Phuket Town
31 gennaio, Tailandia ⋅ ⛅ 30 °C
Die kleine Inselhauptstadt soll einen Besuch wert sein, behauptet der Reiseführer. Am Samstagnachmittag machen wir uns auf den Weg, obgleich wir schon wissen, dass wir uns auf ein abenteuerliches Manöver einlassen und abends froh sein werden, dass wir heile zurück sind. FALLS wir heile zurück sind. Was keineswegs sicher ist.
Für 19 Kilometer zeigt das Navi eine Fahrzeit von 43 Minuten an, von denen wir zwei Drittel stehend verbringen, weil die Rotphasen an den Ampeln lang wie Bandwürmer sind und oft mehr als zwei Minuten dauern. Wer mag sich dieses idiotische System ausgedacht haben? Irgendwie kommen wir dann vor Sonnenuntergang doch noch an, finden - oh Wunder - tatsächlich noch einen altstadtnahen Parkplatz für unser Gefährt und besuchen als erstes den Wat Klang, der seinem Namen - wenigstens nach deutschem Verständnis - alle Ehre macht. Ein Mönch in einem Türmchen betätigt eine Klangschale - Zeit zur Meditation!Der reichlich golden verzierte Niharn und die glockenförmigen Chedis funkeln im Abendlicht. Wie wir später feststellen, ist der Wat so ziemlich das einzige thailändische Element in ganz Phuket Stadt, in der man sich ansonsten wie in Chinatown fühlt. Tatsächlich ist der Ort stark chinesisch geprägt, da im 19. Jahrhundert viele Einwanderer wegen des Zinnbergbaus kamen. Ihr Einfluss zeigt sich im sino-portugiesischen Baustil, zahlreichen chinesischen Tempeln wie dem Kwanim Teng (dem ältesten der Insel), den wir allerdings nicht gesehen haben. Die Thalang-Road, Hauptschlagader von Alt-Phuket, ist gesäumt von hübschen bunten Häusern, von denen jedes einen Andenkenladen beherbergt. Es gibt Fächer, handgefertigte Taschen, Tees, Düfte in Stäbchen-, Tiegel- oder Flakonform und jede Menge Krimskrams. Auf der Suche nach Mitbringseln werfe ich mich ins Samstagabendgewühl und erstehe in die Reisetasche passendes Nettes und Nützliches zu wahrscheinlich überhöhten Preisen. R, der den Rummel verabscheut, hat sich auf einer Getränke-Terrasse zwischengeparkt und liest Luhmann.
Tatsächlich ist der Touristenandrang in Alt-Phuket unbeschreiblich, die Stadt quasi von Fremden übernommen und in deren Hand, so dass man sie schnell satt hat. Thaifood kostet in Phuket Stadt mehr als doppelt soviel als bei uns im Resort, weshalb es keinen Grund gibt, nach meinen Einkäufen länger zu verweilen.
Sagte ich schon, dass der Verkehr auf Phuket eine ganz besondere Nummer ist? Und dass diese Nummer in Phuket Stadt auf die Spitze getrieben wird? Der Nachhauseweg entwickelt sich rasch zur Höllenfahrt. Am Samstagabend sitzt ganz Phuket auf dem Weg von irgendwo nach nirgendwo im SUV, im Landrover oder auf dem Zweirad, auf letzterem häufig zu zweit, zu dritt oder gar zu vieren. In halsbrecherischer Manier wird überholt, geschnitten, von rechts, von links, ohne alles, ohne Blinker, ohne Sturzhelm, ohne Licht. Zeitweise haben wir zwanzig Mopeds vor uns, die auf allen Spuren fahren wie eine Eskorte, die aus- und einscheren, wie es ihnen passt, zuweilen wenden und uns am Fahrbahnrand wieder entgegenkommen - nichts ist unmöglich. Schlimmer war es letztes Jahr in Bangkok zur Rush hour auch nicht. In Nai Harn Beach läuft das Nachtleben gerade zu seiner Höchstform auf, was bedeutet, dass zu allen möglichen und unmöglichen Fortbewegungsmitteln dieser Erde auch noch zweibeinige Nachtschwärmer kommen, die mangels Gehsteig mitten auf der Fahrbahn gehen - mit einer Sorglosigkeit, als hätten sie zu ihrem Phuket-by-night-Bummel den Einsatz ihres persönlichen Schutzengels gleich mitgebucht.
Als wir nach unzähligen Stoßgebeten ohne Karosserieschäden, sonstigen Blessuren und ohne einen Haftbefehl wegen fahrlässiger Passantentötung das Hotelareal erreichen und uns der alte Portier zahnlos lächelnd durch die Schranke winkt, sind wir kurz davor, den Boden zu küssen. Wir schwören, uns für den Rest unseres Phuket-Aufenthalts nicht mehr von der Stelle zu bewegen.Leggi altro



























ViaggiatoreGut das ihr euren Ausflug gut überstanden habt ❤️💋❤️💋🥰