Bei Vollmond auf Phuket
29 gennaio, Tailandia ⋅ ☁️ 29 °C
Und schon sind wir on the road again, diesmal nach Westen, reif für die Insel. Auf den Weg nach Phuket machen wir uns mit Wehmut im Herzen, wie jedes Mal, wenn wir aufbrechen.
Überall lassen wir liebenswerte Menschen zurück, zu denen in kürzester Zeit eine Nähe entstand, wie sie sonst kaum möglich wäre. Zu Nok, zur Therapeutin, die sich unseren verspannten Muskeln widmet, zu den netten Kellnerinnen und Kellnern in unserem Stammlokal am Strand von Baan Klong Muang. Alle sagen "Come again tomorrow", und wenn wir erwidern "Tomorrow we go to Krabi, to Phuket", sagen sie "See you next year", und wir nicken und wiederholen "See you next year" und glauben daran, dass wir uns nächstes Jahr wiedersehen, es kann gar nicht anders sein. Wir umarmen Menschen, streicheln Tiere, die wir vor ein paar Tagen noch nicht gekannt haben, und finden es schade, uns aus ihrer warmen Zugewandtheit lösen zu müssen. Im Wildlife Center bei Phetchaburi habe ich allen Ernstes gegoogelt, unter welchen Voraussetzungen es möglich ist, die junge schwarzweiße Katze, die sich uns als Eltern ausgesucht hat, zu adoptieren und mit nach Deutschland zu nehmen. Bis in unser Bett hat es der knuffige Haustiger geschafft, in unser Herz schon lange vorher.
Die Fahrt von Krabi an die Südspitze der Insel Phuket dauert drei Stunden.
Vorbei die Zeiten, in denen an jeder Ecke ein Wat stand und man nur den Blick heben musste, um etwas Goldenes glänzen zu sehen. Im thailändischen Süden muss man die Tempel mit der Lupe oder dem Fernglas suchen, hier teilt sich der Buddhismus die Gläubigen mit dem Islam.
Unser erster Eindruck von Phuket ist, dass es hier mehr Autos als Menschen gibt. Inmitten einer wüsten Blechlawine hoppeln wir von Ampel zu Ampel. Der Fahrstil der Rollerlenker und PKW-Fahrer ist von einer Agressivität und Rücksichtslosigkeit, die ihresgleichen sucht. Wenn das Phuket sein soll, möchte ich möglichst wenig davon abkriegen.
Das Baankrating Resort, unser Hotel am indischen Ozean, bietet dann aber doch alles, was das Herz begehrt, und noch mehr. Es gibt Badehandtücher, Kühlschrank, Wasserkocher, sündigen Kapselkaffee auf dem Zimmer und ein unverschämt vielseitiges Frühstücksbuffet. Nach der Schmalkost im Emerald (oder "Grimaldi", wie R, der sich keine Namen merken kann, sagt) genießen wir den Luxus von Herzen. Die abendliche Thaiküche ist vorzüglich und bezahlbar, und auf allen Tischen steht Mückenspray bereit. Vor dem Schlafengehen wird einem die Bettdecke aufgeschlagen, und auf der aufgeschlagenen Ecke finde ich zwei gelbe Blüten nebst einem Buchzeichen mit einem Spruch von Rebecca Wells. Dass der Spruch an drei Tagen hintereinander der Gleiche ist, tut der freundlichen Absicht keinen Abbruch. Der helle Fliesenboden im Zimmer ist so spiegelblank, dass man sich extra die Füße wäscht, um ihn nicht schmutzig zu machen.
Das Meer - naja. Immerhin ist eins da. Wem der Ministrand vor dem Resort nicht genügt, der weicht auf den türkis gefliesten Swimmingpool mit Aussicht und Überlaufbecken inmitten tropischer Vegetation aus. Dort tummelt sich auch schonmal ein überzüchtetes Urlaubsehepaar aus Japan, das in voller Montur badet, ausgerüstet mit Schwimmweste und wasserdicht verpacktem Handy. So richtig was fürs Auge! Ebenso wie der riesige Yangbaum, der direkt vor dem Balkon unseres Zimmers in den Himmel wächst.
Das Krating ist unsere vorletzte Unterkunft. Vier Wochen sind wir jetzt unterwegs. Chiang mai, Sukhothai - das ist schon soooo lang her. Wann hatte ich zuletzt meinen lila Anorak an und war dankbar für ihn? Und seit wann trage ich eigentlich keine Strümpfe mehr? Kein Wunder, wir sind nun 2000 Kilometer weiter südlich als Anfang Januar. Tagsüber sucht man jetzt nicht mehr die Sonne, sondern den Schatten. Abends liegen wir auf aufgeheizten Steinen am Strand. Der Mond erscheint und ist heute ein Vollmond; er kraxelt am Himmel empor, er steigt und steigt wie ein Heißluftballon und steht irgendwann gegen Mitternacht fast im Zenit. Darf er das überhaupt?, fragt R. Draußen ist es noch so warm, dass man nicht einmal ein Jäckchen braucht. In Deutschland hat es seit Wochen Minusgrade. Wie sollen wir uns jemals wieder umgewöhnen?Leggi altro



























