Der Weichsel entlang
May 17 in Poland ⋅ ☁️ 15 °C
Heute ging's wieder einmal ganz bewusst ruhiger weiter.
Beim Frühstückskaffee haben wir spontan die Karte gezückt und die Mitte zwischen Krakau und Warschau ins Visier genommen. Die Reise soll ja schliesslich entspannt bleiben.
Und ganz ehrlich:
Mein Immunsystem liefert sich gerade einen kleinen Kampf mit einem ziemlich hartnäckigen "Mitfahrer" , der nachts für wenig Schlaf sorgt.
Also war schnell klar:
Keine Hektik, keine langen Strecken - dafür Natur.
Unsere Wahl fiel auf eine Fahrt entlang der Weichsel in Richtung Kazimierz Dolny.
Die Strecke führte uns durch überraschend fruchtbares Land.
Weite Felder, gut gepflegte Bauernhöfe und kleine, aufgeräumte Dörfer.
Die Region entlang der Weichsel gehört seit Jahrhunderten zu den wichtigen landwirtschaftlichen Gebieten Polens. Getreide, Obst und Gemüse prägen das Bild - und früher wurde genau das auf dem Fluss transportiert.
Die Weichsel war lange Zeit eine der wichtigsten Handelsrouten des Landes.
Man spürt unterwegs:
Hier wird gearbeitet. Hier wird gepflegt. Hier lebt man bodenständig.
Unterwegs griff ich zum Telefon und rief beim Campingplatz an.
Der "Hafenmeister" (zum Campingplatz gehört auch ein kleiner Bootshafen) und gleichzeitig Campingwart meldete sich.
Und siehe da: in erstaunlich gutem Deutsch erklärte er uns freundlich, dass noch genügend Plätze frei seien.
"Einfach nach mir kommen - ich warte." :)
Das lassen wir uns nicht zweimal sagen.
Gegen 16.00 Uhr rollten wir über Kopfsteinpflaster in Kazimierz Dolny.
Ein Dorf, das im Internet gerne als eines der schönsten in Polen bezeichnet wird.
Und der erste Eindruck bestätigte uns das.
Der Campingwart erwartete uns bereits, winkte uns freundlich ein und zeigte alles in Ruhe: Stellplatz, Infrastruktur, Lage.
Bezahlt, eingeparkt - fertig.
Jetzt stehen wir hier, mit gerade mal zwei weiteren Wohnmobilen, direkt an der Weichsel.
Damit wir doch noch ein paar Schritte sammeln, ging's zu Fuss ins Dorfzentrum - gerade mal 300 Meter entfernt.
Erster Eindruck von Kazimierz Dolny: Sehr charmant, gepflegt aber auch gut touristisch erschlossen.
Die Lage und Schönheit dieses Ortes bleiben natürlich nicht unentdeckt.
Nicht umsonst wird Kazimierz Dolny auch gerne als "Klein-Danzig" bezeichnet - wegen seiner historischen Händlerhäuser und der reichen Vergangenheit als Handelsplatz.
Für heute reicht es. Wir sitzen in unserem Giotti, schauen auf die ruhig vorbeifliessende Weichsel und lassen den Tag ausklingen.
Kein Trubel. Kein Programm. Nur Wasser, ein bisschen Wind - und Ruhe.
Morgen nehmen wir uns Zeit, das Dorf genauer zu erkunden.
Ich habe das Gefühl: Hier gibt es mehr zu entdecken, als man auf den ersten Blick sieht.Read more




















