuser in mörtelgrauer Fassade haben wohl nie Farbe gesehen. Bahnhöhe mit von Unkraut überwucherten Bahnsteigen. Bahnhofsgebäude voller Grafitti und zerbrochenen Fenstern. Eine Industrieruine eines Textilkombinats, einst wohl ein beeindruckendes Gebäude, halb zerfallen in Weissenfels. Dazwischen durchaus neue Häuser in freundlichem gelb bemalt. Weinreben an den Hängen. Wir überqueren Mehrmals die Saale. Die ruhig dahinfließt. Ein Graureiher fliegt neben dem Zug.
    Umsteigen in Leipzig zum Zug nach Cottbus. Ein beeindruckender Bahnhof. Gross, voller Läden und Imbissbuden.
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