• Tarifa zwischen zwei Kontinenten

    January 19 in Spain ⋅ 🌙 10 °C

    Heute stand das 60 Kilometer entfernte Tarifa auf unserem Tagesprogramm. Bereits vor fünf Jahren hatte uns diese authentische spanische Stadt imponiert - doch wir hatten damals längst nicht alles gesehen.
    Tarifa, die südlichste Stadt Europas, hat uns sofort gepackt - mit ihrer Geschichte, ihrer Lage zwischen zwei Meeren und diesem besonderen Gefühl, am Rand eines Kontinents zu stehen. Schon Phönizier, Römer und Mauren nutzten diesen Ort als strategisches Tor zwischen Europa und Afrika, und bis heute spürt man diese Vergangenheit in der charmanten Altstadt mit ihren engen Gassen und weiss getünchten Häusern.
    Am Hafen wurde Geschichte plötzlich ganz aktuell: Eine grössere Gruppe von Migranten aus Nordafrika kam an, stieg in Busse um und reiste weiter in Richtung Rumänien. Das gesamte Gepäck wanderte gesammelt in einem Lastwagen - ruhig organisiert, fast beiläufig, und doch eindrücklich. Der Hafen ist hier immer noch das, was er seit Jahrhunderten war: ein Ort des Übergangs.
    Was uns wirklich überrascht hat, war, wie sehr uns Tarifa insgesamt gefallen hat. Die Altstadt ist lebendig, ohne laut zu sein, und der Park vor dem Rathaus bot eine wunderbar entspannte Pause. Und dann dieser Blick Richtung Süden - so nah, dass Afrika nicht mehr weit weg wirkt, sondern fast zum Greifen nah.
    Am Steg dieses Gefühl perfekt eingefangen: rechts der weite Atlantik, links das Mittelmeer und die mittelalterlichen Mauern der Stadt.
    Obwohl Tarifa als Hotspot gilt, waren heute erstaunlich wenige Touristen unterwegs. Dafür glitten ein paar unerschrockene Kitesurfer bei kaltem, starken Wind übers stahlblaue Meer - lässig, elegant und irgendwie genau passend zu diesem besonderen Ort.
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