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  • Day7

    Schicker Circutio Chico

    January 1, 2018 in Argentina ⋅ 🌬 15 °C

    Vorteil einer ausgelassenen Feierei ist das Ausbleiben eines Katers. Trotzdem ließen wir den Neujahrstag geruhsam angehen, da das Hostelpersonal es erst gegen 9:30 Uhr schaffte, das Frühstücksbuffet anzurichten. Mit Buskarte im Anschlag lief die Anfahrt zum Aussichtspunkt 'Cerro Campanario' wie geschmiert. Den Ausblick musste man sich zumindest an Neujahr aber erarbeiten (es geht auch ein Sessellift hinauf, war aber nicht in Betrieb). Eine halbe Stunde führte der an manchen Stellen extrem steile Pfad durch dichte Bewaldung, was allerdings aus zweierlei Gründen gut war: Erstens stieg man dadurch einigermaßen windgeschützt auf und zweitens wurde der Ausblick nicht durch vorzeitige Spoiler verdorben.

    Und 'lecko mio' was für ein Ausblick das war! 360 Grad rundum über das gesamte Gebiet in Bariloche spannte sich das Seen- und Andenpanorama auf - schlichtweg überwältigend! Da kauft man sich extra ein Ultraweitwinkelobjektiv, um einen größeren Blickwinkel als das menschliche Auge aufbringt auf den Kamerachip bannen zu können und dann reicht selbst das nicht, um alles einzufangen. Versucht hab ich's trotzdem (1), aber die Komplettsicht kann nur im Video erahnt werden. Dazu machten wir erste Erfahrungen mit patagonischen Winden, die auch wahrlich nicht von schlechten Eltern sind!

    Nach Abstieg ging's schnurrstraks zum nahegelegenen Fahrradverleih - dieses Landschaftseldorado wollten wir nochmal aus der Nähe erkunden. Mit Mountainbikes ausgestattet (2), begaben wir uns auf den ca. 30 km langen Rundkurs 'circutio chico'. Es ging auf und ab durch das kurvige, zerklüftete Gebiet und jeder härtere Anstieg wurde gleich doppelt vergolten. Zum einen durch grandiose Ausblicke und zum anderen durch die darauffolgenden Abfahrt, die wir mit geschätzt 50-60 Sachen runterdüsten. Eine sportliche Herausforderung und Mordsspaß zugleich!

    Gerade der Perspektivwechsel von tief unten auf Seeniveau (3) zu hoch oben mit Überblick (4) machen den Reiz dieser Tour aus. Zwischendurch picknickten wir in toller Szenerie (5) und machten auch noch einen Abstecher zu einem abgelegeneren 'mirador' durch einen Wald im 'Llao Llao' Nationalpark. Die hochgewachsenen Bäume wiegten und knarzten im Wind und baten mich um Verewigung (6). So becirct ließ ich glatt mein Taschenmesser am Aussichtspunkt liegen - der einzige Wermutstropfen des Tages und ein Preis, den ich für dieses Erlebnis gerne zahle (man bemerke die geschickte rethorische Verpackung meiner schlichten Dusselligkeit)! Auch in dieser Nacht schliefen wir selig ob der geleisteten Anstrengungen und Eindrücke.
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