Indonesien-Bukittinggi&Maninjau
Feb 24–Mar 4, 2025 in Indonesia ⋅ ☁️ 26 °C
Von dem riesigen Gebiet, das Indonesien mit 280 Mio. Einwohnenden umfasst, haben wir uns West-Sumatra ausgesucht und kommen aus Singapur direkt nach Padang. Das Unken des Taxifahrers, es gäbe hier keine Busse, ignorieren wir geübt und lassen uns an einer Hauptstraße absetzen, essen dort für unfassbare 65.000 indonesische Rupien (keine 4€) und stehen mal wieder ungewollt im Mittelpunkt - weiße Touris zu Besuch, alle sehr interessiert und supernett, (auch ohne Verkaufsinteressen!) und - anders als in Philippinen sichtbar - alle rauchen.
OK, es heißt nicht Bus sondern Travex, ausgediente und mit längs-Sitzbänken ausgebaute Transporter, nix Neues für uns, Hauptsache fährt und so kommen wir 80km nördlich nach Bukittinggi, eine mittelgroße Stadt umgeben von Vulkanen, tiefen Tälern und Urwald.
Wir befinden uns quasi auf dem Äquator, doch hier, auf knapp 1000m Höhe, ist es angenehme 25°C, es regnet zwar fast jeden Tag, aber gemäßigt zum Beginn der Trockenzeit. (Dieser Begriff hat hier eine völlig andere Bedeutung als in Malawi!)
Wir haben eine nette Terrasse mit Blick und Hörweite auf mind. 15 Moscheen. Die sich daraus ergebene Kakophonie ist spannend, denn die einzelnen Muezzini (?) hören nicht - wie wir - den Kontext, daher entstehen die Intervalle und Cluster zufällig, verbunden durch ähnliche Skalen und Wortlaute.
Die Zeit wirkt ein wenig stehengeblieben, Vieles ist dem Verfall nahe, privat wie öffentlich, für den Müll am Straßenrand und in den Buchten fühlt sich niemand zuständig.
Wir erkunden den Canyon, eingezeichnet Wege existieren nur manchmal, selbst touristische Ecken schimmeln vor sich hin, wir hören Hoffnung in Gesprächen mit Einheimischen, dass der neue Präsident wieder mehr in öffentliche Strukturen investiert.
Märkte im Innenstadtbereich bieten überraschende Vielfalt, ständig werden wir für Selfies gefragt, Kinder starren unverholen, Ältere versuchen uns unauffällig zu beobachten, die westliche Welt scheint hier besonders fern. Eine Studentin ist erstaunt, dass in Europa verschieden Sprachen existieren oder dass der Islam auch ein Teil Deutschlands ist und bei Moritz im Unterricht das Tragen eines Hijab niemanden erstaunt.
Bukittinggi war nur Zwischestopp, Ziel ist Maninjau, gelegen an einem gleichnamigen 170m tiefen Vulkansee. Den Übergang dorthin gestalten wir mit Guide Rahmat, so dass wir unterwegs ein paar Aussichtspunkte anfahren, Highlights der Region sehen und über die matrilineare
Kultur der Minankabao erfahren.
Ob hier im gelebten (islamisch geprägten) Alltag tatsächlich Frauen über den Männern stehen, können wir nicht wahrnehmen, aber die häuslichen Finanzen regeln wohl Frauen. Aber es fahren alle gleichberechtigt Motorrad, immerhin!
Steile Matschpfade kreuzdiequer durch den Urwald führen uns zur Riesenblüte Rafflesia Arnoldi, die nur einmal für 5 Tage blüht, wir sind ein paar Stunden zu früh, Rafflesia hat erst ab diesem Nachmittag geöffnet, wie das letzte Bild mit unserem Guide zeigt. Dafür konnten wir dem Morgengespäch der Gibbons lauschen - Hammer!
Die im Darm der Luwak-Wildkatze natürlich und schonend fermentierte Kaffeebohne ist aufwändig, (Katzen kacken im Urwald frei herum), schmeckt hervorragend und der Vortrag der Cheffin ist anregend.
70 Haarnadelkurven später sind wir über den Kraterrand und wieder runter am ca. 10km langen Vulkansee.
Die Hütte vermietet eine sympathische junge Familie, die jedoch mit dem Renovierungsbedarf kaum hinterherkommt - dafür eine hervorragende Küche bietet und so probieren wir uns während der Tage überwiegend durch die heimischen Gerichte, z.B. Gado-Gado. Anders als lokal üblich, müssen wir jedoch nicht 3x täglich Reis und Tier mit Soße essen!
Die Tage verbringen wir sehr entspannt mit Schwimmen, kleinen Ausflügen, Faulenzen, mittelfristige Weiterreise organisieren, Reisedoku und Mieterwechsel in Krähenwinkel vertraglichen.
Zum Start des Ramadans fängt die Dauerbeschallung aus den Moschee-Megaphoneb dann doch an zu nerven - zu laut, zu oft, zu lang. Dieses Level ist neu und die Begeisterung, siehe Textbeginn, schwindet. Natürlich können auch Kirchenglocken nerven und es singt auch nicht jede*r Pastor*in schön, aber immerhin nur IN der Anbetungsstätte. Sorry.
Durch die Offenheit in der Planung lernen wir die selbstbenannte Legende Mr. Stachelschwein kennen, Heiler, Guide, Koch und personifiziertes Sendungsbewusstsein. Wir wertschätzen geduldig alte Geschichten, kosten bittere Baumrinde, die gegen fast alles hilft und finden mit einigen Umwegen und 3 Guidegesprächen weiter unser nächstes Ziel: indigene Stämme auf der Insel Siberut, ca. 180km vor der Küste gelegen. Also auf ins Dschungelcamp - aber das echte!Read more
























