• Unterirdische Geschichte & enge Tunnel

    28. november 2025, Vietnam ⋅ ☁️ 28 °C

    Nach einer erneut kurzen Nacht buchten wir am Morgen spontan eine geführte Tour zu den Cu-Chi-Tunneln. Denny holte uns vor dem Hotel ab und zusammen warteten wir noch ein paar Minuten auf unseren Fahrer. Danach schlängelten wir uns im elendig langen Stop-and-Go durch die Straßen von Ho Chi Minh City – der perfekte Moment um ein wenig Schlaf nachzuholen.
    Am Ziel angekommen gab es dann erst einmal Mittag für die Mädels, während Denny uns an einer Schautafel das Tunnelsystem erklärte:
    Rund 250 km Länge, teils mit drei Ebenen, gebaut in Handarbeit. In diesen engen Gängen lebten, kochten, versteckten und kämpften die Vietcong über 22 Jahre lang – eine der beeindruckendsten Zahlen der gesamten Vietnamkriegsgeschichte.
    Die Cu-Chi-Tunnel wurden ursprünglich bereits im Ersten Indochinakrieg gegen Frankreich angelegt und im Vietnamkrieg massiv erweitert. Viele Abschnitte wurden so klein gebaut, dass amerikanische Soldaten sie kaum betreten konnten – ein strategischer Vorteil, der bewusst genutzt wurde. Im Originalzustand waren die Tunnel so eng, dass Touristen sie heute gar nicht betreten könnten. Die meisten öffentlich zugänglichen Tunnel sind extra verbreitert, damit Besucher nicht stecken bleiben und auch nicht kriechen müssen. 🤭
    Dann ging es zu Fuß weiter in den Dschungel. Hanna war dabei zu 80 % glücklich auf Dennys Arm unterwegs 😅. Links und rechts sah man deutlich die Einschlagkrater der Bomben. Viele der Blindgänger wurden damals unter Lebensgefahr zerlegt, um daraus Minen oder improvisierte Granaten zu bauen – ein extrem riskanter Job bei dem viele ihr Leben ließen.
    Vorbei am Schießstand erreichten wir die ersten begehbaren Tunnel. Den ersten engen Zugang nahm Falk – inklusive Guide, denn in diesem verwinkelten Labyrinth konnte man sich früher wie heute leicht verirren. Den zweiten, etwas größeren Tunnel vom Krankenbunker zum Medizinbunker krabbelte ich. Unterwegs bekamen wir einen Eindruck davon, wie bedrückend, heiß und beengt der Alltag dort gewesen sein muss. Und wie eintönig. Denn es gab jeden Tag das selbe Wurzelgemüse und Tee, was wir ebenfalls verkosteten.
    Zum Abschluss gab es noch ein Foto aus einem der legendären Verstecklöcher, in denen Kämpfer früher plötzlich verschwinden konnten. Leider passte Falk nicht rein 🤭 – dafür kam ich allein nicht mehr heraus 😅.
    Am Abend sind dann alle glücklich, erschöpft und voller neuer Eindrücke ins Bett gefallen.
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