• Tag 11: Abschied nehmen

    6. januar, Tyskland ⋅ ☁️ 1 °C

    Mein letzter Tag in Marrakesch – oder: Wenn der Magen endlich Frieden schließt**

    Der letzte Tag in Marrakesch war angebrochen – und damit auch der letzte Tag in Marokko. Nach einer erstaunlich erholsamen Nacht im Hostel (neun Stunden Schlaf – fast schon ein medizinisches Wunder) fühlte ich mich tatsächlich wie neu geboren. Mein Magen endlich wieder besänftigt. Also wagte ich mich frohen Mutes ans Frühstücksbuffet.

    Und was für ein Frühstück! Alles, was das Herz – und der Magen – begehren konnte: Joghurt mit frischem Obst, süße Teilchen, knuspriges Brot, Kaffee und Saft. Beim Frühstück traf ich Janina und Jonas wieder, doch Jonas musste leider schon bald Richtung Flughafen aufbrechen.

    Janina und ich beschlossen, die letzten Stunden gemeinsam in Marrakesch zu verbringen. Unser Ziel: der El-Badi-Palast. Der Palast wurde Ende des 16. Jahrhunderts unter Sultan Ahmad al-Mansur erbaut und galt einst als einer der prächtigsten Nordafrikas – mit Marmor aus Italien, Gold aus Sudan und Onyx aus Indien. Heute erinnert davon allerdings nicht mehr viel; die Gebäude wurden im 17. Jahrhundert geplündert, und was übrig blieb, sind beeindruckende, aber sehr nackte Mauern.

    Anfangs waren wir etwas enttäuscht – „Rohbau mit Geschichte“ trifft es wohl am besten. Doch dann entdeckten wir eine Ausstellung, die zeigte, wie prachtvoll alles einst war, und schon fühlte man sich fast selbst wie ein Gast am Hof des Sultans (nur mit etwas mehr Regenjacke und deutlich weniger Gold).

    Als es plötzlich wieder wie aus Eimern gegossen hat – natürlich genau in dem Moment, als wir draußen standen – suchten wir Zuflucht in einem Café. Dort stieß auch Mareike zu uns, und bei Cappuccino und Pizza (endlich wieder etwas „westlich-verträgliches“) ließen wir die Reise ausklingen. Mein Magen blieb ruhig, der Himmel weinte, und ich gab mein letztes Dirham mit stolz geschwellter Brust aus – wirtschaftlich also perfekt getimt.

    Zurück im Hostel, dann ab ins Taxi, weiter zum Flughafen. Während ich dort wartete, dachte ich: Marokko – du warst wild, bunt, ein bisschen chaotisch, aber wundervoll.
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