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In den Weiten des Pazifiks

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    🇯🇵 Kurashiki, Japan

    Himeji – eine Samurai-Burg und viel mehr

    April 3 in Japan ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir haben Kyoto mittlerweile verlassen, sind nun in Himeji und haben wieder perfektes Wetter. Die ikonische Burg Himeji können wir schon vom Bahnhof sehen, denn sie thront gut sichtbar auf einem Hügel. Die Burg Himeji ist eine der schönsten Burganlagen der Welt. Jetzt während der Kirschblüte wird sie und der davor gelegene Sannomaru Park von mehr als 1.000 Kirschbäumen eingerahmt. Somit ist er eine der schönsten Hanami-Picknick Plätze Japans. Das merken wir, als wir am Abend unserer Anreise über den Platz streifen. Die Tages-Touristen, die bis 16 Uhr die Burg besichtigen, sind verschwunden. Nun kommen die Japaner mit allem, was zu einem Hanami-Picknick dazu gehört. Bei bestem Wetter genießen alle die Vollblüte der Kirschbäume. Hier die Kirschblüte zu erleben ist schon spektakulär. Da unser Hotel ganz in der Nähe der Burg ist, sind wir am nächsten Morgen wieder im Park und genießen die Blütenpracht fast für uns allein. Die Burg Himeji selber fiel glücklicherweise nie einer Zerstörung zum Opfer. Im jetzigen Zustand überdauert sie schon seit dem Jahr 1609 und überstand sogar die Bombardierung im zweiten Weltkrieg. Sie wurde bereits 1993 als erste Stätte in Japan in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Als die Massen Richtung Burg strömen, verlassen wir das Gelände. Unser Bedürfnis nach Natur bringt uns mit dem Bus zu einer Seilbahn, die uns auf den Berg Shosha bringt. Der Berg Shosha ist die Heimat des berühmten Engyoji-Tempels. Internationale Bekanntheit erlangte der über 1.000 Jahre alte buddhistischen Tempel durch den Film „The Last Samurai“. Ich mache mich auf dem Weg zum Tempel – Harald genießt derweil die Sonne am Eingang des Parks. Ich laufe vorbei an kleinen Statuen, bis ich am Niomon Tor bin. Durch einen wunderschönen Wald mit steilem Anstieg und Ausblicken ins Tal, erreiche ich Haupthalle Maniden, einem beeindruckenden Holzbau mit einem wunderschönen Balkon. Die Maniden Halle wurde im Kakezukuri-Stil, dem gleichen Baustil wie der Kiyomizu-Tempel in Kyoto, erbaut. Dabei handelt es sich um einen seltenen japanischen Stil, der für Gebäude an steilen Hängen verwendet wird. Als wir nach Himeji am Abend zurückkommen, laufen wir noch einmal durch den Sannomaru Park und genießen die überwältigende Kirschblüte. Wir wissen gar nicht, wohin wir unsere Kamera-Linse noch hinhalten sollen. Vermutlich haben wir schon alles doppelt fotografiert. Deshalb suchen wir uns ein Plätzchen und schauen dem Kommen und Gehen der Japaner zu. Bei einem fantastischen Sonnenuntergang verlassen wir den Park. Am Abend noch ein letzter Blick auf die beleuchtete Burg. Am nächsten Morgen verlassen wir Himeji im Regen.Read more

  • Wie trägt sich eigentlich ein Kimono?

    April 1 in Japan ⋅ 🌧 13 °C

    Ich mache einen Termin bei einem Kimonoverleih. Ich will es einfach mal ausprobieren. Wie fühle ich mich in einer völlig fremden Kleidung, aus einer anderen Kultur? Engt sie mich ein? Kann ich mit den japanischen Sandalen überhaupt laufen? Muss ich auch diese Trippelschritte machen, die wir so oft bei den Frauen im Kimono sehn? Allein komme ich in den Kimono nicht rein, das steht fest. Mit Schminken soll ich 1 Stunde veranschlagen. Im Laden geht es routiniert zu. Aus einer Vielzahl von Kimono suche ich mir zunächst einen klassischen Kimono aus. Dazu kommt ein passender Obi (breiter Bauchgurt, um überschüssigen Stoff darunter zu falten), eine Obijime (geflochtene Kordel – wird auf den Obi gebunden) und ein Obiage (Tuch, sowohl funktional als auch ästhetisch). Mit diesen sichtbaren Kleidungsdetails und einer großen Tasche gehe ich in die Umkleide. Straßenkleidung und Schuhe kommen in die Tasche, dann werde ich eingekleidet. Letztendlich werden 15 Teile plus diverse Klammern an meinem Körper gebunden, geknotet, gefaltet, gewickelt und gelegt. Prinzip eines Kimonos sind gerade Stoffbahnen, klare Linien und wenig Abnäher. Um meine Taille bekomme ich unter anderem ein schmales Frottierhandtuch gewickelt und um meine Brust werden Bänder gezogen – wegen der geraden Linie! Nach einer 1/2 Stunde bin ich fertig. Eine krumme Körperhaltung ist nicht mehr möglich, auch nicht beim Sitzen. Die gesamte Wicklung hat fast die Funktion einer Orthese. Nun noch Tabi (Socken) und Zori (Sandalen), dann werde ich nach japanischer Art aufgebrezelt. Blond bleibt jedoch blond, nur ein paar Spangen, Perlen und Haarspray rein, dann kann es los gehen. Während des Ankleidens hatte ich zeitweise die Befürchtung, keine Luft mehr zu bekommen. Jetzt beim Tragen ist das in Ordnung. Auch muss ich keine Trippelschritte machen – ich habe genug Beinfreiheit. Nur das Laufen in den Sandalen finde ich auf Dauer anstrengend und auf dem WC war ich auch nicht. Da würde ich wohl mit den vielen Wicklungen Probleme bekommen. Sich irgendwo lässig hinfläzen – nein. Breitbeinig sitzen – nein. Schnell noch über den Zebrastreifen laufen – nein (außer man behält seine Laufschuhe an). Irgendwie kommt man beim Tragen gar nicht auf diese Ideen. Es ist eben ein Kleidungsstück für bestimmte Anlässe. Wir sind in der Nähe des Kiyomizu-dera Tempels. Trotz Regen machen wir uns auf den Weg zum Tempel. Es ist mächtig was los, denn der Tempel ist einer der Highlights der Stadt. Harald hat nun den Ehrgeiz, von mir unter jeden blühenden Kirschbaum ein Foto zu machen. Für ihn anstrengend, für mich aber auch. Ich tauge einfach nicht als Model. Nach einem halben Tag gebe ich den Kimono wieder ab. Das Entkleiden dauert keine 5 Minuten und schon stehe ich wieder in meiner bequemen Alltagskleidung da. Insgesamt war es eine interessante und spannende Erfahrung, die ich nicht missen möchte.Read more

  • Osaka und das Castle

    March 31 in Japan ⋅ 🌧 23 °C

    Das Wetter ist heute nicht so schön, deshalb stehen einige organisatorische Dinge auf unserem Plan. Im super modernen Kyoter Bahnhof besorgen wir uns noch die fehlenden Zugfahrkarten. Mittlerweile gibt es auf den großen Bahnhöfen extra Ticketschalter mit englischsprechendem Personal. Eine Nummer ziehen, warten und dann sind wir dran. Ruck zuck haben wir die gewünschten Karten. Ich hoffe nur, dass wir dann auch für die Fahrten das richtige Ticket verwenden! Kurz entschlossen überlegen wir uns, was wir noch mit dem angefangen Tag machen. Nach Osaka sind es nur 35 Minuten Fahrzeit, also rein in den Zug und zur Osaka Station. Von dort noch mal 10 Minuten und wir steigen am Osaka Castle aus. Mit uns strömen Massen an jungen Frauen Richtung Burg. Kann doch nicht sein, dass die alle mit ihrem verklärten Blick am Schloss interessiert sind! Haben sie auch nicht. Im Park des Schlosses gibt es einen Konzertsaal und da tritt gegen Mittag die Boy-Group WEST. auf. Die sieben smarten, japanischen Jungs bringen ihre Fans in Wallung, denn sie bestreiten hier u.a. gerade ihre diesjährige Tour. Nach dem Veranstaltungsort wird es ruhiger. Die Burg ist auf zwei erhöhten Plattformen gebaut, jeweils von einem Burggraben umgeben. Das zentrale Gebäude besitzt fünf, von außen sichtbaren Stockwerken, und drei unsichtbare ohne Fenster. Innen befindet sich ein Museum. Vom Schloss aus haben wir einen fantastischen Blick auf Osaka – trotz Nieselwetter. Das Schloss steht auf einem hohen Steinsockel, der die Basis schützen soll und war, wie früher bei japanischen Gebäuden üblich, fast komplett aus Holz. Bei der Restaurierung Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die zerstörte Burg allerdings fast vollständig aus Beton neu errichtet, seit der Sanierung 1997 hat sie sogar einen Aufzug. Die gewaltigen Steine des Sockels sind beeindruckend. Wie hat man das bloß geschafft? Eine Antwort darauf haben wir leider nicht bekommen.Read more

  • Nara und die verfressenen Sika-Hirsche

    March 30 in Japan ⋅ ☁️ 23 °C

    Gut 40 km südlich von Kyoto befindet sich eine andere bedeutende Stadt. Es ist Nara - die erste permanente Hauptstadt Japans. Damals entstanden viele bedeutende buddhistische Tempel, da der aus China eingeführte Buddhismus erstmals hier richtig Fuß fasste. Nach 35 Minuten Zugfahrt sind wir in Nara. Unser erster Weg führt uns in den Park, dort wo die Tempel stehen. Allerdings kommen wir nicht weit, denn jede Menge sehr gefräßige Sika-Hirsche überrennen uns förmlich. Es sind heilige Tiere, die im Shintoismus als Boten der Götter gelten. Über 1.400 Hirsche leben im Park. Sie gehören zur Stadt wie die historischen Denkmäler. Besucher können spezielle Hirsch-Cracker kaufen, um die Hirsche damit zu füttern. Ein Parkwächter nimmt uns die Scheu, drückt uns diese Cracker in die Hand und fordert uns auf, die Tiere damit zu füttern. In Japan sind wohl auch die Tiere höflich, denn wenn wir eine Verbeugung machen, tun sie es uns gleich und verneigen sich, um Futter zu erbitten. Sie sind durch ihre Gewöhnung an den Menschen halb zahm und können noch durch andere skurrile Verhaltensmuster beeindrucken. So warten einige Hirsche durchaus mit den Fußgängern an den Ampeln, um gemeinsam mit ihnen die Straße zu überqueren. Die Tiere können aber auch sehr fordernd sein, wenn sie Futter wittern. Allerdings dürfen nur die speziellen Hirsch-Cracker an die Tiere verfüttert werden. Alles andere könnte ihnen vermutlich auf Dauer nicht gut bekommen. Im Shinto-Schrein Himuro entdecken wir etwas anderes Skurriles – es sind 3 Eisblöcke im Eingangsbereich. Grund - der Tempel ist einer der seltenen Schreine, die dem Eisgott gewidmet sind. Im Jahr 710 wurde während der Verlegung der Hauptstadt, schaffte man es, ein Eisbecken und ein Eishaus zum Eislagern zu errichtet. Seitdem wird mit dem Eis in einem jährlichen Ritual um gutes Wetter und um eine reiche Ernte gebeten. Leckereien bietet der berühmte Mochi-Laden „Nakatanidou“ an. Aus einem grünen Haufen Klebereis wird durch kräftiges Bearbeiten weiches, zähes Yomogi-Mochi, das von Hand mit Kinako (geröstetem Sojamehl) bestäubt, bevor es den Gästen serviert wird. In jedem Mochi befindet sich eine großzügige Füllung aus roter Bohnenpaste. Sehr lecker. Überhaupt nicht lecker ist unser japanischer Lunch. Irgendwie können wir der Miso Suppe und den fermentierten und sauer eingelegten Lebensmitteln nichts abgewinnen. Auch das halb rohe Ei, dass man unter den Reis mischt, ist nicht unsere Sache.Read more

  • Durch 1000 rote Tore schreiten

    March 29 in Japan ⋅ ☁️ 23 °C

    Auch heute sind wir früh auf den Beinen, denn ein andere, beliebte Sehenswürdigkeit Kyotos steht auf unserem Plan. Es ist der Fushimi-Inari-Taisha-Schrein. Vorbei am höchsten Gebäude Kyotos, dem 131 m hohen Kyōto Tower, streben wir zum Bahnhof von Kyoto, denn wir fahren heute mit dem Zug. Der Schrein Fushimi Inari ist nach zwei Stationen schnell erreicht. Bekanntheit hat er durch seine mehr als 1000 rote Tore erlangt, die vom Hauptschrein auf den Inari Berg führen. Der Schrein befindet sich im Süden von Kyoto und ist dem heiligen Reisgott Inari gewidmet. Auf dem Gelände des Heiligtums befinden sich deshalb auch viele Fuchs-Statuen. Sie fungieren als Boten des Reis-Gottes. Auf der linken Seite vom Hauptschrein starten zwei parallel laufende Tunnel von Toren, den Senbon Torii („Tausend Tore“). Diese Tore wurden von Firmen oder Privatpersonen gespendet, deren Namen man auf der Rückseite eines jedes Tores findet. Die Preise für ein solches Tor beginnen bei 400.000 Yen (~3.000 Euro). Die Wartezeit für diese Art Spende beträgt zurzeit drei Jahre. Für uns sehen die Tore einfach spektakulär aus und sind ein absolutes Fotomotiv. Nur zu einer frühen Stunde haben wir die Chance, die Tore in Scene zu setzten. Danach fahren wir noch einmal in die Altstadt Gion und bummeln durch die engen Gassen. Im Maruyama Park der Altstadt stehen jetzt am Sonntag die Kirschbäume in voller Blüte. Der ikonischen Trauerkirschbaum, bekannt als Shidarezakara, lässt seine zarten Blüten wie ein rosa Wasserfall in Kaskaden fallen – ein beliebtes Fotomotiv. Unter den anderen Kirschbäumen werden für die Gäste niedrige Tische für eine entsprechendes Picknick aufgebaut. Überall liegt der Duft von Essen in der Luft. Auch in Japan haben die meisten Menschen am Samstag und Sonntag frei.Read more

  • Grün und Gold

    March 28 in Japan ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir sind früh unterwegs, denn der Besucheransturm könnte groß werden. Unser Weg führt uns heute in den Bambuswald von Arashiyama im Westen von Kyoto. Für die Fahrt mit dem Bus brauchen wir fast eine Stunde, denn wir sind schon etwas außerhalb Kyotos. Bambus hat bei den Japanern eine lange Geschichte. In Mythen und Legenden taucht dieser immer wieder auf. Außerdem werden Körbe, Matten oder Schachteln aus Bambus hergestellt. Es kommt nicht oft vor, dass wir die Möglichkeit haben, Bambuswälder in diesem Ausmaß zu sehen. So geht es den anderen Besuchern wohl auch. Aber noch sind wir eher mit weniger Menschen unterwegs, als wir auf dem Weg durch den Bambuswald sind. Die Bambusstämme können dabei eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen, erfahren wir. Sieht schon gigantisch aus! Beeindruckend ist auch der Kinkaku-ji Tempel, der „Goldene-Pavillon“ eine halbe Busstunde vom Bambuswald entfernt. Hier ist es schon voller, denn das Wetter ist perfekt und wir in der Hochsaison unterwegs. Die gesamte Architektur vereint unterschiedliche japanische Stile und ist gleichzeitig von chinesischen Bauelementen beeinflusst. Das obere Stockwerk des Zent-Tempels ist vollständig mit Blattgold überzogen und bietet nun im Sonnenlicht einen besonderen Glanz. 1397 war die ursprüngliche Errichtung, 1950 durch Brandstiftung zerstört (ein buddhistischer Kleriker konnte die Schönheit des Pavillons nicht ertragen) und 1955 wieder vollständig aufgebaut. 1987 bekam er bei einer umfassenden Renovierung eine Portion mehr Blattgold. Ein Teegarten sieht mit erholsamen Plätzen im Schatten verlockend aus. Das Angebot: Grüner, japanischer Tee und Teegebäck. Eigentlich überhaupt nicht Haralds Ding. Zu spät merkt er, auf was er sich eingelassen hat. Bald wird es uns zu voll und wir fahren mit dem Bus wieder in die Innenstadt. Zeit, um sich auf dem Nishiki-Mark nach japanischen Leckereien umzusehen. In der 400 m lange überdachte Passage gibt es etwa 130 kleine Läden, Imbissstände, Restaurants und traditionellen Geschäfte. Es ist laut, es duftet, es dampft, es lebt und wir sehen Lebensmittel, die wir noch nie gesehen haben. Nach so vielen Eindrücken brauchen wir erst einmal eine Pause. Den Abend lassen wir bei einem Spaziergang am Kamo Fluss und bei einem kühlen Getränk ausklingen.Read more

  • Kyoto – Sakura + Stadt der 1000 Tempel

    March 27 in Japan ⋅ ☀️ 20 °C

    Kyoto ist anders als Tokio – ganz anders. Und - das Wetter ist perfekt – Sonne bei rund 20 Grad. In Kyoto spürt man, dass der Ort auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Es ist eine der ältesten Städte des Landes und war zeitweise auch die Hauptstadt des Staates. In kaum einer anderen Stadt sind traditionelle Lebensweisen und Bauwerke so gut erhalten geblieben wie hier. Dass Kyoto so viele historische Schätze zu bieten hat, hat es auch vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bewahrt: Kyoto wurde explizit von der Liste der Zielorte für die amerikanische Atombombe gestrichen, weil es als wertvolles, kulturelles Denkmal für die Menschheit anerkannt wurde. 17 Bauwerke in der Präfektur Kyoto wurden bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt – damit hat die Stadt eine der weltweit größten Sammlungen an diesen Sehenswürdigkeiten. Kyoto wird auch als „Stadt der tausend Tempel“ bezeichnet, wobei es eher 2000 sind. Es gibt also viel zu sehen. Zu allem Überfluss blühen die Kirschbäume. Es ist Sakura. Die pink-weiße Welle hat Kyoto erreicht. Die Kirschblüte „wandert“ von Südwesten nach Nordosten, bis sie etwa Anfang Mai in Hokkaidō ankommt. Wir beginnen unsere Tour an der stillgelegten Keage Incline. Sie ist das Überbleibsel einer Schrägbahn im Stadtbezirk Higashiyama in Kyoto. Die Bahnlinie wurde während der Meiji-Zeit (1868–1912) als Teil des Projekts „Biwako-Kanal“, das Wasser vom Biwa-See nach Kyoto leitete, erbaut. Die Bahn diente dazu, Boote auf Wagen zwischen Wasserwegen mit Höhenunterschieden zu transportieren. Auf der 582 Meter langen Schrägstrecke hat man etwa 90 Somei-Yoshino-Kirschbäume gepflanzt. Sie sind noch nicht alle in Vollblüte, sieht aber schon mal schön aus. Weiter geht es zum Chion-in Temple. Von hier aus ist der Weg in die Altstadt nicht mehr weit. Alles wirkt sehr beschaulich, fast dörflich. Am Shirakawa Canal wird es dann romantisch. Der Kanal schlängelt sich durch die Altstadt Gion, vorbei an Weiden, Teehäusern und Steingassen. Pärchen in traditioneller Kleidung posieren für Fotos unter blühenden Kirschbäumen. Das Paar, bei der die Frau einen weißen Kopfschmuck, den „Tsunokakushi“ aus weißer Seide, trägt, bereitet sich vermutlich auf ihre Shinto-Hochzeitszeremonie vor. Die Kleidung ist bestimmt nicht bequem, aber die schönen, edlen Kimons sehen einfach wunderbar aus und passen perfekt zu den Japanerinnen. Am Abend schlendern wir durch den nahen Higashi Honganji-Tempel, einem der großen beliebten Zentren des Buddhismus in Kyoto.Read more

  • Regen und Onsen

    March 26 in Japan ⋅ 🌧 10 °C

    Heute regnet es und es hört den ganzen Tag auch nicht mehr auf. Was also machen? Im Hotel gibt es einen Onsen. Ein Onsen ist die japanische Bezeichnung für eine heisse Quelle. Unser Hotel hat Zugang zu so einer natürlichen heißen Quelle, wie viele Unterkünfte hier in Hakone. Hakone ist berühmt für seine heißen Quellen. So ein Onsen ist wieder einmal eine ideale Gelegenheit, die traditionelle japanische Kultur, in diesem Fall der heißen Bäder zu erleben und gleichzeitig zu entspannen. Also binde ich mir meine Haare hoch, schlüpfe in meinen Yukata, schnappe mir das kleine Täschchen mit den zwei Handtüchern, das vom Hotel bereitgestellt wird, und strebe zum Onsen im Haus. Die Onsen sind nach Geschlechter getrennt. Menschen mit Tattoos wird der Zugang verwehrt. Tattoos sind in japanischen Onsen aufgrund der historischer Verbindungen zur organisierten Kriminalität (Yakuza) verboten. Ich habe kein Tattoo und darf rein. Ich stelle meine Schlappen in ein Regal am Eingang und nutze im Vorraum ein abschließbares Fach für mein Handtuch-Täschchen und meinen Yukata. Dann begebe ich mich nackig in den eigentlichen Onsen. In einer Ecke des Onsenraumes befinden sich mehrere Waschgelegenheiten. Hier muss ich mich vorab waschen, erst dann darf ich in die Becken der heißen Quellen. Es gibt innen drei Becken, außen noch mal zwei mit unterschiedlichen Temperaturen. Das Wasser hat bestimmt 40 Grad. Alles sehr entspannend. Bevor ich wieder raus gehe, ist abspülen und abtrocknen angesagt. Dann schlüpfe ich wieder in meinen Yukata und verschwinde auf unser Zimmer. Eine wunderbare Sache, nicht nur bei schlechtem Wetter. Am nächsten Morgen regnet es immer noch, als wir wieder mit dem Bus zur Odawara Station fahren. Von hier geht es nun mit dem Shikanzen nach Kyoto.Read more

  • Der Fuji, ein Krater und ein Piratenschiff

    March 24 in Japan ⋅ ☁️ 10 °C

    Laut Wetterbericht erwartet uns heute ein sonniges und klares Wetter. Ideal, um vielleicht einen Blick auf den Berg Fuji zu erhaschen. Die Sonne scheint tatsächlich und keine Wolke am Himmel, als wir in den Bus nach Togendai zum Ashi See fahren. Schon vom Bus aus können wir den Schnee bedeckten Gipfel des Fuji sehen und sind begeistert. Von Togendai wollen wir mit der Seilbahn zur Ōwakudani Station fahren. Wir sind die ersten an der Seilbahn und haben schon während der Fahrt einen fantastischen Blick auf den heiligen Berg der Japaner. Der Fuji ist ein Vulkan und mit 3776 m Höhe der höchste Berg Japans. An der Hakone Ropeway Ōwakudani Station steigen wir aus und genießen das ganze Panorama des perfekten Fuji. Jetzt umschlingt ihn ein toller Wolkenkranz – ein fantastischer Blick. Spätestens um 11 Uhr ist der Berg allerdings nicht mehr zu sehen. Eine andere spektakuläre Landschaft zieht uns auf der anderen Seite der Station in den Bann. Bevor wir es richtig sehen, können wir es riechen. Es ist der Explosionskrater Owakuawa. Der Krater ist durch eine großflächige Explosion vor über 3.000 Jahren entstanden. Die Gegend um das Tal gehört zu einem gewaltigen Vulkan, der durch zwei große Eruptionen kollabierte und eine große Caldera formte. Wir sind auf einer Höhe von 1040 Metern und schauen auf die zahlreichen schwefelhaltigen heißen Quellen und Fumarolen, aus denen vulkanische Gase austreten. Das Ganze sieht aus, wie das Tor zur Hölle. Gegen Mittag sind wir wieder in Togendai am Ashi See. Zum Hakone Free Pass gehört die kostenfreie Nutzung von Bussen, Bahnen und der Seilbahn, aber auch eine Fahrt über dem Ashinoko, dem Ashi See. Dafür gibt es ein „Piratenschiff“ – es sieht äußerlich jedenfalls so aus. Warum „Piratenschiff“? Keine Ahnung. Wir reihen uns in die Schlange der Wartenden für die Tour ein. Ein Mitarbeiter bietet lautstark die 1. Klasse an – für 3,50 € Aufpreis. Wir schlagen zu und bekommen ein rotes Armband, dass uns für das Betreten der „Plüschklasse“ berechtigt. An uns zieht eine malerische Landschaft und das berühmte Tor des Hakone-Schreins vorbei, ein historischer Schrein, der inmitten von Zedernwäldern am See liegt. Als wir um 14 Uhr wieder an unserem Ausgangspunkt ankommen, ist es voll geworden und die Sonne versteckt sich hinter einer Wolkendecke. Gut, dass wir früh aufgebrochen sind.Read more

  • Auf`s Land – ab nach Hakone

    March 23 in Japan ⋅ ⛅ 13 °C

    Heute wird es noch mal herausfordernd für uns, denn wir wollen über den Bahnhof Tokio-Shinjuku nach Hakone. Zunächst versenden wir jedoch von unserem Hotel in Tokio einen unserer Koffer zu unserem übernächsten Ziel, dem Hotel in Kyoto. Mit Hilfe der Mitarbeiterin an der Rezeption gelingt uns das nach 20 Minuten. Der Spaß kostet umgerechnet ca. 10 €. Wie überaus gut die Idee ist, merken wir im Verlauf der Anreise nach Hakone. Aber zunächst fahren wir mit der U-Bahn zum Bahnhof Shinjuku. Das ist einfach. Dort müssen wir unseren vorab erworbenen Hakone Free Pass einlösen. Die Herausforderung besteht nun darin, den Schalter für das Einlösen des Hakone Free Pass in einer der größten und meistgenutzten Bahnhöfe der Welt zu finden. Der Bahnhof ist der Hauptverkehrspunkte für Pendler in der japanischen Metropole. Mehr als 3,5 Millionen Passagiere drängen sich tagtäglich auf 39 Gleisen und einem unüberschaubaren Netz an Gängen und Treppen mit rund 200 Ausgängen aus dem Bahnhofsareal. Zu Stoßzeiten steigen pro Sekunde um die 500 Menschen auf den Bahnsteigen des Bahnhofs ein oder aus. Um die gewaltigen Menschenmassen bewältigen zu können und eine möglichst ideale Ausnutzung der fahrenden Züge zu gewährleisten, kommen so genannte Fahrgastverdichter in Tokios Mega Bahnhof Shinjuku zum Einsatz. Diese Angestellten der Bahngesellschaften schieben und drücken mit ihren weiß behandschuhten Händen die Fahrgäste in die überfüllten Waggons hinein. Das bleibt uns glücklicherweise erspart, denn wir sind außerhalb der Stoßzeiten unterwegs. Wir fragen uns durch und treffen dabei wieder auf sehr hilfsbereite Japaner. Dann stehen wir tatsächlich am Serviceschalter und halten nach ¼ Stunde unsere Tickets in der Hand bzw. auf dem Handy. Nun müssen wir die Odakya Linie finden, dessen Zug uns zur Umsteigestation der Stadt Odawara bringen soll. Auch das gelingt uns. Nach 1 Stunde 40 Minuten und 20 Haltestellen sind wir in Odawara. Das hat schon mal gut geklappt. Wir sind stolz auf uns. Es ist bereits Mittag, so dass wir uns erst einmal am Bahnhof einen Snack gönnen, bevor wir uns auf die Suche nach dem Bus mit Ziel Sengokuhara begeben. Mein Routenplaner zeigt mir an: 42 Minuten mit 47 Stationen. Es geht in die Berge. Als wir in den Bus steigen finden wir einen Platz, auch für unseren Koffer. Der Platz für die Koffer ist allerdings begrenzt und der Gang im Bus eng. Letztendlich sind wir nach 1 ½ Stunden angekommen, denn auf der engen Straße gab es immer wieder Stauß. Auch der Bus hat sich mehr und mehr mit weiteren Reisenden und ihrem Gepäck gefüllt. Unglaublich, wieviel Menschen in diese Richtung streben. Wir sind froh, dass wir zu den Letzteren im Bus gehören, die aussteigen und nur einen Koffer dabeihaben. In unserem Hotel sind wir fast die einzigen westlich aussehenden Gäste. Für uns spannend, zu schauen, wir Japaner ihren Aufenthalt hier genießen. Zunächst bekommen wir, wie alle Hotelgäste, einen Yukata samt Anleitung von der Rezeption beim Einchecken überreicht. Ein Yukata dient vor allem als unkomplizierte, leichtere und alltäglichere Variante der Kimonos, da es einfacher zu binden und preisgünstiger ist. Ein Yukata wird nach dem Baden in japanischen Hotels, aber auch oft bei sommerlichen Festen oder auch als Schlafanzug benutzt. Es ist also kein Kleidungsstück, das eine ganz spezielle und starre Verwendung im Alltag hat. Wir ziehen den Yukata probehalber an, danach aber wieder aus. Er trägt sich angenehm, aber damit im Haus zum Essen gehen? Nein. Das sehen die Japaner ganz anders, denn die meisten tragen beim Abendessen den Yukata. Auch beim Frühstück sehen wir sie im Yukata, dieses Mal ist er allerdings etwas zerknittert. Das Essen selber ist ganz auf die japanischen Gäste ausgerichtet, schmeckt aber lecker. Allerdings haben wir nicht alles probiert.Read more

  • Letzter Tag in Tokio + der Ueno Park

    March 22 in Japan ⋅ ☁️ 16 °C

    Es ist Sonntag und wir machen es wie die Tokyoter – wir gehen in einen Park. Das Wetter ist schön und somit das Bedürfnis, etwas Grün um sich zu haben groß. Wir sind mit vielen anderen im Ueno Park. Seit dem 14. März wird hier das Kirschblütenfest gefeiert, obwohl die mehr als 800 Kirschbäume erst beginnen, zu blühen. Die wenigen Bäume, die ihre volle Pracht bereits entfaltet haben, sind dementsprechend umlagert. Hanami (Blumenbetrachtung) ist eine Chance, über die vergängliche Natur des Lebens nachzudenken - oder eine gute Entschuldigung für eine Party. An bestimmten Stellen des Parks kann man sich zum Picknick niederlassen. Oder man versorgt sich bei den vielen Imbiss-Ständen mit ihren traditionellen Festival-Snacks. Eine Bühne mit Künstlern darf auch nicht fehlen. Irgendwie ist es so wie bei uns in Deutschland – gibt es einen Grund zu feiern, ist Essen und Musik immer dabei. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und schauen dem Treiben zu.Read more

  • Tokio - neu und alt

    March 21 in Japan ⋅ ☀️ 15 °C

    Der Tag verspricht gut zu werden, denn die Sonne scheint. Allerdings bewegen sich die Temperaturen am Vormittag im einstelligen Bereich. Wir fahren nach Odaiba und bewegen uns damit über die Rainbow Bridge. Sie verbindet Tokio mit der künstlich angelegten Insel Odaiba. Diese künstliche Insel gibt es seit Ende der Edo-Zeit (1853). Die damals Herrschenden ließen darauf kleine Forts mit Kanonen errichten, um Tokio vor Schiffsangriffen zu schützen. Erst 1980 wurden die Inseln erweitert und mit Wohnungen und Bürogebäuden, in Folge auch mit riesigen Einkaufszentren bebaut. Von hier haben wir einen fantastischen Blick auf einen Teil der Metropolregion Tokio-Yokohama, in der mehr als 38,5 Millionen Menschen leben. Wir schlendern auf der Promenade des Odaiba Seaside Parks und wundern uns. Da steht tatsächlich die Freiheitsstatur! Wir erfahren, dass nicht nur die Amerikaner von den Franzosen eine Freiheitsstatur geschenkt bekommen haben, sondern auch die Japaner - 1998 zu Ehren des „Französischen Jahres in Japan“. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen sollten damit vertieft werden. Eigentlich war sie nur eine Leihgabe für ein Jahr. Da die Freiheitsstatur aber so beliebt ist, lässt man sie stehen. Beim Anblick des heutigen Tokios ist kaum vorstellbar, dass die Stadt im 2. Weltkrieg bis zu 50 % zerstört wurde. Bei einem Angriff der amerikanischen Streitkräfte im März 1945 starben über 100.000 Menschen als Folge des schwersten, konventionellen Bombenangriffs der Menschheitsgeschichte. Auf keine weitere japanische Stadt erfolgten mehr Luftangriffe. Es gibt aber Stadtteile, die verschont blieben. Der Stadtteil Yanaka gehört dazu. Yanaka ist weit weg vom lebendigen, flippigen Tokio. Einst gab es hier Ingwerfelder, dann entstanden unter der Herrschaft des Shoguns duzende Tempel. Die Ingwerfelder sind weg, die kleinen Tempel geblieben. Hier lebt der durchschnittliche Tokyoter. Hochhäuser suchen wir vergebens, niedrige Häuser dominieren diesen Stadtteil mit unzähligen kleinen Geschäften, Cafés und Restaurants. Ein wenig können wir hier das alte Stadtbild von Tokio noch erleben. Gegen Mittag wird es wärmer als wir in der Nähe unserer Unterkunft durch den buddhistischen Zojoji-Tempel schlendern. Die Tempel sind immer wie kleine Oasen im wuseligen Tokio. Auffallend sind die vielen kleinen Figuren mit roten Mützen. Sie sind den Kindern gewidmet. Jizō – heißen sie - klein, süß und traurig. So putzig sie aussehen, so ernst ist das Thema, dass sie symbolisieren, denn es geht um Tod, den Verlust von Kindern und Abtreibung. Die roten Mützen sollen die Köpfe schützen und wärmen. Uns wärmt die Sonne, als wir auf einer Bank unter einem blühenden Kirschbaum dem Treiben in der Tempelanlage zuschauen.Read more

  • Akihabara - Kinderzimmer für Erwachsene

    March 20 in Japan ⋅ ☁️ 10 °C

    Heute kommen zum bedeckten Himmel noch Regen und Kälte. Mehr als 12 Grad wird es nicht. Das Kinderzimmer für Erwachsene kann unsere Stimmung vielleicht etwas aufhellen. Wir fahren mit der Bahn sechs Stationen in den Stadtteil Akihabara. Dieser Teil Tokios ist der Treffpunkt für Anime und Manga Fans. Die von Videospielen, Manga, Figurensammeln und Anime besessenen Japaner haben ihre Wurzeln in Akihabara. Eingezwängt zwischen den vielen Elektro-Läden befinden sich wahre Schreine. Der verrückte Stadtteil von Tokio ist wirklich faszinierend und eine etwas andere Welt. Wir schauen in die Spielhallen – in vielen Gebäuden gibt es auf mehreren Etagen alles, was das Herz eines Schielers höherschlagen lässt. Anfang der 2000er Jahre kamen die Maid Cafés immer mehr auf. In Akihabara entwickelte sich diese Form zu einem Hotspot in Japan. Ursprünglich wurden diese Cosplay Cafés für die Anime Fans eröffnet, ziehen aber viele verschiedene Arten von Kunden an. Dabei haben die Mitarbeiterinnen des Cafés ein Kleid an, welches an Dienstmädchen erinnert, daher der Name Maid Café. Und was bedeutet „Cosplay“? Wir erfahren, dass bei dieser Fanpraxis sich Menschen selbst entworfene Kostüme anziehen, die einer Figur aus einem Manga, Comic oder einem anderen fiktiven Werk nachempfunden sind. Mit diesen Outfits besuchen sie dann Conventions, Fan-Events oder auch Partys. Ansatzweise können wir sie im Straßenbild sehen. Das schlechte Wetter verführt wohl aber eher nicht zum Ausführen der kreativen Garderobe. Unsere Stimmung wird letztendlich durch ein Stück Käsekuchen in einem Café aufgehellt, in das wir während eines Regenschauers flüchten. Wir nutzen das schlechte Wetter, um über unsere Weiterreise nachzudenken. Unser nächstes Ziel wird die eher ländliche Gegend Hakone mit dem Mount Fuji sein. Danach sind wir in Kyoto. Wir werden alle Strecken mit den Öffis erledigen, was in Japan eine bequeme Sache ist. Um das Ganze einfacher zu gestalten, wird in Japan gern ein Gepäckdienst in Anspruch genommen. Den wollen auch wir nutzen, um letztendlich nur mit einem, statt mit zwei Koffern unterwegs zu sein. Wir packen also alles, was wir bis Kyoto brauchen in einen Koffer, in den anderen kommt die schmutzige Wäsche und Sommerkleidung. Letzteren Koffer werden wir bei unserer Abreise vom Hotel in Tokio zum Hotel in Kyoto transportieren lassen. Das Ganze soll vielfache erprobt und zuverlässig sein. Wir sind zuversichtlich. Gegen Abend bestaunen wir den roten Fernsehturm Tokio Tower – das Wahrzeichen Tokios. Bis Ende März leuchtet der Turm in warmen Orangetönen, ab April erstrahlt er dann in einem weißen Licht.Read more

  • Verrücktes Shibuya und die ersten Kirschblüten

    March 19 in Japan ⋅ ☁️ 19 °C

    Als wir am morgen mit dem Bus losfahren, ist der Himmel bedeckt bei 15 Grad - Frühling eben in Japan. Die Fahrt mit dem Bus hat den Vorteil, dass wir was von der Stadt sehen. Nachteil ist, dass die Fahrt länger, als die mit der U-Bahn dauert. Das nehmen wir aber gern in Kauf, zumal der Bus nicht überfüllt ist. Unser Ziel heute Vormittag ist die berühmte Kreuzung Shibuya im gleichnamigen Stadtteil. Berühmt deshalb, weil die Kreuzung täglich von bis zu 250.000 Menschen überquert wird. In der Hauptverkehrszeit seien es bei jeder Ampelphase sogar 1000 bis 2500 Fußgänger. Sie ist damit wohl die meistfrequentierte Querungsanlage der Welt. Obwohl im Moment nicht ganz so viele Menschen unterwegs sind, ist das Ganze durchaus beeindruckend. Aus einer erhöhten Position lässt sich alles besser beobachten. Das geht prima von einem angrenzenden Starbucks in der ersten Etage. Da nicht nur wir dies wissen, zählt diese Starbucks-Filiale mit Blick auf die Kreuzung zu eine der meistbesuchten der Welt. Die chaotische, aber auf wundersame Weise organisierte Straßenkreuzung ist zu einem Symbol für die Dynamik Tokyos geworden. Shibuya hat sich der Mode und der Kunst verschrieben. Die Menschen-Menge verteilt sich in den vielen Straßen und Gassen, um einzukaufen und sich in angesagten Cafés, Bars und Restaurants zu vergnügen. Dieses Gewusel verlangt nach einem Kontrast. Im Stadtbild hatten wir immer mal wieder an geschützten Ecken blühende Kirschbäume gesehen. Im Shinjuku Gyoen Park gibt es über 1 000 Kirschbäume, aber es blühen im Moment nur wenige. Wir können erahnen, wie es aussehen mag, wenn alle in voller Blüte stehen. Noch müssen wir etwas Geduld haben. Die blühenden Magnolien, der japanische Perlschweif und der Stamm der Zeder sind schöne Hingucker.Read more

  • Tokio, Asakusa und das Glück

    March 18 in Japan ⋅ ☁️ 15 °C

    Für unsere Stadterkundung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln holen wir uns an einem Automaten eine aufladbare Chipkarte – eine Suica. Ein sehr freundlicher Japaner ist uns behilflich. Er berichtet, dass er 8 Jahre in Argentinien gelebt hat und deshalb weiß, wie das ist, wenn man fremd in der Stadt ist. Eine andere Japanerin ist uns behilflich beim Finden der richtigen U-Bahnstation für unseren Zug in den Stadtteil Asakusa. Sie läuft geschwind vorweg und als sie merkt, dass sie uns verloren hat, kommt sie zurück, „fängt“ uns wieder ein, um sicher zu sein, dass wir wirklich den Weg finden. Eine schöne Erfahrung. Hier in Tokio sprechen durchaus viele Englisch – auf jeden Fall die Jüngeren. In Asakusa ist der Bär los, denn der Stadtteil ist bekannt für den Sensō-ji, den ältesten und bedeutendsten buddhistischen Tempel von Tokio. Im Tempel befragen wir unser Glück mit einem Omikuji, einem traditionellen Wahrsagestreifen. Gegen eine kleine Spende schütteln wir ein Holzstäbchen aus einer Box, das eine Nummer trägt. Die Nummer weist uns zu einer Schublade mit gleicher Nummer zu einem Wahrsageblatt, das von “großem Glück” bis hin zu “großem Pech” reichen kann. Haralds Stab beschert ihm ein „mittleres“ Glück, mein Stäbchen Pech. Meinen „Pech“-Zettel kann ich an ein Gestell Knoten. Damit bleibt mein Pech dort. Mein zweiter Versuch bringt mir absolutes Glück – den behalte ich natürlich. Unserer Reise durch Japan steht also nichts mehr im Weg. Wir bummeln entlang des Tempelweges mit seinen über 90 Geschäften und durch den Tempelgarten. Die ersten zarten Kirschblüten deuten den Frühling an.Read more

  • Japan und eine komplett andere Kultur

    March 17 in Japan ⋅ ☀️ 14 °C

    Nach 11 ½ Stunden landen wir auf dem Flughafen von Tokio Narita. Wir haben damit wieder die Datumsgrenze überschritten und sind, trotz des langen Fluges, am gleichen Tag in Japan gelandet. Nun sind wir Deutschland 8 Stunden voraus. Eigentlich ist das alles kein Problem, denn sobald wir das Internet im jeweiligen Land einschalten, springt die digitale Uhr und das Datum auf die jeweilige Zeit. Mit Japan sind wir aber auch in einer komplett anderen Kultur. Kleine und zierliche Menschen begegnen uns, ernst, aber sehr hilfsbereit. In Franz. Polynesien waren sie groß, wesentlich fülliger, unbeschwert und auch sehr hilfsbereit. In Japan hat alles seine Ordnung. Damit auch wir verstehen, wo es lang geht, sind die Ausschilderungen in Englisch und mit entsprechenden Piktogrammen versehen – sicher ist sicher. Vorab hatten wir uns eine E-Sim gekauft und unser Smartphone dazu eingerichtet. So schaltet sich unser Smartphone gleich nach der Landung automatisch aus dem Flugmodus und die E-Sim ist aktiviert. Da der Flughafen Narita gute 70 km vom Zentrum entfernt ist, wollen wir mit dem Zug in die Stadt, denn unser Hotel liegt nah bei einer der vielen Stationen. Der Schalter des Narita Express ist gut sichtbar, davor aber eine Warteschlange. Ein freundlicher, älterer Herr (eindeutig ein Rentner), sortiert schon mal die Wartenden, fragt in gutem Englisch nach unserem Ziel und drückt uns einen Laufzettel in die Hand. Erstaunlich schnell haben wir unsere Fahrkarte mit Sitzplatzreservierung für den nächsten Zug in der Hand und fahren pünktlich 10 Minuten später Richtung Innenstadt. Das Einzige, was auf den Wegen zum Zug etwas nervt, sind die vielen in den Boden eingelassenen Rillen, die Seebehinderte den Weg aufweisen. Unsere Rollkoffer mögen das nicht so gern. 1 ½ Stunden später checken wir im Hotel ein. Auch hier überall Hinweise und Piktogramme, Schlafanzüge (nach Größen Sortiert) können auf jeder Etage ausgeliehen werden und die Beschriftung im Badezimmer, speziell der Toiletten, lässt auch keinen Wunsch offen. Die WC-Brille der berühmten Toiletten sind individuell beheizbar und die Po-Dusche kann ebenfalls nach Wunsch eingestellt werden. Das sehr dünne WC Papier spielt dann eigentlich gar keine Rolle mehr.Read more

  • Entspannte Tage auf Moorea

    March 15 in French Polynesia ⋅ ☁️ 28 °C

    Eine Fähre bringt uns von Papeete in 35 Minuten auf die Nachbarinsel Moorea. Cecile holt uns vom Fährhafen ab. Wir haben über Airbnb eine Unterkunft am Strand von Moorea gebucht. Unsere Unterkunft ist eine Art „Gartenhaus“ der beiden Franzosen Cecile und David. Das „Gartenhaus“ hat einen liebevoll eingerichteten Raum mit Bett, einer kleinen Küche und einem Badezimmer, sowie eine Außendusche. Die luftige Terrasse und eine Hängematte unter zwei Palmen laden zum Faulenzen ein – genau das Richtige für uns. Hier können wir es für die nächsten 4 Tage prima aushalten. Jeden Morgen bekommen wir ein fantastisches Frühstück zubereitet – Sonnenaufgang über Tahiti eingeschlossen. Aber nur in der Hängematte liegen ist nicht unser Ding. Von Cecile und David können wir uns einen kleinen Hyundai mieten, um Moorea zu erkunden. Eigentlich ist das Erkunden schnell getan, denn die gut ausgebaute 63 km lange Ringstraße ist gemütlich in 2 Stunden zu machen. Wir lassen uns Zeit und entdecken jeden Tag ein wenig mehr. Moorea zählt geographisch zu den Gesellschaftsinseln, genauer zu den „Inseln über dem Winde“. Sie ist die kleinere Schwester von Tahiti und liegt in Sichtweite Tahitis, von der Westküste nur durch eine Meerenge von 17 Kilometern getrennt. Bei unserer Rundfahrt kommen wir auch an der bekannteste Sehenswürdigkeit Mooreas vorbei – der Baie de Cook (Cook-Bucht). Das Postkartenmotiv der tiefblauen Bucht mit weißen Segelyachten und dem 830 m hohen, dicht bewachsenen Mont Mouaputa im Hintergrund ist wohl das am häufigsten fotografierte Südseebild überhaupt. Benachbart ist die Opunohu-Bucht, in der 1984 zahlreiche Außenaufnahmen des Filmes „Die Bounty“ gedreht wurden. Das Saumriff umgibt die gesamte Insel, hat aber mehrere befahrbare Durchlässe. Das Landesinnere ist, genauso wie Tahiti, fast undurchdringlich. Eine Möglichkeit gibt es jedoch – eine schmale, kurvenreiche Straße führt uns zum Aussichtspunkt Belvédère mit fantastischem Blick auf den Mont Rotui, die Baie de Cook und die Baie d’Opunohu. Bald sind aber auch die 4 Tage vorbei. Wir müssen uns von Moorea und damit von Franz. Polynesien verabschieden, denn unser nächstes Abenteuer wartet – Japan. David bringt uns noch zur Fähre, dann sind wir wieder in der Hauptstadt Papeete. Am kommenden Morgen geht unser Flieger nach Tokio. ‘Aita atu ai! ‘Aita atu ai te tere ‘ori hāere! Māuruuru roa. Nana. Übersetzt heißt das so viel wie: Großartig! Ein toller Besuch! Vielen Dank. Auf Wiedersehen. Es war eine wunderbare Zeit.Read more

  • Bora Bora + der letzte Tag a. d. Aranui

    March 10 in French Polynesia ⋅ 🌬 28 °C

    Ein Traum für viele und wohl eine der exklusivsten und luxuriösten Touristenziel der Welt. Wir laufen in das Atoll von Bora Bora ein. Gerade die Atolle und Tuamotos können mit intensiven Blautönen aufwarten – manchmal so kitschig, dass wir beim Durchsehen der Fotos das Gefühl haben, die Farbe etwas heraus nehmen zu müssen. Bora Bora gehört zu so einem Atoll, wo das Blau der Lagune, je nach Lichteinfall und Tageszeit in unendlich vielen Blautönen schimmert. Was Bora Bora aber auch ausmacht, ist sein weit sichtbarer Zentralberg (u.a. der 727 m hohen Mont Otemanu). Am Morgen hebt er sich besonders gut ab - vor der aufgehenden Sonne. Wir benötigen auf Bora Bora keinen teuren Stelzenbungalow, der mal locker ab 1000 €/ Nacht zu haben ist. Die Aranui bringt uns tagsüber auf eine der 30 kleinen Inseln des Korallensaum, während die Crew wieder die Insel beliefert. Von hier aus können wir in der Lagune schnorcheln. Haie, Stachel-Rochen und viele andere tropische Fische umkreisen uns. Das Korallenriff ist erstaunlich gut erhalten, trotz der Touristen, die hier auch unter Wasser gut unterwegs sind. Vor den Haien braucht man keine Berührungsängste zu haben. Sie sind Menschen gewohnt und bekommen genug anderes Futter. Nach 3 Stunden sind wir ausreichend durchgeweicht und können auf dem Motu ein Barbecue genießen und faulenzen. Gegen Abend geht es wieder zurück nach Papeete. Die Nachtfahrt hat dann aber noch mal was Spektakuläres zu bieten – ein Gewitter begleitet uns. Manchmal ist unsere Kabine taghell von den vielen Blitzen. Und wenn der Donner gleich danach ertönt haben wir das Gefühl, dass Gewitter ist direkt über uns. Unsere Reise mit der Aranui 5 ist am nächsten Morgen zu Ende. Spätestens um 9 Uhr sind alle Passagiere von Bord. Wir haben es genossen, noch einmal mit dem Schiff unterwegs sein zu können – zu diesem abgelegenen Archipel der Marquesas Inseln zu gelangen und die unglaublichen Atollen sehen zu können. Eine wunderbare Reise geht leider zu Ende.Read more

  • Rangiroa - das größte Atoll

    March 9 in French Polynesia ⋅ 🌬 28 °C

    Die Nacht auf dem Weg nach Rangiroa hat es auf dem Schiff ganz schön geschaukelt. Mittlerweile sind wir aber seefest und unsere Betten sind so gut, dass wir nicht rausgefallen. Die Einfahrt in das größte Atoll Franz.-Polynesiens geschieht am frühen Morgen durch eine der beiden Passagen problemlos. Obwohl das Schiff in der Lagune ankert, ist der Wellengang immer noch beachtlich. Das Ausschiffen mit Bargen wird deshalb wieder zum Abenteuer. Der Ausstieg an Land ist dann wieder ruhig und damit einfacher. Dieses Mal wird vorn an der Barge eine Klappe heruntergelassen, so dass wir direkt am Strand aussteigen können. Die Ausmaße des Atolls sind selbst vom 30 m hohen Schiff nicht sichtbar, denn das Atoll hat eine Länge von 80 km und ist zwischen 5 und 32 km breit. Die ca. 1600 km² große Lagune hat eine maximale Tiefe von 35 m und der Ring besteht aus 240 Motus (kleinen Inseln). Die meisten der 2.334 Einwohner leben vom Tourismus, von der Fischerei (für den Export nach Tahiti), von der Kopra und von der Perlenfischerei. Wir schauen uns etwas auf der Gauguin’s Pearl Farm um, können aber leider keine Führung mitmachen, weil es zeitlich nicht passt. 100.000 Austern werden auf dieser Perlenfarm jedes Jahr vorsichtig geöffnet, um die Perlen zu ernten. Etwa ein Prozent der Perlen-Ausbeute ist von so guter Qualität, so dass sie sich für den Verkauf eignet – eine mühselige, aber zugleich sehr faszinierende Angelegenheit. Kein Wunder, dass der Preis einer kleinen, schwarzen Perle locker einen dreistelligen Eurobetrag kostet. Eine gute Qualität zeichnet sich dadurch aus, dass man die Umrisse seines Kopfes sehr gut in der Perle erkennen kann, erfahren wir. Rangigora ist aber noch für etwas anderes berühmt. Das Atoll gehört zu den besten Tauchgebieten der Welt. Ein intaktes Riff und eine große Artenvielfalt locken Taucherinnen und Taucher aus er ganzen Welt an. Wir tauchen nicht, gönnen uns aber noch einen Sprung ins 30 Grad warme Wasser der Lagune, bevor es gegen Mittag mit der Aranui weiter geht.Read more

  • Ua Huka – die letzte Insel im Archipel

    March 7 in French Polynesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Ua Huka gehört ebenfalls zu den kleineren Inseln der Marquesas, liegt allerdings etwas nördlicher. Es geht also noch einmal Richtung Norden. Grund dafür ist Samstag. Am Wochenende wird sich auf den größeren Inseln niemand für das Abladen der Waren finden, auf den kleineren dagegen schon, sagt Jörg. Also machen wir den Umweg. Auf Ua Huka gibt es am Pier eine Besonderheit. Es ist ein gut trainierter Hund, der alles durchschnüffelt. 20 000 € war der Schnüffler aus Australien der Regierung wert. Ua Huka ist die einzige Insel, auf der es noch keine Ratten gibt. Dass das auch so bleibt, dafür sorgt der Kleine. Die weiten Flächen der Insel sind die Heimat von Ziegen und etwa 1500 Wildpferden. Missionare hatten sie vor über 100 Jahren mitgebracht. Sie vermehrten sich und bewegen sich bis heute frei auf der Insel . Die Landschaft sieht mit ihren rotbraunen Felsen ganz anders aus, als auf den anderen Inseln. Wir besuchen einen botanischen Garten, bekommen Pflanzen vorgestellt, ebenso diverse Projekte, die von Frankreich aus finanziert werden. Und überhaupt investiert Frankreich in sein Überseedepartement sehr viel Geld. Die wenigsten Menschen zahlen Steuern und die sozialen Leistungen sind mit den Leistungen des Mutterlandes identisch. Auch wenn man nicht berufstätig war, steht jedem Marquesaner ab 63 Jahren eine Rente von 800 € zur Verfügung zu. Ist man krank, wird man kostenfrei nach Papeete geflogen, bekommt dort solange eine Unterkunft gestellt, bis man wieder gesund ist. Das gilt selbstverständlich auch für Zahnbehandlungen. Niemand zahlt dafür. Eine schwangere Frau wird ab dem 6 Monat der Schwangerschaft in eine Krankenstation gebracht, bis sie das Kind entbunden hat, außer es steht eine Hebamme auf ihrer Insel zur Verfügung. Der Verkauf von Kokosnüssen wird so stark subventioniert, dass nur Frankreich selber die Produkte abnimmt, weil sich sonst kein Käufer dafür findet. Die Liste ist sehr lang und es stellt sich die Frage – warum das alles? Geopolitische Gründe stehen sicher im Vordergrund und wo kann man schon, weit weg von allem, atomare Versuche starten? Die riesigen und zum Teil unbewohnten Atolle Franz. Polynesiens boten sich dafür förmlich an. Unser Mittagessen bekommen wir heute nicht an Bord, sondern in einem marquesanischen Restaurant. Es gibt Schwein und Ziege, sowie diverses Gemüse aus dem Erdofen. Am Abend legen wir wieder ab und verabschieden uns von diesem unglaublichen Archipel. Jeder wirft dazu eine Blume oder einen Zweig ins Meer – ein Symbol dafür, wieder zurück zu kommen. Der kommende Tag wird ein langer Seetag sein, bevor wir zum Atoll Rangiroa gelangen.Read more

  • Fatu Hiva – Tapa und Umu Hei

    March 6 in French Polynesia ⋅ 🌬 28 °C

    Auch hier werden wir und die Waren wieder auf Bargen an Land gebracht. Dieses Mal ist der Seegang allerdings nicht unbeträchtlich. Das Aussteigen erfordert von allen Beteiligten Konzentration. Wir kommen unbeschadet auf Fatu Hiva an, nur eine Fuhre voller Bierflasche schafft es nicht. Im Hafen kippt die Palette mit dem Bier unglücklich vom Kran, so dass ein Teil der Bierflaschen kaputt geht und der andere Teil im Hafenbecken landet. Ganz schön bitter für die Bewohner, denn das war die Ration für die kommenden 2 Wochen. Auf Fatu Hiva wird uns von einer Frau gezeigt, wie man aus der Rinde eines Baumes eine Art Stoff herstellt. Es sind traditionelle Tapa, die nur noch in wenigen Regionen Polynesiens hergestellt werden. Die Rinde wird so lange bearbeitet, bis eine breite, faserige Fläche entsteht. Früher hat man diese Stoffe als Umhang oder Unterlage genutzt. Heute entdecken wir sie hier auf dem Markt mit alten marquesanischen Tätowierungen. Und dann zeigt uns die Marquesanerin noch, wie sie aus den vielen Blumen und Pflanzen eine wunderbar duftendes Umu Hei herstellt. Dieses Bouquet wird oft als Schmuck im Haar genutzt. Fatu Hiva ist die südlichste Insel des Archipels, aber auch die isolierteste, was ihr ein klein wenig mehr an Authentizität verleiht. Die Insel besteht nur aus zwei Dörfern, die sich in der Mulde zweier Calderas befinden, die von den beiden Vulkanen der Insel gebildet wurden. Hanavave mit seinem barocken Basaltsäulen und Omoa, der Hauptort. Wir fahren mit dem Schiff gegen Mittag von Omoa nach Hanavave. In der Zeit begibt sich eine andere Gruppe auf eine gute 15 km Wanderung zwischen den Orten. Wir werden in Hanavave noch einmal mit der Barge an Land gebracht und schauen uns in dem kleinen verschlafenen Ort um. Thor Heyerdahl hat es im Übrigen für 3 Monate in den 1930er hier her verschlagen. Er lebte auf der Insel in einer Art Robinsonade.Read more

  • Tahuata und das erste Mal auf Bargen

    March 5 in French Polynesia ⋅ 🌬 28 °C

    Um 14:30 Uhr begeben wir uns auf die kleinste Insel der Marquesas – es ist Tahuata. Die Insel ist so klein, dass es dort kein Pier zum Anlegen der Aranui gibt. Alle Waren müssen auf Bargen verladen werden. Auch wir werden auf eine Barge zur Insel gebracht. Damit beim Ausstieg nichts schief geht, werden wir von vier Besatzungsmitgliedern unterstützt. Zwei von der Crew greifen uns auf dem Schiff unter die Arme und geben ihr OK zum Ausstieg. Dann werden wir zügig an zwei Crewmitglieder auf der Barge übergeben und schnell aufgefordert, uns zu setzten. Das gleiche Prozedere findet dann bei der Ankunft auf der Insel statt. Alles ist gut gegangen, so dass wir uns bald im Hauptort Vaitahu umschauen können. Wie immer ist die gesamte Bevölkerung bei der Ankunft auf den Beinen, denn die Aranui wird mit ihren Waren schon sehnsüchtig erwartet. Ein von Kopf bis Fuß tätowierter Marquesaner begrüßt uns mit kräftigem Blasen in ein Horn. Für die Bewohner ist die Ankunft der Aranui auch immer eine gute Gelegenheit, ihr wunderschönen Schnitzarbeiten anzubieten. 1559 traf der erste Europäer – ein Spanier Alvaro de Mendaña de Neyra - auf Tahuata ein. Er benannte die Inselgruppe nach Marqués de Mendoza, dem damaligen Vizekönig von Peru: „Las Islas Marquesas Don García Hurtado de Mendoza y Cañete“, verkürzt „Marquesas“. Danach hatten die Inselbewohner erst mal 200 Jahre ihre Ruhe, bevor die nächsten Europäer die Inseln wieder ansteuerten. Am Abend haben wir die Gelegenheit, die Brücke der Aranui zu besichtigen. Nur ein junger Offizier ist gerade vor Ort, denn wir fahren noch nicht. Harald darf sich deshalb auch mal auf dem Stuhl des Navigators setzen. Gegen 18 Uhr genießen wir wieder einmal einen unglaublichen Sonnenuntergang.Read more

  • Hiva Oa und Paul Gauguin

    March 5 in French Polynesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir landen schon sehr früh in Hiva Oa an, um genau zu sein um 3:00 Uhr morgens. Seit dieser Zeit ist die Crew dabei, sich um die Ladung zu kümmern. Wir bekommen davon nicht allzu viel mit. Spätestens gegen 6:00 Uhr beginnt aber auch für uns der Tag, denn um 6:30 Uhr gibt es Frühstück und um 8:00 geht es zu einer besonderen Stelle in Atuona, dem Hauptort der 2.243 zählenden Gemeinde. Wir stehen auf dem Friedhof und schauen auf die Gräber von Paul Gaugin und Jaques Brel. Die beiden Franzosen hat es in diese abgelegene Gegend verschlagen. Jaques Brel kam krank auf die Insel. Die Marquesaner konnten mit den schwermütigen Songs des Chansonniers nicht ganz so viel anfangen, aber sie liebten ihn, denn er brachte sie in Notfällen mit seinem kleinen Flieger nach Tahiti. 70 Jahre früher verschlug es eine andere Berühmtheit auf das Marquesas Archipel – es war Paul Gauguin. Er hoffte auf fröhliche und unbeschwerte Menschen in wunderbarer Landschaft, traf aber auf traumatisierte Polynesier an, die in den vergangenen Jahren viele Verluste hinnehmen mussten. Paul Gauguin legte sich mit der katholischen Kirche und den französischen Beamten an. Mehrfach saß er deshalb im lokalen Gefängnis. Sein Haus nannte er provokativ „Freudenhaus“ und das Kolonialwarengeschäft gegenüber seinem Haus wurde sein bester Kunde, wenn es um den Kauf von Absinth ging. Zum Schluss war er schwerkrank und hatte u.a. die Syphilis. Das Morphium bekam er wieder im Kolonialwarengeschäft. Eines Tages kaufte er mehr, als nur eine Ampulle. Am nächsten Tag fand man ihn Tod in seinem Haus. In einem kleinen Museum können wir die Bilder von ihm sehen – nicht die Originale, aber gut nachgearbeitete Kopien. Auch das Gebäude des Kolonialwarengeschäfts gibt es noch, man kann allerdings hier nichts mehr kaufen. Gegen Mittag gehen wir wieder aufs Schiff und fahren eine weitere Insel an. Es ist Tahuata.Read more

  • Ua Pou – auf kurvigen Wegen

    March 4 in French Polynesia ⋅ 🌬 28 °C

    Die Aranui kann auf Ua Pau wieder an einem Pier ankern. Während die Crew flink die Waren vom Schiff bringt, warten die Marquesaner bereits darauf, ihre Bestellungen entgegen zu nehmen und ihre landwirtschaftlichen Produkte damit zu verrechnen. Heute Morgen haben wir uns mit Jerome verabredet. Er wird uns ein Teil der Insel zeigen. Wir sind dieses Mal nicht allein, sondern haben uns mit Andrea und Jörg zusammengetan – ebenfalls Mitreisende auf der Aranui. Ua Pou hat bemerkenswerte Basalt-Gipfel, die im Moment allerdings von Wolken umschlossen sind. Kurvenreich geht es für uns entlang der Küste. Zunächst ist die Landschaft trocken. Jerome berichtet, dass es auf dieser Seite der Insel ungewöhnlicherweise seit gut 7 Jahren nicht richtig geregnet hat. Er selber leider mit seinem Hotel und Restaurant darunter, denn für seinen Betrieb benötigt er 2000 l/ pro Tag. Viele Touristen besuchen das Marquesas Archipel icht – gerade mal 6 000 im Jahr - zwei davon sind wir. Viele Möglichkeiten, hier her zu kommen gibt es auch nicht. Die Aranui ist eine Variante. Eine andere Variante ist das Flugzeug. Ua Pou hat einen Flughafen und damit einen der Gefährlichsten der Welt. Er rangiert an 5. Stelle! Grund: die Landebahn ist kurz und die Winde unberechenbar. Wir kommen an diesem Flughafen vorbei und sind uns einig, dass die Aranui die weitaus bessere Variante ist. Nach der Shark-Bay (Im August kommen in diese Bucht viel Oktopusse - die Leibspeise der Haie) wird es grün. Wir befinden uns damit bereits an der Westküste. Irgendwann ist allerdings Schluss – die Straße endet hier. Gegen Mittag sind wir wieder zurück. Die Crew ist immer noch mit den Waren beschäftigt. Kurz vor Sonnenuntergang ist dann aber alles verladen.Read more

  • Die Marqueses – Nuku Hiva

    March 3 in French Polynesia ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir sind in den Marquesas angekommen. Am frühen Morgen, bei Sonnenaufgang, laufen wir in den Hafen von Nuku Hiva ein. Die größte Insel und gleichzeitig die Hauptinsel des Archipels liegt ca. 1400 km von Tahiti entfernt. Wie alle Inseln des Marquesas Archipels ist Nuku Hiva vulkanisch und wurde durch die entstandenen Kämme von Vulkanen gebildet, die jedoch schon seit 2 Millionen Jahren erloschen sind. Der höchste Gipfel von Nuku Hiva ist der Mount Tekao mit 1223 m. Auf der Insel leben 2951 Menschen, nur ein Bruchteil der Bevölkerung, die hier noch vor 150 Jahren lebten. Sklaverei, eingeschleppte Seuchen und Krankheiten durch Walfänger und anderen Europäern sorgten für eine Kahlschlag bei der Bevölkerung. Die geliebten Familienverbände zerbrachen, weil zu viele starben. Traditionen konnten nicht mehr weitergegeben werden, das Wissen ging verloren. Die Missionare der Katholische Kirche tat dann ihr Übriges, verbaten Tänze, Tattoos und den Kannibalismus. Seit gut 30 Jahren besinnt sich die Bevölkerung auf ihre Traditionen und pflegt sie - nur nicht den Kanibalismus. Schon in der Grundschule werden Kinder an die Musik und die Tänze herangeführt. Tattoos sind bei vielen Marquesanern wieder zu sehen. Wir sind auf der Insel mit Christina in ihrem SUV unterwegs. Nach dem Besuch der Kathedrale Notre-Dame de Taihoae des gleichnamigen Hauptortes fahren wir ins Taipivai Tal. Das Tal ist berühmt durch das Buch „Taipi“ des amerikanischen Schriftstellers Hermann Melville im Jahr 1842 berühmt geworden. In diesem Buch beschrieb er seine Flucht von einem Walfängerschiff und sein Aufenthalt danach in genau diesem Tal. Dies und vieles mehr erfahren wir von Jörg. Jörg ist unser Guide auf dem Schiff, der die deutschsprachigen Gruppen mit seinem großen Wissen begleitet. Er lebt seit 20 Jahren auf Tahiti. Wir besuchen Opferstätten der früheren Stämme der Inseln im dichten Grün – große Steinaltare - dessen Zugang damals nur für Priester erlaubt war. Unter dem großen Banyanbaum, wo heute Marquesaner für uns ihre sehr martialisch wirkenden Tänze vorführen, wurden früher Menschenknochen deponiert, nachdem sie geopfert und deren Mana einverleibt wurde. Am Nachmittag kehren wir wieder auf das Schiff zurück. Die Mannschaft war während unserer Abwesenheit fleißig, hat Waren entladen und Waren entgegengenommen. Die mitgebachten Gabelstapler schieben Container über die Anlegestelle und ein Hubschrauber wird vom Schiff geholt – ein anderer aufgeladen. Auf dem Archipel gibt es insgesamt 2 Hubschrauber – für Notfälle, denn auf Nuku Hiva befindet sich das Krankenhaus für diese Region.Read more