Music-Club 2ndary School
Nov 4–16, 2024 in Malawi ⋅ ⛅ 30 °C
Unser Rhythmikprojekt in St. Pius ist abgeschlossen, wir nehmen das gern als Anlass, über unsere musikpädagigische Arbeit in Blantyre zu berichten. Insgesamt waren das dort 16 Einheiten á 90min in 5 Wochen, gestartet direkt nach dem BAF am 7.10. und dazwischen lag die Woche mit Lake-Malawi und Chingalire.
St. Pius war schon aus Hannover geplant mit dem Schulleiter Louis Zulu, Gründungsmitglied von "Aware and Fair", vermittelt von Silvia.
Diese Secundaryschool hat Schüler*innen auf der schwächsten von 4 Stufen, quasi die 9. bis 12. Klasse Hauptschule. Die Klassenstärke ist ca. 50, wir kommen nach der Unterrichtskernzeit um 14:15 zur Clubtime, also jede kann machen, was sie will (oder muss).
Viel anspruchsvoller kann eine Zielgruppe kaum sein, oder?
In zwei Altersgruppen zu arbeiten ist nicht organisierbar, täglich andere Rahmenbedingungen und wechselnde Teilnehmende - das ist anfangs noch aufregend, bald eher nervig.
Von Schulseite gibt es kaum Unterstützung (alle haben zu tun oder frei), es gibt kein einziges Instrument, auch kein kleines oder altes. Das hatte uns Louis im Vorgespräch allerdings angekündigt.
Also sammeln wir zusammen die Alternativinstrumente: Bodypercussion, Möbel, Naturmaterialien, Selbstbauinstrumente aus Küche, Schrottplatz und gelben Sack und natürlich die eigene Stimme. Dass die Schülis Hunger, Bewegungsdrang, jeden Tag andere Interessen und ständig Pubertät haben - ja, das haben wir unterschätzt.
Aber sie sind neugierig, wollen Tanzen, Singen, rhythmisch- musikalische Spiele, wollen also auch in ihrer Freizeit in der Schule lernen, es muss aber immer Freude machen, jedem einzelnen, möglichst niederschwellig. Erfüllen wir das nicht, wird der Raum einfach verlassen... Um etwas gemeinsam über mehrere Stunden/Tage/Wochen zu entwicken, braucht es Durchhaltevermögen, Mitbestimmung, Struktur, sich-Zurücknehmen und eine kontinuierliche Gruppe. Ja, das üben wir und bleiben eher prozessorientiert. 😉 Draußen arbeiten ist mit vielen Zuschauenden (Primaryschool in blau, 3. Bild) verbunden und Klang wie Konzentration ist schnell weggeweht, also bleiben wir meist im Raum, machen dort verrückte Dinge wie Stuhlkreis oder Tanzen.
Als unsere Art pädagogisch zu handeln klar ist, bringen wir die 21 Boomwhackers mit, die wir den IGS-List Schülis im Juni in die Koffer legen durften, denn mit bunten Kunststoff-Klangröhren hatten wir keine Lust auf Safari in Tansania zu gehen.
Spielerische Klangexperimente, Improvisationen, leitereigene Vierklänge, einfache Melodien (malawische Nationalhymne!) und akkordisches Begleiten von Songwünschen wird ab nun den "MusicClub" bestimmen. Trotz 25jähriger Erfahrung mit Boomwhackers bleibt es bei aller Freude anstrengend und wir verzichten auf eine abschließende Präsentation.
In den letzten Stunden hospitiert Gitarrist Dannil, seine Vision ist eine Musikschule - dafür geben wir ihm gerne die Boomwhackers mit auf den Weg.
Der Abschied Mitte November ist laut und herzlich, wir spenden die MusicClub-Gitarre der Schule, wenigstens ist der nette Bibliothekar Mr. Makaka zur Übergabe da (letztes Bild).Read more



















TravelerUnd ich dachte immer, wir (Familie) seien die pädagogisch herausfordernsten Boomwhaker- Schüler😉
Traveler
Das sieht sehr kompliziert aus!
Mo reistVideo ist in Doubletime 😉