• Rotorua – Schwefelgeruch liegt in der Luft

    February 15 in New Zealand ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir riechen es schon – wir sind in der Stadt mit den „blubbernden Tümpel“ und dem allgegenwärtigen Geruch von Schwefel in der Luft – Rotorua. Stadt und Umland sind Teil des North Island Volcanic Plateau. Hier können wir geothermische und vulkanische Aktivitäten, wie Geysire, Thermalquellen und brodelnde Schlammtümpel beobachten. An vielen Stellen tritt heißer Dampf mit Schwefelgeruch aus Tümpeln und Erdspalten hervor. Gut 30 km vor der Stadt können wir im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland all´ das sehr anschaulich beobachten. Neben zahlreichen kollabierten Vulkankratern, die teilweise mit Wasser gefüllt sind und sich dann als Teiche oder Seen darstellen, ist das Gebiet auch mit vielen Fumarolen durchzogen. Der Champagne Pool ist die bekannteste Quelle des Parks. Er fördert bis zu 74 °C heißes Wasser empor und lässt auf einer Fläche von rund 65 m im Durchmesser so viel Wasser verdampfen, dass man zeitweise das andere Ufer des Teiches nicht erkennen kann. Angereichert mit Arsen, Antimonsulfat, Quecksilber, Thallium, Gold und Silber erzeugen diese am Rand des Pools eine faszinierende orangefarbene Einfassung. Wir haben für den Besuch eine gute Zeit erwischt. Das merken wir, als wir Wai-O-Tapu wieder verlassen. Nun strömen uns die Menschenmassen entgegen, denn Rotorua gehört zu den bekanntesten Touristen-Attraktionen des Landes. In Rotorua selber geht es eher beschaulich zu. Wir haben uns einen freien Stellplatz im Zentrum der Stadt ausgesucht – im Government Garden, nahe dem Polynesian Spa, denn unser Ziel ist ein Bad in diesem Spa. Direkt am Rotorua-See befinden sich achtundzwanzig bis zu 42 Grad heiße Thermalquellen – jede mit einer anderen mineralischen Zusammensetzung. Seit dem 19. Jahrhundert suchen Reisende diese sprudelnden Quellen auf und haben in Rotorua den ersten Thermalspa Neuseelands gegründet. Die Maori, die dieses Land schon lange besiedeln, erzählen sich die Geschichte eines schamanischen Priesters, der einst in dieser entlegenen Gegend Feuerdämone zu Hilfe rief, als er in Not war. Wohin immer diese Dämone traten, so die Legende, sprudeln seither heiße Quellen. Überhaupt ist die Kultur der Maori an vielen Stellen sichtbar, so auch im nahen Ohinemutu. In und um Rotorua gehören 40 % der Bevölkerung zur Ethnie der Māori. Ohinemutu soll seit 1365 ununterbrochen bewohnt sein. Der Standort wurde aufgrund seiner Lage am See und seiner guten geothermischen Energie ausgewählt, die zum Kochen, Baden und Heizen genutzt wird. Auch hier dampft es aus jeder Spalte.Read more