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  • Day56

    El Quetzal, Mindo

    October 15, 2017 in Ecuador ⋅ ⛅ 28 °C

    Bereits um 7.20 Uhr sitzen wir geduscht und mit vollen Mägen im Taxi zum dritten und letzten Busbahnhof von Quito. Unser Taxifahrer hat wohl Sabbelwasser getrunken und textet uns zu. Am Busbahnhof ankommen kaufen wir unsere Tickets nach Mindo und müssen noch etwa eine halbe Stunde warten, bis es losgeht - den vorigen Bus haben wir um drei Minuten verpasst. Die Strecke führt fast zwei Stunden nahezu ausschließlich bergab, die Vegetation wird immer dichter und grüner. In Mindo angekommen kaufen wir direkt unsere Rückfahrttickets für den späten Nachmittag und machen uns dann zu Fuß auf den Weg zur Schokoladenfabrik "El Quetzal". Wir kaufen unsere Tourtickets für 10$ und probieren uns während der 15minütigen Wartezeit schonmal durchs Sortiment und trinken einen Kaffee. Um 11 beginnt unsere Tour - gemeinsam mit einem älteren amerikanischen Pärchen. Jorge, unser Guide, spricht ausgezeichnetes Englisch und führt uns in einer Stunde durch den gesamten Prozess der Kakaoverarbeitung - von der Pflanze bis zur fertigen Schokolade. Dazu schneidet er eine frische Kakaofrucht auf. Wir lutschen auf den Kakaobohnen herum, die ziemlich süß und weiß sind. Jorge erklärt uns, dass das weiße zum Beispiel zur Fertigung von Barbecuesoßen verwendet wird und eigentlich ein Nebenprodukt der Kakaoverarbeitung ist, welches sich bei der Fermentation von der Kakaobohne löst. Außerdem geht durch die Fermentation der bittere Eigengeschmack der Kakaobohne verloren - daher ist hier selbst die Schokolade, die zu 100% aus Kakao besteht, nur sehr wenig bitter. Die Kakaobohne selbst wird nach vier Tagen der Fermentierung unter Bananenblättern zwischen 15 und 30 Tagen sonnengetrocknet. Die Schale wird nach dem Rösten der gesamten Kakaobohne von den Kakaonibs getrennt und in einem weiteren drei Tage andauernden Verarbeitungsprozess wird aus den Nibs eine Kakaopaste hergestellt, die zu 100% aus Kakao besteht und die Grundlage für alle Schokoladenprodukte darstellt. Nach dem Abfüllen der fertig gemischten Kakaopaste mit den entsprechenden Zutaten (Kaffeebohnen, Ingwer, Chili, Macadamia) in Schokoladentafelformen muss die Schokolade noch längere Zeit langsam auf einer Mamorplatte abkühlen und trocknen, bevor sie verpackt wird. Nachdem wir mit Jorge den ganzen Verarbeitungsprozess abgelaufen sind gehen wir wieder zurück und nun dürfen wir die Produkte auch offiziell verkosten. Wir probieren Kakaotee (aus der Schale der Kakaobohnen), die 100%ige Schokoladenpaste mit einem Tupfen Ingwersoße, hausgemachte Barbecuesoße, einen Kakaoessig (ebenfalls aus dem Fruchtfleisch der Kakaofrucht), die verschiedenen Schokoladentafeln mit unterschiedlichem Kakaoanteil (die Schokolade besteht hier ausschließlich aus Kakao und Zucker bzw. aus Kakao, Zucker und Kaffeebohnen, Ingwer, Chili oder Macadamia) und - unser Highlight - den hausgemachten Brownie. Wir haben noch nie einen so saftigen und leckeren Brownie gegessen! Das kleine Stück reicht aus, dass wir sofort schokoladengesättigt sind. Nach der tollen Tour verabschiedet sich Jorge von uns und wir stöbern noch ein bisschen durch den Shop - natürlich nicht, ohne ein paar Dinge mitzunehmen. Mir hat es besonders die Barbecuesoße angetan! Danach gehen wir wieder zurück ins Stadtzentrum und überlegen, was wir nun tun.Read more