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  • Day81

    Lak See - Krong Kmar (Easy Riders #2)

    February 4, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 26 °C

    Pünktlich um 8:00 Uhr begrüßten Lan und Ly uns leicht-katrige Reisschnapsamateure zum Frühstück. Kaum auf dem Motorrad ließen uns der frische Fahrtwind und famose Aussichten auf den Lak-See (Bild 1) aber schnell gesunden. Bei nur leichter Bewölkung ging es erst mal entlang des Sees zu einem Dorf, wodurch uns Ly wortreich und mit einer Antwort auf jede Frage führte. Nebenbei erhaschten wir erste Ausblicke auf die typische vietnamnesische Agrikultur: Reisfelder, so hellgrün leuchtend, dass man denkt die Augen würden plötzlich einen Photoshop-Filter zur Farbverzerrung nutzen (Bild 2 mit See im Hintergrund und Bild 3; ohne Filter zur Farbverstärkung!). Zudem bewirtschaften die Bauern die Felder mit fast klischeehaft anmutender Kopfbedeckung: einem runden Bambushut! Da kann man sich nur schwer dran satt sehen - einfach malerisch! 😄

    Über Matsch-Dirtroads fuhren wir weiter durch das Hinterland, vorbei an Kuh- und Wasserbüffelherden. Eine solche konnten wir bei einer Flussüberquerung genauer begutachten; wer hätte gedacht, dass die behäbigen Paarhufer gut schwimmen können (im Hintergrund auf Bild 4)?!

    Am Wegesrande zeigte und erklärte uns Ly den Anbau von Kakao oder Erntemethoden für Reis. Allgemein sind beide Guides ausgesprochen auskunftsfreudig und erfahren; Ly z.B. fährt schon seit 20 Jahren, Lan auch immerhin seit gut einem Jahrzehnt (auf Bild 5 sind beide in voller Montur zu sehen). Wir fühlten uns auf den doch sehr gefährlichen Straßen Vietnams in ihrer Obhut zu keinem Zeitpunkt unsicher - seltenst schritt die Tachonadel über 50 km/h.

    Natürlich gab es über den ganzen Tag hinweg mal wieder idyllischste Szenerien zu bestaunen (es fällt mir wahnsinnig schwer mich immer nur auf sechs Bilder zu beschränken).

    Gegen Abend steuerten wir dann eine Bungalow-Siedlung nahe einem Wasserfall an. Das Nachtmahl bestand aus gebratenen Nudeln mit Schweinefleisch; zum Nachtisch wurden dann aber noch gekochte Schnecken (Bild 6) gereicht. Hätten wir dem Reisschnaps nicht schon wieder so gefrönt, wären wir dem Animationsspruch "never try, never know" sicherlich nicht so schnell nachgekommen (naja, auch eine Erfahrung wert)!

    Beim gemeinsamen Zusammensitzen und Trinken (Lan beherscht wegen oftmalig dt. Kundschaft mehr dt. Trinksprüche als wir...an'n Kopp, um'n Kopp, rein'n Kopp) erfuhren wir allerlei Interessantes aus dem vietnamnesischen Alltag und von den Problemchen der Easy-Rider, wovon ich hier (aus Tipp-Gründen) nur einen kleinen Auszug wiedergeben möchte: Ly beklagte sich über die Vielzahl der Veranstalter, die neuerdings den (natürlich einzig wahren) "Dalat Original Easy-Riders" unter fast gleichem Namen herbe Konkurrenz machten. Diese "copycats" hätten ja keine Ahnung von der "history of Easy Riders" (gemeint ist der Film) und seien nur auf schnelles Geld aus. Lan klärte uns auf, dass Tet in der Stadt vier Tage, auf dem Land aber einen ganzen Monat gefeiert wird. Außerdem berichteten die beiden, dass Beamtenjobs noch immer nur an Nordvietnamnesen vergeben werden (mit Überprüfung bis in die vierte Generation) und dann auch nur bei ordentlicher Schmierung!

    Im Bungalow dösten wir zum Rauschen des Wasserfalls ein - das Ende eines weiteren wunderbaren Tourtages!
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