Blantyre im November
Nov 8–Dec 8, 2024 in Malawi ⋅ ⛅ 27 °C
Zuerst denkst du ja immer: wow, 3 Monate, da geht alles. Und plötzlich sind zwei Drittel um: Hallo November! Wir schließen unsere Rhythmikprojekte ab, erledigen den Formalteil dazu, werden krank und gesund und haben einige neue und viele bekannte Begegnungen.
Mit Silvia können wir Agorossos Arbeit über die Finanzierung einer Gitarre wertschätzen (1. Bild), nachdem sein Haus ausgeraubt wurde. Er schreibt: "Thank you for all the support you have given me. You are special angles."
Unser letztes Jacaranda Cultureclubconcert ist mit modernen Jazztönen und wie immer einem unterhaltsamen Manager Waliko, der demokratisch die Publikumswünsche ernst nimmt, egal ob VIP oder back benchers. Mit ihm als Weltenbummler verabreden wir uns zum Austausch über Musikethnologie, natürlich will er auch mit uns singen, es scheinen die anderen Gäste in dem Café gutzuheißen.
Wir laden Lydia (die Aktivistin, die uns Anfang Juni bei unseren Arbeitsstätten in Hannover hochschwanger besuchte hatte), Mann Harris (Fotograf) und Baby June zu uns ein. So eine bezaubernde und politische, junge Familie! Wir planschen, kochen, klönen.
Das kompletto Huhn im nächsten Bild gehörte allerdings nicht zu unserem Menü (hier läuft ein heimlicher Chicken-Pic-Contest mit einem gewissen Peru-Blog 😉) sondern zum Alltag in "unserer" Küche, die auch von der Haushilfe Fanny genutzt wird. Als wir ein hirseähnliches Getreide mörsern, wird Moritz die Arbeit schnell abgenommen. Die Dame hat nicht nur mehr Bizeps, sondern auch eine weitläufige Antwort auf die Frage, warum Männer solche Arbeit nicht zu machen haben: "You men never know, when it's enough." Aha.
Einen besonderen Kontakt hält Silla zu uns (siehe Footprint "Chingalire"), er hat uns einen Songtext geschrieben, besucht uns, wir texten und proben gemeinsam. Durch Grippe/Halsentzündung/Fieber entsteht eine Zwangspause, so dass sich die letzten 2 Malawiwochen ordentlich verdichten: Sillas Kumpel hat ein Tonstudio (= Mic, PC, Software, Keyboard), er legt souverän die Spuren und Mehrstimmigkeiten an. Gut, dass wir analysiert hatten, dass Silla gern halbe Takte einschiebt, denn nicht nur wir, sondern auch der Tonmeister will wissen, wo die Zählzeit 1 liegt! Trotz der stimmlichen Eingeschränktheit macht es bei 32°C, Gewitter und Stromausfall großen Spaß. Den Song findest du im Cloudlink der Folge "Bye bye Blantyre".
Violet wird zwei Jahre, sie ist uns in den Wochen ans Herz gewachsen und umgekehrt. Wir kaufen ihr Holztiere im traditionellen Stil, unterstützen damit die lokalen Künstler/Händler und wollen dem hier üblichen Plastik- und frühkindlichem Medienzirkus eine Alternative bieten. Nach der Kidsparty mit Hüpfeburg kommt der Part für die Großen. Plötzlich ist der Whisky leer, ein Joint kreist... geht doch.
Das klingt alles nach Freizeit und ist es auch. Parallel laufen neue (Sonderschule) und begonnene Projekte (St. Pius und Rhythmikworkshops) und wir schauen, dass sich das Ehrenamt in Maßen hält, sonst ist es kein Auszeitjahr mehr. 🤔
Wir hatten kurz vor Abreise einen ausführlichen aber finanziell schmalen Projektantrag zur internationalen Bildung vom Kulturbüro Hannover bewilligt bekommen. Immerhin erhalten wir 17% der Projektkosten und können so Honorare für Musiker oder die Instrumente teilfinanzieren. Dafür braucht es dann aber eine präzise Kostenabrechung entsprechend des Projektplanes, eine Doku und seeehr viele Belege. Büroarbeit auf dem Smartphone ist doof, übrigens!
Bei den Konzerten mit GerMala hat sich Agorosso so sehr an Annettes Dazwischengeflöte und Moritz' Strophe frei nach Herbert G. gewöhnt, dass er seinen Song Jessie nochmal mit uns aufnehmen möchte. Das Tonstudio der Jacaranda ist eine andere Liga, und zufällig kommt der französische Financier (also Botschafter und Gefolge) just vorbei, als wir da sind.
Apropos Band: im November treten wir noch 2x auf: zum Stakeout im Amaryllishotel kommen erst die Musiker eine Stude nicht und dann nur wenige Zuhörer (aber Rob und Tikhala!), wahrscheinlich wegen des heutigen Starkregens und Hagel. Die Infrastruktur steckt sowas nur schwerlich weg, Straßenverkehr und Stromversorgung kommt zum Erliegen, denn natürlich beschert auch hier der Klimawandel zu viel Wasser in zu kurzer Zeit, obwohl die Niederschlagsmenge im Mittel gar nicht die gewohnten Werte der beginnenden Regenzeit von 170mm überschreiten.
Unser letztes Konzert spielen wir nur mit Dannil und Antonio, denn im schnuckeligen Baumhaus-Cafê ist wenig Platz. Wir spielen ein paar Songs mehr von Dannil, ein bisserl Jazz & Bossa, sogar Pachelbelstyle. Harris kommt angereist, um uns hier Adieu zu sagen, sehr sweet.
Das letzte Wochenende verbringen wir sehr gern und ganz viel mit unseren lieben Gastgeber*innen: Freitag Karaokeabend, wo wir erstaunlich viele Songs beitragen, Samstag Fahrt nach Zomba, diesmal nicht zum Wandern sondern zu Tikhalas Großmutter, die dort auf dem Lande schon in den 50ern eine Vor- und Grundschule privat aufbaute, weil sich staatlicherseits nicht genügend um Bildung gekümmert wird. Noch heute fließen die Einnahmen der Gästezimmer in Blantyre (also unsere Miete) in dieses Projekt, auf den letzten 3 Bildern zeigt Rob das Schulgelände, ein Klassenraum besonderen Renovierungsbedarf (vllt. mit deiner Unterstützung?) und ein Abschlussfoto über 3 Generationen. Wir runden das Tikha, Rob und Violet - WE mit Schwimmen, Tischtennis, gemeinsam Essen, Filmabend und Gottesdienstbesuch ab. We are family!Read more

























Traveler
Huhn Pic Contest: Sticht!