Tag 1 & 2: Ankunft und Marrakesh
Dec 27–29, 2025 in Morocco ⋅ 🌧 13 °C
Marokko stand schon lange auf meiner Reiseliste. Exotisch, warm, kulturell spannend dachte ich zumindest. Jetzt ist es eher kalt und nass, aber wir hoffen auf das Beste! … und, wie ich schnell lernte, ist es ein Land, das einen gleichzeitig herzlich empfängt und permanent testet, wie gut man verhandeln, improvisieren und den eigenen Orientierungssinn ignorieren kann.
Meine Reise nach Marokko begann ganz klassisch: am Flughafen Köln – und zwar im Chaos. Es war voll. Also nicht „ein bisschen voll“, sondern „warum sind hier alle Menschen gleichzeitig?“-voll. Alles dauerte ewig. Der Check-in schien eher ein grober Zeitvorschlag zu sein als ein fixer Ablauf. Erst kurz vor dem offiziellen Beginn war ich überhaupt am Gate. Irgendwann kam dann auch der Flieger. Irgendwann saßen wir drin. Und natürlich: Verspätung. Ohne die wäre es ja auch langweilig gewesen.
🛬 Ankunft um 3 Uhr – und ohne Bettdecke
Schlussendlich kam ich gegen 3 Uhr morgens im Hotel an. Müde, durch, bereit für Schlaf. Was ich bekam, war… ein Bett ohne Bettdecke. Eine meiner Zimmergenossinnen hatte sich offenbar meiner Decke angenommen, und die Rezeption? Die war freundlich, aber leider genauso hilflos wie ich. Also schlief ich – sagen wir – minimalistisch. Willkommen in Marokko.
🌅 Der erste Tag: früh, kalt, müde
Der nächste Tag begann früh. Sehr früh. Und ich war müde. Sehr müde.
Mein erster Kontakt war Johanna, unsere Reiseleiterin – wach, organisiert, motiviert. Ein beeindruckender Kontrast zu meinem inneren Zustand.
Gemeinsam fuhren wir zur ersten Unterkunft, wo wir auf weitere Mitglieder unserer Reisegruppe trafen. Da es regnete und überraschend kalt war, blieben wir zunächst im Hotel. Niemand hatte Lust auf große Abenteuer, wir verweilten, warteten, tauten langsam wieder auf – körperlich wie mental.
🕌 Medina – endlich Marokko-Gefühl
Schließlich war unsere Reisegruppe fast komplett, und wir fuhren gemeinsam in die Altstadt, die Medina. Endlich Marokko. Enge Gassen, Farben, Gerüche, Leben. Wir schlenderten umher, ließen uns treiben und genossen den Flair der Stadt – ohne Plan, aber mit offenen Augen und der Kamera in der Hand.
🍽️ Ein ruhiger Abend
Am Abend aßen wir noch gemütlich zusammen. Kein großes Programm, kein Stress – einfach ankommen, essen, durchatmen. Danach ging es zurück ins Hotel.
Wir waren durchgefroren, müde, aber zufrieden. Und vor allem: gespannt auf das, was die nächsten Tage bringen würden.Read more
Tag 3: auf dem Weg nach Ait Ben Haddou
Dec 29–30, 2025 in Morocco ⋅ ☁️ 12 °C
Heute ging es früh los – zumindest marokkanisch früh. Gegen 9 Uhr verabschiedeten wir uns von Marrakesch und machten uns auf den Weg nach Aït Ben Haddou. Unser Navi hatte offenbar Großes mit uns vor, denn angekommen sind wir erst gegen 15:30 Uhr. Aber keine Sorge: Die Strecke war alles andere als langweilig.
Schon zu Beginn begrüßte uns etwas, das ich in Marokko nach unserem ersten Tag ehrlich gesagt nicht erwartet hatte – blauer Himmel! Nach einem kurzen Stopp im Supermarkt, um uns mit den nötigsten Kleinigkeiten (und vermutlich ein paar unnötigen Snacks) einzudecken, fuhren wir Richtung Atlasgebirge. Und dort kam der Moment, der mein Weltbild kurz ins Wanken brachte: Schnee. Ja, echter Schnee. In Afrika. In Marokko. Auf dem Gipfel des Tizi n‘ Tichka lagen weiße Schneedecken und ich fragte mich ernsthaft, ob ich mich nicht doch heimlich nach Österreich verirrt hatte. Natürlich wurden fleißig Fotos gemacht, bevor wir weiterfuhren – und der Schnee sich genauso schnell wieder verabschiedete, wie er aufgetaucht war.
Die Landschaft wechselte anschließend dramatisch: tiefe Täler, Lehmhäuser und zahlreiche Kasbahs säumten unseren Weg. Eine Kasbah ist übrigens eine traditionelle Festungsanlage aus Lehm, die früher als Wohn- und Schutzort diente – heute vor allem wunderschön anzusehen und sehr fotogen.
Zur Mittagszeit machten wir Halt in einem kleinen Ort und teilten uns mehrere Tajinen mit Couscous. Besonders lecker war die Kombination aus herzhaftem Essen mit süßen Früchten wie Feigen und Datteln – eine Mischung, die mich definitiv überzeugt hat.
Nach dem Essen ging es weiter zu unserer Unterkunft in der Nähe von Aït Ben Haddou. Nachdem wir unser Gepäck abgeladen hatten, fuhren wir relativ bald weiter, um den Ort selbst zu erkunden. Aït Ben Haddou ist ein historisches Lehmdorf (Ksar), das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und schon als Filmkulisse für zahlreiche Hollywoodproduktionen diente. Obwohl sich die Sonne leider hinter den Wolken versteckte, hat mich dieser Ort sehr positiv beeindruckt. Die Weite, der Blick in die Ferne und die besondere Atmosphäre wirkten auch ohne perfektes Licht überwältigend.
Nach einem gemütlichen Tee vor Ort wartete ein weiteres Tageshighlight auf uns: ein Kochkurs. Wir lernten, unsere eigene Tajine zuzubereiten und backten Brot im traditionellen Lehmofen. Das Ganze machte nicht nur großen Spaß, sondern schweißte uns als Gruppe noch einmal richtig zusammen – und lecker war es obendrein.
Ich freue mich schon sehr auf morgen, denn dann geht es weiter in Richtung Sahara. Dort wird es vermutlich keinen Tagesbericht geben, da Internet eher ein Gerücht als Realität sein wird. Der Bericht folgt also – irgendwann zwischen Sand, Sternenhimmel und Kamelen. 🐪🌵Read more
Tag 4: auf dem Weg in die Sahara 🏜️
Dec 30–31, 2025 in Morocco ⋅ ⛅ 15 °C
Wir sind mal wieder sehr früh in den Tag gestartet – schließlich wartete die Sahara nicht auf Langschläfer. Unser Ziel: die Wüste. Dazwischen lagen viele Kilometer und viel wechselnde Landschaft.
Auf dem Weg fuhren wir vorbei an den Atlas Filmstudios in Ouarzazate, auch bekannt als das Bollywood von Marokko. Hier wurden Filme und Serien wie Gladiator, Game of Thrones oder Die Mumie gedreht. Leider nur aus dem Busfenster bewundert – Hollywood kann warten, die Wüste nicht.
Ein kurzer Stopp an einem Palast (schön, beeindruckend, kurz fotografiert) und dann ging es weiter zum Todra Canyon. Die bis zu 300 Meter hohen Felswände waren wirklich gewaltig. Wir sind ein Stück durch die Schlucht spaziert und haben einfach nur gestaunt – ein Moment, der ganz ohne Worte auskam.
Danach: Lunch. Buffet. Sehr willkommen.
Aber vorher noch ein wichtiger Zwischenstopp in einem kleinen, gut versteckten Laden – Mission: Bier für Silvester. Erfolgreich abgeschlossen. Prioritäten müssen sein.
Nach dem Essen ging es endlich weiter zum Highlight der Reise: die Sahara.
Wir ritten etwa 90 Minuten auf Dromedaren durch die Wüste zu unserem Camp. Währenddessen ging die Sonne langsam unter – wunderschön, ruhig, fast magisch. In der Sonne noch angenehm warm, doch kaum war sie weg, wurde es schlagartig kalt.
Das Camp selbst war… sagen wir minimalistisch. Zwei Toiletten für viele Menschen und ein rostiger Waschtisch, bei dem man kurz überlegte, ob er die Nacht noch übersteht. Abenteuer eben.
Nach einem leckeren Abendessen (natürlich wieder Buffet) ging es ans Lagerfeuer. Das hatte ich mir ehrlich gesagt etwas romantischer vorgestellt. Stattdessen saßen wir mit allen Campgästen zusammen, während ein paar junge Marokkaner trommelten und sangen. Danach folgte ein Gesangswettbewerb der Nationen. Nicht mein persönliches Highlight – sagen wir so: Talent war nicht überall gleich verteilt. Wir Deutschen haben mit Abstand verloren, die Italiener glänzten.
Die Nacht? Sehr kalt. Wirklich sehr kalt.
So kalt, dass mich die Temperaturen regelmäßig aus dem Schlaf gerissen haben. Eine Erfahrung, die ich auf meiner persönlichen Bucket List nicht noch einmal abhaken muss.
Fazit: Ein unvergesslicher Tag, viele Eindrücke, tolle Landschaften – und die Gewissheit, dass die Sahara wunderschön ist, aber nachts definitiv nichts für Frostbeulen. ❄️🐪🌅Read more
Tag 5: Agdz
Dec 31–Jan 1, 2026 in Morocco ⋅ ☀️ 17 °C
Der Tag begann zu einer Uhrzeit, die man eigentlich nur aus Erzählungen kennt: kurz nach sechs klingelte der Wecker. Ziel der frühen Tortur war der klare Nachthimmel der Wüste – wir wollten die Sterne fotografieren. Die Milchstraße hatte allerdings andere Pläne und befand sich praktischerweise auf der anderen Seite der Erdkugel. Trotzdem war es ein ganz besonderer Moment, mitten in der Wüste zu stehen, fernab von jeglicher Lichtverschmutzung, und in einen Himmel zu schauen, der vor Sternen nur so explodierte. So viele Sterne habe ich in meinem Leben noch nie gesehen.
Nach dem Sterneschauen ging es direkt sportlich weiter: Sandboarding bei Sonnenaufgang. Die Vorstellung war spektakulärer als die Realität. Der Sonnenaufgang versteckte sich schüchtern hinter leichtem Dunst, und das Sandboarding entpuppte sich als gemütliches Hinunterrutschen eines kleinen Hügels – ohne Guide, ohne Anleitung und ohne den einen perfekten Spot. Aber gut, wir haben es versucht und können es jetzt von unserer Bucket List streichen.
Danach hieß es auch schon wieder Abschied nehmen vom Camp. Gegen 8:30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg Richtung Zivilisation. Da wir Mitleid mit den Dromedaren hatten – und der Ritt ohnehin nicht als Wellness-Anwendung durchgeht – entschieden wir uns größtenteils fürs Laufen. Einige testeten die Dromedare trotzdem noch, stellten aber recht schnell fest: Die Idee war auf dem Papier besser. Nach etwa 70 Minuten Fußmarsch durch die wunderschöne Wüstenlandschaft waren wir froh, uns bewegt zu haben, und stiegen motiviert wieder ins Auto.
Nächster Stopp: Agdz, inklusive eines wunderbaren Lunch-Zwischenstopps. Die Umgebung dort war atemberaubend, das Essen hervorragend – genau das, was wir gebraucht hatten. Unsere neue Unterkunft toppte das Ganze noch: schön, warm, Sonne satt. Die marokkanische Sonne hielt wieder einmal, was sie versprach. Kurzerhand schnappten wir uns die Badesachen und sprangen in den Pool. Dieser hatte gefühlt die Temperatur von Gletscherwasser, brachte dafür aber unseren Kreislauf zuverlässig auf Trab und sorgte für viel Gelächter.
Nach mehreren freiwilligen Kälteschocks war die warme Dusche ein echtes Highlight – Luxus, den wir in den letzten Tagen schmerzlich vermisst hatten. Später erkundeten wir einen Hügel mit einer alten, verlassenen Burg: ein echter Lost Place, übersät mit Malereien (Graffiti). Wir genossen die Aussicht, die Ruhe und einfach den Moment.
Zurück in der Unterkunft spielten wir Karten, saßen gemütlich beisammen und ließen den Tag entspannt ausklingen. Am Abend starteten wir schließlich gut gelaunt, satt und zufrieden in den Silvesterabend. Der Abend wurde begleitet durch ein „4 Gänge Menü“ der marokkanischen Art. Zwischen jedem Gericht wurde ein Lied lang gemeinsam getanzt - doch niemand hat im Vorfeld erwähnt, dass ein Lied 15-20 Minuten dauert. Mitgemacht und gelacht haben wir trotzdem. Es war neu, es war lustig, es war interessant. Eben ein Silvester auf marokkanische Art!
Dankbar zu Silvester an einem solchen Ort zu sein und diese Erfahrung mit wundervollen Menschen machen zu dürfen!
So darf ein Jahr beginnen. Happy New Year! 🎉✨Read more
Tag 6: Agadir 🏄🏼♀️🌊🤙🏼
Jan 1–2 in Morocco ⋅ ☁️ 23 °C
Silvester in Marokko mit dieser Gruppe bedeutet offenbar vor allem eins: Ausschlafen ist keine Option. Ohne jede Spur von Feiertagsgnade klingelte der Wecker kurz vor sieben. Nur wenige Minuten später saßen wir bereits beim Frühstück, noch leicht verschlafen, aber gut genährt, sodass wir gegen 8 Uhr schon wieder unterwegs waren. Ziel des Tages: Agadir.
Mit einigen Zwischenstopps ging es Richtung Küste. Unser erster Halt führte uns in eine Textilfabrik, in der Teppiche, Kissenhüllen und andere Textilien hergestellt wurden. Wir lernten, dass die traditionellen Muster nicht einfach nur hübsch aussehen, sondern oft Geschichten erzählen – über Regionen, Einstellungen, Familien oder sogar den sozialen Status. Währenddessen wurden fleißig Souvenirs gekauft.
Danach ging es weiter zu einer Safran-Plantage. Dort erfuhren wir, warum Safran auch „rotes Gold“ genannt wird: Für ein paar Gramm braucht es gefühlt eine halbe Ewigkeit und sehr viele Blüten – was den Preis plötzlich erstaunlich logisch erscheinen ließ. Anschließend besuchten wir noch einen einheimischen Markt, auf dem wir uns mit kleinen Snacks eindeckten und das Leben der Marokkaner von der echten Seite sahen. Teilweise erschreckend, trubelig und irgendwie schön gesehen zu haben!
So langsam machte sich die lange Fahrt bemerkbar. Wir wurden immer stiller, immer platter – und die Straße schien einfach kein Ende zu nehmen. Doch mit letzter Kraft (und perfektem Timing) schafften wir es gerade noch rechtzeitig zu unserem Surfkurs am Strand von Agadir.
Und alle Müdigkeit war plötzlich vergessen. Das Surfen war herrlich chaotisch, nass, anstrengend und unglaublich lustig. Wir lachten viel, fielen oft ins Wasser und hatten am Ende das gute Gefühl, einen langen, vollen und ziemlich besonderen Tag erlebt zu haben.
Der Abend gingen wir lecker essen – leider lange Zeit hungrig, denn wir verbrachten dort erst einmal zwei Stunden wartend. Während manche von uns langsam etwas unruhig wurden und sich fragten, ob das Essen vielleicht noch gejagt werden müsse, passierte das Highlight des Abends: Kathis Stuhl brach plötzlich und ohne jede Vorwarnung zusammen, obwohl sie absolut nichts getan hatte. Zum Glück hat sie sich nichts getan!
Als das Essen dann endlich kam, war es dafür umso lecker und die Stimmung bestens. Nach dem Abendessen machten wir mit ein paar Leuten noch einen Spaziergang am Strand entlang, atmeten die frische Meeresluft ein und genossen das besondere Flair der Promenade bei Nacht.
Zurück im Hotel teilte ich mir das Zimmer mit Johanna. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile über alles Mögliche – bis wir dann endlich wirklich eingeschlafen sind. Ein langer, lustiger und sehr marokkanischer Silvestertag ging damit zu Ende. 🌙✨Read more
Tag 7: Taghazout und Essaouira
Jan 2–3 in Morocco ⋅ 🌬 21 °C
Heute hieß es mal wieder: früh raus aus den Federn – denn unser nächstes Ziel wartete schon auf uns. Nach dem Frühstück in Agadir ging es los Richtung Essaouira. Bevor wir dort ankamen, machten wir jedoch einen kleinen Zwischenstopp im Nachbarort Taghazout. Dieser kleine Surferort ist vor allem für seine entspannten Vibes, Surfbretter an jeder Ecke und Menschen bekannt, die scheinbar nie Stress haben. Überall sieht man Cafés mit Meerblick, Surfer in Neoprenanzügen und das Gefühl, dass die Zeit hier einfach ein bisschen langsamer tickt. Einige von uns haben sich einen frischgepressten Saft geholt, um die Vitamine für den Tag zu füllen. 🍑🍌🥝🍍🍎
Nach unserem kurzen Abstecher nach Taghazout stand erst einmal eine längere Autofahrt an, die uns zu einer Arganölproduktionsstätte führte. Dort bekamen wir einen Einblick, wie das berühmte Arganöl hergestellt wird – inklusive harter Handarbeit, flinken Händen und der Erkenntnis, warum dieses Öl so wertvoll ist. Danach ging es auch schon weiter, denn das nächste Highlight des Tages wartete bereits.
Und das hatte es in sich: Quadfahren! 🏍️
Wir düsten mit den Quads durch die Dünen, über sandige Wege und direkt am Meer entlang. Der Fahrtwind, das Dröhnen der Motoren und der Blick auf den Ozean sorgten für ordentlich Adrenalin – und definitiv für viele grinsende Gesichter. Ein echtes Highlight mit perfekter Aussicht.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Essaouira und bezogen unseren Riad mitten in der Medina. Ein Riad ist ein traditionelles marokkanisches Gästehaus, das sich um einen Innenhof herum aufbaut – von außen eher unscheinbar, von innen aber wunderschön und ruhig. Danach erkundeten wir die Stadt in kleinen Gruppen. Ich schlenderte gemeinsam mit Kathi und Jonas durch die engen Gassen, vorbei an bunten Türen, kleinen Läden und spannenden Ecken.
Essaouira ist wirklich ein sehr schöner Ort – charmant, kreativ und voller Atmosphäre. Leider meinte es der Wind nicht ganz so gut mit uns, sodass es ziemlich frisch war und ein Strandtag eher theoretisch blieb. Dafür hatten wir umso mehr Zeit zum Schlendern und Staunen - und Crêpes essen! 😁
Den Abend ließen wir gemütlich bei einem gemeinsamen Essen ausklingen. Natürlich gab es typisch marokkanische Gerichte – und ich entschied mich (mal wieder) für eine Taghine (Tajine). Man soll ja schließlich bei Bewährtem bleiben. 😄Read more
Tag 8: zurück nach Marrakesch
Jan 3–6 in Morocco ⋅ ☁️ 18 °C
Ausschlafen, Magneten und ein Röntgenbild als Souvenir
Heute durften wir endlich mal ausschlafen – ein absoluter Luxus, denn am Vormittag stand nichts Wildes auf dem Programm. Eigentlich war Regen angesagt, aber Marokko hatte offenbar andere Pläne: Statt grauem Himmel wurden wir mit blauem Himmel und blauem Wetter begrüßt. Ein sehr guter Start in den Tag.
Nach einem richtig gemütlichen und sehr leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel: einem jüdischen Friedhof. Leider hatte dieser andere Öffnungszeiten als wir – sprich: geschlossen. Also Plan B: ein Spaziergang durch das jüdische Viertel. Auch schön.
Dort wurde dann geshoppt. Gemeinsam mit Mareike, Lena und Kathi kauften wir Tücher als Andenken an Marokko. Und natürlich Magneten. Die obligatorischen Magneten. Ohne Magnet kein Urlaub, das ist ein ungeschriebenes Gesetz.
Anschließend schlenderten wir weiter durch Essaouira Richtung Hafen. Dort bestaunten wir die Fischstände mit unfassbar frischem Fisch – frischer geht’s wirklich nicht. Danach ging es zurück zum Hotel, wo wir uns alle zum gemeinsamen Lunch trafen.
Gut gesättigt machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto, das in der Nähe des Strandes stand. Dort erwartete uns ein ordentlicher Wind, inklusive Sand, der uns wie kleine Nadelstiche ins Gesicht peitschte. Marokko wollte wohl nochmal testen, wie robust wir sind.
Leider passierte dann auch noch ein kleines Missgeschick - wie typisch für unsere Gruppe: Einer aus unserer Gruppe lief etwas unglücklich gegen ein Schild. Diese Schilder sind hier offenbar nicht nur zur Orientierung da, sondern auch messerscharf. Ergebnis: eine aufgerissene Stirn und ein ungeplanter Besuch in einer Privatklinik. Eine gute Stunde später hatte er das wohl exklusivste Souvenir von uns allen – ein Röntgenbild seines Schädels.
Danach ging es endlich weiter Richtung Marrakesch. Die Fahrt fühlte sich für mich länger an als sonst – wahrscheinlich, weil es die letzte war. Die Zeit mit der Gruppe war wirklich lustig, aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt genug vom Autofahren.
In Marrakesch angekommen verabschiedeten wir unseren Fahrer Ahmed, machten uns kurz frisch und zogen dann Richtung Medina, um essen zu gehen. Es gab – wie könnte es anders sein – wieder leckere Tajinen. Man wird sie einfach nicht leid.
Nach dem Abendessen ging es für die meisten direkt zurück ins Hotel, denn es war schon spät. Einige von uns zogen aber noch weiter in eine Skybar. Dort genossen wir marokkanische Livemusik, die zwar sehr gut, aber auch sehr laut war. Dafür gab es etwas Historisches: unsere erste Bar mit Bier- bzw. Alkoholausschanklizenz. Ein kühles Bier später saßen wir gemütlich beisammen und gingen anschließend noch auf die Rooftopbar.
Der Blick über die nächtliche Stadt war der perfekte Abschluss dieses Tages. Zufrieden fielen wir schließlich ins Bett und freuten uns auf unseren letzten Tag der Reise.
Morgen: Marrakesch entdecken. 🇲🇦✨
Bilder folgenRead more
Tag 9: Marrakesch
Jan 3–6 in Morocco ⋅ ☁️ 18 °C
Von Saft, Souks und Seife – Ein Tag in Marrakesch
Heute war wieder halbwegs Ausschlafen angesagt – und das klang schon beim Aufwachen wie Musik in unseren Ohren. Nach vielen Reisetagen durften wir in Marrakesch, unserer letzten Station, endlich zwei Nächte bleiben. Das bedeutete: keine Koffer packen! Ich hätte nie gedacht, dass das irgendwann so glücklich machen kann.
Eigentlich sollte uns heute Dauerregen erwarten, aber Marrakesch hat Humor: Statt grauem Himmel gab’s nur ein paar kurze Schauer – mehr zur Deko als zum Ärger. Das Wetter war also ganz auf unserer Seite.
Auf dem Plan stand zunächst eine Sightseeing-Tour. Unser Guide hatte es allerdings nicht leicht mit uns – die geballte Müdigkeit der letzten Tage lag förmlich in der Luft. Wir nickten brav, lächelten müde und taten unser Bestes, aufmerksam zu sein – mit mäßigem Erfolg. Nach drei Stunden war die Stadtbesichtigung geschafft, und das Zauberwort hieß: Freizeit!
Erster Halt: Vitamine tanken! In Marrakesch gibt’s an fast jeder Ecke frisch gepresste Säfte – bunte, fruchtige Geschmacksexplosionen. Kathi und ich waren so gute Abnehmerinnen, dass wir spontan auf den Verkaufswagen durften. Plötzlich standen wir da, hinter einem Berg Orangen, und fühlten uns wie zwei echte Saftverkäuferinnen – nur mit etwas mehr Gelächter und deutlich weniger Routine.
Danach überfiel uns der Hunger – und Streetfood schien eine geniale Idee. Im Nachhinein: vielleicht nicht die allerbeste. Einige in unserer Gruppe hatten mit einer kleinen Magenverstimmung zu kämpfen, ich hingegen führte eine halbe Nacht einen intensiven Dialog mit der Hoteltoilette. Tja, wahre Reisende nehmen alles mit – auch Darmabenteuer.
Am Nachmittag erkundeten wir weiter die Stadt. Marrakesch ist ein Labyrinth aus Gassen, Düften, Farben und Stimmen. Zwischen Teppichen, Tajine-Töpfen und Gewürzsäcken fanden wir schließlich zur Medersa Ben Youssef, einer alten Koranschule aus dem 14. Jahrhundert. Die kunstvollen Stuckarbeiten und Mosaike sind atemberaubend schön – fast meditativ, wenn man den Stimmen im Kopf endlich Ruhe gönnt. Ein Ort, der Spiritualität und Handwerkskunst verbindet und beweist, dass Schönheit oft im Detail liegt.
Doch das wahre Tageshighlight folgte danach: das Hamam-Abenteuer. Acht Mädels, drei Männer – natürlich streng getrennt. Und was in diesen Räumen geschah, war eine Mischung aus Sauna, Slapstick und Survival-Training.
Wir betraten das Dampfbad und wurden direkt von einer wortkargen Dame eingesammelt, die mit einer Kombination aus energischem Französisch, Handzeichen und einem Blick, der keinen Widerspruch duldete, das Kommando übernahm. Es war heiß, glitschig und enger, als es jede Komfortzone erlauben würde. Manchmal hatte man fremde Füße im Gesicht, manchmal Seifenschaum an Stellen, über die man lieber schweigt. Wir wurden mit Wasser übergossen, geschrubbt, gerufen und wieder weggeschickt – alles in rasantem Tempo und unter lautem Gelächter.
Entspannung? Vielleicht nicht im klassischen Sinne. Aber Spaß? Definitiv! Es war laut, chaotisch, heiß – und irgendwie unglaublich befreiend. Eine neue Erfahrung, die uns alle zusammengeschweißt hat. 🧖🏽♀️
Zum Abschluss des Tages genossen wir ein gemeinsames Abendessen – erschöpft, glücklich und mit der leisen Gewissheit, diesen Tag nie zu vergessen.
Später saßen wir noch zusammen im Hotel, lachten über die Ereignisse und spürten, wie sich aus Reisebekanntschaften echte Verbundenheit entwickelte. Marokko kann anstrengend, laut und herausfordernd sein – aber am Ende des Tages bleibt vor allem eins: ein warmes Herz und viele Geschichten fürs Leben.Read more
Tag 10: Marrakesch
January 5 in Morocco ⋅ 🌧 14 °C
Heute war mein vorletzter Tag in Marokko – und der letzte Tag mit meiner Reisegruppe. Emotional gesehen also ein echter Achterbahn-Tag, nur ohne Sicherheitsbügel. Abschiede sind ja nie leicht, und dieses Mal fühlte es sich fast an, als würde ich kleine Stückchen meines Herzens über ganz Marokko verteilen. Dabei wollte ich eigentlich nur Souvenirs kaufen.
Das letzte gemeinsame Frühstück hatte ich mir eigentlich wie eine gemütliche Abschiedsszene vorgestellt – mit viel Kaffee, Lachen und sentimentalen Blicken. Stattdessen spielte für mich mein Bauch die Hauptrolle und lieferte eine eher fragile Performance. Trotzdem stand ich früh auf, um die ersten Reisenden zu verabschieden. Man muss ja Prioritäten setzen: Schlaf kann warten, Freundschaften nicht.
Nach einem kleinen Powernap traf ich mich mit Janina, Kathi und Lena im Café. Wir quatschten, lachten und versuchten, den Abschied noch etwas zu verdrängen. Doch irgendwann hieß es auch von ihnen: Au revoir, adiós, bis irgendwann!
Mit Janina machte ich mich schließlich auf den Weg zum Hostel in der Medina – im wohl aufregendsten Taxi meines Lebens. Aber hey, wir sind heil angekommen – was in Marokko manchmal schon ein kleines Wunder ist, denn Verkehrsregeln werden zwischenzeitlich immer mal wieder vergessen.
Das Wetter? Nun ja, sagen wir mal, die Einheimischen waren begeistert vom Regen. „Seit zehn Jahren hat es nicht so viel geregnet!“, meinten sie mit leuchtenden Augen. Unsere leuchteten auch – allerdings vor Nässe und Kälte.
Im Hostel kreuzten wir Jonas, wo wir kurz die Ruhe genossen und entspannten.
Gemeinsam mit Janina verbrachte ich einen dieser entspannten, regendurchweichten, leicht melancholischen Tage – mit viel Schlendern, heißem Minztee und dem Gefühl, dass Reisen irgendwie das Herz größer macht, aber immer ein Stückchen Heimweh mitliefert.
Der Tag in der Medina wurde bei einem gemeinsamen Minztee mit Janina, Mareike und Jonas beendet.
Am Abend fiel ich schließlich erschöpft ins Bett – nicht, weil der Tag so anstrengend war, sondern weil die Emotionen einfach ihren Tribut forderten. Und während der Regen draußen weiterprasselte, dachte ich: Vielleicht ist es genau das, was Marokko so besonders macht – es berührt dich, selbst wenn du gerade nur im Bett liegst und Tee trinkst statt Tajine isst.Read more
Tag 11: Abschied nehmen
January 6 in Germany ⋅ ☁️ 1 °C
Mein letzter Tag in Marrakesch – oder: Wenn der Magen endlich Frieden schließt**
Der letzte Tag in Marrakesch war angebrochen – und damit auch der letzte Tag in Marokko. Nach einer erstaunlich erholsamen Nacht im Hostel (neun Stunden Schlaf – fast schon ein medizinisches Wunder) fühlte ich mich tatsächlich wie neu geboren. Mein Magen endlich wieder besänftigt. Also wagte ich mich frohen Mutes ans Frühstücksbuffet.
Und was für ein Frühstück! Alles, was das Herz – und der Magen – begehren konnte: Joghurt mit frischem Obst, süße Teilchen, knuspriges Brot, Kaffee und Saft. Beim Frühstück traf ich Janina und Jonas wieder, doch Jonas musste leider schon bald Richtung Flughafen aufbrechen.
Janina und ich beschlossen, die letzten Stunden gemeinsam in Marrakesch zu verbringen. Unser Ziel: der El-Badi-Palast. Der Palast wurde Ende des 16. Jahrhunderts unter Sultan Ahmad al-Mansur erbaut und galt einst als einer der prächtigsten Nordafrikas – mit Marmor aus Italien, Gold aus Sudan und Onyx aus Indien. Heute erinnert davon allerdings nicht mehr viel; die Gebäude wurden im 17. Jahrhundert geplündert, und was übrig blieb, sind beeindruckende, aber sehr nackte Mauern.
Anfangs waren wir etwas enttäuscht – „Rohbau mit Geschichte“ trifft es wohl am besten. Doch dann entdeckten wir eine Ausstellung, die zeigte, wie prachtvoll alles einst war, und schon fühlte man sich fast selbst wie ein Gast am Hof des Sultans (nur mit etwas mehr Regenjacke und deutlich weniger Gold).
Als es plötzlich wieder wie aus Eimern gegossen hat – natürlich genau in dem Moment, als wir draußen standen – suchten wir Zuflucht in einem Café. Dort stieß auch Mareike zu uns, und bei Cappuccino und Pizza (endlich wieder etwas „westlich-verträgliches“) ließen wir die Reise ausklingen. Mein Magen blieb ruhig, der Himmel weinte, und ich gab mein letztes Dirham mit stolz geschwellter Brust aus – wirtschaftlich also perfekt getimt.
Zurück im Hostel, dann ab ins Taxi, weiter zum Flughafen. Während ich dort wartete, dachte ich: Marokko – du warst wild, bunt, ein bisschen chaotisch, aber wundervoll.Read more

















































































































































































