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In den Weiten des Pazifiks

Unsere Reise geht Read more
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    🌊 Pazifischer Ozean

    Ua Huka – die letzte Insel im Archipel

    March 7 in French Polynesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Ua Huka gehört ebenfalls zu den kleineren Inseln der Marquesas, liegt allerdings etwas nördlicher. Es geht also noch einmal Richtung Norden. Grund dafür ist Samstag. Am Wochenende wird sich auf den größeren Inseln niemand für das Abladen der Waren finden, auf den kleineren dagegen schon, sagt Jörg. Also machen wir den Umweg. Auf Ua Huka gibt es am Pier eine Besonderheit. Es ist ein gut trainierter Hund, der alles durchschnüffelt. 20 000 € war der Schnüffler aus Australien der Regierung wert. Ua Huka ist die einzige Insel, auf der es noch keine Ratten gibt. Dass das auch so bleibt, dafür sorgt der Kleine. Die weiten Flächen der Insel sind die Heimat von Ziegen und etwa 1500 Wildpferden. Missionare hatten sie vor über 100 Jahren mitgebracht. Sie vermehrten sich und bewegen sich bis heute frei auf der Insel . Die Landschaft sieht mit ihren rotbraunen Felsen ganz anders aus, als auf den anderen Inseln. Wir besuchen einen botanischen Garten, bekommen Pflanzen vorgestellt, ebenso diverse Projekte, die von Frankreich aus finanziert werden. Und überhaupt investiert Frankreich in sein Überseedepartement sehr viel Geld. Die wenigsten Menschen zahlen Steuern und die sozialen Leistungen sind mit den Leistungen des Mutterlandes identisch. Auch wenn man nicht berufstätig war, steht jedem Marquesaner ab 63 Jahren eine Rente von 800 € zur Verfügung zu. Ist man krank, wird man kostenfrei nach Papeete geflogen, bekommt dort solange eine Unterkunft gestellt, bis man wieder gesund ist. Das gilt selbstverständlich auch für Zahnbehandlungen. Niemand zahlt dafür. Eine schwangere Frau wird ab dem 6 Monat der Schwangerschaft in eine Krankenstation gebracht, bis sie das Kind entbunden hat, außer es steht eine Hebamme auf ihrer Insel zur Verfügung. Der Verkauf von Kokosnüssen wird so stark subventioniert, dass nur Frankreich selber die Produkte abnimmt, weil sich sonst kein Käufer dafür findet. Die Liste ist sehr lang und es stellt sich die Frage – warum das alles? Geopolitische Gründe stehen sicher im Vordergrund und wo kann man schon, weit weg von allem, atomare Versuche starten? Die riesigen und zum Teil unbewohnten Atolle Franz. Polynesiens boten sich dafür förmlich an. Unser Mittagessen bekommen wir heute nicht an Bord, sondern in einem marquesanischen Restaurant. Es gibt Schwein und Ziege, sowie diverses Gemüse aus dem Erdofen. Am Abend legen wir wieder ab und verabschieden uns von diesem unglaublichen Archipel. Jeder wirft dazu eine Blume oder einen Zweig ins Meer – ein Symbol dafür, wieder zurück zu kommen. Der kommende Tag wird ein langer Seetag sein, bevor wir zum Atoll Rangiroa gelangen.Read more

  • Fatu Hiva – Tapa und Umu Hei

    March 6 in French Polynesia ⋅ 🌬 28 °C

    Auch hier werden wir und die Waren wieder auf Bargen an Land gebracht. Dieses Mal ist der Seegang allerdings nicht unbeträchtlich. Das Aussteigen erfordert von allen Beteiligten Konzentration. Wir kommen unbeschadet auf Fatu Hiva an, nur eine Fuhre voller Bierflasche schafft es nicht. Im Hafen kippt die Palette mit dem Bier unglücklich vom Kran, so dass ein Teil der Bierflaschen kaputt geht und der andere Teil im Hafenbecken landet. Ganz schön bitter für die Bewohner, denn das war die Ration für die kommenden 2 Wochen. Auf Fatu Hiva wird uns von einer Frau gezeigt, wie man aus der Rinde eines Baumes eine Art Stoff herstellt. Es sind traditionelle Tapa, die nur noch in wenigen Regionen Polynesiens hergestellt werden. Die Rinde wird so lange bearbeitet, bis eine breite, faserige Fläche entsteht. Früher hat man diese Stoffe als Umhang oder Unterlage genutzt. Heute entdecken wir sie hier auf dem Markt mit alten marquesanischen Tätowierungen. Und dann zeigt uns die Marquesanerin noch, wie sie aus den vielen Blumen und Pflanzen eine wunderbar duftendes Umu Hei herstellt. Dieses Bouquet wird oft als Schmuck im Haar genutzt. Fatu Hiva ist die südlichste Insel des Archipels, aber auch die isolierteste, was ihr ein klein wenig mehr an Authentizität verleiht. Die Insel besteht nur aus zwei Dörfern, die sich in der Mulde zweier Calderas befinden, die von den beiden Vulkanen der Insel gebildet wurden. Hanavave mit seinem barocken Basaltsäulen und Omoa, der Hauptort. Wir fahren mit dem Schiff gegen Mittag von Omoa nach Hanavave. In der Zeit begibt sich eine andere Gruppe auf eine gute 15 km Wanderung zwischen den Orten. Wir werden in Hanavave noch einmal mit der Barge an Land gebracht und schauen uns in dem kleinen verschlafenen Ort um. Thor Heyerdahl hat es im Übrigen für 3 Monate in den 1930er hier her verschlagen. Er lebte auf der Insel in einer Art Robinsonade.Read more

  • Tahuata und das erste Mal auf Bargen

    March 5 in French Polynesia ⋅ 🌬 28 °C

    Um 14:30 Uhr begeben wir uns auf die kleinste Insel der Marquesas – es ist Tahuata. Die Insel ist so klein, dass es dort kein Pier zum Anlegen der Aranui gibt. Alle Waren müssen auf Bargen verladen werden. Auch wir werden auf eine Barge zur Insel gebracht. Damit beim Ausstieg nichts schief geht, werden wir von vier Besatzungsmitgliedern unterstützt. Zwei von der Crew greifen uns auf dem Schiff unter die Arme und geben ihr OK zum Ausstieg. Dann werden wir zügig an zwei Crewmitglieder auf der Barge übergeben und schnell aufgefordert, uns zu setzten. Das gleiche Prozedere findet dann bei der Ankunft auf der Insel statt. Alles ist gut gegangen, so dass wir uns bald im Hauptort Vaitahu umschauen können. Wie immer ist die gesamte Bevölkerung bei der Ankunft auf den Beinen, denn die Aranui wird mit ihren Waren schon sehnsüchtig erwartet. Ein von Kopf bis Fuß tätowierter Marquesaner begrüßt uns mit kräftigem Blasen in ein Horn. Für die Bewohner ist die Ankunft der Aranui auch immer eine gute Gelegenheit, ihr wunderschönen Schnitzarbeiten anzubieten. 1559 traf der erste Europäer – ein Spanier Alvaro de Mendaña de Neyra - auf Tahuata ein. Er benannte die Inselgruppe nach Marqués de Mendoza, dem damaligen Vizekönig von Peru: „Las Islas Marquesas Don García Hurtado de Mendoza y Cañete“, verkürzt „Marquesas“. Danach hatten die Inselbewohner erst mal 200 Jahre ihre Ruhe, bevor die nächsten Europäer die Inseln wieder ansteuerten. Am Abend haben wir die Gelegenheit, die Brücke der Aranui zu besichtigen. Nur ein junger Offizier ist gerade vor Ort, denn wir fahren noch nicht. Harald darf sich deshalb auch mal auf dem Stuhl des Navigators setzen. Gegen 18 Uhr genießen wir wieder einmal einen unglaublichen Sonnenuntergang.Read more

  • Hiva Oa und Paul Gauguin

    March 5 in French Polynesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir landen schon sehr früh in Hiva Oa an, um genau zu sein um 3:00 Uhr morgens. Seit dieser Zeit ist die Crew dabei, sich um die Ladung zu kümmern. Wir bekommen davon nicht allzu viel mit. Spätestens gegen 6:00 Uhr beginnt aber auch für uns der Tag, denn um 6:30 Uhr gibt es Frühstück und um 8:00 geht es zu einer besonderen Stelle in Atuona, dem Hauptort der 2.243 zählenden Gemeinde. Wir stehen auf dem Friedhof und schauen auf die Gräber von Paul Gaugin und Jaques Brel. Die beiden Franzosen hat es in diese abgelegene Gegend verschlagen. Jaques Brel kam krank auf die Insel. Die Marquesaner konnten mit den schwermütigen Songs des Chansonniers nicht ganz so viel anfangen, aber sie liebten ihn, denn er brachte sie in Notfällen mit seinem kleinen Flieger nach Tahiti. 70 Jahre früher verschlug es eine andere Berühmtheit auf das Marquesas Archipel – es war Paul Gauguin. Er hoffte auf fröhliche und unbeschwerte Menschen in wunderbarer Landschaft, traf aber auf traumatisierte Polynesier an, die in den vergangenen Jahren viele Verluste hinnehmen mussten. Paul Gauguin legte sich mit der katholischen Kirche und den französischen Beamten an. Mehrfach saß er deshalb im lokalen Gefängnis. Sein Haus nannte er provokativ „Freudenhaus“ und das Kolonialwarengeschäft gegenüber seinem Haus wurde sein bester Kunde, wenn es um den Kauf von Absinth ging. Zum Schluss war er schwerkrank und hatte u.a. die Syphilis. Das Morphium bekam er wieder im Kolonialwarengeschäft. Eines Tages kaufte er mehr, als nur eine Ampulle. Am nächsten Tag fand man ihn Tod in seinem Haus. In einem kleinen Museum können wir die Bilder von ihm sehen – nicht die Originale, aber gut nachgearbeitete Kopien. Auch das Gebäude des Kolonialwarengeschäfts gibt es noch, man kann allerdings hier nichts mehr kaufen. Gegen Mittag gehen wir wieder aufs Schiff und fahren eine weitere Insel an. Es ist Tahuata.Read more

  • Ua Pou – auf kurvigen Wegen

    March 4 in French Polynesia ⋅ 🌬 28 °C

    Die Aranui kann auf Ua Pau wieder an einem Pier ankern. Während die Crew flink die Waren vom Schiff bringt, warten die Marquesaner bereits darauf, ihre Bestellungen entgegen zu nehmen und ihre landwirtschaftlichen Produkte damit zu verrechnen. Heute Morgen haben wir uns mit Jerome verabredet. Er wird uns ein Teil der Insel zeigen. Wir sind dieses Mal nicht allein, sondern haben uns mit Andrea und Jörg zusammengetan – ebenfalls Mitreisende auf der Aranui. Ua Pou hat bemerkenswerte Basalt-Gipfel, die im Moment allerdings von Wolken umschlossen sind. Kurvenreich geht es für uns entlang der Küste. Zunächst ist die Landschaft trocken. Jerome berichtet, dass es auf dieser Seite der Insel ungewöhnlicherweise seit gut 7 Jahren nicht richtig geregnet hat. Er selber leider mit seinem Hotel und Restaurant darunter, denn für seinen Betrieb benötigt er 2000 l/ pro Tag. Viele Touristen besuchen das Marquesas Archipel icht – gerade mal 6 000 im Jahr - zwei davon sind wir. Viele Möglichkeiten, hier her zu kommen gibt es auch nicht. Die Aranui ist eine Variante. Eine andere Variante ist das Flugzeug. Ua Pou hat einen Flughafen und damit einen der Gefährlichsten der Welt. Er rangiert an 5. Stelle! Grund: die Landebahn ist kurz und die Winde unberechenbar. Wir kommen an diesem Flughafen vorbei und sind uns einig, dass die Aranui die weitaus bessere Variante ist. Nach der Shark-Bay (Im August kommen in diese Bucht viel Oktopusse - die Leibspeise der Haie) wird es grün. Wir befinden uns damit bereits an der Westküste. Irgendwann ist allerdings Schluss – die Straße endet hier. Gegen Mittag sind wir wieder zurück. Die Crew ist immer noch mit den Waren beschäftigt. Kurz vor Sonnenuntergang ist dann aber alles verladen.Read more

  • Die Marqueses – Nuku Hiva

    March 3 in French Polynesia ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir sind in den Marquesas angekommen. Am frühen Morgen, bei Sonnenaufgang, laufen wir in den Hafen von Nuku Hiva ein. Die größte Insel und gleichzeitig die Hauptinsel des Archipels liegt ca. 1400 km von Tahiti entfernt. Wie alle Inseln des Marquesas Archipels ist Nuku Hiva vulkanisch und wurde durch die entstandenen Kämme von Vulkanen gebildet, die jedoch schon seit 2 Millionen Jahren erloschen sind. Der höchste Gipfel von Nuku Hiva ist der Mount Tekao mit 1223 m. Auf der Insel leben 2951 Menschen, nur ein Bruchteil der Bevölkerung, die hier noch vor 150 Jahren lebten. Sklaverei, eingeschleppte Seuchen und Krankheiten durch Walfänger und anderen Europäern sorgten für eine Kahlschlag bei der Bevölkerung. Die geliebten Familienverbände zerbrachen, weil zu viele starben. Traditionen konnten nicht mehr weitergegeben werden, das Wissen ging verloren. Die Missionare der Katholische Kirche tat dann ihr Übriges, verbaten Tänze, Tattoos und den Kannibalismus. Seit gut 30 Jahren besinnt sich die Bevölkerung auf ihre Traditionen und pflegt sie - nur nicht den Kanibalismus. Schon in der Grundschule werden Kinder an die Musik und die Tänze herangeführt. Tattoos sind bei vielen Marquesanern wieder zu sehen. Wir sind auf der Insel mit Christina in ihrem SUV unterwegs. Nach dem Besuch der Kathedrale Notre-Dame de Taihoae des gleichnamigen Hauptortes fahren wir ins Taipivai Tal. Das Tal ist berühmt durch das Buch „Taipi“ des amerikanischen Schriftstellers Hermann Melville im Jahr 1842 berühmt geworden. In diesem Buch beschrieb er seine Flucht von einem Walfängerschiff und sein Aufenthalt danach in genau diesem Tal. Dies und vieles mehr erfahren wir von Jörg. Jörg ist unser Guide auf dem Schiff, der die deutschsprachigen Gruppen mit seinem großen Wissen begleitet. Er lebt seit 20 Jahren auf Tahiti. Wir besuchen Opferstätten der früheren Stämme der Inseln im dichten Grün – große Steinaltare - dessen Zugang damals nur für Priester erlaubt war. Unter dem großen Banyanbaum, wo heute Marquesaner für uns ihre sehr martialisch wirkenden Tänze vorführen, wurden früher Menschenknochen deponiert, nachdem sie geopfert und deren Mana einverleibt wurde. Am Nachmittag kehren wir wieder auf das Schiff zurück. Die Mannschaft war während unserer Abwesenheit fleißig, hat Waren entladen und Waren entgegengenommen. Die mitgebachten Gabelstapler schieben Container über die Anlegestelle und ein Hubschrauber wird vom Schiff geholt – ein anderer aufgeladen. Auf dem Archipel gibt es insgesamt 2 Hubschrauber – für Notfälle, denn auf Nuku Hiva befindet sich das Krankenhaus für diese Region.Read more

  • Fakarava – sie nannte sie auch Wittgenstein

    March 1 in French Polynesia ⋅ ☁️ 27 °C

    Wie sind die Nacht durchgefahren. Erst um 6 Uhr geht es mit der Aranui durch eine der beiden Fahrrinnen des Atolls Fakakara. Es ist eines der ältesten und größten Atolle franz. Polynesiens – nur der Ring ist vom vulkanischen Ursprung erhalten geblieben – und der gestaltet sich flach. In der Lagune des Atolls schimmert das glasklare Wasser türkis. Weiße Sandstrände, dann ein grüner Streifen mit Kokosnusspalmen und tropischen Bäumen und Büsche. Nur ein Teil des Atollrings ist bewohnbar. Die Aranui ankert vor dem kleinen Hauptort Rotoava in der Lagune. Hier gibt keine Möglichkeit an einem Pier anzulegen. Mit Bargen werden wir nacheinander an Land gebracht. Fakarava ist die einzige Insel, die von der Aranui nicht beliefert wird. Sie ist einfach zu schön, um nur vorbeizufahren. Und – ganz wichtig – die Crew überprüft die Rettungsbote in der Lagune – lässt sie zu Wasser und testet alles. Wir können uns währenddessen umsehen. Es ist Sonntagvormittag und das Leben scheint noch geruhsamer als sonst zu sein. Aus der kleinen Kirche erklingt Musik und die Menschen haben sich für den Gottesdienst fein gemacht. Kleine Zitronen- und Ammenhaie tummeln sich ungeniert im flachen Wasser der Lagune, etwas weiter lassen es sich Schwimmer gut gehen. Irgendwie mischten die Deutschen auf diesem kleinen Atoll mit, denn Fakarava wurde 1820 vom deutschen Offizier Fabian Gottlieb von Bellinghausen für Europa entdeckt. Er nannte das Atoll zu Ehren des russischen Generalfeldmarschalls Ludwig Adolf Peter zu Wittgenstein. Heute – keine Spuren mehr davon und alles vergessen. Die Menschen leben vom Tourismus und von den Kokosnüssen. Gegen Mittag geht es wieder auf das Schiff. Nun haben wir eine lange Strecke vor uns. Wir werden mit 13 Knoten ~ 25 Std/ km zwei Nächte und 1 ½ Tage durchfahren, um zu den abgelegenen Marquesas Inseln zu gelangen.Read more

  • Auf der Aranui – Einschiffung

    February 28 in French Polynesia ⋅ ⛅ 28 °C

    Es gibt es - das kleine Internetzeitfenster auf der Aranui. Ich nutze es, solange es möglich ist. Es geht früh los – bis 9 Uhr müssen alle auf dem Schiff sein. Für die nächsten 12 Tage wird die Aranui 5 unser Zuhause sein. Sie wird uns zu den abgelegenen Inseln und Atolle im Pazifik bringen. Aber nicht nur uns, sondern noch weitere knapp 180 Gäste und jede Menge Waren. Von den Gästen ist auch immer eine kleine Zahl an Einheimische an Bord, selbstverständlich zu vergünstigten Preisen. Ziel sind die abgelegenen Marquesas Inseln. Wir sind auf einem Schiff, dass zur Hälfte ein Passagierschiff und zum anderen Teil ein Frachter ist. Unverkennbar stapeln sich im vorderen Bereich Container, dazwischen Kräne, im hinteren Teil befinden sich die Kabinen, Decks und ein kleiner Pool. Die 105 starke Mannschaft besteht zu 90 % aus Polynesiern, viel kommen von den Inseln selber. Bevor es jedoch los geht, gibt es als Willkomms-Geste und Einstimmung auf die Reise eine polynesische Darbietung. Die Gesänge und Tänze machen sichtlich nicht nur uns Spaß, sondern auch den Akteuren selber. Danach wird es ernst – eine Sicherheitseinweisung folgt, dann legt das Schiff gegen Mittag ab. Gegen Abend haben wir auf See einen fantastischen Sonnenuntergang, den es so wohl nur hier gibt.Read more

  • Tahiti und Olympia 2024

    February 26 in French Polynesia ⋅ 🌙 25 °C

    Tahiti ist klein. Eine Umrundung kann auf der Ringstraße des Inselteils Tahiti Nui in rund 2 Stunden gelingen, denn es sind nur ca. 120 Km. Tahiti besteht aus zwei bereits erloschenen Vulkanen. Sie haben die Inselteile Tahiti Nui und Tahiti Iti ausgebildet. Dazwischen liegt eine 2 km lange Landmasse. Tahiti Iti kann man nicht umrunden. Die höchste Erhebung auf Tahiti Nui ist Mont Orohena mit 2241 m. Das unbewohnte Inselinnere ist dicht mit tropischer Vegetation bewachsen und wird von unbefestigten Wegen und Fußpfaden nur stellenweise erschlossen. Insgesamt also eine imposantes Island. Nach unserem Frühstück fahren wir mit dem Auto auf dem südöstlichen Teil der Ringstraße nach Teahupo'o. Die Straße ist gut asphaltiert, obwohl dieser Teil der Insel ziemlich abgelegen ist und letztendlich auf Tahiti Iti in einer Sackgasse endet. Das Ganze hat natürlich einen Grund – es sind die Olympischen Sommerspiele von 2024. Teahupo’o ist die abgelegenste Außenstelle der Olympischen Spiele und fast 16.000 Kilometer von Paris entfernt. Die Olympiaorganisatoren wollten eigenen Angaben zufolge die Spiele auf ganz Frankreich verteilen, denn Franz.-Polynesien ist ein französisches Übersee-Territorium. 48 Surfer und Surferinnen surften hier eine der bekanntesten, besten und gefährlichsten Welle der Welt vor einer paradiesischen Kulisse. Gefährlich deshalb, weil die Welle über einem Korallenriff bricht. Wer stürzt, ist nicht selten von Schnitten durch das Riff übersät. Einige entschieden sich deshalb für das Tragen eines Helmes. Die Welle selber ist weit draußen und von Land nicht gut zu erkennen. Der Ort ist wirklich sehr beschaulich, einzig die Olympischen Ringe und ein paar Hinweise lassen erkennen, was hier abgelaufen ist. Am nächsten Tag wird es in Papeete trubeliger, denn sie ist die Hauptstadt von Französisch-Polynesien. Wir schlendern am Vormittag entlang der Hafenpromenade und schauen in der Markthalle vorbei. Es ist warm und die Luftfeuchtigkeit hoch. Eine Brise vom Meer sorgt für etwas Abkühlung. Und dann entdecken wir sie – die Aranui 5, auf der wir morgen an Bord gehen. Heute wird sie noch beladen, denn das Schiff versorgt auch die weit abgelegenen Inseln. Aber dazu später mehr. Ob wir während unserer Tour mit der Arnaui jeden Tag berichten können, wissen wir nicht, denn dazu wäre Internet nötig.Read more

  • Tahiti und unsere Ankunft

    February 26 in French Polynesia ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach knapp 5 Stunden landet der Kapitän der Air Tahiti Nui zielgenau seine Maschine im gefühlten nirgendwo des Pazifiks. Wir sind auf Tahiti gelandet und nun endgültig in Polynesien angekommen. Trotz später Stunde spielt im Eingangsbereich des Flughafens ein Band Südseeklänge. Eine Polynesierin schwingt dazu ihre Hüften. Eine wunderbare Begrüßung. Die Frauen haben eine Frangipani hinter ihrem Ohr geklemmt und die Männer tragen ein buntes Hemd über ihre stets etwas fülligen Körper. Mit dem Zeitunterschied wird es etwas kompliziert. Zu Neuseeland ist der Unterschied eine Stunde – das geht noch. Waren wir in Neuseeland immer einen Tag voraus, hinken wir nun auf Tahiti fast einen Tag hinter Deutschland hinterher. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt jetzt 11 Stunden. Warum das alles? Wir haben während des Flugs die Datumsgrenze überschritten! Das hat zur Folge, dass wir Donnerstag, den 26.02 zweimal erleben. Unsere Unterkunft ist nicht weit vom Flughafen entfernt. Tahia, die Besitzerin, hatte uns ja bereits in Neuseeland kontaktiert. Für unsere späte Anreise bekamen wir bereits für das Hoftor der Lodge einen Code. Unser Zimmer ist über eine kleine Terrasse begehbar und nicht verschlossen. Vorab hatten wir uns schon mit ihr darüber verständigt, dass wir für die kommenden zwei Tage einen kleinen Suzuki Swift mieten können. Am Morgen bekommen wir von ihr dann die Nachricht, dass das Auto bereits auf dem Hof steht, der Schlüssel dazu im Auto läge und wenn wir wollten, könnten wir das Fahrzeug gleich nutzen. Wir könnten aber auch warten, bis ihre Mitarbeiterin da wäre, um die Dinge dazu zu klären. Alles kein Problem. Keine Papiere vorab, keinen Führerschein vorzeigen - das Vertrauen ist groß und alles sehr entspannt.Read more

  • Auckland – City of Sails

    February 25 in New Zealand ⋅ ⛅ 24 °C

    Auckland liegt an der schmalsten Stelle des Landes zwischen Pazifik und Tasman Sea. In der „City of Sails“ weht immer eine frische Brise. Die Aucklander deuten mit dem Beinamen dezent an, dass jeder sechste von ihnen ein eigenes Segelboot im Hafen liegen hat. Unser erster Gang ist deshalb der Weg zum Hafen, dort, wo auch die Fähren ablegen und dort, wo die schönen Jachten liegen. Der 40 m lange Segler SPIRIT OF NEW ZEALAND wird gerade für eine Segeltour vorbereitet und an einer anderen Stelle ankern zwei große Kreuzfahrtschiffe. Es ist mächtig was los. Die mit fast 1,5 Mio. Einwohnern größte Stadt Neuseelands wurde 1840 gegründet und war für ein paar Jahre Hauptstadt, bis Wellington 1865 dann Regierungssitz wurde. Bis heute gibt es einen Wettstreit zwischen den beiden Metropolen, wobei man sich meist aufs Wesentliche konzentriert, also die Sportergebnisse und die Zahl der Cafés. Von den Einwohnern der Stadt sind ein Viertel Maori bzw. stammen von Samoa und den Cook Islands. Man bezeichnet Auckland deshalb auch als polynesische Hauptstadt der Welt. Um uns einen Überblick zu verschaffen, buchen wir eine Tour mit dem Hop-on-Hop-off-Bus. Dabei wird schnell deutlich, dass es nur im Innenstadtbereich Hochhäuser gibt, drumherum zeigt sich ein anderes Bild. Flache Bebauung – in den Vororten. Ein Großteil der Bewohner Aucklands lebt in eigenen Häusern. Wir lassen uns treiben und genießen die restlichen Tage in Neuseeland. In Auckland hatten wir uns bewusst ein Hotel inmitten der Stadt ausgesucht – zwischen all´ den Hochhäusern. Ein Kontrast zu den bislang sehr naturnahen Stellplätzen auf unserer Tour mit dem Camper. Im Hotel sind wir im obersten Stockwerk gelandet und genießen damit einen fantastischen Blick. Ein paar organisatorische Dinge stehen an, denn wir haben unsere Reise komplett selber organisiert. Einige Mails mit unserem Vermieter des Campers sind erforderlich und unsere Unterkunft in Papeete auf Tahiti fragt nach unserer Ankunftszeit. Die Besitzer einer kleinen Lodge erwarten uns. Da wir in Papeete erst um 22 Uhr landen, bekommen wir gleich Tipps für unsere Ankunft. Wir sind startklar für Französisch-Polynesien und nehmen Abschied von Neuseeland.Read more

  • Wie war es so – mit dem Camper?

    February 22 in New Zealand ⋅ 🌙 17 °C

    Nach 23 Tagen geben wir unseren Camper ohne Blessuren wieder ab. Gemütlich war er, mit viel Komfort, aber mit 7,50 m etwas groß. Vor genau 10 Jahren waren wir schon einmal mit einem Camper in Neuseeland unterwegs. Was für Veränderungen gibt es? Damals schrieb ich: „Die Straßenverhältnisse sind generell recht gut. Oft leer, viele Kurven, bestens ausgeschildert und unser Navi bringt uns überall hin. Der Sprit ist billig – für Diesel zahlen wir umgerechnet 0,50 €/ l. Die Neuseeländer selber sind keine Roadies auf der Straße und wissen, dass sie immer mit einem „Rechtsfahrer“ rechnen müssen“. Und heute? Diesel ist mit umgerechnet 0,90 €/l immer noch günstig – aber die Straßen sind deutlich voller geworden und das Fahrverhalten jetzt nicht immer rücksichtsvoll. Geblieben ist ein Land mit freundlichen und entspannten Bewohnern. Und für irgendwelche Kuriositäten, wie einen Gummistiefel-Zaun sind die Kiwis immer zu haben. Die Natur ist nach wie vor grandios. Nur wenige Schritte abseits versetzten uns immer wieder in eine Art Dschungel mit allem, was dazu gehört. Für die nächsten 3 Tage begeben wir uns in einen anderen Dschungel – in den Großstadt-Dschungel. Wir sind in Auckland.Read more

  • Eine Königin und Surfer

    February 21 in New Zealand ⋅ ☀️ 19 °C

    Die letzten Tage mit unserem Camper brechen an. Wir sind in der Nähe von Hamilton, um genau zu sein in Ngāruawāhia am heiligen Mount Taupiri. In diesem fast unaussprechlichen Ort gibt es ein Parlamentsgebäude - unscheinbar, aber für die meisten Maori wichtig. Es ist das Tūrangawaewae-Haus. Maorische, parlamentarische Versammlungen fanden hier allerdings selten statt. Heute beherbergt es stattdessen eine Gesundheitsklinik und das lokale Māori Grundbuchamt. Wir erfahren, dass die Maori eine Königin haben. Es ist die 29 Jahre alte Ngā Wai Hono i te Pō. Sie ist das achte Oberhaupt der indigenen Bevölkerung des Pazifikstaats, seit im Jahr 1858 die Kiingitanga, die Königsbewegung, mit dem Ziel gegründet wurde, die verschiedenen Stammesgruppen, zu vereinen. Das Amt ist zwar generell nicht vererbbar, aber alle bisherigen Oberhäupter sind direkte Nachkommen ihrer Vorgänger. Ngā Wai hat einen Abschluss in den Studien von Grundsätzen, Recht und Brauchtum der Māori. Etwas mehr als 17 Prozent der Bevölkerung gehören zu der Volksgruppe. An vielen Stellen im Land sehen wir ihre Symbole, wie zum Beispiel bei einer Umrandung an einem Supermarkteingang. Viele Ortsnamen oder Landschaftsbezeichnungen sind in der Sprache der Maori. Die Maori-Königin hat zwar auf staatlicher Ebene keine Macht, hat aber durchaus gesellschaftlichen Einfluss. So vertrat sie Neuseeland bei repräsentativen Terminen im Ausland wie der Krönung von König Charles III. und bei den Olympischen Spielen in Paris. Zu tun hat die Königin genug, denn ihre Volksgruppe leidet unter Arbeitslosigkeit und diversen Suchtproblemen. Es ist Samstag und das Wetter perfekt für einen ausgelassenen Strandaufenthalt in Raglan – einem Surfhotspot. Wir sind immer wieder begeistert von diesem Sport. Bei den kleinen Wellen sind die Surfanfänger aktiv, die größeren Wellen nehmen die Fortgeschrittenen in Angriff. Im kleinen Städtchen selber ist jede Menge los – Shops und Cafés sind gut gefüllt.Read more

  • Coromandel und heiße Strände

    February 19 in New Zealand ⋅ ☀️ 23 °C

    Es gibt sie durchaus – die nicht so schönen Ecken in Neuseeland. Opotoki gehört dazu. Die kleine Stadt im östlichen Teil der Region Bay of Plenty macht im Stadtkern einen eher trostlosen Eindruck. An einigen Gebäuden wurde schon lange nichts mehr gemacht und viele Geschäfte sind geschlossen. Die Tankstelle und der Supermarkt sind die neuesten Errungenschaften in diesem verschlafenen Ort. 50 km weiter stehen dann wieder super schicke Häuser. Wir fahren entlang der Bay of Plenty Richtung Norden – zur Coromandel Halbinsel. Traumhafte Strände mit türkisfarbenem Meer, feinem Sand (ohne Sandfliegen!) und verrückte Leute, die zu bestimmten Zeiten mit einem Spaten anrücken und Löcher buddeln, die dann mit warmem Wasser volllaufen. Wir sind am Hot Water Beach. Noch eine Quelle – dieses Mal an einem eng begrenzten Abschnitt des Sandstrandes. Das Ganze funktioniert allerdings nur bei Ebbe. Auch ohne Spaten stehen unsere Füße - nur schon nach kurzem Buddeln – in heißem Wasser! Irre. Nach zweimal freiem Stehen, steuern wir für die kommende Nacht wieder einen Campingplatz an. In einer Bucht im Ort Hahei werden wir fündig. Von hier haben wir einen wunderbaren Blick auf die zerklüfteten Mercury Islands. Mit unserem Wohnmobil könnten wir durchaus länger auf freien Plätzen stehen. Entsorgungsstationen außerhalb von Campingplätzen gibt es reichlich. Mit zwei Gasflaschen kommen wir weit, zumal es auch hier ein gutes Versorgungsnetz gibt. Haben wir kein Stromanschluss, springt der Kühlschrank automatisch in den Gasbetriebenen Modus, ebenso während der Fahrt. Zwei Solarpanelen erzeugen Strom. Im Camper haben wir unbegrenztes Wifi und an vielen Stellen im Innenraum USB-Anschlüsse. Eine Anzeige im Camper klärt uns auf, wieviel Strom noch zur Verfügung steht. Die freien Stellplätze sind oft an schönen Stellen und sicher. Familien mit Kindern stehen dann neben uns, genauso wir Rentner oder junge Paare in ihren bunten Mobilen. Die jeweiligen Gemeinden stellen die Plätze zur Verfügung und kontrollieren diese. Kontrollen finden auch nachts statt. Man ist gut beraten, sich an die Regeln zu halten. Leicht werden Busgelder in Höhe von umgerechnet 200 € fällig, sollte man falsch stehen. Nicht wenige haben das schon zu spüren bekommen. Nach unserem Campingplatz in Hahei stehen wir nun wieder auf einem freien Platz – direkt am Wasser - mit einem unglaublichen Muschelstrand.Read more

  • Rotorua – Schwefelgeruch liegt in der Luft

    February 15 in New Zealand ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir riechen es schon – wir sind in der Stadt mit den „blubbernden Tümpel“ und dem allgegenwärtigen Geruch von Schwefel in der Luft – Rotorua. Stadt und Umland sind Teil des North Island Volcanic Plateau. Hier können wir geothermische und vulkanische Aktivitäten, wie Geysire, Thermalquellen und brodelnde Schlammtümpel beobachten. An vielen Stellen tritt heißer Dampf mit Schwefelgeruch aus Tümpeln und Erdspalten hervor. Gut 30 km vor der Stadt können wir im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland all´ das sehr anschaulich beobachten. Neben zahlreichen kollabierten Vulkankratern, die teilweise mit Wasser gefüllt sind und sich dann als Teiche oder Seen darstellen, ist das Gebiet auch mit vielen Fumarolen durchzogen. Der Champagne Pool ist die bekannteste Quelle des Parks. Er fördert bis zu 74 °C heißes Wasser empor und lässt auf einer Fläche von rund 65 m im Durchmesser so viel Wasser verdampfen, dass man zeitweise das andere Ufer des Teiches nicht erkennen kann. Angereichert mit Arsen, Antimonsulfat, Quecksilber, Thallium, Gold und Silber erzeugen diese am Rand des Pools eine faszinierende orangefarbene Einfassung. Wir haben für den Besuch eine gute Zeit erwischt. Das merken wir, als wir Wai-O-Tapu wieder verlassen. Nun strömen uns die Menschenmassen entgegen, denn Rotorua gehört zu den bekanntesten Touristen-Attraktionen des Landes. In Rotorua selber geht es eher beschaulich zu. Wir haben uns einen freien Stellplatz im Zentrum der Stadt ausgesucht – im Government Garden, nahe dem Polynesian Spa, denn unser Ziel ist ein Bad in diesem Spa. Direkt am Rotorua-See befinden sich achtundzwanzig bis zu 42 Grad heiße Thermalquellen – jede mit einer anderen mineralischen Zusammensetzung. Seit dem 19. Jahrhundert suchen Reisende diese sprudelnden Quellen auf und haben in Rotorua den ersten Thermalspa Neuseelands gegründet. Die Maori, die dieses Land schon lange besiedeln, erzählen sich die Geschichte eines schamanischen Priesters, der einst in dieser entlegenen Gegend Feuerdämone zu Hilfe rief, als er in Not war. Wohin immer diese Dämone traten, so die Legende, sprudeln seither heiße Quellen. Überhaupt ist die Kultur der Maori an vielen Stellen sichtbar, so auch im nahen Ohinemutu. In und um Rotorua gehören 40 % der Bevölkerung zur Ethnie der Māori. Ohinemutu soll seit 1365 ununterbrochen bewohnt sein. Der Standort wurde aufgrund seiner Lage am See und seiner guten geothermischen Energie ausgewählt, die zum Kochen, Baden und Heizen genutzt wird. Auch hier dampft es aus jeder Spalte.Read more

  • Einsame Wege, Regen+ein skurriles Mobil

    February 14 in New Zealand ⋅ 🌧 21 °C

    Von unserem Stellplatz in der Nähe von Tongapōrutu fahren wir nun ins Landesinnere – auf seeehr abgelegenen Wegen! Zum Teil bewegen wir uns auf dem „Forgotten Highway“. Der Weg scheint wirklich vergessen und so ganz anders, als die anderen Wege, die wir bisher gefahren sind. Ein Vorteil – auf dieser Strecke sind keine LKWs unterwegs. Nachteil – etwas abenteuerlich! Als wir in Taumarunui, unserem Ziel ankommen, fängt es an zu regnen und hört erst am nächsten Tag wieder auf. Regen hört sich in einem Camper immer heftiger an, als es tatsächlich ist. Trotzdem schauen wir uns um, wo wir eigentlich stehen! Erst im Januar gab es auf der Coromandel Halbinsel einen Erdrutsch, verursacht durch Starkregen in der Zeit davor. Als wir gegen Mittag an unserem nächsten Ziel - Taupo ankommen, geben unsere Handys und unser Internet betriebenes Navi mehrere laute, schrille Warn-Töne ab. Gleichzeitig leuchtet eine Warnung auf. Der Wetterdienst meldet sich mit einer Unwetterwarnung der Stufe ROT für Taupu. Wir sollten uns vorbereiten und in Sicherheit bringen! Wir sind gerade an einem Museum in Taupo angekommen – hochgelegen über dem See – müsste gehen. Als wir im Museum sind, hat es bereits aufgehört zu regnen. Später hören wir, dass in der Nähe von Hamilton, ca. 100 km nördlich von uns, Touristen evakuiert werden mussten. Der restliche Tag verlief dann ruhig. In Taupo wollen wir noch zu den Huka-Falls fahren. Nachdem wir keine Chance auf einen Parkplatz haben, suchen wir uns wieder einen freien Stellplatz. Wir finden ihn in der Whakaipo Bay etwas außerhalb von Taupo. Hier campiert eine bunte Mischung von Menschen: Einheimische, die als große Gruppe das Wochenende hier genießen, andere Reisende und direkt neben uns ein ungewöhnliches Mobil. Wir kommen mit der Fahrerin Claudia, eine Kölnerin, ins Gespräch. Sie berichtet, dass dieses besondere Gefährt ihr Sohn gebaut hat. Er hat sich hier in Neuseeland auf die Konstruktion von außergewöhnlichen Wohnmobilen spezialisiert. Wir dürfen einen Blick reinwerfen und sind überrascht, was alles möglich ist. So ist direkt neben der Tür sogar ein Holzofen eingebaut. Gestern Abend hätte sie ihn angehabt – sehr gemütlich wäre das. In Deutschland hätte der TÜV bestimmt was dagegen. Auch wenn der Tag uns nicht mit schönem Wetter verwöhnt hat, zum Ende können wir von unserem Platz noch einen spektakulären Sonnenuntergang genießen.Read more

  • Der Surf-Highway

    February 12 in New Zealand ⋅ 🌙 18 °C

    Auf dem State Highway 45 umrunden wir am kommenden Tag den inaktiven Vulkan Mount Taranaki und sind damit gleichzeitig auf dem Surf-Highway. Auf dem Weg gibt es immer wieder Abzweigungen zu beliebten Surf-Spots. Die Welle ist allerdings im Moment nicht ideal, so sind nur wenige Surfer an den Stränden. Den Mount Taranaki haben wir bei unserer Umrundung immer im Blick. Am Vormittag ist er noch wolkenfrei, gegen Mittag umspielen Wolken den 2518 m hohen Berg. Aufgrund seiner Bedeutsamkeit in der Maori-Kultur, wurde dem Mount Taranaki 2017 der Status als Rechtspersönlichkeit zugesprochen. Damit steht dem Vulkan der rechtliche Schutz zu, der auch jedem neuseeländischen Bürger zusteht. Das gibt es wohl nur in Neuseeland. Der Mount Taranaki ist nicht nur wegen seiner Maori-Geschichte bekannt, sondern diente auch als Drehort für „The Last Samurai“ als Kulisse für den Mount Fuji. Die Berge ähneln sich wirklich sehr, nur der Mount Fuji ist über 1000 m höher. In New Plymouth gibt es etwas anderes, durchaus fotogenes. Es ist die Te Rewa Bridge, die ein wenig an ein Walskelett erinnert. Bei entsprechender Position „umrahmt“ sie den Vulkan Taranaki geradezu perfekt! Ansonsten gehört sie einen Küstenwanderweg. Am Abend finden wir wieder einen schönen freien Platz am Fluss bei TongapōrutuRead more

  • Die Nordinsel – entlang der Westküste

    February 11 in New Zealand ⋅ ☁️ 17 °C

    Von Porirua fahren wir auf der 1 Richtung Whanganui. Es ist viel los auf der Straße und die LKW-Fahrer sind nicht gerade rücksichtsvoll! Einige drängeln, hupen und schneiden uns manchmal beim Überholen, obwohl wir schon recht zügig unterwegs sind. Mit unserem Camper dürfen wir nicht schneller als 90 km/Std fahren und das ist auch gut so. Je weiter wir uns jedoch von der Hauptstadt entfernen, umso ruhiger wird es. In Whanganui machen wir einen Halt. Sie ist eine der ersten Städte, die in Neuseeland gegründet wurden. Der Name „Whanganui“ bedeutet „große Bucht“ oder „großer Hafen“ und leitet sich von dem großen Fluss ab, der durch die Stadt fließt. Wir finden einen guten Parkplatz auf einem stadtnahen Supermarkt und schlendern von hier durch die Innstadt. Historische Gebäude stehen neben neuen Häusern, die Szene ist bunt und immer wieder ideenreich. Unser nächster Platz ist wieder ein freier Stellplatz. Drei Tage können wir ohne Probleme mit unserem Camper stehen, vielleicht auch noch länger. Stationen für die Entsorgung von Grauwasser, Auffüllen von Frischwasser und das Entleeren unserer Toilette können wir an vielen dafür vorgesehen Plätzen durchführen. Zwei Gasflaschen und zwei Solarpanelen sorgen für die nötige Energie. Unser Camper hat zudem eine offizielle “Self containment”-Plakette“. Diese Plakette bekommen Fahrzeuge mit einer Toilette, die im Fahrzeuginneren jederzeit zugänglich und benutzbar sein muss. Über unsere App „Campermate“ landen wir bei Patea auf unserem nächsten freien Stellplatz. Und zu unserer Freude gesellt sich nur noch ein Camper zu uns. Zwei junge Deutsche, die sich ein Auto gekauft haben, das ebenfalls eine “Self containment”-Plakette“ hat. Wie schaffen die beiden das nur mit diesem Auto. Wassertank, Gaskocher - das geht ja noch, schlafen auch, aber wie ist das mit der Toilette? Die wäre im Auto, sagen die beiden, aber es sei eigentlich unmöglich, sie zu benutzen. Einige freie Plätze stellen allerdings auch Toilettenhäuschen auf, dann haben sie Glück. Am Abend genießen wir einen schönen Sonnenuntergang mit tollem Blick auf die Tasmansee.Read more

  • Von Picton nach Wellington

    February 10 in New Zealand ⋅ ⛅ 13 °C

    Wir verlassen unser idyllisches Plätzchen und fahren ins Hafenstädtchen Picton – am Meeresarm des Queen Charlotte Sound. Von hier aus wollen wir am kommenden Tag mit der Fähre nach Wellington – auf die Nordinsel. Nach einem Bummel durch den Hafen ist nach fast 3 Wochen Wäsche waschen fällig. Für Picton haben wir uns deshalb einen richtigen Campingplatz ausgesucht, denn er hat Waschmaschine und Trockner. Nach zwei Waschladungen ist alles wieder blitzsauber und wir können es uns vor unserem Camper gemütlich machen. Die letzten Tage hat uns die Sonne nicht verlassen. Temperaturen bis 28 Grad sind immer drin. Wenn die Sonne nach 20 Uhr untergeht, wird es allerdings kühl und eine Jacke ist nötig. Nachts sinkt die Temperatur durchaus auf 12 Grad. Am kommenden Tag stehen wir bald am Fähranleger, denn unsere Fähre legt und 9:30 Uhr ab. Große LKWs, Motorräder, Autos und Camper – der Bauch der Fähre scheint unbegrenzt. Gut, dass wir die Fähre bereits von Deutschland aus vorgebucht hatten. Pünktlich geht es Richtung Wellington – der Hauptstadt Neuseelands. Die Überfahrt gestaltet sich bei dem schönen Wetter als Vergnügen. Gegen 13 Uhr kommen wir in Wellington an, bleiben aber nicht in der Stadt, sondern fahren an der Westküste eine kurze Strecke weiter. Ziel ist ein freier Platz – dieses Mal im Porirua Harbour. Der Platz am Wasser beschert uns einen tollen Sonnenuntergang.Read more

  • Idyllischer Platz und Landleben

    February 8 in New Zealand ⋅ ⛅ 14 °C

    Wir bekommen eine Empfehlung für einen Stellplatz und steuern das Clairvale Garden & Vineyard von Tony Baker und seiner Frau an. Damit sind wir in der Weinregion um Blenheim. Es ist eine wahre Idylle. Ein wunderbarer Garten, mit viel Obst, Gemüse und Blumen umgibt uns. Die hauseigenen Schafe grasen auf der eingezäunten Wiese nebenan, während wir auf dem akkuraten Rasen neben dem Haus stehen dürfen. Für diesen Platz müssen wir Selbstversorger sein (kein Abwasser, keine Dumpingstation, kein Müll), können aber einen Stromanschluss bekommen. Ein ruhiges Pätzchen inmitten von üppigem Grün, nur die Geräusche der Natur und drum herum die berühmten Weingärten. Besser geht es nicht. Wir fragen spontan nach einer zweiten Übernachtung, die dann auch kein Problem ist. Ganz gemütlich fahren wir am nächsten Tag ins 14 km entfernte Blenheim, denn hier ist Bauern-Markt. Es werden hauptsächlich Produkte der Farmer aus der Umgebung angeboten. Wir entdecken aber auch eine „Zuggorschnägge“. Dahinter versteckt sich ein Angebot von selbstgebackenem Kuchen und Brot. Unsere Vorstellungskraft reicht aus, und wir ahnen, was es gibt! Zuckerschnecken! Und, wer steckt dahinter? Natürlich ausgewanderte Deutsche.Read more

  • Pancake Rocks und Nelson

    February 7 in New Zealand ⋅ 🌙 21 °C

    Nur wenige km hinter unserem Stellplatz befinden sich die Pancake Rocks. Wir sind früh dran und deshalb fast die einzigen, die den Rundweg durch diese spektakulären Felsformationen nehmen. Die Bezeichnung „Pancake Rocks“ verdanken sie den Felsen, die, wie übereinander geschichtete Eierkuchen aussehen. Seid vielen Millionen Jahre erodieren unterschiedlich schnell übereinander geschichtete Ablagerungen von Kalksedimenten und Tonmineralien. Seit diese Ablagerungen durch eine Landhebung an die Oberfläche gehoben wurden und Wellen, Wind und Regen ausgesetzt sind, schreitet die Abtragung immer weiter voran. Die Brandung der Tasmansee bricht sich an den zahlreichen Felsnasen, in Höhlen und Ausspülungen und drückt zurückfließendes Wasser und durchströmende Luft durch enge Löcher und Röhren im Felsen. Ein toller Anblick. Es bleibt nicht dabei - nach Punakeiki wird die Küste richtig schön. Immer wieder haben wir fantastische Ausblicke. Dann biegen wir ab und es geht nach Nelson. Gut, dass wir einen Campingplatz am Abend vorher gebucht hatten, denn es ist voll. Grund ist der Waitangi Day. Er ist ein Nationalfeiertag in Neuseeland und wird offiziell seit 1934 begangen. Gefeiert wird die Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi (Neuseelands Gründungsdokument) im Jahre 1840. An diesem Tag haben die Neuseeländer natürlich frei. Das Wetter ist super und alle sind unterwegs. Wir erleben die ersten schönen warmen Tage dieses Sommers in Neuseeland. Vorher hatte es wohl viel geregnet, sogar so viel, dass es auf der Nordinsel zu einem Erdrutsch kam. Wie jeden Samstag ist in Nelson Markttag und das schöne Wetter sehr verlockend für einen Marktbesuch. Das Angebot ist grandios – Obst und Gemüse der Jahreszeit und jede Menge geschmackvolles Kunsthandwerk. Es macht Spaß entlang der Stände zu schlendern. Viele nutzen den Besuch, um sich mit Freunden in den umliegenden Cafés zu treffen. Nicht weit entfernt, befindet sich ein besonderes Geschäft. Es ist das des Ringmakers. Der Ringmaker Jens Hansen bekam von Peter Jackson den Auftrag DEN RING für den Film Herr der Ringe zu entwerfen. Insgesamt kamen letztendlich 40 Exemplare zum Einsatz. An der Verleihung des Oskars konnte Jens Hansen nicht mehr teilnehmen. Er starb vorher. Seine beiden Söhne, die heute das Geschäft weiter betreiben, vertraten ihn bei den Feierlichkeiten. Wir dürfen einen Blick in die Werkstatt werfen.Read more

  • Goldgräber und Sandfliegen

    February 5 in New Zealand ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir verlassen unseren schönen Platz in Franz Josef und fahren auf dem Highway 6 immer entlang der Westküste. In der kleinen Stadt Ross schnuppern wir etwas von der über 100 Jahre alten Goldgräberstimmung. Das Historic Empire Hotel in Ross ist ein bekanntes Wahrzeichen der Westküste. Ursprünglich 1866 erbaut, wurde es 1908 nach einem Brand wieder aufgebaut, mit seinem Äußeren aus Holz und Wellblech – feuerfest und praktisch für die Goldrauschstadt. Der Pub im Hotel ist skurril, die Geldscheine hängen unter der Decke und überall stehen und hängen zusammengewürfelte Gegenstände aus vergangenen Zeiten. Die Westküste ist wirklich sehr schön, aber sie hat einen Nachteil – äußerst hinterlistige, lästige, kleine Sandfliegen, die kräftig zubeißen. Schnell sind nackte Stellen eine beliebte Anflugstelle. Bei mir schwellen die Bissstellen an und jucken erbärmlich. Der freie Stellplatz kurz vor Punakeiki am Meer ist trotzdem wunderbar. Kurz nachdem wir unseren Platz bezogen haben, streift der flugunfähige Weka ganz ungeniert um unseren Camper.Read more

  • Zur West Coast und Franz Josef

    February 4 in New Zealand ⋅ ☁️ 13 °C

    Das Licht am Morgen ist wunderbar, als wir am Lake Hawea auf der 6 Richtung Haast fahren. Durch die hügelige Landschaft schlängelt sich der eisblaue Makarora River. Überhaupt sind die Farben der Natur in Neuseeland sehr intensiv. Kein Wunder, bei der Abgeschiedenheit und der geringen Luftverschmutzung der Inseln. Auch die Geräuschkulisse der Natur hat einiges zu bieten. Ein Zirpen, Klacken und Surren umgeben uns stets, an der Küste kommt die gewaltige Brandung dazu. Von Fox Glacier und Franz Josef/Waiau können wir immer mal wieder einen Blick auf die Neuseeländischen Alpen werfen. Unser erster richtiger Campingplatz „Orange Sheep“ liegt mit seinen riesigen Silberfarnen eingebettet in einer großartigen Natur.Read more

  • Regen und der Campervan will nicht

    February 3 in New Zealand ⋅ ☀️ 15 °C

    Wir verabschieden uns noch mit einem wunderbaren Blick auf den Lake Pukaki mit dem Mount Cook und fahren Richtung Queenstown. Nach 10 Minuten leuchtet im Display unseres neuen Campervans das Zeichen für“ Problem am Automatikgetriebe“ auf. Kein gutes Zeichen! Wir kontaktieren unseren Vermieter. Der schickt uns zur nächsten Werkstatt nach Twizel. Dort ist man sich nach 3 Stunden unsicher. Wir könnten aber bis Queenstown fahren – unserem heutigen Ziel. Unser Vermieter sieht das genauso, also fahren wir weiter. Der Himmel bezieht sich und während unserer Fahrt fängt es an zu regnen. Das passt prima zu unserer Stimmung. In Queenstown kommen wir am späten Nachmittag an. Zu spät für einen Stellplatz – alles belegt. Wir schauen auf die App „Campermate“/ einer App für Camper, die alle Stellplätze bestens anzeigt, klappern bezahlbaren Plätze ab – alles ausgebucht. Ein freier Stellplatz scheint verlockend – wir parken und machen uns „bettfein“. Dann klopft es an unserer Tür. Ein junger Mann steht davor und klärt uns auf. Wenn wir hier stehen blieben, bekämen wir von ihm ein Ticket über 400 N$ (umgerechnet 200 €) für die Nacht. Haben wir was übersehen? Ja, nur in den blau umrandeten Plätzen dürften wir stehen und die sind alle belegt. Wir raffen alles wieder zusammen und fahren etwas außerhalb auf einen freien Stellplatz direkt an einer Baustelle und viel befahrener Straße. Nun leuchtet auch noch das Zeichen für die Einspritzpumpe auf!!! Der nächste Tag beginnt zwar mit Sonnenschein bringt aber erst, nach vielen Telefonaten und jeder Menge-E-Mail-Verkehr die Entscheidung. Wir können weiterfahren. Es sei ein Kommunikationsfehler, der üblicherweise zusammen mit der roten Warnleuchte „Getriebe prüfen“ aufträte. Wir könnten unsere Fahrt sicher fortsetzen uns müssten uns keine Sorgen machen. Gute Fahrt. Nach einer langen Fahrt ist uns heute nicht mehr zumute. Wir fahren über Cardrona und Warnaka Richtung Lake Hawea. In der Nähe eines Flusses stellen wir uns wieder auf einen freien Platz und genießen die Sonne und Ruhe. So ganz einfach ist das Campen hier allerdings auch nicht. Wir müssen uns über einen QR Code, der an einer Tafel angebracht ist, ab 17 Uhr anmelden. Man möchte wissen, wer und wie viele Camper hier stehen. Pünktlich um 17:30 Uhr fragt uns eine junge Frau, ob wir das auch getan hätten. Wir nicken und stehen selbstverständlich auf den blau markierten Plätzen. Am nächsten Morgen sehen wir zwei Camper, die zu spät kamen und außerhalb dieser Markierung übernachteten. Beide Fahrzeuge hatten einen Zettel an der Windschutzscheibe.Read more

  • Mackenzie Country und eisblaue Seen

    February 1 in New Zealand ⋅ 🌙 12 °C

    Nach unserer ersten Übernachtung auf einem idyllischen Platz in der Nähe von Leeston, geht es für uns weiter Richtung Süden bzw. zu unserem nächsten Ziel, dem Lake Pukaki. Zunächst fahren wir durch ein Ebene, die von Landwirtschaft geprägt ist. Schweine, Kühe und Rinder tummeln sich auf den Wiesen. Für die Schweine hat man extra kleine, runde Überdachungen geschaffen. So finden sie jetzt in der Mittagssonne Schutz. Die Schafe sind für den Sommer nackig gemacht und bereits geschoren. Die Nutztiere scheinen hier ein gutes Leben zu haben. Rülpser und Fürze: Die alte Neuseeländische Regierung unter Jacinda Ardern hatte 2022 ein Gesetz zur Besteuerung landwirtschaftlicher Nutztiere erhoben, mit dem Verweis auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2050, denn die 6 Millionen Kühe und 26 Millionen Schafe setzen Methan frei und der Urin der Tiere zudem Stickoxid. Die neue Regierung hat, zur Zufriedenheit der Landwirte, diese Entscheidung wieder zurückgenommen und das Gesetzt gestrichen. Ab Timaru fahren wir in den Mackenzie Distrikt und nähern uns den berühmten Seen Lake Tekapo und Lake Pukaki. Die Gletscherseen schimmern in der Sonne in einem unglaublichen hellen Eisblau. Die Kirche „Church of the Good Shepherd“ am Lake Tekapo wurde 1935 als erste in der damals kaum besiedelten Hochlage des Mackenzie Country errichtet. Da sie äußerst malerisch am See liegt, ist sie ein beliebtes Fotomotiv. Ganz so einsam, wie wir es vor 10 bzw. vor 25 Jahren erlebt haben, ist es heute nicht mehr. Auf der Straße ist viel los und auch der freie Stellplatz am Lake Pukaki ist mittlerweile bekannt. Kein Wunder, denn wir haben von hier eine fanstatische Sicht über den See zu dem 70 km entfernten, höchsten Berg Neuseelands, dem Mount Cook. Da wir recht früh da sind, stehen wir an vorderster Stelle und genießen damit einen ungehinderten Blick auf die Naturschönheit.Read more