• Andreas Ferl
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Via de la Plata 2018

Sevilla. Eine besondere Stadt. Auch wenn ich erst gestern ankam, aber eines wurde mir schnell klar - diese Stadt übt eine ganz besondere Faszination aus. Wahrscheinlich auf die meisten. Sicher auf Menschen, die auf der Reise sind und hier nur Halt ma Leia mais
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    11 de maio de 2018

    Via de la Plata 2018

    11 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 22 °C

    Sevilla. Eine besondere Stadt. Auch wenn ich erst gestern ankam, aber eines wurde mir schnell klar - diese Stadt übt eine ganz besondere Faszination aus. Wahrscheinlich auf die meisten. Sicher auf Menschen, die auf der Reise sind und hier nur Halt machen. Auf ihre Einwohner sowieso. Sie lieben ihre Stadt. Das spürt man. Und sind unendlich stolz auf sie. Zurecht. Es gibt hier so viel zu sehen und auch zu erleben. Alleine die Kathedrale! Du stehst davor und bist zunächst von der puren Größe und all der Pracht völlig hin und weg. Man kann viel über ihre historische Bedeutung lesen und sich noch mehr Gedanken darüber machen, aber steht man vor ihr, ist das wie ein Sprung in die Zeitgeschichte. Ein großartiger Moment.

    Ich bin gestern mit dem Flieger nach Sevilla gekommen, und es ist toll hier. Aber so schön es hier auch ist, ich freue mich jetzt schon wie ein Schneekönig auf übernächste Woche. Dann bin ich etwa 10 Tage gewandert. In Tarifa gestartet und über Cadiz und Jerez nach Sevilla gelaufen. Ich befürchte, wenn ich dann durch die Straßen der Stadt trabe, dann werde ich mich mit den ersten 230 km Staub und Schotter in den Beinen erst so richtig in diese Stadt verknallen.

    Verknallt sind die Einwohner Sevillas aber übrigens auch. In ihre Hupen. Ich schätze, man gilt in Sevilla als unhöflich, wenn man beispielsweise seine Einfahrt in eine Kreuzung nicht mit einem mehrstimmigen Hupkonzert ankündigt und untermalt.

    Eine bezaubernde Stadt, die man einfach lieben muss.
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  • Ankunft in Tarifa 13.5.2018

    13 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 20 °C

    Der Tag verlief sehr entspannt, es galt auch keine Herkulesaufgaben zu meistern. Von Nic hatte ich mich bereits gestern Abend verabschiedet, da es heute zeitlich nicht mehr für Gemeinsames reichte. Also bin ich nach dem Aufstehen und Auschecken nochmal in aller Ruhe durch das sonnige Sevilla gestromert, natürlich in kompletter Wandermontur, den Rucksack brav auf dem Rücken, wo er sich am wohlsten fühlt.

    Sevilla hat sich noch mal von seiner Zuckerseite präsentiert, vor allem wettertechnisch. Die Sonne schien, als würde es kein Morgen geben. Das nahm ich gerne noch mal hin zum Abschied.

    Irgendwann fand ich mich dann im Busbahnhof ein, und räkelte mich in dem Cafe dort noch ein wenig in der Sonne, unterstützt von einer eiskalten Cola. Der Bus tauchte pünktlich auf und schon ging es wieder Richtung Süden. Offensichtlich war es dem Busfahrer eine Herzensangelegenheit, seine Passagiere von der Funktionsfähigkeit und Leistungskraft der buseigenen Klimaanlage zu überzeugen. Es waren zwar keine Eisrosen an den Fensterscheiben zu erkennen, nein, das nicht. Aber es fehlte nicht viel.

    In Tarifa schnell eingecheckt, dann noch mal schnell durch den Ort und an den Strand getrabt. Ist schon ziemlich beeindruckend, wie nahe Afrika hier tatsächlich ist und wie massiv sich die Küste über dem Wasser erhebt! Ich wusste nicht, dass die Küste dort so bergig ist. Jetzt schon. Nachdem ich dann noch ordentlich gespachtelt habe, liege ich jetzt schon leicht komatös auf dem Bett und schreibe noch meinen Blog für heute.

    Dafür, dass sich heute eigentlich gar nichts besonderes ereignete, ist das reichlich Text irgendwie. Also Schluss für heute, morgen geht es weiter.

    Oder eigentlich erst richtig los. Der 1. Wandertag steht an.
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  • Tarifa - Bolonia 14.5.2018

    14 de maio de 2018, Espanha ⋅ ☀️ 19 °C

    Geschafft! 😊 Eigentlich habe ich heute mit einem entspannten Einstieg in den Camino gerechnet, immerhin hatte ich das mit der Streckenführung so geplant. Kam dann doch alles etwas anders 😎 Heute morgen um 8.30 Uhr das Hostel verlassen und schnurstracks runter zum Hafen zum südlichsten Fleckchen Spaniens. Dort dann ein Selfie geschossen, was für mich gleichbedeutend mit dem Startschuss in meinen Camino war. Es hat in dem Moment tatsächlich auch ein bischen in mir gekribbelt, und das waren NICHT die Zwiebeln vom Vorabend.

    Schon ging es los, die Aufzeichnung meiner Tour lief in der App und es war ein Kinderspiel aus Tarifa heraus. Meine Begeisterung wuchs noch, als ich die ersten gelben Pfeile sah (gelbe Pfeile zeigen auf einem Jakobsweg die Richtung an, in die man besser gehen sollte, will man Umwege vermeiden). Ich wusste gar nicht, dass meine Streckenführung mit einem Jakobsweg übereinstimmt, zumindest teilweise.

    Dann kippte meine Begeisterung aber, als ich feststellte, dass sowohl mein Weg als auch die gelben Pfeile mich wieder an den Strand zurückjagen wollten. Strand ist ja nix Böses, allerdings war dort der Sand durch Felsbrocken in allen Größen und Schattierungen ersetzt worden. Au Backe. Da stand ich, sah das Elend zu meinen Füßen (ich musste zu allem Überfluss auch noch einen reichlich steilen Abgang hinab) und entschied mich dann, den Pfeilen und meinem Weg zu folgen.

    Naja. Also ich weiß bis jetzt noch nicht genau, was die Verantwortlichen geritten hat, ihre lieben Pilger DA runter zu schicken. Ein erstes Bußetun? Wäre dafür geeignet gewesen. Unten angekommen waren Blutdruck und Puls nicht mehr im Normalbereich. Das änderte sich auch nicht, als ich versuchte, mir einen Weg durch das Felsenmeer zu fräsen, und zwar, ohne mir die Gräten zu brechen.

    Nach 5 Minuten, die mir wie 50 vorkamen, hatte ich die Schnauze gestrichen voll und wollte wieder hoch. Dumm nur, dass oben nun ein Stracheldrahtzaun verlief. Ich konnte dahinter jedoch einen älteren Mann sehen, also dachte ich, naiv wie man eben nunmal gelegentlich ist, dass dort wieder ein Weg verläuft. Nachdem ich im Zaun oben auch eine Lücke zum Durchschlüpfen entdeckte, war die Entscheidung gefallen. Zack, hoch und durch den Zaun.

    Dann ging der Spass aber erst richtig los. Dort befand sich nämlich kein Weg, sondern ein einziges riesiges Areal mit stacheligem kaum zu durchdringendem Gestrüpp. Auch der alte Mann war weg. Was war dafür aber da? Kühe! Und Ochsen! Fette Brocken. Die schauten mich zwar schon reichlich blöde an, ich muss in dem Moment aber noch deutlich dümmer geglotzt haben. Ich versuchte denen aus dem Weg zu gehen und verstrickte mich dabei immer tiefer in diesem dornigen Dickicht, bis gar nichts ging. Ich also wieder zurück, da waren meine Freunde schon wieder weitergezogen, zurück zum Zaun und wieder runter ins Felsenmeer. Dort bin ich notgedrungen dann noch weitergekraxelt, bis der Sand zurückkehrte.

    Ich dachte schon, dass wäre mein Pech für den Tag gewesen, von wegen! Dann ging es am Strand plötzlich nicht weiter, ein kleiner Fluss floss vor mir ins Meer und ich beschloss, ihn zu umgehen. Das brachte mir paar Bonuskilometer Landstraße ein. Anschliessend ging es in die Hügel vor Bolonia. Dort machte ich noch ordentlich Höhenmeter und zwar fast ausnahmslos auf tiefem Sand. Die wahre Pracht. Ein einziges Rutschen und Balancieren ohne Aussicht auf Besserung.

    Aber dann war das auch überstanden und zwar unfallfrei. Hier in Bolonia habe ich dann erstmal geduscht und gebloggt, die Erinnerungen sind gerade noch so frisch 😎

    Jetzt werde ich mal ins Örtchen schlendern und nach Proviant für morgen schauen. Dann noch spachteln und bischen in der Sonne chillen. Das Wetter heute war übrigens bombe, kann man glaube ich auch auf den Fotos sehen 😁 Ach ja, im Laufe des Tages kamen ca. 350 Höhenmeter zusammen und statt der geplanten 21 km waren es dann 24,7 km, davon etwa 10 auf Sand 😎
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  • Bolonia - La Zarzuela 15.5.2018

    15 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 20 °C

    Geschafft! Was für ein Tag, alter Schwede! Aber eins nach dem anderen, wie man die Klöße isst.

    Wobei, ich fange mal mit dem Ende an; heute bin ich in meiner ersten AirBnB-Unterkunft bei Nandi. Hier setzen sich meine bislang uneingeschränkt guten Erfahrungen mit AirBnB nahtlos fort. Nandi ist ein Paradebeispiel für Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Sie hat mich wie einen alten Freund begrüsst, der absolute Hammer. Meine schmutzige Wäsche hat sie grußlos gleich mit in die Trommel gesteckt, und insbesondere heute kam ne Menge Schmutz dazu. Sie lebt hier mit Ihrem Mann Javier und ihrem Sohn Ciro. Die beiden sind auch so was von nett! Javier möchte mir sogar eine Jakobsmuschel für den Weg basteln! 😊

    Aber jetzt wirklich der Reihe nach.

    Heute morgen gut ausgeschlafen und erholt in die Klamotten gesprungen, den Rucksack übergeworfen und ab zum Auschecken. Gestaltete sich etwas schwierig, da niemand zum Auschecken da war. In Bolonia ticken die Uhren da etwas anders, das durfte ich schon gestern abend leidvoll erfahren, als ich noch etwas Spachteln gehen wollte. 3 Restaurants im Ort, 3 Restaurants geschlossen. Und es ist nicht so, daß noch keine Touristen am Start gewesen wären. Eine Banane, Kekse und ein leckeres Cerveza Grande samt köstlichen Oliven machten den Kummer dann doch noch erträglich. Zumal ich noch einmal mit einem phantastischen Sonnenuntergang über dem Meer mit Blick auf Afrika verwöhnt wurde.

    Der Weg führte mich dann direkt in die Hügel hinter Bolonia ins Binnenland. Hügel klingt niedlich, vielleicht zu niedlich, man könnte es auch kleine Berge nennen. Ich kam wieder gut in Wallung, blieb aber alles beherrschbar. Regelmäßig je nach Bedarf in kleinen Schlucken trinken und es passt. Als ich dann den ersten gelben Pfeil des Tages sah, war ich mir sicher, dass heute nichts schief gehen könnte. Von wegen.

    Die gelben Pfeile führten mich exakt auf der von mir gewählten Route die Hänge hinauf, zunächst auf Asphalt, dann auf Schotterwegen, die mit zunehmender Dauer immer mehr Schotter und immer weniger Wege wurden. Aber das nimmt man als braver Wanderer klaglos hin.

    Irgendwann hatte ich den Kamm überwunden und folgte den Pfeilen, die mir munter den Weg wiesen. Bis ich plötzlich vor einem stracheldrahtbewehrten Zaun stand. Prima. In dem Zaun war ein Durchgang, Betonung liegt auf WAR, der zwischenzeitlich ebenfalls unter Zuhilfenahme von Stacheldraht dicht gemacht wurde. Und das Beste: ein gelber Pfeil unterhalb des Stacheldrahtes teilte mir mit, ich solle durch den Zaun weiter geradeaus gehen. Sehr pfiffig.

    Ich überlegte kurz, checkte die Route und beschloss, mich nach links am Zaun weiterzubewegen, da das meiner groben Marschrichtung entsprach. Da begann der Spaß erst richtig.

    Der Untergrund wurde zunehmend schlechter, und ich bahnte mir meinen Weg durch Sträuche und Büsche am Zaun entlang. Irgendwann musste der doch mal enden. Jaja. Alles was endete, war plötzlich mein Weg, als ein weiterer Zaun mir den Weg nun in seitlicher Richtung versperrte. Wieder so ein putziges Stacheldrahtmodell. Ich hätte nicht gedacht, dass es auf meinem Camino dieses Jahr so schnell gehen würde, dass ich das erste Mal laut fluche. Denn nun musste ich den ganzen Hang wieder hoch, brav dem Zaun folgend, in der Hoffnung, dass ich oben dann weiter nach rechts kann. Alles bei brütender Hitze in der prallen Sonne.

    Ich kämpfe mich also wieder den Hang hoch, der zu großen Teilen aus Morast und Schlamm bestand, um dann oben WIEDER von einem Zaun gebremst zu werden! Rechts in der Ecke entdeckte ich ehemaligen Durchgang, natürlich sauber mit Stracheldraht verschlossen. Aber nicht ganz so sauber wie erhofft, denn es gelang mir, auf der einen Seite eine Stange freizuhebeln und dann quetschte ich mich durch die kleine Lücke, nachdem ich Rucksack und Stöcke rübergeworfen hatte. Juchuuu dachte ich, endlich kann es weiter gehen. Ein richtiger Weg vor mir, der mich wieder den Hang herunter führte. Bis zu einem grossen Tor inmitten einen weiteren Stracheldrahtzaunes. Aber mein Auge war mittlerweile bereits geschult - schon von weitem erkannte ich, dass auf dem Tor KEIN Stracheldraht war. Also ruckzuck Rucksack und Stöcke rüber und ich hinterher.

    Auf der anderen Seite wollte ich dann erstmal auf dem Handy checken, wo ich denn nun eigentlich war. Da traf mich fast der Schlag. Das Handy hatte keinen GPS-Empfang mehr! Ist mir noch nie passiert. Lag vielleicht daran, dass ich mich im Grunde mitten in einem Windräderpark bewegte. Gut, dass die gelben Pfeile da hin lotsten.

    Klagen half nichts, also erstmal weitermarschiert. Zwischendurch GPS gecheckt - nichts. Weiter marschiert, GPS gecheckt, nichts. So ging das ne Weile, bis ich dann mein Handy komplett runtergefahren habe, wieder hoch - nichts. Kein GPS.

    Also bin ich einfach weiter, bis ich irgendwann in einem Ort ankam. Dort mit qualmenden Socken und bis an die Knie mit Schlamm zugedreckt auf die erstbeste Bank im Schatten und mein Handy gecheckt. Und siehe da - GPS ging wieder! Und siehe weiter da - mein Zielort La Zarzuela war nur noch einen Kilometer die Landstraße weiter geradeaus entfernt. Da habe ich nicht geflucht.

    Ja, und jetzt sitze ich hier auf meinem Bett, frisch geduscht und habe alles von heute gebloggt. War das heute ein scheiss Tag? Ja. Aber ist mir eigentlich schon wieder so was von wurscht 😊

    Werde gleich mal runter zu Nandi und ihrer Familie gehen und mal schauen, wie es heute Abend so weitergeht.
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  • La Zarzuela - Benalup/Casas Viejas 16.5.

    16 de maio de 2018, Espanha ⋅ ☀️ 24 °C

    Die gute Nachricht: keine Zäune und ich bin angekommen.

    Die schlechte Nachricht: leider nicht unfallfrei.

    Das, wovor beim Wandern immer gewarnt wird, ist, sich auf Landstraßen zu bewegen. Ich kenne die Gefahren und meide Landstrassen daher beim Wandern so gut es geht.

    Heute war das leider nicht möglich. Die ersten 10 km war ich gezwungen, auf einer engen Landstraße zu marschieren, da links und rechts wieder mal alles mit Zäunen vermint war. Gut, man ist ja vorsichtig und kennt die Regeln, immer auf der Seite laufen, auf der dir der Verkehr entgegen kommt. Und kommt Verkehr, kurz stehen bleiben, um auf Nummer Sicher zu gehen.

    Klappte auch alles vorzüglich, bis mir wieder ein Auto entgegen kam. Der sah mich auch und schwenkte etwas nach links, um mich nicht zu gefährden. Plötzlich zog er aber wieder voll in meine Richtung, weil aus der Gegenrichtung ein LKW auf ihn zuschoss. Ich seh den auf mich zurasen und will einen Schritt nach hinten machen. Dumm nur, dass hinter mir direkt der Graben begann. Ich mich also sauber nach hinten in den Graben gelegt. Das Resultat habe ich mit zwei Fotos festgehalten. Ein Schnitt von ca. 8 cm quer über den Handballen, was noch ginge, aber leider auch eine tiefere Fleischwunde am Ansatz des rechten kleinen Fingers. Das ist übel, da ich so nicht wirklich mit meinem Stock arbeiten kann. Und den brauche ich. Im Rücken habe ich mir wohl auch etwas gezerrt, schwierig zu fotographieren, und mein linker Ellbogen zickt seitdem auch rum. Wie der Rest des Tages für mich war, brauche ich nicht zu beschreiben. Zumal es heute stramme 28 km waren. Oh Mann!

    Ja, keine Ahnung, was ich jetzt machen soll, antibiotische Salbe habe ich schon aufgetragen, aber die schützt nur vor Entzündungen und ist nicht dafür bekannt, größere Wunden über Nacht zu schließen.

    Ich werde jetzt mal die Nacht abwarten und sehen, wie es morgen früh aussieht. Dann entscheide ich weiter.
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  • Benalup/Casas Viejas - Medina Sidonia

    17 de maio de 2018, Espanha ⋅ ☀️ 23 °C

    Auf Regen folgt doch Sonnenschein :)

    Was gibt es Positives zu berichten: jede Menge!

    Und Negatives: im Grunde nichts!

    Zunächst mal zur gesundheitlichen Verfassung. Die Nacht hat wahre Wunder bewirkt. Zumindest was meinen Rücken und meinen Ellbogen anbelangt. Beide präsentierten sich heute in Bestform. Also habe ich mir bei dem Sturz wohl nur etwas kurzfristig eingeklemmt oder es hatte sich etwas leicht verschoben. Was auch immer, heute ist davon nichts mehr spüren.

    Meine rechte Hand ist natürlich immer noch lädiert, aber hier zahlte sich bei mir nicht zum ersten Mal das gute Tyrosur aus. Ein antibiotisches Wundgel, ohne dass ich nie wieder eine längere Wanderung antreten würde. Hilft übrigens auch ganz vorzüglich, hat man sich einen Wolf gelaufen. Am Abend aufgetragen und am nächsten Morgen ist die Entzündung wie weggeblasen. Das Zeug ist echt bombe. Habe es gestern also auch auf die Wunde und den Schnitt verteilt und das Beste gehofft. Es scheint gut anzuschlagen, da ich keine Entzündungssymptome wie Pochen oder Brennen feststellen kann. Und die Wunde nässt auch nicht. Sie sieht natürlich nicht besonders lecker aus, aber nachdem ich heute morgen ein Pflaster drüberklebte, gestaltete sich der Stockeinsatz erstaunlich gut. Mit bischen Tricksen: ich habe mit dem kleinen Finger nicht um den Stock gegriffen, sondern ihn quasi mit der Spitze auf dem Ringfinger geparkt. So hatte ich immer noch genug Kontrolle und vor allem Druck auf dem Stock. Das war meine größte Sorge, denn ohne Stöcke hätte ich auf die Distanz ein Monsterproblem.

    Soweit also das ärztliche Bulletin, jetzt zur Wanderung von heute.

    Soooo eine tolle Strecke! Das war heute Wandern vom Allerfeinsten, so wie zumindest ich das so liebe. Der Untergrund über große Teile der Strecke perfekt; schöne Feldwege, leicht sandig, feiner Schotter, der Weg war komplett flach (bis auf den letzten Kilometer), er wand und schlängelte sich durch die Botanik, keine ewig langen Geraden, wo man rein optisch nicht den Eindruck hat, man würde überhaupt voran kommen. So wie gestern. Ich will gar nicht dran denken. Und auch die Natur drum herum, alles blühte in den schönsten Farben, und unzählige Vögel trällerten munter vor sich hin. Und das beste daran - ich mitten drin.

    So machte das Laufen zum ersten Mal auf diesem Camino uneingeschränkt Spaß. Keine Zäune, die dich gängeln, kein Herzschlagwandern auf dafür nicht geeigneten Landstraßen, alles passte plötzlich zusammen. Nach knapp 10 km kam ich auch zum ersten Mal auf diesem Camino zwischendrin in eine bewohnte Ortschaft mit einer Bar am Wegesrand, die zudem geöffnet war. Zack, schon war eine Cola mit Eis mein und ich war happy. Habe dann gleich noch eine zweite hinterher laufen lassen.

    Der Weg verlief dann weiter erfreulich ereignislos, ich kam prächtig voran, es stellte sich endlich wieder echtes Caminofeeling ein; einfach laufen, sich ein wenig im Rhythmus der eigenen Schritte verlieren, wenn man dann quasi wie von selbst läuft, irgendwie im Flow ist, dann fängt man erst so richtig an, alles um sich ein Stück weit loszulassen und die Eindrücke der Natur viel intensiver, vielleicht auch intuitiver wahrzunehmen. Dann wird Wandern zum echten Erlebnis. So geht's mir zumindest. Heute endlich wieder 😊

    So ein Tag musste natürlich auch ein gutes Ende finden, was meine Behausung betrifft. Ach, wobei, das Ende der Wanderung hatte es dann doch noch mal in sich, allerdings nur auf rein sportlicher Ebene. Medina-Sidonia liegt auf einem Berg/Hügel, wie auch immer, und die ca. 200 Höhenmeter galt es dann nach 18 km schönster Flachlandstrecke innerhalb von 2 km zu erklimmen. Ging jedoch besser als befürchtet.

    Ja und dann meine Bude ist ein ganzes Apartment! Auch nicht schlecht, hatte ich so gar nicht mehr auf dem Schirm. Mit fettem Bad und Badewanne (mal Baden wäre ganz cool, obwohl, nee besser doch nicht wegen der Wunde) riesigem Doppelbett, Wohnzimmer mit Flat-TV und kompletter Küche. Also eine komplett eingerichtete Bude, brauch ich zwar nicht wirklich, aber es nervt auch nicht sonderlich.

    Jetzt werde ich mal duschen und später noch mal in den Ort, um dann richtig schön spachteln zu gehen. Ab 8 Uhr abends öffnen die Restaurants und steht man dann schon in der Tür, ist man gleich als Touri geoutet - zu dumm, dass ich auch noch einen Mörderappetit mitbringe, der Koch kann sich warm anziehen 😎
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  • Medina/Sidonia - Puerto Real/Cadiz 18.5.

    18 de maio de 2018, Espanha ⋅ ☀️ 24 °C

    Ich bin in Cadiz! 😊

    Cadiz ist der Ort, in dem ich heute übernachte. Zu Fuss leider so gut wie unmöglich zu erreichen, da Cadiz ziemlich einzigartig am Ende einer seeehr langen Landzunge liegt und somit in meine Wanderroute nicht zu integrieren war. Da bleibt nur Puerto Real auf der gegenüber liegenden Landseite und anschliessend von dort aus per Bus oder Taxi nach Cadiz zu gelangen. Ich habe mich fürs Taxi entschieden, da mich das auch bis vor die Tür meiner Unterkunft bei Rafael brachte. Ein bischen Luxus darf es dann auch mal sein 😎

    So war ich leider etwas zu früh vor Ort, ich hatte Rafael mein Kommen für 18 Uhr avisiert, eingedenk der Unvorhersehbarkeiten der vergangenen Tage vermutlich fast schon ein instinktiver Reflex, lieber ein wenig mehr Zeit einzuplanen. Der moderne Wanderer von heute macht jedoch stets aus der Not eine Tugend - also habe ich mich hier unweit der Wohnung auf eine sehr schöne Plaza gesetzt und nutze die Zeit, meinen Blog für heute reinzuklimpern.

    Vor dem Marsch heute hatte ich etwas Muffensausen, da es laut Karte über stramme 27 Kilometer durch unbesiedeltes Gebiet geht. Zaunängste klopften verhalten an, aber papperlapapp, da ging es jetzt durch und ich würde schon sehen, wie es läuft.

    Und was soll ich sagen: Es war eine wunderschöne Etappe! Im Grunde genommen eine perfekte Etappe, so wie ich mir das Wandern erträume. Dass das Wetter heute wieder alle Register gezogen hat, ist das eine. Ich rede von einem wolkenlos blauen Himmel, aber dennoch nicht mehr wie vielleicht 24 Grad und immer eine erfrischende Brise um die Nase. Schöner können die Rahmenbedingungen einfach nicht sein.

    Das andere aber war die Strecke. Kurz hinter Medina-Sidonia bog sie leicht rechts in Hinterland ab, und dann war nur noch Geniessen Trumpf. Ein breiter Feldweg in sehr gutem Zustand, perfekte Mischung aus Schotter, Sand und Asphalt, schlängelte sich durch eine traumhafte schöne, abwechslungsreiche Feldlandschaft mit sanften Anstiegen und wunderbaren Ausblicken. Ich konnte mich kaum sattsehen. Da wurde das Marschieren zur Nebensache, ich hätte ständig Fotos machen können. Paar sind es ja geworden 😎

    Nach ca. 2 Stunden die erste Rast, und wenn ich an so einem schönen Tag über etwas maulen wollte, dann darüber, dass es auf der ganzen Strecke keine Sitzgelegenheiten in Form von Bänken oder ähnlichem gab. Also dann eben auf dem Hosenboden und nach allen Regeln der Kunst 15 Minuten gechillt.

    Auf der 2. Hälfte der Strecke wurde der Weg etwas rauher, den Traktoren geschuldet, die sich den Weg offenbar schön häufiger bei Regen zur Brust genommen haben. Da bleibt dann kein Stein auf dem anderen und man darf sich durch die Überreste des Weges fräsen. Aber auch das endete bald, und ich hatte schnell wieder meinen normalen Laufrhythmus.

    Der brachte mich fast schon zu schnell nach Puerto Real, wo ich mich im erstbesten Pub mit 2 Cola mit Eis verwöhnte. Eine eiskalte Cola kann nicht besser schmecken als nach einer 6stündigen Wanderung, so viel ist sicher.

    Sicher ist aber auch, dass ich etwas Probleme mit dem Internet habe. Anscheinend habe ich so einen blöden Tarif, der im Ausland ein Datenvolumen hat, das gegen Null strebt. In den letzten Tagen konnte ich wenigstens noch Google Maps nutzen, um vor Ort zu meiner Behausung zu finden. Heute morgen wies mich mein freundlicher Provider bereits vor dem Zähneputzen darauf hin, dass für den Rest des Tages Internet mit 2 KB angesagt ist. Ungünstig. Also bin ich auf WiFi in der Unterkunft oder in Bars etc. angewiesen. Zumindest für den Rest des Monats. Und der hat ja noch bischen. Selbst so etwas normales wie Whatsappen geht gerade unterwegs nicht mehr. Bin ich in dem Punkt verwöhnt und zu anspruchsvoll? Na klar! 😎

    Jetzt werde ich allmählich mal wieder in Richtung Bude für heute Nacht dackeln, und schauen, was da so am Start ist. Hoffentlich ist Rafael ein Netter, ich hätte nämlich wieder Wäsche zu waschen 😁
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  • Cadiz - Jerez de la Frontera 19.5.2018

    19 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 23 °C

    Um gleich den Kreis zu schließen - Rafael war ein Netter, eine seiner ersten Fragen galt meiner Wäsche. Ich musste echt grinsen in dem Moment. Ansonsten hatten wir aber nicht so viel Kontakt, er war den ganzen Abend damit beschäftigt, mit einer Bekannten 3 (in Worten DREI) Ikea-Schränke aufzubauen. Der arme Teufel 😎

    Heute morgen ging es mit dem Taxi wieder rüber nach Puerto Real, wo ich wieder in die Wanderung einstieg. Schnell entdeckte ich die geliebten gelbe Pfeile und plötzlich nach einer Autobahnüberquerung stand ich am offiziellen Beginn der Via Augusta! Die führt wohl von Cadiz bis nach Sevilla und wohl auch darüber hinaus. Sevilla langt mir 😁 Für den Beginn haben sich die Verantwortlichen mächtig ins Zeug gelegt, eine Naturlandschaft wurde angelegt, alles picobello, ich habe insgeheim nach Gärtnern Ausschau gehalten, die unkrautzupfend durchs Gehege hopsen.

    Dann endete die Anlage und es ging wieder über schnöde Straßen durch weitere Hafengebiete. Irgendwann war Zeit für die erste Cola mit Eis. Dann ging es weiter durch städtisches Gebiet, immer an der Strasse entlang. Nicht wirklich prickelnd, aber auch nicht wirklich schlimm. Bei der Gelegenheit stellte ich auch fest, daß sich meine Kondition beim Laufen schon deutlich verbessert hat. Das ist bei mir nach rund 100 km immer der Fall. Der erste Tag spielt keine Rolle, der 2. und 3. Wandertag sind die echten Killer, weil sich der Körper dann auf die Dauerbelastung umzustellen beginnt. Das alleine verschafft einem schon viel Spaß. Hinzu kam an meinem 2. Wandertag noch meine Zaun-Arie und am 3. Wandertag der unnütze Sturz. Alles richtig gemacht.

    Aber dafür läuft es seither wirklich richtig gut und ich stelle gerade bei Steigungen immer wieder fest, daß sie mir immer leichter von der Hand respektive dem Schuh gehen. Leichte Steigungen nehme ich schon nicht mehr wirklich wahr.

    Aber wo war ich stehengeblieben, ach ja, es ging durch die Hafengebiete und später aus Ihnen heraus, als ich an eine Stelle kam, an der ich echt nur noch den Kopf schütteln konnte. Es sollte laut gelbem Pfeil geradeaus auf eine Landstraße gehen, die in Ihrer maximalen Breite vielleicht 4 Meter maß, keinen Standstreifen aufwies und bereits nach wenigen Metern in einer uneinsehbaren, bösartigen Kurve verschwand. Da haben die Experten mal wieder von der Tapete bis zur Wand gedacht. Wer in die Kiste hüppen will - bitte sehr, dort stehen die Chancen prima. Ich habe es fotografiert und aus gegebenem Anlass "Das Tor zum Jenseits" genannt.

    Natürlich habe ich mich nach rechts geschlagen und bin dann durch ein wildes Waldstück querfeldein gestiefelt, bis ich einen Hügel erklommen hatte. Von dort aus konnte ich im der Ferne bereits Jerez de la Frontera erspähen, juchuuu. Der Rest des Weges ging an Feldern vorbei, dann an einer Autobahn, bis ich schließlich Jerez erreichte. Dort erst mal eine Belohnungs-Coke, bevor es die letzten Meter zu meiner Behausung ging.

    Dort bin ich heute bei Micaela und ihrer Family zu Gast. Micaela hatte, kaum dass ich zur Tür rein war, ihr Handy draussen und beglückte mich mit den Freuden des Google-Übersetzers; ich wusste gar nicht, was da heute alles möglich ist! Du sprichst auf deutsch irgendwas rein, und das Teil übersetzt es dir sofort in die gewünschte Sprache und eine nette Stimme erzählt es dann dem anderen. So konnten wir uns perfekt unterhalten, ohne dass wir von der Sprache des anderen irgendwie einen Plan hatten. Die App war Sekunden später mein. Sie wird mir noch viiiiele gute Dienste in den kommenden Wochen leisten, da will ich hoch drauf wetten.

    Micaela ist auch meine letzte AirBnB-Unterkunft, habe ich festgestellt, dann kommen nur noch Hostels bis Sevilla, und ab Sevilla eh nur noch die gewohnten Albuergen. Und dann hoffentlich auch endlich mal andere Wanderer oder Pilger. Bis heute hat unterwegs noch niemand meine Wege gekreuzt. Aber wenn ich überlege, dass ich nächsten Donnerstag schon wieder in Sevilla bin, und dann zu Fuss von Tarifa aus dort hingelaufen bin, dann kann ich das selbst irgendwie kaum glauben. Die Zeit ist jetzt doch ziemlich schnell vergangen. Aber in Sevilla geht's dann erst so richtig los. Dort, wo alle auf die Via de la Plata starten. Ich freue mich schon sehr. Und bin gespannt.
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  • Jerez de la Frontera - La Cuerva 20.5.

    20 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute haben die Socken derbe gebrannt 😎 mein erster 30km Marsch ist aber richtig gut gelaufen, ich bin fast schon etwas verwundert, wie gut. Nach gerade mal einer Woche schon 30 km am Stück abzureißen, hätte ich mir noch vor paar Tagen kaum vorstellen können. Zumal heute auch einiges an Asphalt dabei war, gerade aus Jerez raus, das zog sich wie Kaugummi.

    Ach ja, noch mal kurz zurück zu Jerez. Heute morgen frühstückte ich noch zusammen mit Micaela, ihrer Tochter und Simon. Simon ist ein 28jähriger Arzt, der bei Micaela zur Daueruntermiete wohnt. Wir haben zwar nur kurz gequasselt, weil er um 9 in die Klinik zur Arbeit musste, aber das war sehr nett. Mit Micaela und ihrer Tochter hatten wir zusammen viel Spaß beim Frühstück, haben gelacht ohne Ende, ging im Grunde eigentlich nur darum, dass sie es sich kaum vorstellen können, wie man zu Fuss durch ganz Spanien gehen kann, weil beide glaubhaft beteuerten, daß sie es zu Fuss nicht mal bis runter zur Kreuzung schaffen würden, ohne zu verdursten. Ich habe dann noch schnell ein Foto von beiden geschossen, sie werden meinen Weg hier im Blog nun auch mitverfolgen 🚶🌴🍀 schöne Grüsse an euch und Simon 🙋

    Dann ging es durch Jerez an einem ruhigen sonnigen Sonntagmorgen. Außer mir waren um diese Uhrzeit nur ein paar äußerst gut gekleidete Familien am Start, die zum Gottesdienst in die Kirche wollten. Und nicht nur zu dieser Gelegenheit sind die Spanier extrem gut gekleidet, auch abends, wenn man draußen in den Straßen unterwegs ist, flaniert und sich trifft - bis ins kleinste Detail durchgestylt. Die Damen extrem elegant, was habe ich hier schon für wirklich schöne Kleider herumlaufen sehen. Und Brillen erst. In allen erdenklichen Farben und Formen. Die Herren meistens klassisch in schwarzem Anzug, weißem Hemd und schwarzer Krawatte. Gerne auch mit Manschettenknöpfen in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Also in Sachen Mode macht den Spaniern sicher so schnell niemand etwas vor. Ich falle da mit meiner Wanderhose beige in Kombination mit Wanderstiefel staubig und Polohemd knitterig etwas ab. Aber nur etwas.

    Ja, also morgens noch in Jerez ein paar Fotos in den Kasten und irgendwann hatte ich die Stadt hinter mir und vor mir breitete sich wieder eine schöne Feldlandschaft in der Sonne aus. Viel passierte unterwegs nicht, außer dass ich hie und da mal eine kleine Pause einstreute, wenn sich irgendetwas am Wegesrand anbot, auf dem man auch ohne Yoga-Ausbildung halbwegs sitzen konnte.

    So zog der Tag ins Land und das Feuer immer wieder mal in meine Socken. Das Gute daran ist: je häufiger die Quanten qualmen, desto länger dauert es beim nächsten Mal, bis es wieder so weit ist. Kurz vor El Cuervo dann etwas Lustiges. Mein Handy mutierte plötzlich zum Radio! Ohne dass ich irgendwas gemacht hätte, tönte plötzlich Radio Luz aus meiner Hosentasche! Ich checkte das Handy, aber alles war wie immer. Na gut dachte ich mir, was kommt, geht auch wieder und steckte das Handy zurück. Nach 15 Minuten stellte Radio Luz dann auch seinen Sendebetrieb auf meinem Handy ein.

    Nach gut 7 Stunden war ich dann in El Cuervo. Mein erster Eindruck, als ich die ersten Häuser sah: Hier hätten sie problemlos alle Spaghetti-Western der Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood drehen können. Diese typischen kleinen weißgetünchten Häuser, wie man sie aus den Filmen kennt, wenn Clint als namenloser Reiter mit zusammengekniffenen Augen und seinem Poncho in den Ort reitet.

    Das änderte sich dann im Ortskern deutlich, bzw. beim Betreten meines Hotels. Ein Traum in Marmor, alles todschick, da gibt es keine zwei Meinungen. Belastbare Fotos mache ich noch gleich.

    Ansonsten steht für heute nur noch chillen auf dem Programm, und das aus gutem Grund. Morgen folgen nochmal 30 Kilometer 😎
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  • La Cuerva - Las Cabezas de San Juan 21.5

    21 de maio de 2018, Espanha ⋅ ☀️ 22 °C

    Der Tag fing ziemlich ereignislos an. Habe mich gut erholt gegen halb 8 aus den Daunen geschält, wobei ich gestern eigentlich schon ganz gut erholt in die Falle gegangen bin. Die Annehmlichkeiten des Bades ausgiebig genutzt und dann in die Klamotten gesprungen. Der Rucksack packt sich auch von Tag zu Tag fixer, ich bin spätestens jetzt wieder voll im Camino-Modus. Das Auschecken bestand im Schlüssel auf den Empfangstresen legen und schon war ich durch die Tür. Da man frühestens um 9 auschecken konnte, nutzte ich die Gelegenheit noch, flugs die Einkäufe für den Tag im Supermercado zu erledigen. Bestand im Wesentlichen aus 1,5 l Aquarius Lemon, paar Würstchen und 2 Nektarinen. Den Weg dorthin wies mir ein Polizist, der etwas träge an einer Laterne lehnte. Ich dachte mir: Gib dem Mann ne Aufgabe.

    Dann ging es aus dem Ort hinaus und mir fiel schnell auf, dass heute die gelben Pfeile mit Abwesenheit glänzten. Hat mich nicht weiter beunruhigt, da mein Weg klar war, und die Pfeile aktuell eher willkürlich angebracht wurden. Mal hier, mal da, und als die Farbe aus war, wohl auch gerne mal gar nicht. Ich trabte also unverdrossen meines Weges entlang einer Bundesstraße auf einem wunderbar breiten Schotterweg, so dass ich mir keine Gedanken über die Wegführung machen musste.

    Irgendwann endete der Weg erwartungsgemäß vor einer Autobahnunterführung. Zwei Kreisel waren zu durchqueren, dann ging es auch schon nach etwa 10 km in den Ort Lebrija. Und siehe da - plötzlich ein gelber Pfeil an der Hauptstraße, der mich anwies, weiter geradeaus zu gehen. Bis Lebrija rein gar nichts an Pfeilen und dann folgten sie gefühlt alle 100 Meter. Man nimmt es hin.

    In Lebrija eine Bar mit Sitzplatz in der Sonne angesteuert und erstmal einen Cafe Americano geschlürft. Doppelter Kaffee schwarz mit ordentlich Zucker drin. Nicht, dass ich ihn nötig gehabt hätte, das nicht. Aber er schmeckt einfach so lecker 😎 Außerdem wusste ich durch das vorherige Routenstudium, daß das der letzte Ort bis Cabezas sein würde. Also ab da nochmal 20 km durch die Tundra.

    Es ging weiter über extrem komfortable Schotterpisten, die das Laufen zum reinen Vergnügen machten. Nach weiteren 10 km habe ich an einem Brunnen meine Mittagspause gemacht und bischen in der Sonne gechillt.

    Dann ging ich die letzten 10 km an. Zur Rechten konnte ich in der Ferne schon Cabezas ausmachen, zur Linken allerdings auch massive dunkle Wolken, aus denen entfernt Gewitterdonner grollte. Ich zog den Schritt etwas an.

    Nicht allzuviel später verabschiedete sich dann mein Internet für den Tag. Nicht tragisch, dachte ich, die Route ist ja im Handy gespeichert, also wofür brauche ich jetzt Internet. Grundsätzlich richtig. Dennoch war es mir nicht mehr möglich, meine gespeicherte Route aufs Display zu bekommen. Nichts half, kein Handy-Neustart, alle Bemühungen vergebens. Also blieben mir nur die Pfeile. Sofern noch welche kommen würden. Und wo Cabezas in etwa lag, wusste ich auch.

    Ich also weiter, schon etwas grimmig ob des Versagens meiner Wanderapp, da kam es zu dem, wovor viele richtig Muffe haben, wenn sie in der freien Wildbahn am Wandern sind. Ein großer freilaufender Hund. Der gehörte wohl zu einem landwirtschaftlichen Betrieb, der auf meinem Weg lag, und er wollte mir wohl mitteilen, daß er Fremde in SEINEM Revier nur sehr ungern antrifft. Sein Kläffen und die gefletschten Zähne sowie das Tempo, mit dem er auf mich zuschoß, erweckten in mir zumindest den Eindruck.

    Da ich in dem Moment aber eh gerade etwas übellaunig war, dachte ich nur: "Komm nur Sportsfreund, kommst mir gerade recht, dir geb ich fürs Knurren", blieb stehen, drehte mich frontal in seine Richtung, hob beide Stöcke über den Kopf und machte zwei, drei schnelle Schritte auf ihn zu. Die Töle war zwar ein schöner Brocken, aber so schnell, wie der plötzlich stoppen und sich umdrehen wollte und dabei fast noch gestürzt wäre, das sah schon fast zum Schreien komisch aus 😁

    Ich ging dann weiter, er stürzte wieder auf mich zu, und das Spielchen von Neuem. Und so ging das eine ganze Zeit, bis er wohl keinen Bock mehr hatte. Sein Glück, ich habe nichts gegen Hunde, sicher nicht, aber wäre er noch viel näher gekommen, hätte ich ihm das Fell gegerbt. Ich war in genau der richtigen Stimmung, ihm die Stöcke mit voller Wucht übers Haupt zu ziehen und das nicht nur einmal. Vielleicht hat er das geahnt und vielleicht hat er vorher schon mal auf die Art richtig Lack bekommen, keine Ahnung. Auf jeden Fall blieb es dabei. Das ganze Spielchen etwa einen Kilometer später nochmal mit einem anderen Köter, auch ein schöner Krawenzmann, aber der verlor deutlich schneller die Lust.

    Ich dann die letzten Kilometer nach Cabezas weitermarschiert, es kamen noch gelbe Pfeile, insofern war alles kein Problem. Bis ich dann in Cabezas war 😁 denn dort ging auch mein Google Maps nicht aaaaah 😂 also gut, überlegt, was man jetzt tun kann, da fiel mir links auf der Ecke ein Gemischtwarenhandel auf, der zum einen geöffnet hatte, was schon mal gut war, aber zum anderen auch ein Schild über dem Laden hatte, auf dem eine Internet-Adresse vermerkt war.

    Das roch nach WiFi, dachte ich mir und zack stand ich im Laden. Die Gute hinter dem Tresen verstand jedoch nur Spanisch und mein Übersetzer konnte nicht zum Einsatz gebracht werden, weil der wiederum Internet braucht 😎 sie hatte jedoch eine Nachbarin, die über dem Geschäft wohnte und die Englisch sprach. Schon war die mit im Laden und brachte mir sogar ihr Passwort für das WiFi aus ihrer Wohnung im ersten Stock mit 😁 schnell waren dann alle Fragen geklärt und ich trollte mich mit den besten Dankesbekundungen in Richtung Behausung.

    Ein kleines Hindernis galt es noch zu überwinden; den Schlüssel zu meinem Appartement gab es nicht in meinem Appartement. Sondern bei einer anderen Adresse. Die fand ich nicht sofort und dann hatte ich natürlich auch kein Internet mehr, ich war ja wieder unterwegs im Ort 😎 da habe ich einfach die nächstbesten Leute angesprochen, die auf der Straße rumstanden, habe Ihnen meine Reservierungsbestätigung unter die Nase gehalten, und siehe da: den Schlüssel gab es auf der Tankstelle gegenüber auf der anderen Straßenseite 🤓 und die Appartements waren direkt um die Ecke - beides gehörte dem gleichen Besitzer.

    Jetzt hocke ich hier in meinem Appartement in einem seeeehr bequemen Stuhl und habe fertig mit Blog für heute. Stand jetzt. 😎⚽💪🎉
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  • Las Cabezas - Los Palacios 22.5.2018

    22 de maio de 2018, Espanha ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute das war ein 1a-Training in Sachen Asphalt kloppen. 25 Kilometer und alle auf Asphalt. Mein bisheriger "Rekord" waren 24 km, auf der 2. oder 3. Etappe letztes Jahr in Portugal. Danach hätte ich meine Füße am liebsten abgeschraubt und fachmännisch entsorgt. Heute ging es im Vergleich zum letzten Jahr sogar, ich war positiv überrascht. Nachdem ein gewisser Schmerzpegel erreicht war, wurde es im Gegensatz zum letzten Jahr nicht noch schlimmer. Mich beschleicht das dumpfe Gefühl, daß ich in schlechterer Verfassung sein könnte.

    Heute morgen gab es eine Premiere. Als ich nach dem Aufwachen einen Wetterprüfblick durchs Fenster warf, musste ich mir nochmal die Augen reiben. Am ansonsten stets blauen Himmel war eine einzige graue Suppe auszumachen. Keine Sonne, wohin man auch blickte. Das stürzte mich nicht wirklich in tiefere Depressionen, Sonne hatte ich bislang reichlich, und ist auch mal schön, morgens auf die 50er-Sonnenmilch verzichten zu können.

    Noch rasch die Einkäufe für den Tag erledigt, Bude geräumt, Schlüssel in der Tanke abgegeben und los ging's. Auf Asphalt. Meine Hoffnung, dass sich das noch ändern würde, blieb eine Hoffnung. Nach einer Weile wiesen mir die Pfeile an einem Kanal den Weg nach rechts. Rechts? Hatte ich anders im Gedächtnis. Das Navi befragt und es stimmte, meine Route führte mich genau in die entgegengesetzte Richtung. An diesem Punkt verließ ich also die Via Augusta.

    Hintergrund ist, dass ich mir bei der Planung auch den Weg nach rechts angeschaut hatte. Der hätte mich aber heute zu einem Ort geführt, von dem aus ich morgen Sevilla hätte direkt ansteuern müssen. Das hätte knapp 40 km bedeutet, davon dann an die 8 km über den heißen Asphalt Sevillas. Wer schon mal eine so lange Etappe gelaufen ist und sich dann am Ende mit eh schon ziemlich platt gelaufenen Füßen die Freude gemacht hat, sich noch mal 1-2 Stunden durch eine Stadt zu geißeln, der weiß, was das Wort "Höchststrafe" bedeutet.

    Hier von Los Palacios y Villafranca aus sind es dagegen zwar auch noch 37 km bis Sevilla, auf dieser Route komme ich morgen aber nach knuffigen 14 😁 km in Dos Hermanas vorbei, wo ich dann bleibe und übernachte und am nächsten Tag mit nur noch 22 km nach Sevilla einen entspannten Abschluss meines ersten Teiles der Via de la Plata genießen kann.

    Ansonsten passierte nicht viel Erwähnenswertes. Ach doch, nach etwa 2 Stunden hatten sich alle Wolken verzogen und ich musste unterwegs doch noch meine Sonnenmilch zücken. Irgendwie zog die aber nicht wirklich ein, weil ich natürlich schon Betriebstemperatur hatte und gut am Ölen war. Das hatte einen eigenartigen Nebeneffekt: ich stellte später auf meinen Armen, dort wo die Sonne am heftigsten drauf briet, beim Drüberstreichen mehrere Verkrustungen fest. Beim näheren Betrachten war ich echt erstaunt. Da waren einige glasklare Blasen auf meinen Armen! Also keine Brandblasen, die Haut darunter war unversehrt. Einfach nur Blasen aus Sonnenmilch, die nicht schnell genug in der Sonne einziehen konnte und die dann anscheinend durch die Sonne so erhitzt wurde, dass Luftblasen entstanden, die dann hart wurden und die man einfach wegkratzen konnte. Habe ich so auch noch nicht gesehen.

    Dann wieder das Übliche. Mein Internet meldete sich wie erwartet kurz vor Ankunft ab, so dass wieder die Frage anstand: Wie finde ich jetzt ohne Google Maps zum Hostal? Die Frage hatte sich aber in dem Moment erledigt, als ich die Ortsgrenze überquerte. Bereits am ersten Haus war an der Fassade ein riesiges Schild befestigt, auf dem die Wegbeschreibung zu finden war. 100 Meter geradeaus, 100 Meter links, dann 100 Meter rechts, et voila - das Hostal stand da. Schwein gehabt 😎

    Mit diesem Problem werde ich mich sowieso morgen das letzte Mal rumschlagen müssen, wenn überhaupt; denn ich hege die Hoffnung, dass nach 14 km und entsprechend kürzerer Laufzeit mir noch etwas Internet verbleibt. Wenn nicht, dann sind dunkle Mächte im Spiel.

    In Sevilla kenne ich mich nun eh aus, ich habe auch wieder das Hotel von vor 2 Wochen. Und danach, auf der offiziellen Via de la Plata liegt jede Albuerge eh mehr oder minder direkt am Weg oder der Weg dorthin ist in meinem Outdoor-Wanderführer detailliert beschrieben. Also nur noch morgen einmal das Beste hoffen. Die Route von heute selber hatte ich mir gestern Abend sicherheitshalber nochmal runtergeladen und offline gespeichert, und heute gab es keine Probleme, auch nachdem kein Internet mehr verfügbar war. Was gestern das Problem war - keine Ahnung, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

    Man könnte fast schon ein kleines Zwischenfazit ziehen. Auf meiner Strecke von Tarifa nach Sevilla habe ich wie erwartet nicht einen anderen Wanderer getroffen. Nicht weiter tragisch, beim Wandern selbst komme ich alleine sehr gut zurecht, kann mein Tempo und Pausen machen, wie ich will. Diese etwa 230 km bis Sevilla waren eine erstklassige Vorbereitung auf die 1000 km, die bis Santiago nun noch folgen werden. Ich bin jetzt RICHTIG gut eingelaufen und muss mich nicht erst noch in die Via de la Plata konditionell einfinden. Dass der Start mit dem Zaun-Desaster und dem wirklich ärgerlichen Sturz etwas holprig war - geschenkt. Ganz ohne Mühe geht es eben nicht, wenn man sich gewisse Dinge vornimmt. Nirgends.

    In diesem Sinne - Sevilla, ich komme! 😁😎🚶🌵🌴🍀☉
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  • Los Palacios - Dos Hermanas 23.5.2018

    23 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 24 °C

    Ich habe vor einigen Wochen im TV einen Bericht über die Natur in der Gegend südlich von Sevilla gesehen. Aufmerksam wurde ich auf den Film, da in der Ankündigung von Wölfen die Rede war, die dort heimisch sein sollen. Nicht viele, aber es soll sie dort geben. Ich glaube, ich habe heute einen gesehen! 😊 So etwa auf halber Wegstrecke, als sich die Piste von der Schnellstraße, neben der sie größtenteils herlief, etwas ins Hinterland verlegte. So etwa 100 Meter vor mir stand einer plötzlich mitten auf der Piste. War noch nicht ganz ausgewachsen hatte ich den Eindruck, stand da, schaute in meine Richtung und lief dann auf der Piste davon, bis er hinter einer Biegung verschwunden war. Scheu war er allemal, sagt man Wölfen wohl auch allgemein hin nach. Oder es war ein wilder Schäferhund, was ich aber nicht glaube, da ich unterwegs mitten im Nirgendwo noch nicht einen wilden Hund auf den bislang gut 200 km gesehen habe. Die Kläffer von neulich gehörten auch beide zu den landwirtschaftlichen Betrieben, die sie bewachten. War das Highlight des Tages 😎

    Ansonsten verlief der Tag nämlich ausgesprochen ereignislos. Es ging 2 km aus der Stadt heraus und dann begann die Piste entlang der Schnellstaße und führte direkt bis Dos Hermanas. Viele Fotos gab es da nicht zu schießen, sah alles ziemlich gleich aus. Also einfach marschieren und Kilometer abreißen.

    Auf morgen bin ich sehr gespannt. Es ist so gut wie unmöglich, zu Fuss von Süden nach Sevilla zu gelangen. Ein dichtes Autobahnnetz umspannt Sevilla dort. Ich habe im Vorfeld Google-Maps fast bis auf Kieselgröße strapaziert, um einen Weg in die Stadt zu finden, der zu Fuß irgendwie durchführbar ist. Mit meinem Ergebnis werde ich morgen in der Realität konfrontiert. Falls ich da irgendwelche garstigen Zäune oder ähnliches Ungemach übersehen haben sollte, werde ich das morgen besser früher als später mitbekommen. Die Spannung steigt 😎

    Ach ja, das Hotel, in dem ich heute übernachte, ist gleichzeitig Restaurant und Bar. Viel laufen werde ich heute also nicht mehr 😁😎
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  • Dos Hermanas - Sevilla 24.5.2018

    24 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 21 °C

    Back to Sevilla! 😁

    Das war vorhin ein wirklich königliches Gefühl, als ich die Stadtgrenze zu Sevilla überschritt. Ich war wieder da! Herrlich.

    Die Route, die ich mir ausgeheckt hatte, hat bis aufs I-Tüpfelchen gepasst. Aus Dos Hermanas raus ging es zunächst durch das etwas edlere Wohnviertel La Motilla und dann direkt ins weite Feld. Keine Zäune versperrten mir den Weg und auch sonst lauerten keine unliebsamen Überraschungen auf mich. Es ging dann durch Industriegebiete vor Sevilla, unter Autobahnbrücken hindurch, dann wieder über Felder und Wiesen, dann die nächste Unterquerung einer Autobahnbrücke, dann wieder in Industriegebiete, und plötzlich war ich an dem einen letzten Kreisel unter einer Autobahnbrücke, von dem aus ich es nur noch etwa 500 Meter bis zur Stadtgrenze von Sevilla hatte. Und dann stand ich vor dem Ortsschild 😁 Geschafft!

    Mir war schnell klar, wo ich nun als erstes hinwackeln würde. Zum Busbahnhof San Sebastian, von dem aus ich vor 10 Tagen nach Tarifa gestartet bin. Hier sitze ich nun, auf dem selben Stuhl wie vor 10 Tagen, und schaue auf die Busse, die heute aber ohne mich abfahren werden. So hat sich dieser Kreis geschlossen. Ein ziemlich cooles Gefühl 😎

    Jetzt werde ich gleich zu meinem Hotel traben und erstmal für die eine Nacht einchecken und dann sicher noch bei dem Irish Pub meines Vertrauens vorstellig werden. Ich habe Nic schließlich versprochen, hier noch ein Pils auf ihn zu trinken 🍺 und was man verspricht, muss man auch halten 😎 Später, wenn ich zurück im Hotel bin, werde ich vielleicht noch was schreiben. Stand jetzt 😁

    Hier in Sevilla ist es gerade eher ungemütlich, es stürmt ordentlich und auch Regen ist mit von der Partie. Wenn das morgen früh immer noch so ist, freue ich mich sogar ein wenig - bei dem Wetter ist Wandern vielleicht nicht ganz so nett, aber umso ursprünglicher. Die Natur zeigt sich dann eben auch von ihrer anderen Seite. Wer das nicht ab kann - naja, der hat sich dann eben vielleicht die falsche Freizeitbeschäftigung ausgesucht. Bin gespannt auf morgen. Und was sich auf der ersten offiziellen Etappe der Via de la Plata so zuträgt.

    Ich werde berichten 😎

    Eben noch mit Michael aus dem Irish Pub ein Erinnerungsfoto geschossen, er hat sich sofort an Nic und mich erinnert und wird den Blog jetzt auch weiter verfolgen, super! 😊
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  • Sevilla - Guillena 25.5.2018

    25 de maio de 2018, Espanha ⋅ ☀️ 21 °C

    Es gibt sie noch. Andere Pilger 🚶😁 wobei mir heute auffiel, dass mein "Starttermin" in Sevilla heute mit einem Freitag auch nicht wirklich dazu angetan ist, auf ganze Horden anderer Wanderer zu stoßen. Freitag! Wer kommt schon auf die Idee, seinen Urlaub an einem Donnerstag zu beginnen und nach Sevilla zu fliegen, dort zu übernachten, um dann Freitag morgens loszumarschieren? Sicher nicht die Masse. Die rückt eher am Wochenende an, macht Sevilla unsicher und startet dann am Montag, bestenfalls am Sonntag. Aber Freitag? 😁

    Aber: es gibt sie trotzdem. Einen habe ich unterwegs getroffen. Peter aus der Schweiz. Wir haben uns dann in der Herberge wiedergetroffen, er hat zufällig die gleiche wie ich gewählt. Haben uns vorhin zum nächsten Cafe aufgemacht, um in der Sonne bischen zu relaxen. Die Sonne hat leider etwas geschwächelt, nach 10 Minuten fing es an zu regnen, also haben wir uns wieder in die Herberge getrollt.

    Das Wetter heute war eh etwas durchwachsen. Was sich gestern Abend in Sevilla bereits angekündigt hatte, setzte sich heute weiter fort. Sonnige Phasen wurden von einem netten Landregen abgewechselt. Schon hatte ich meinen Regenschirm im Einsatz, und so prasselte es gemütlich auf mein Dach, während ich so vor mich hin marschierte. Ist sehr entspannend übrigens.

    Der Weg selber heute war wenig spektakulär. Insgesamt rund 22 km, wovon die ersten 12 durch verschiedene Vororte Sevillas raus aus der Stadt führte, und dann noch nach etwa 10 km, die auf schöner Strecke kerzengerade auf Guillena zuliefen. Wir waren die ersten in der Herberge, mittlerweile scheinen noch mehr Wanderer angekommen zu sein. Nachher werde ich mit Peter noch was Spachteln gehen, das Restaurant ist keine 50 Meter die Straße runter entfernt. Hoffentlich macht es nicht zu spät auf, habe jetzt schon einen Mörderhunger. Ach ja, den Supermarkt habe ich auch schon entdeckt, dem werde ich später auch noch meine Aufwartung machen und die Dinge für morgen auf der Piste besorgen. Die Wäsche wird gleich mit der Maschine gewaschen, hoffentlich ist die bis morgen trocken, einen Trockner gibt es hier nämlich leider nicht 😳

    Jetzt könnte ich eigentlich mal kurz ein Nickerchen machen, ist jetzt Siesta, und man muss sich schließlich den landestypischen Gepflogenheiten auch ein Stück weit anpassen 😎
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  • Guillena - Castilblanco de los Arroyos

    26 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 19 °C

    Hola - ich dachte eigentlich, heute steht eine Chiller-Etappe an 😎 aber weit gefehlt 😁 Auf dem Papier klang es zumindest danach. Knappe 18 km durch ein reines Naturreservat. Was sollte da schon anstrengen?

    Als ich gegen 8 die Herberge verließ, als einer der ersten übrigens, die anderen frühstückten noch munter vor sich hin, stellte ich als erstes fest, dass es regnet. Nicht weiter tragisch, meinen Schirm installiert, und schon ging es mit akustisch ansprechendem Geprassel auf meinem Dach los.

    Der Weg führte mich zunächst runter zu einem Bach, der aber ansonsten wohl nicht da ist, da die Pfeile den Weg durch ihn hindurch wiesen. Also Planänderung, wieder hoch zur Strasse und die nächste Brücke links angesteuert. So den Bach überquert und anschliessend auf einer Landstraße Fahrt aufgenommen. Nach ca. 2 Kilometer ging der Weg links in die Botanik und dann wurde es...sagen wir mal anspruchsvoll.

    Der Regen der letzten Zeit hatte den ansonsten wohl gut begehbaren weil knochentrockenen Lehmweg ziemlich aufgeweicht. Und dann wurde es anstrengend. Man sackte bei jedem Schritt ordentlich weg und dieser Lehm saugt dich dann regelrecht ein. Und denkt nicht daran, deinen Schuh inklusive Fuß so ohne weiteres wieder rauszurücken. Das entwickelte sich dann zu einem regelmäßigen und regelrechten Kampf, zumal auch die Sohlen dann nach allen Regeln der Kunst zugeklumpt waren und man so auch nicht mehr wirklich gut laufen konnte. Alle paar Meter die Sohlen wieder halbwegs freigekloppt, schon waren sie wieder zugedreckt. Sehr mühsam das Ganze.

    Nach einer gefühlten Ewigkeit besserte sich der Untergrund etwas und es ging flotter voran. Aber auch nicht lange, da dann Hohlwege gemeistert werden wollten, sehr felsig und auch immer mal steil hoch und wieder runter. Ein Zuckerschlecken ist was anderes. Plötzlich standen Kühe auf meinem Weg, naja die Kühe standen etwas abseits, aber ein Ochse mit fetten Hörnern stand mitten im Weg und starrte mich an.

    Da fiel mir ein, dass ich ja noch meinen knallroten Schirm an und auf hatte und überlegte, ob die Farbe den Ochsen wohl aggressiv machen könnte. Ich wollte es nicht testen und nahm den Schirm ab und schloss ihn wieder. Das war mein Passierschein, denn nach 10 Sekunden angestrengten Nachdenkens trabte der Ochse ganz gemächlich zur Seite und ich konnte weiter.

    So ging es noch einige Kilometer und nach insgesamt 12 oder 13 km dort kam ich wieder zu einer Landstraße, auf der es dann noch ca. 3 Kilometer bis zum Etappenziel ging. Dort habe ich in einer privaten Herberge ein Einzelzimmer für 14 😁 Euro geschossen, habe geduscht und sitze jetzt hier auf der Hauptplaza von Castilblanco de los Arroyos, auf dem schon gut was los ist. Heute findet hier wohl irgendein Fest statt, außerdem ist Samstag und die Leute im Ort sind offensichtlich in Feierlaune 🎉🥂🍺

    Von den anderen Wanderern habe ich noch nichts gesehen, vielleicht geniessen die gerade noch die Freuden des Lehmwanderns 😎
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  • Castilblanco - Almaden de la Plata 27.5.

    27 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 29 °C

    Heute stand wieder ein gepflegter 30km-Marsch auf der Tagesordnung. Das Besondere an der Etappe: die ersten 18 km finden geschlossen auf der Landstraße statt 😎 finden viele ganz gruselig und im Wanderführer wird auch eigens die Telefonnummer eines Juan Jose erwähnt, der sich mit Taxifahrten für dieses Teilstück offenbar ein regelmäßiges Einkommen erwirbt.

    Auf meine Dollars musste er jedoch verzichten, da ich mittlerweile fast schon so etwas wie Sympathie für Landstraßen gewinnen kann, sofern sie über einen ausreichend großen Standstreifen verfügen. Ich komme auf ihnen wunderbar voran und meine Füße scheinen mittlerweile eine gewisse Asphaltresistenz erworben zu haben.

    So auch heute: um 7.45 Uhr gestartet flog ich in 3 Stunden über die Piste - um 10.45 Uhr war ich 18 km weiter und betrat den Naturpark El Berrocal. Dort führte eine breite und sehr gepflegte Piste auf den nächsten 10 km durch eine bemerkenswert schöne Naturlandschaft. Zwischendrin mal ein Päuschen eingelegt und dann ging es weiter dem Ende der Etappe zu. Das hatte es nochmal in sich 😁

    Am Ende des Naturparks ging es innerhalb von etwa 800 Metern ca. 200 Meter hoch. Im Wanderführer wurde es mit "sehr heftig bergauf" umschrieben. Zutreffend. Und nach 28 km genau das, wonach sich Körper und Füße sehnen. Mit kleineren Pausen während des Hochkraxelns zum Durchschnaufen war aber auch das kein Hexenwerk und ich erreichte bald den Bergkamm.

    Dort wurde ich mit einem tatsächlich spektakulären Rundumausblick für jeden Schweißtropfen entschädigt, der dafür fließen musste. Auf der anderen Seite lag direkt Almaden, also hurtig an den Abstieg gemacht, der teilweise etwas felsig war, aber in kurzer Zeit hinter mir lag. Nach einer Cola mit Eis in der nächstbesten Bar steuerte ich dann meine Unterkunft für heute an; die Casa Concha - sie ist sowohl Hostal als auch Restaurant. Und eine Bar fehlt auch nicht. Ich habe ein Doppelzimmer zum Preis von einem Einzelzimmer ergattert (20 Tacken). Da der Ort selber eher verschnarcht ist, bin ich mir ziemlich sicher, dass sich meine Aktivitäten heute auf die Casa Concha beschränken werden 😎
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  • Almaden de la Plata - Monesterio 28.5.

    28 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 17 °C

    Dreierlei habe ich heute überschritten.

    Erstens die 300km-Marke. Nicht, dass das von besonderer Bedeutung wäre, das nicht. Ist für mich nur so zur Orientierung. Man verliert sonst so ein bischen das Gefühl für die Entfernung, die man bereits gelaufen ist. Oder noch vor einem liegt. Ich stehe aktuell bei 330 km.

    Zweitens die Grenze zwischen Andalusien und der Extremadura. Der Grenzübergang bestand in drei Schritten über ein seichtes Bächlein.

    Drittens die Tageslaufleistung: Ich hatte sie mit 28 km angesetzt. Daraus wurden 34 km. Ungewollt 😎

    Der Tag heute bestand ursprünglich aus 2 Etappen. Die erste führte von Almaden über 14 km nach El Real de la Jara. Kam mir im Vorfeld etwas dürftig vor für einen ganzen Tag, deshalb wollte ich da heute nicht enden. Dass diese Etappe aber durchaus das Zeug zu einer vollwertigen Etappe hatte, spürte ich dann unterwegs 😁

    Es ging zum großen Teil wieder durch ein Naturschutzgebiet, und zu einem ebenso großen Teil ging es entweder stramm bergauf oder bergab. Auf felsigen Pfaden, die ein entspanntes Marschieren eher behinderten. War aber wirklich traumhaft schön.

    Unterwegs hatte ich viele Begegnungen mit diversen 4-Beinern. Die erste, als ich auf eine Herde Ziegen stieß, die mitten auf dem Weg waren. Die Hirtenhunde nicht fern und stürzten sich auch gleich in meine Richtung, als ich mich näherte. Hier bewährte sich wieder die Strategie, mit erhobenen Stöcken paar schnelle Schritte auf sie zuzugehen, und schon konnten sie nicht schnell genug kehrt machen.

    Ich marschierte weiter und stellte gleich fest, dass eine vorwitzige Ziege mir auf dem Fuß folgte und mich ständig anblökte. Ich grinste und ging weiter. Die Ziege aber auch. Und blökte und blökte. Ich dachte, will die mit nach Santiago? Aber auf dem Camino passieren die seltsamsten Dinge. Das ging bestimmt 5 Minuten so, die Ziege blieb hinter mir und blökte. Ungewöhnlich. Da dachte ich, will sie dir etwas sagen? Ich zog mein Handy, um schauen, ob ich noch auf dem richtigen Weg war, und siehe da: just dort, wo ich auf die Ziegenherde getroffen war, hätte ich links abbiegen müssen! Wäre mir die Ziege nicht hinterhergelaufen, ich wäre noch länger in die falsche Richtung gelaufen. Danke schön, liebe Ziege! 🤗

    Angekommen in El Real de la Jara habe ich mich im Supermarkt mit Fressalien und Getränken eingedeckt und kurz die Füße erholt. Dann ging es auf den zweiten Teil des Tages, der mich auf einen Campingplatz 14 km weiter und 6 km VOR Monesterio führen sollte. Der Campingplatz wurde in den höchsten Tönen im Wanderführer gelobt, mit Waschmaschine, Trockner und allerlei Annehmlichkeiten für kleine Münze mehr, also wollte ich da hin. Der Weg dorthin war eigentlich sehr komfortabel von der Piste her, aber ich spürte dann doch das Vormittagsprogramm mit dem ganzen Gekraxel deutlich.

    So kam ich dann irgendwann mit glühenden Füßen bei der Campinganlage an und siehe da: sie war geschlossen 🤤 ein Schlag ins Kontor. Da steuerte ein Campingbus aus Heidelberg vor die Anlage, an Bord ein deutsches Ehepaar mit kleinem Baby, die dort ebenfalls übernachten wollten. Er sprach glücklicherweise Spanisch, und als irgendwann ein Einheimischer vorbei fuhr, erfuhren wir, dass die Campinganlage geschlossen ist. So wie es darin aussah, war die meiner Meinung nach auch schon länger dicht.

    Aber egal, es half nix, ich wieder den Rucksack auf und den Gang nach Canossa, hier Monesterio, angetreten. Viel Spaß hatte ich auf den 6 km nicht. Im Ort im ersten Hotel eingecheckt, und siehe da, wer stand da in der Tür? Die Camperfamilie aus Heidelberg 😎 Wir mussten alle lachen.

    Jetzt sitze ich hier vor einer Bar in der Sonne, vor mir eine Cola mit Eis. Und habe meinen Blog geschrieben 🤓 Ausblick für morgen? Weniger Kilometer 😎
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  • Monesterio - Fuente de Cantos 29.5.

    29 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 17 °C

    Nach dem unerwartet verlaufenen Tag gestern war das heute mal wieder Wohlfühlwandern. Ohne irgendwelche Überraschungen. Heute morgen um 9 auf dem Weg aus der Stadt noch schnell beim Supermercado das Übliche besorgt und schon war ich wieder auf der Piste.

    Es ging zunächst durch schöne Korkeichen-Felder, auf denen einige der schwarzen Schweine entspannt am Futtern waren. Ihre schwarze Farbe erhalten sie durch die schwarzen Eicheln, die sie unentwegt in sich hineinschaufeln. Man sieht sie wirklich nur fressen, beobachtet man sie einen Moment.

    So ging es 10 km teils bergauf, teils bergab auf teils unbefestigten aber gut begehbaren Wegen, bis man an dem höchsten Punkt des Tages in der Ferne bereits Fuente de Cantos sehen konnte.

    Die Ausblicke heute waren gigantisch, das einzige, was man bischen bemäkeln könnte, ist das Wetter, das wir nun schon seit einigen Tage hier haben. Die 20 Grad werden selten überschritten und das ganze wird von einem frischen Wind garniert. Auch die Einheimischen sagen, es wäre für diese Jahreszeit wirklich ungewöhnlich kalt. Heute morgen waren es beispielsweise stramme 9 Grad 🤤 und vielmehr als 15 Grad werden das heute auch nicht. Meine Tempos sind schon fast alle, muss da mal nachlegen.

    Das Hostal, in dem ich heute bin, ist wirklich schön, hat sogar einen Pool! Für Eisschwimmer wäre das heute sicher eine Überlegung wert. Jetzt die Jacke über, dann schleiche ich mal in den Ort. Statt Cola mit Eis heute Cafe Americano mit derbe Zucker drin 😎
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  • Fuente de Cantos - Zafra 30.5.2018

    30 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 21 °C

    Der morgendliche Wetterprüfblick ließ die Sonnenmilch für die heutigen 25 KM ein weiteres Mal nicht zum Einsatz kommen. Gut, es hat auch seine Vorteile, bei diesen Temperaturen zu marschieren; man schwitzt nicht wie blöd. Hmmm. Naja, aber das war's dann eigentlich auch schon.

    Aber der Tag war trotzdem sehr schön, vor mir breitete sich die Extremadura mit all dem aus, was ihr so nachgesagt wird. Viiiel weites und offenes Land, Felder, wohin man blickt. Sucht man einen Baum, dann findet man ihn sofort. Etwa 3 KM entfernt. Auf Schatten braucht hier niemand zu hoffen. Ich kann mir lebhaft vorstellen, was hier vor sich geht, wenn die Sonne richtig auf den Planeten brennt. Ein bischen wünsche ich es mir fast 😎

    So schlich ich meines Weges, immer schön in Bewegung bleiben, da der Wind noch reichlich frisch war und meine Nase gelegentlich nach Tempos verlangte. Die ersten 10 km waren schnell absolviert, da kam, oh Wunder, eine echte Raststelle! Und dort machte es sich gerade eine Mitwanderin bequem, die ich vorher noch nicht getroffen habe. Elisabeth, 70, sehr nett und topfit. Wir plauderten dort ein wenig und setzten dann unseren Weg gemeinsam fort. Es stellte sich heraus, dass sie auch leidenschaftlich gerne wandert, und was ihre Laufgeschwindigkeit angeht - alter Schwede! 💪👍 Um noch schneller zu sein, müsste ich wirklich richtig draufdrücken.

    Wir unterhielten uns nett und lachten viel, und so vergingen die Zeit und die verbliebenen ca. 10 KM wie im Flug. Die erste Herberge, die wir uns als Ziel ausgeheckt hatten, war leider geschlossen, da der Betreiber erkrankt war. Flugs entschieden wir uns für ein sehr günstiges Hotel direkt in der Altstadt um, in dem wir beide Doppelzimmer zum Preis eines Einzelzimmers schnappten. Ich will nicht maulen 😁

    Jetzt heisst es erst mal duschen und frisch machen, später treffen wir uns wieder, um dann hier in der Altstadt den Abend noch gemütlich mit leckerem Happi und Brause ausklingen zu lassen. Die Altstadt soll hier insbesondere abends sehr schön beleuchtet und einen Rundgang wert sein, meldet mein Reiseführer. Mal schauen, ob wir das vielleicht auch noch einer näheren Prüfung unterziehen werden. Meine Füße melden zumindest keinen Protest an 😎
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  • Zafra - Villafranca de los Barros 31.5.

    31 de maio de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute standen fußfreundliche 20 km auf dem Plan, die sich auch als solche herausstellten. Gut ausgeschlafen starteten Lisa (Elisabeth, aber ich nenne sie Lisa, passt besser) und ich in den Tag.

    Es ging die ganze Zeit durch schöne Feldlandschaften. Die Sonne zeigte sich wieder häufiger, wollte ich ihr auch geraten haben. Garstige Anstiege blieben heute da, wo sie hingehören. Wir quasselten über dies und das, und plötzlich waren wir schon 3 Kilometer vor dem Etappenziel, als links zwei Sitzgruppen zum Verweilen einluden. Zack saßen wir mit langen Beinen. Wir hätten auch durchlaufen können, 20 km am Stück bei halbwegs guter Piste sind mittlerweile nichts Furchterregendes mehr.

    Wir haben uns hier in einer netten Albergue am Ortsausgang 2 schöne Einzelzimmer gekrallt. Zu einem pilgerfreundlichen Tarif versteht sich 😎

    Der Ort selber ist nicht gerade New York, aber ein paar Cafes habe ich auf dem Weg hier her doch gesehen. Geöffnet. Da werden wir wohl gleich mal hinschlendern und nach dem Rechten sehen. Und nach einem Duschgel. Meins habe ich in Zafra schön in der Dusche stehen lassen. Immerhin: So lange hat es auf meinen bisherigen Caminos noch nie gedauert, bis ich das erste Mal etwas stehen lasse. Kann zufrieden sein 😎
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  • Villafranca - Torremejia 1.6.2018

    1 de junho de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 21 °C

    Die 400er Marke ist erreicht, aktuell liege ich bei 420 km. Und das Wetter wird besser 😎 auch wenn ich heute morgen beim Wandern nicht wirklich danach aussah. Normalerweise habe ich nach spätestens 10 Minuten marschieren volle Betriebstemperatur. Aber heute? Eher weniger. Wir liefen aus Villafranca hinaus und auch nach einer halben Stunde fror ich an den Armen. Dabei schien die Sonne, allerdings ging ständig ein reichlich frischer Wind. Das ist das etwas Unangenehme, wenn die Kondition immer besser wird - man braucht deutlich länger, bis der Körper mal so belastet ist, daß das Schwitzen beginnt. Eine Jacke anzuziehen kam aber auch nicht in Frage, da ich dann gleich zu sehr am Rücken geschwitzt hätte; macht man dann eine Pause mit nassem Rücken, sorgt der kühle Wind dafür, dass eine ausgewachsene Erkältung oder ein Zug am Rücken in greifbare Nähe rückt.

    Lisa hatte dann den Tip, daß ich meine Jacke falsch herum anziehen könnte. Also in die Arme schlüpfen, aber das Rückenteil vor dem Bauch tragen. Wenn du so auf der Strasse in einer Stadt unterwegs bist, holen sie dich ziemlich schnell. So viel ist sicher. Aber da, wo wir laufen, bekommt das niemand mit 😎 also gesagt, getan, und schon lief ich in einem etwas eigenartigen Aufzug durch die Wallachei. Half aber 😁

    Die Etappe heute hatte stramme 26 KM und sie führte im Grunde komplett durch ein Weinanbaugebiet. Weinreben, Weinreben und oh Wunder - WEINREBEN. Dazu ging der Weg nach etwa 10 KM nur noch schnurstracks geradeaus. Ein Härtetest für Mensch und Maschine. Der Untergrund der Piste war aber über jeden Zweifel erhaben, so genügte es, drei Pausen zur richtigen Zeit einzustreuen, und der Weg fand sein Ziel.

    Bei unserer letzten Pause quasselten wir wie immer bischen rum und ich meinte aus dem Zusammenhang heraus: "Dumm gelaufen". Lisa, die blond ist, schaute mich an und lachte plötzlich laut los. Ich schaute sie grinsend aber etwas verständnislos an, da erklärte sie mir, daß sie das eben auf sich bezogen hatte. Ich begriff immer noch nicht, aber da war ein neuer Blondinen-Witz schon geboren 😎 Also: Was ist eine Blondine auf dem Jakobsweg? Dumm gelaufen! 😁 Gut, daß der von ihr kam.

    Nicht viel später schlenderten wir in Torremejia ein. Hier ist echt der Hund begraben, alter Schwede. Aber gut, für den Tag geht's. Sind heute zur Abwechselung mal wieder in einem Schlafsaal mit Stand jetzt 3 Mitschnarchern. Aber meine Ohrstöpsel sind bereits scharf. Später um 6 geht es Spachteln, dann noch 1, 2 Brause für die Bettschwere und schon wird unsere Stippvisite in Torremejia Geschichte sein.

    Die nächste Etappe wartet bereits und freut sich auf uns. Ein Geschenk hat sie auch. 32 KM 😎
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  • Torremejia - Aljucen 2.6.2018

    2 de junho de 2018, Espanha ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute staunte ich nicht schlecht, als ich in Merida an einem Wegweiser mit Kilometerzahl nach Santiago vorüber kam. Lisa meinte: "Schau mal, so weit hast du es noch!" 753 km stand dort. Kam mir spanisch vor 😁 nach meiner Berechnung hätten es zu diesem Zeitpunkt ca. 780 km sein müssen. Ich rechnete hin und grübelte her, aber es blieb dabei. Da hatte ein Arbeiter den Auftrag, den Stein an die dafür vorgesehene Stelle abzusetzen, aber offensichtlich ging ihm unterwegs der Sprit aus.

    Wir starteten heute morgen voller Elan in den Tag, das Wetter setzte seine ansteigende Form weiter nahtlos fort. Wenig dominante Wolken schmückten einen ansonsten prächtig blauen Himmel bei sehr angenehmen 20 Grad. Die anstehenden 32 km hatten wir in pflegeleichte 16 km für den Vormittag und noch mal überschaubare 16 km für den Nachmittag eingeteilt. Das Höhenprofil des Tages verhieß auch nur Gutes, keine plötzlichen Anstiege in Regionen oberhalb der Baumgrenze, alles in Bereichen, die der Flachlandtiroler liebt.

    Das erste Highlight des Tages: ein spanischer Bahnübergang. Kies auf die Straße geschüttet, Gleise drüber, fertig. So einfach geht das, ihr Vögel in Brüssel! Wer braucht Warnbarken oder ein Andreaskreuz? 😁

    Ohne geschwitzt zu haben, aber auch ohne mich im Zwangsjackenstyle kleiden zu müssen, ging es also nach Merida. Dort chillten wie eine satte Stunde am Flussufer und futterten munter von unseren Vorräten im Rucksack. Anschliessend ging es weiter in die Stadt hinein, eine kurze Rast in einem Cafe nahe des Aquäduktes war auch noch drin. Samt Cola mit Eis.

    Dann ging es auf den 2. Teil des Tages. Etwa 5 Km hinter Merida führte uns der Weg an einem schönen See mit diversen Bars entlang. Zack, die nächste Rast, auf der Via de la Plata darf man da nicht wählerisch sein. Die Möglichkeiten, unterwegs einen simplen Sitzplatz sein eigen nennen zu können, sind ziemlich rar gesät. Freundlich gesagt.

    Danach ging es auf die letzten 11 km. Die sind wir im Expresstempo angegangen. Zuerst über Landstrassen, dort richtig drauf gedrückt, dann noch mal über sandige Feld- und Waldwege, auf denen dann der Gang auch mal gewechselt werden musste.

    Schliesslich erreichten wir eine Ortschaft zwei Kilometer vor unserem Ziel, in die man über einen Anstieg gelangte. Lisa sagte ich, dass das unser Ziel sei, um ihre Motivation für die letzten Meter hochzuhalten 😎 als sie oben war, habe ich sie mit der Wahrheit konfrontiert 😁

    Noch eine kurze Pause auf einer Mauer, dann ging es über die letzten 2 km. Noch ein Anstieg und dann zu der Herberge, die im Wanderführer hoch gelobt wurde. Die aber leider nicht existierte 😁 Also dann doch in eine andere, in der wir dann auch endlich ankamen.

    Hier saßen bereits ein englisches Pärchen, das auf Teneriffa lebt und ein Deutscher, der auf Mallorca lebt. Wir durften uns trotzdem dazu setzen und ich gönnte mir erst mal ein eiskaltes Bier.

    Stand heute: ca. 450 KM. Falls ich morgen nicht doch eines Besseren belehrt werde 😎
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  • Aljucen - Alcuescar 3.6.2018

    3 de junho de 2018, Espanha ⋅ ☁️ 19 °C

    Das Besondere des heutigen Tages ist sicher unsere Unterkunft - eine Herberge in einem Kloster. Wobei hier nicht viel auf Kloster hindeutet, von einem Kreuz im Zimmer abgesehen. Ansonsten geht hier der Schließer um - punkt 21.30 Uhr sind die Schotten dicht, wer später an die Pforten klopft, schläft auf der Straße.

    Die Etappe heute war schön zu gehen. 20 km auf weitgehend problemlosem Geläuf, eingebettet in schöner Landschaft bei angenehmen Temperaturen machten das Marschieren größtenteils zu einem echten Vergnügen. Ben und Nicky marschierten als erste los, und das aus gutem Grund. Beide stehen nicht im Verdacht, Geschwindigkeitsrekorde auf dem Camino aufstellen zu wollen. Ich würde es als ambitioniertes Schlendern bezeichnen. Nach kurzer Zeit überholten wir sie. Als sie eine Rast machten. York war flotter unterwegs, mal überholte er uns, dann wieder wir ihn, so ging das die ganze Zeit.

    Gegen 15 Uhr kamen wir in Alcuescar an. Wieder pries der Wanderführer eine neue Herberge in wärmsten Tönen an, also wollte ich da mal einen Blick riskieren. Ging ähnlich erfolgreich aus wie gestern. Sie existierte nicht. Ob der Autor seine Empfehlungen auf Zuruf hin veröffentlicht? Wer weiß es schon.

    Was allerdings existierte, war ein Restaurant schräg gegenüber der Herberge mit einem großen Außenbereich. Prompt saßen Lisa und ich draußen an einem Tisch und ließen uns unsere Brause schmecken. Später kam noch York dazu, dann noch Nicky und Ben, die einen weiteren Pilger im Schlepptau hatten. Einen Italiener, der offensichtlich eine Abneigung gegen Etappen unter 35 km Länge hegt. Heute war er 38 km unterwegs, morgen wieder. Damit dürfte er morgen schon wieder über alle Berge sein.

    Wir aßen gemeinsam zu Mittag, ich einen leckeren Insalata Mixta, und dann bezogen wir unsere Betten. Stand jetzt habe ich ein Einzelzimmer, falls noch ein Pilger auftauchen sollte, wird er bei mir im zweiten Bett einquartiert. Ich habe die begründete Hoffnung, daß der Fall nicht eintreten wird 😁

    Abschließend der Stand heute: ich habe ca. 470 km auf der Uhr. Gleich noch mit Lisa kurz in den Ort und Kleinigkeiten für morgen besorgen. Und mal schauen, ob wir noch eine schöne Bar finden, vor der wir bischen in der Sonne chillen können. Möglichst mit WiFi, denn damit sieht es hier in der Klosterherberge eher mau aus 😎
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  • Alcuescar - Valdesalor 4.6.2018

    4 de junho de 2018, Espanha ⋅ ☁️ 17 °C

    Zunächst einmal bringe ich eben meinen Kilometerstand in Ordnung. Habe mit spitzer Feder nachgerechnet und komme nach dem Tag heute mit 26 km auf insgesamt 502 km. 6 km blieben bei dem ganzen Abrunden mittlerweile auf der Strecke. Haben sie ja auch nicht verdient.

    Verdient hätten wir eigentlich auch besseres Wetter. Nun dachte ich, die Wetterlage entspannt sich und Sonnenmilch wird wieder Pflichtprogramm. Von wegen. Heute morgen bin ich erstmals mit meiner Jacke komplett über losgetrabt, den Reißverschluss bis unter die Futterluke hochgezogen. War einfach zu frisch. Gut; daß das nur eine begrenzte Zeit funktionieren konnte, war klar, denn SO wird einem auf jeden Fall ziemlich zügig bullewarm.

    Lisa und ich waren heute die Letzten, die sich aus der Klosterherberge verabschiedeten. Lag an Lisa, sie hat keinen Wecker gehört, wie sie reumütig eingestand 😁 Haben dann ordentlich drauf gedrückt, das Zwischenziel lag in Aldea del Cano, ca. 16 km entfernt. Dort wollten wir eine längere Pause einlegen, um dann möglichst geschmeidig in die letzten 10 km zu starten.

    Mit einer kurzen Rast nach etwa 11 km erreichten wir Aldea del Cano auch, suchten im Ort aber vergeblich eine geöffnete Bar für ein legger Käffchen. Also futterten wir auf dem Marktplatz auf einer Bank von unseren Vorräten. Einer der hiesigen Hunde bekam das spitz und schlich mit treuem Blick an, um Leckereien abzustauben. Lisa trennte sich von drei Frankfurter Würstchen, ich ließ ihn an meinen Knobi-Brotchips teilhaben. Mästen wollten wir ihn nicht, so trollte er sich auch bald wieder, nachdem es nichts mehr gab. So treu er auch schaute.

    Dann zogen wir weiter, allerdings Richtung Herberge des Ortes, da mein Wanderführer dort eine Bar verortete. Und siehe da: es stimmte! 😎 Dort einen Cafe Americano geschlürft und dann ging es endgültig wieder auf die Bahn. Mit leichtem Nieselregen. Schon war mein Wanderschirm am Rucksack installiert und wir zogen los. Dieser Cafe hatte Wunderkräfte 💪 die nächsten 6 Kilometer gingen im Expresstempo vonstatten. Unterwegs überholten wir aber niemanden. Eigenartig. Hier im Ort angekommen entschieden wir uns für die öffentliche Herberge direkt am Ortseingang. Supergepflegt alles, auch ziemlich neu. Nur ein spanischer Pilger war da. Und nun wir. Von den anderen weit und breit keine Spur.

    Lisa und ich meldeten uns dann erstmal im Ort in einer Bar für diese Herberge an und zischten einen frisch gepressten Orangensaft. Dann noch eine Brause. Mit dem Schlüssel im Gepäck trollten wir uns anschliessend wieder in die Herberge, Wäsche waschen. Und siehe da: York war plötzlich da. Als Lisa und ich den Cafe Americano schlürften, ballerte er sich im Restaurant nebenan einen Hamburger rein. Knapp verpasst. Und plötzlich standen auch Ben und Nicky im Raum. Ben etwas lädiert, Probleme mit der Schienbeinsehne. Kommt meistens nicht von der Belastung, sondern von zu wenig trinken. Sagte ich ihm, da meinte er, Nicky hätte ihm das auch schon gesagt 😎

    Jetzt geht es gleich nochmal mit Lisa und York in den Ort, ordentlich Spachteln und was leckeres schlürfen. Und den Tag hochladen, WiFi hat unsere Klause nämlich nicht 😎
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  • Valdesalor - Casar de Caceres 5.6.2018

    5 de junho de 2018, Espanha ⋅ ☁️ 18 °C

    Der Camino fordert seine Opfer. Ich sitze mit Lisa hier in einem Restaurant in Casar de Caceres. Zum letzten Mal. Bei ihr hat heute ein Fuß unmissverständlich mitgeteilt, daß ihr Camino für dieses Jahr beendet ist. Manchmal geht es sehr schnell.

    Im Grunde war es heute eine auf dem Papier einfach zu gehende Etappe. Wir starteten den Tag gut ausgeschlafen mit einem Frühstück in Valdesalor und ab ging die wilde Fahrt. Die aber völlig unspektakulär war, es waren kaum Höhenunterschiede zu meistern, der Untergrund bot kein Anlass zur Klage, aber manchmal spielt auch das keine Rolle.

    Zum Ende der Etappe hin bemerkte ich schon mehrfach, dass Lisa etwas zu kämpfen hatte, auch wenn sie das Gegenteil beteuerte. Aber was wollte sie auch sagen, klagen hilft nichts, ankommen musste sie so oder so. Als wir dann ankamen, nach 23 km laut Wanderführer, war aber schnell klar, dass Weiterlaufen für sie nicht wirklich empfehlenswert ist. Sie wollte dieses Jahr eh nur bis Salamanca und nächstes Jahr ihre Via de la Plata dort fortsetzen, nun endet sie dieses Jahr eben in Casar de Caceres und setzt nächstes Jahr hier wieder ein. Dass ich ausgerechnet hier an dem ersten Busbahnhof auf dem Weg seit Sevilla vorbei gelaufen bin, ist eine der merkwürdigen Zufälligkeiten auf dem Camino. Lisa wird dort morgen früh einen Bus nach Caceres nehmen und von dort nach Salamanca weiterfahren. Die völlig richtige Entscheidung.

    Die Etappe heute war, zumindest für mich, richtig schön zu gehen. Bis Caceres ging es unaufgeregt nach vorne. In Caceres direkt auf einen Dia-Supermarkt gestoßen, in dem wir uns beide gut für die nächsten Tage eingedeckt haben. Dann wollten wir eine ausgedehnte Mittagspause dazu nutzen, uns ein wenig in der Altstadt umzuschauen. Caceres zählt zum Weltkulturerbe, da sollte es das ein oder andere zu sehen geben.

    Der Weg in die Altstadt zum Plaza Mayor wurde uns einfach gemacht. Ein Einheimischer führte uns aus freien Stücken bis zu diesem Platz, als Lisa ihn spontan ansprach. Er war bereits im Rentenalter und läuft jeden Tag 20 km, wie er berichtete. Das war dann heute sicher auch ein Teil seines Fitnessprogramms, da es auf dem Weg in die Altstadt auch einmal sportlich bergan ging. Oben angelangt, wollten wir ihn noch auf einen Kaffee oder ähnliches einladen, er lehnte aber auch auf Nachfrage höflich ab. Ein wirklich sehr netter Mann!

    Nach einer längeren Pause bei Cola mit Eis und Cafe Americano gingen wir dann die zweiten 10 km am. Es ging zuerst unverdächtig über 3 km Landstraße. Dort hat sich Lisa wohl den finalen Riss geholt. Die letzten 7 km waren für sie dann nur noch zum Vergessen.

    Jetzt spachteln wir noch zusammen etwas, dann war es das für sie auf der Via de la Plata in diesem Jahr. Ich trabe morgen wieder an, das Wetter deutet stark darauf hin, dass ich meinen Regenschirm nicht allzu lange in der Seitentasche meines Rucksacks stecken lassen werde 😎 und die anderen? Ben hat seine Schienbeinsehne geschrottet, und York ging heute nur bis Caceres. Morgen werde ich also alleine wieder durchstarten.

    Auf der Via de la Plata 2018 🚶🍀👍😎
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