Von Frost und Überraschung
January 4 in Spain ⋅ 🌧 14 °C
Am Samstag, 27.12.25, ging es früh los in Richtung Aix-les-Bains. Der Ort liegt am Lac du Bourget - Frankreichs grösstem natürlichen See. Wir wurden mit eisigem Wind - aber strahlend blauem Himmel begrüsst. Ein Spaziergang am See tat gut, auch wenn das "Beachrestaurant" seinem Namen wettertechnisch nicht ganz gerecht wurde und der Kellner wohl lieber Winterschlaf gehalten hätte.
Am Sonntag führte uns die Route nochmals bewusst abseits der Autobahn weiter, bis nach Aramon, einem kleinen historischen Städtchen unweit von Avignon. Die Landschaft wurde zunehmend mediterran, Pinien und Olivenbäume ersetzten graue Winterfarben. Aramon selbst lag ruhig und verschlafen da, mit alten Gassen, und südfranzösischem Charme. Besonders interessant das Geburtshaus von Henri de Pitot, dem französischen Wasserbauingenieur und Wissenschaftler, der im 18. Jahrhundert das nach ihm benannte Pitotrohr entwickelte und maßgeblich zur Hydraulikforschung beitrug. Die historische Bausubstanz erinnert daran, dass Aramon einst ein bedeutender Handels- und Hafenort an der Rhône war.
Am Montag erreichten wir das festlich gestimmte L'Escala an der Costa Brava. Hier fühlten wir uns sofort wieder wie zu Hause. Das lebendige Küstenstädtchen, bekannt für seine Sardellen und seine entspannte Atmosphäre, lud zu einem feinen Nachtessen ein.
Die nächste Etappe führte uns nach L'Ampolla, wo wir zwei Nächte auf einem Campingplatz verbrachten. Der kleine Ort am Rand des Ebrodeltas lebt vom Fischfang - das spürt man besonders im Hafen. Bei einem Clara (Bier mit Fanta Limon) genossen wir den Sonnenuntergang mit Blick auf die Boote. Für unfreiwillige Abendunterhaltung sorgten unsere feierfreudigen Nachbarn, deren Silvesterprogramm reichlich Rum, Musik und Drama beinhaltete.
Nach diesen zwei intensiven Nächten wechselten wir an einen ruhigen Campingplatz am Mar Menor bei Los Alcázares. Der Ort ist vor allem bei deutschen und englischen Überwinterern beliebt und lässt sich wunderbar per Fahrrad erkunden. Besonders gefallen hat uns der lebhafte Wochenmarkt mit frischem Obst und Gemüse.
Die Weiterfahrt Richtung Manilva führte uns am sogenannten "Mare Plastico" vorbei - dem Gemüse- und Obstgarten Europas. Plastikgewächshäuser, soweit das Auge reicht, ein ebenso beeindruckender wie nachdenklich stimmender Anblick. Wettertechnisch wurde es anspruchsvoll: Regen, Sturm und ab Málaga sogar Alarmstufe Rot. Trotzdem erreichten wir unbeschadet am Nachmittag unseren Campingplatz für die nächsten 28 Nächte - freundlich empfangen und mit einer schönen Überraschung: Ein Drittel der Übernachtungskosten wurde uns erlassen.
Der Winter wird nun hier verkürzt - ganz ohne Winterblues oder Ähnliches.Read more

















