• Das Raffels Hotel und der letzte Tiger

    January 27 in Singapore ⋅ ☁️ 27 °C

    Noch mehr Geschichte gibt es für uns im berühmten Raffels Hotel – eine Ikone der Stadtgeschichte und ein Nationaldenkmal. Optisch werden wir mit diesem Gebäude an die Kolonialgeschichte Singapurs erinnert. Das Hotel ist nach dem Gründer Singapurs, dem Briten Sir Stamford Raffles, benannt und wurde von den armenischen Sarkies-Brüdern gebaut. Heute gehört es einer Investmentgruppe aus Qatar und der Manager kommt aus Deutschland. Er hat im Harz studiert. Der Portier am Eingang ist immer ein Mann aus der indischen Religionsgemeinschaft der Sikh und der Chinese Ngiam Tong Boon kreierte den berühmtesten Cocktail des asiatischen Kontinents – den Singapur Sling. Berühmt ist auch die legendäre Long Bar, in der der Cocktail kreiert wurde. Die über 1000 € kostende Suite können wir uns nicht leisten, aber für den Singapur Sling reicht es gerade noch. Die Bar öffnet um 11 Uhr und wir wundern uns, dass bereits ¼ Stunde vorher Menschen auf den Einlass warten. Nach unserem Rundgang durch die grüne Oase und Gänge des Hotels, begeben wir uns ebenfalls in die Bar. Auf den Tischen stehen Erdnüsse in kleinen Säckchen. Die Schalen? Die wirft man – das ist hier Tradition und sogar gewünscht – auf den Boden. »Der einzige Ort in Singapur, wo man dafür keine Strafe bekommt«, sagt der Kellner augenzwinkernd und schuppst die Schalen vom Nachbartisch auf den Boden. Wir bestellen unsere Drinks und schauen uns fasziniert um. Die beiden Barkeeper sind fleißig - gemixt wird im Akkord: bis zu 900 Cocktails am Tag, erfahren wir! Eine Cocktail–Mix Maschine kann bis zu 4 Cocktails gleichzeitig zubereiten, macht aber eine Menge Krach. Die Barkeeper lassen sich ihre Arbeit jedoch nicht nehmen und mixen tüchtig selber per Hand. Die Fächer an der Decke wedeln, die kühle Luft kommt jetzt allerdings aus der Klimaanlage. Gerüchte berichten, dass sich hier, Anfang der 1900er Jahre, der letzte Tiger Singapurs im Hotel verirrte, sich unter dem Billardtisch versteckte, bis er erlegt werden konnte. Beschwingt verlassen wir irgendwann die Bar und wundern uns über die sehr lange Schlange wartender Gäste, die Einlass in die Long Bar begehren. Unser Ziel ist der Business-Distrikt mit seinen imposanten Hochhäusern und ein anderes Wahrzeichen – der Wasser spuckende Merlion im Hafen.Read more