• Blumen, verschlafene Orte und Wein

    September 25 in Italy ⋅ ☀️ 15 °C

    Neumarkt, oder auch italienisch Egna, ist heute unser erstes Ziel. Die Gemeinde im Südtiroler Unterland ist bekannt für seinen historischen Ortskern. Laubengänge, sowie hier in Neumarkt, prägen oft das Stadtbild Südtiroler Orte. Die Erbauer der mittelalterlichen Städte wollten ein wetterunabhängiges Einkaufen ermöglichen und den Händler und Käufer Schutz für ihre Waren bieten. Heute ist Markttag in Neumarkt und das Wetter ist bestens, deshalb sind die Laubengänge nun für Fußgänger und kleine Bars reserviert. Für die Händler reicht ein Partyzelt. Alle Waren sehen sehr verlockend aus. Vor dem Käsestand hat sich eine große Traube Käuferinnen und Käufer gebildet und ein Händler preist seinen Speck und seine Wurst aus eigener Herstellung an. Wein und Obst sind in Südtirol überall anzutreffen. Natürlich gibt es auch hier eine Weinstraße. Jetzt im Herbst ist Ernte. Schmale, kleine Trecker mit großen Anhängern, auf dem sich Obstkisten stapeln sind auf den Straßen unterwegs. Als wir hinter einem dieser Trecker hinterherzockeln, sehen wir nicht nur unzählige Obstbaumreihen mit leuchtend roten Äpfeln, sondern auch eine unglaubliche Blumenpracht. Spontan fahren wir auf den Hof der Gärtnerei Psenner, in der Hoffnung alles aus der Näher betrachten zu können. Ein älterer Herr kommt uns freundlich entgegen und entpuppt sich als der Senior der Gärtnerei. Im Gespräch erklärt er uns diese unglaubliche Blumenpracht. Es käme auf die Züchtung an, und natürlich auf das Giesen und Düngen der Geranien und co. Hier in der Gärtnerei werden aber alle Pflanzen automatisch versorgt – vom Wässern, Düngen bis hin zum Beschatten. Keiner legt mehr mit der Gießkanne persönlich Hand an. Und die flächendeckende Abdeckung der Obstbäume wären Hagelnetze, dienen aber auch dem Schutz vor Sonnenbrand, Wind- und Starkregen und vor Schädlingen und Vögeln. Das scheint sich bewährt zu haben, denn im Tal sehen wir riesige Flächen Obstbäume auf diese Weise abgedeckt. Weiter geht es auf die Spuren des Weins. Zwei Orte an der Südtiroler Weinstraße haben sich für ihre Kellerei besondere Gebäude erstellen lassen. Renommierte Architekten haben ihren Visionen freien Lauf lassen können. So soll die grüne Stahlstruktur des Gebäudes der Kellerei Tramin an verschlungene Ranken eines Rebstocks erinnern. Bei der Verkostung haben wir einen spektakulären Panoramablick über das gesamte Etschtal. Das trifft auch auf die Kellerei Kurtatsch im gleichnamigen Weindorf zu. Die schroffen Formen der „Millawand“ der Kellerei sollen an die aufragenden Dolomitenfelsen erinnern, die direkt über dem Gut thronen. Gut gelaunt verlassen wir die beiden Kellereien mit ein paar Flaschen Wein im Gepäck und steuern nun erst mal ein Lokal am Kalterer See an. Wir brauchen was zu essen.Read more