• Zwischen Yachten, Jetset und Chiringuito

    January 17 in Spain ⋅ ☁️ 8 °C

    Das Wetter zeigte sich heute von seiner heiteren Seite, was uns für einen Ausflug in die Nachbarorte Puerto Banús und Marbella animierte.
    Puerto Banús ist einer dieser Orte, bei denen man unweigerlich langsamer geht - nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil es einfach zu viel zu schauen gibt. Vorerst legten wir im ruhigeren, aber sicher nicht weniger exklusiven Teil dieses Hafenortes eine kleine Mahlzeit ein, ganz entspannt, mit wunderbarem Blick aufs offene Meer. Allein diese Kulisse hätte schon gereicht, um glücklich zu sein. Doch Puerto Banús legt bekanntlich noch ein paar Schippen Glamour obendrauf.
    Kaum hebt man den Blick vom Teller, bleiben einem fast die Spucke und der Atem weg: Riesige Yachten liegen geschniegelt im Hafen, daneben Luxusautos, bei denen man sich fragt, ob sie überhaupt wissen, wie sich eine normale Strasse anfühlt. Kein Wunder, dass sich hier regelmässig internationale Prominenz zeigt. Stars wie Antonio Banderas ( der aus Málaga stammt), Rod Stewart, Simon Cowell, Cristiano Ronaldo oder Mitglieder europäischer Königshäuser wurden hier gesichtet.
    Historisch ist Puerto Banús eng mit Don Juan Carlos I., dem ehemaligen König von Spanien, verbunden. Er gehörte zu den schillernden Persönlichkeiten, die den Ort in den 1970er- und 1980er Jahren regelmässig besuchten. Don Juan Carlos war nicht nur Gast, sondern ein wichtiger gesellschaftlicher Türöffner: Seine Präsenz machte Puerto Banús endgültig salonfähig für den internationalen Jetset. Wo der König auftauchte, folgten Aristokraten, Industrielle und Prominente - und der Hafen wurde zur mondänen Bühne Europas.
    Die Schönen und Reichen geben sich hier die Klinke in die Hand - wobei "schön" definitiv im Auge des Betrachters liegt. Reich hingegen scheinen einige ganz sicher zu sein. Puerto Banús war und ist eine Bühne, auf der gesehen werden zum guten Ton gehört.
    Am Hafen selbst spielt sich ein fast schon folkloristisches Schauspiel ab: Zahlreiche nordafrikanische Händler bieten mit grosser Überzeugungskraft "Louis Vuitton ", "Yves Saint Laurent" & Co an. Ob echt oder nicht, sei dahingestellt - erfolgreich scheinen sie jedenfalls zu sein. Auch das gehört zu Puerto Banús: ein bisschen Show, ein bisschen Illusion und sehr viel Selbstbewusstsein. 😉
    Marbella wiederum haben wir heute von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Abseits der bekannten Klischees überrascht die Stadt mit einer angenehmen Mischung aus Eleganz, Gelassenheit und mediterranem Lebensgefühl. Seit den 1950er - Jahren zieht Marbella Künstler, Aristokraten und internationale Stars an - Audrey Hepburn, Brigitte Bardot, Günther Sachs oder Sean Connery gehörten einst zu den Stammgästen.
    Besonders der Abschnitt zwischen Puerto Banús und dem Zentrum von Marbella ist schlicht wunderbar: prächtige Anlagen, liebevoll gepflegt, ziehen sich direkt entlang des schönen Strandes. Dazwischen laden charmante Chiringuitos zum Verweilen ein. Hier trifft Luxus auf Leichtigkeit - und genau das macht den Reiz aus.
    Historisch gesehen war Marbella einst ein beschauliches Fischerdorf, bevor es zur Bühne der High Society wurde. Heute verbinden sich Geschichte, Glamour und ganz alltägliche Urlaubsmomente auf überraschend harmonische Weise.
    Fazit des Tages: Wir sind ziemlich ins Staunen geraten. Nicht alles hier ist unser Stil - aber vieles hat uns überrascht. Und genau das macht das Reisen so wertvoll.
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