• Tag 18: Von Mancha in die Schluchten des Júcar

    September 12 in Spain ⋅ ☀️ 29 °C

    Heute verlassen wir Moral de Calatrava und machen uns auf den Weg Richtung Valencia. Zunächst führt uns die Strecke noch einmal durch die typische Landschaft von Kastilien-La Mancha: weite, trockene Ebenen, abgeerntete Felder, Olivenhaine und immer wieder kleine Ortschaften, die wie Inseln in der endlosen, braun-gelben Landschaft liegen. Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Tage begleiten uns auch heute noch ein gutes Stück.

    Je weiter wir nach Osten kommen, desto abwechslungsreicher wird die Landschaft. Die vollkommen offenen Ebenen werden zunehmend von Hügeln und felsigen Höhenzügen unterbrochen. Besonders eindrucksvoll wird die Fahrt schließlich am Río Júcar. Fast ohne große Vorwarnung endet die scheinbar endlose Hochebene und vor uns öffnet sich eine tiefe Schlucht, die der Fluss über Jahrtausende in den Kalkstein gegraben hat.

    Die Straße führt in zahlreichen Kurven hinunter in das Tal. Plötzlich verändert sich auch die Vegetation: Zwischen den hellen und trockenen Felswänden erscheint entlang des Flusses ein grünes Band aus Bäumen und dichterem Bewuchs. Nach den vielen Kilometern durch die trockene Mancha wirkt das Wasser des Júcar beinahe wie eine kleine Oase.

    Mitten in dieser Schlucht erreichen wir Alcalá del Júcar – einen Ort, der auf den ersten Blick aussieht, als wäre er direkt aus dem Felsen herausgewachsen. Die weißen Häuser ziehen sich dicht gedrängt den steilen Hang hinauf. Manche stehen auf schmalen Felsterrassen, andere reichen mit ihren Räumen als Höhlen tief in den Berg hinein. Über allem thront die mittelalterliche Burg, während sich unten der Río Júcar in einer engen Schleife durch das Tal windet.

    Wir halten in dem Bergdorf an und wollen am Fluss in einem Restaurant einkehren. Im ersten Restaurant werden wir trotz freier Tische abgewiesen – es sei vollständig ausgebucht. Auch im zweiten Restaurant sind überall Plätze frei, doch auch dort möchte man uns nicht bewirten. Im dritten Restaurant finden wir schließlich einen Tisch und setzen uns. Kurz darauf werden wir jedoch gebeten, das Restaurant wieder zu verlassen, da der Tisch reserviert sei. Eine sehr interessante Erfahrung in diesem Bergdorf.

    Nachdem wir nun bereits im dritten Restaurant abgewiesen worden waren, holten wir uns bei einer sehr netten Bäckerin ein paar Brötchen, Süßkram, Kekse und so weiter und so fort. Anschließend besetzten wir wieder unser Auto und fuhren weiter.

    Hinter der Schlucht geht es wieder hinauf auf die Hochflächen. Nach und nach lassen wir die karge Landschaft Kastilien-La Manchas hinter uns und fahren weiter Richtung Osten. Die Umgebung wird abwechslungsreicher und schließlich kündigt sich langsam die Mittelmeerküste an.

    Nach Tagen zwischen trockenen Ebenen, Olivenhainen, kleinen kastilischen Orten und der Hitze Zentralspaniens wartet am Ende der heutigen Etappe ein deutlicher Szenenwechsel: Valencia – und damit wieder das Mittelmeer.
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