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  • Feb5

    Phnom Penh Tag 1 - der Königspalast

    February 5, 2020 in Cambodia ⋅ ☀️ 34 °C

    Jetzt hatten wir also ein paar Tage Zeit, um uns Phnom Penh's nochmal richtig anzuschauen.
    Man kann Phnom Penh lieben und hassen. Hassen für die überfüllten Straßen, die Luftverschmutzung oder den allgegenwärtigen Müll, hassen für überteuerten Eintritte, die hässlichen Hochhäuser und viel höhere Lebenserhaltungskosten als im Rest von Kambodscha. Doch man kann Phnom Penh auch lieben, für die kleinen Refugien, wie unsere Unterkunft eine war, für die unzähligen komplett verwirrenden Sträßchen und Gässchen und für den Trubel, der einen irgendwie auch mitreißt. Man kann Phnom Penh für all die vielen schönen Erinnerungen lieben (wie Jonas) oder für die vielen neuen Dinge, die es zu sehen gibt (wie Judith).
    All dies und viel mehr nehmen wir aus Phnom Penh mit. Wir erlebten drei Tage in der Hauptstadt Kambodschas, die sich irgendwie wie eine Woche anfühlten und die vor allem eins hatten, ein klein wenig Alltag.

    Nachdem wir ausgeschlafen hatten, schleppten wir uns durch die Vormittagshitze in ein kleines veganes Café gleich um die Ecke. Es war recht fancy und hatte touristische Preise, aber eine angenehme Atmosphäre und eine schöne Mischung aus kambodschanischen und westlichen Gerichten.
    Danach liefen wir zum Russian Market, einem großer Markt, der gleichzeitig Ort zum Einkaufen für die Einheimischen ist und viel Krimskrams für Tourist*innen bereithält. Wir streiften etwas durch die Gänge und kauften eine riesige Avocado 🥑.
    Von da ging es dann zu Fuß durch die Straßen Phnom Penh's. Das ist eigentlich ziemlich dumm, die Einheimischen würden uns wohl für komplett verrückt erklären. Es gibt kaum Fußwege und wenn, dann sind sie mit allem möglichen zugestellt. So muss man quasi dauerhaft auf der vielbefahrenen Straße laufen. Außerdem war es nun noch heißer als am Vormittag - unser Wasserverbrauch hat sich enorm gesteigert und wir waren echt fertig nach einer halben Stunde Fußweg. Auf dem Weg ging es an Jonas alter Musikschule und Wohnung vorbei, er zeigte Judith seinen alten Kiez und den Ort, wo er am liebsten Mittags gegessen hatten. Judith diese Orte zeigen zu können, war schon was besonderes für ihn.

    Unser Ziel für den Tag war der Königspalast, den wir dann am Nachmittag besichtigten. Teile des riesigen Areals können von Besucher*innen angeschaut werden und vor allem Judith war ganz begeistert von den vielen kleinen Details an den Bauwerken. Besonders beeindruckend waren kleine Gebäude, die Jonas zufolge die Gräber der Königsfamilie sind.
    Ziemlich fertig ging es dann früh zum Essen, denn wir hatten für den Abend noch etwas vor. Wir gingen ins Kino Flicks, in dem Jonas früher auch schon öfters war. Es ist eine kleines süßes Kino, in dem man 4$ bezahlt und den ganzen Tag Filme schauen kann. Das Kino hat nur knapp 30 Plätze, von denen die Hälfte Liegen sind, sodass man in entspannter Chillposition ein paar Filme schauen kann. Da am Montag die Oscars verliehen werden, waren Oscarwochen und wir kamen in den Genuss "Richard Jewell" zu schauen, welcher für einen Oscar nominiert ist. Passend dazu lief davor der mehrfach ausgezeichnete Film "Just Mercy". Beide Filme fanden wir toll und berührend - können wir uneingeschränkt empfehlen. Für uns beide war der Abend wirklich etwas besonderes, da wir mal wieder etwas "Normales" gemacht haben und uns irgendwie auf eine andere Weise mit der Stadt verbunden gefühlt haben.
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