• Nach Guadalupe über Orellana La Vieja

    April 22 in Spain ⋅ ☀️ 20 °C

    Es ist eine lange Fahrt auf Nebenstraßen (200km) von Zafra nach Guadalupe, aber Regine steckt das mit ihrer Routine gut weg. Ein Zwischenhalt ist in Orellana La Vieja angesagt, sozusagen dem Rimini der Extremadura. Orellana liegt an dem Embalse de Orellana, einem Stausee, der 34km lang ist und aussieht wie ein normaler grosser See.
    Im Sommer muss hier die Hölle los sein (Es gibt einen richtigen Strand mit Strandbar und Sonnenschirmen.).
    Wir treffen aber an der gegenüberliegenden Seite nur eine einzige Familie an, die sich in Badekleidern (!) beim noch geschlossenen Chiringuito (Strandbar) aufhält. Der See hat etwa 22 Grad, aber Regine belässt es bei einem Fußbad, auch wenn es ihr schwer fällt, nicht im See zu schwimmen.
    Wir fahren weiter, immer durch verlassene Gegenden. In der Extremadura wohnen pro km2 nur 25 Personen, in der Schweiz 225 und in Deutschland sogar 240!
    Uns gefällt auch das viele Grün in allen Schattierungen, wobei es dieses Jahr aufgrund der starken Niederschläge im Frühjahr besonders viel Feuchtigkeit gibt; wir können das bestätigen.
    In Guadalupe beziehen wir nach einigem Suchen und Herumfragen (kein
    Hinweis des Vermieters, dass wir den Eingang zur gebuchten Wohnung nicht wie bei booking abgebildet auf der Vorderseite, sondern auf der Rückseite des Hauses finden!) das Zwei-Zimmer-Apartment. Wir sind zufrieden; es entspricht den Fotos, enthält eine komplette Küchenausstattung und liegt überdies noch ganz zentral in Klosternähe. Wie sich herausstellen wird, dringt nachts kein Laut an unsere Ohren.
    Gegen Ende unseres Erkundungsrundgang durchs Dorf hören wir Gitarrenklänge.
    Ein älterer Herr (bald 94) spielt vor seiner Haustür, nur für sich, abends um 9.
    Wie alle Einheimischen ist er sehr redselig, als Martin ihn anspricht. Juan arbeitete etliche Jahre in Heilbronn, kennt Stuttgart und Frankfurt und ist erfreut, dass er uns einige deutsche Wörter nennen kann.
    Er erzählt über sein musikalisches Engagement im Chor und als Violinenspieler und freut sich, als wir ihn fragen, ob wir ihn und sein Mandolinen-Spiel aufnehmen könnten.
    Es ist doch immer wieder schön, dass Martin so gut Spanisch spricht und die Gelegenheit nützt, um
    mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Meist bekommt er ein ganz dickes Lob für seine Sprachkenntnisse! Nur ein einziges Mal meinte ein katholischer Pfarrer, man höre Martins deutschen Akzent. Nun ja, er kann’s verkraften!
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