Die ganze Nacht hat es geregnet. Deshalb hängen am Morgen noch die Restwolken in den umliegenden Bergen. Gegen 10 Uhr kommt die Sonne heraus und wir machen uns auf den Weg, um Passau zu entdecken. Für einen Überblick begeben wir uns zunächst zur Veste Oberhaus. Hoch über Passau erhebt sich eine der größten und besterhaltenen Burganlagen Europas. Seit mehr als 800 Jahren prägt sie das Bild der Dreiflüssestadt (Donau, Inn und Ilz). Von hier aus haben wir wohl den schönsten Blick auf Passau. Dann geht es runter in die Altstadt. Enge Gassen, kleine hübsche Läden und jede Menge leckere Dinge – es gibt viel zu sehen. Unübersehbar ist der Dom St. Stephan. Wir kommen gerade richtig zum Mittagsorgelkonzert im Dom. Die Passauer Domorgel ist wohl die größte Domorgel der Welt. Leider wird sie gerade repariert. Aber so ein Dom hat nicht nur eine Orgel! Eine andere Orgel im Bereich des Altars wird heute vom Domorganist zum Erklingen gebracht. Nach einer halben Stunde ist das schöne Konzert in dieser stimmungsvollen Atmosphäre vorbei. Das sich Passau einen so opulenten Dom überhaupt leisten konnte, lag vor allem am gigantischen Reichtum des Passauer Bistums sowie der perfekten, strategischen Lage der Stadt. Der Dom hat den größten barocken Kircheninnenraum nördlich der Alpen. Passau war im Mittelalter das flächenmäßig größte Bistum des gesamten Heiligen Römischen Reichs. Da die Passauer Bischöfe nicht nur Geistliche waren, sondern als Fürstbischöfe gleichzeitig auch Herrscher, konnten sie Steuern und Zölle einnehmen. Damit waren die Taschen immer gut gefüllt. Der Handel, insbesondere mit dem Salz, füllten ebenfalls die Kassen. Heute sind für die vollen Kassen wohl hauptsächlich die Gäste der Donau-Kreuzschiffe verantwortlich.Read more