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  • Day39

    Montamarta - Granja de Moreruela 18.6.18

    June 18, 2018 in Spain ⋅ ☀️ 29 °C

    Über die Etappe heute gibt es nicht so viel zu erzählen. Zur Zeit gleichen sich eben die Bilder und die Landschaften. Ich bewege mich überwiegend über Felder und Wiesen, mal wird eine Autobahn überquert, mal wird sie unterquert, dann wird mal bischen Asphalt getreten, was ich bekanntermaßen mittlerweile recht gerne mache. Aber viel Bemerkenswertes tut sich auf der Piste nicht.

    Das Bemerkenswerte war vielleicht, dass ich heute morgen überhaupt loslaufen konnte, da ich fast die halbe Nacht auf dem Schacht zugebracht habe. Ich muss hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, jeder weiß über den Flotten Bescheid. Keine Ahnung, wo ich mir den Mist zugezogen habe, aber das war nicht witzig heute Nacht. Hatte gestern nach einer Pause plötzlich leichtes Schwindelgefühl, aber ging schnell wieder vorbei. Und abends schlug dann die Bombe ein. Wie ich mich heute morgen gefühlt habe, muss auch nicht weiter geschildert werden.

    Bin dann trotzdem los, obwohl es noch nicht ausgestanden war bzw. ist und habe mich auf die knapp 23 km gemacht. Einfach mal los und schauen was passiert. Einen Tag Pause wollte ich nicht einlegen, erstens nicht in der Geisterstadt und zweitens nicht wegen so was. War schließlich irgendwie alles raus und die leichten Krämpfe im Magen dauern auch nicht ewig. Nach knapp 3 Stunden war ich allerdings völlig ausgelaugt, auch kein Wunder, also gab es eine Camino-Premiere: ich habe am Wegesrand ein Nickerchen gemacht. Schön den Rucksack drapiert und mich dann in das Rückenteil gelegt. Sehr bequem und ich bin auch fix weggeduselt. Der Körper hat's gebraucht. Nach etwa 45 Minuten ging es weiter und ich fühlte mich schon besser. Mit ausreichend Pausen ging es dann bis ans Ziel.

    Der Tag heute ist etwas besonderes. Aus zweierlei Gründen. Zum einen gabelt sich der Weg direkt hinter Granja de Moreruela und die Via de la Plata führt schnurstracks weiter nach Norden bis nach Astorga auf den Camino Frances. Da ich den Frances aber nicht erneut laufen will, werde ich dem Weg morgen nach Westen folgen. Er nennt sich ab sofort Camino Sanabres. Wobei ich echt überlegt habe, bis Astorga weiter zu gehen und dann auf den Frances abzuschwenken, weil hier echt sooo wenig los ist. Und Natur hatte ich jetzt irgendwie schon genug, das langt für ne Weile 😎 aber es bleibt dabei, so hatte ich das geplant und so wird das jetzt auch durchgezogen. Bis nach Santiago und ans Cap.

    Zum zweiten werde ich, falls alles planmäßig klappt, heute in 2 Wochen in Santiago angekommen sein. In nur 2 Wochen! Irgendwie kaum vorstellbar bei der ganzen Weite, die ich täglich unterwegs sehe und erlebe. Ich muss wirklich öfter mal auf die Karte schauen, um glauben zu können, wo ich bereits bin und was schon alles hinter mir liegt. Allerdings weiß ich auch, was in den kommenden 2 Wochen noch alles auf mich wartet, und wie schnell es gehen kann, dass man erkrankt, habe ich jetzt auch wieder gesehen. Von daher - nicht den Tag vor dem Abend loben.

    Für morgen stehen knapp 26 km an, die will ich dann in deutlich verbesserter Form antreten. Der Magen scheint sich wieder halbwegs beruhigt zu haben, also werde ich ihm nachher um 20 Uhr etwas Gutes spendieren 😁

    Stand heute: 839 km 🚶🍀
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