Tag 10: Marrakesch
5. januar, Marokko ⋅ 🌧 14 °C
Heute war mein vorletzter Tag in Marokko – und der letzte Tag mit meiner Reisegruppe. Emotional gesehen also ein echter Achterbahn-Tag, nur ohne Sicherheitsbügel. Abschiede sind ja nie leicht, und dieses Mal fühlte es sich fast an, als würde ich kleine Stückchen meines Herzens über ganz Marokko verteilen. Dabei wollte ich eigentlich nur Souvenirs kaufen.
Das letzte gemeinsame Frühstück hatte ich mir eigentlich wie eine gemütliche Abschiedsszene vorgestellt – mit viel Kaffee, Lachen und sentimentalen Blicken. Stattdessen spielte für mich mein Bauch die Hauptrolle und lieferte eine eher fragile Performance. Trotzdem stand ich früh auf, um die ersten Reisenden zu verabschieden. Man muss ja Prioritäten setzen: Schlaf kann warten, Freundschaften nicht.
Nach einem kleinen Powernap traf ich mich mit Janina, Kathi und Lena im Café. Wir quatschten, lachten und versuchten, den Abschied noch etwas zu verdrängen. Doch irgendwann hieß es auch von ihnen: Au revoir, adiós, bis irgendwann!
Mit Janina machte ich mich schließlich auf den Weg zum Hostel in der Medina – im wohl aufregendsten Taxi meines Lebens. Aber hey, wir sind heil angekommen – was in Marokko manchmal schon ein kleines Wunder ist, denn Verkehrsregeln werden zwischenzeitlich immer mal wieder vergessen.
Das Wetter? Nun ja, sagen wir mal, die Einheimischen waren begeistert vom Regen. „Seit zehn Jahren hat es nicht so viel geregnet!“, meinten sie mit leuchtenden Augen. Unsere leuchteten auch – allerdings vor Nässe und Kälte.
Im Hostel kreuzten wir Jonas, wo wir kurz die Ruhe genossen und entspannten.
Gemeinsam mit Janina verbrachte ich einen dieser entspannten, regendurchweichten, leicht melancholischen Tage – mit viel Schlendern, heißem Minztee und dem Gefühl, dass Reisen irgendwie das Herz größer macht, aber immer ein Stückchen Heimweh mitliefert.
Der Tag in der Medina wurde bei einem gemeinsamen Minztee mit Janina, Mareike und Jonas beendet.
Am Abend fiel ich schließlich erschöpft ins Bett – nicht, weil der Tag so anstrengend war, sondern weil die Emotionen einfach ihren Tribut forderten. Und während der Regen draußen weiterprasselte, dachte ich: Vielleicht ist es genau das, was Marokko so besonders macht – es berührt dich, selbst wenn du gerade nur im Bett liegst und Tee trinkst statt Tajine isst.Læs mere




