Siberut Mentawai Island
Mar 4–8, 2025 in Indonesia ⋅ 🌧 29 °C
Früh am Morgen startet die Schnellfähre, die uns mittags im Süden der Insel Siberut absetzt. Trotz Platzregen fahren wir zum Bootsanleger und steigen in die traditionellen Einbäume mit Außenborder, die uns auf dem Fluss in einer Stunde Fahrt tief in den Dschungel bringen. Dann beginnt das Vergnügen: Die nächste Stunde stapfen wir in Gummistiefeln durch tiefen Matsch, balancieren über ausgelegte Stämme und versuchen nicht steckenzubleiben. Wieder eine neue Erfahrung!
Auf drei Inseln gibt es noch 17 Clans des indigenen Volkes Mentawai, die im Urwald und nicht an der Küste der Insel leben. Es ist unklar, wie lange diese Kultur noch existieren wird und wir sind dankbar, diese für uns einmalige Erfahrung auf unserer Reise mitzunehmen.
Mit "Aloita" begrüßen wir die Familie in ihrem Stelzenhaus (Uma), die für die nächsten 3 Tage unsere Gastgeber sein werden. Wir haben luxuriöser Weise ein eigenes Schlafzimmer, aber alles andere findet gemeinsam statt.
Raul, unser Guide, und Rurtan, der Koch und Zweitguide, sind als Mentawai aufgewachsen, das ist zur Verständigung und Akzeptanz wichtig. Wir sind willkommen, auch als indirekte Importeure schöner Dinge wie Kaffee, Tabak, Metallwerkzeuge,Treibstoff, Reis - denn im ansonsten autarken Leben würde das alles fehlen. Und auf den ganzen Rest von Schuhen oder Geld bis Internet oder das Wissen über den Geburtstag kann und will verzichtet werden. Die Guides erklären Historie, Rituale, Gesetze und Glauben, aber es ist besonders interessant, Amanta Karado, dem Schamanen und Oberhaupt der Familie, und den anderen im Uma über die Schulter zu gucken.
Wir besuchen ein paar der anderen Umas, insgesamt gehören 8 zum Clan. Dort sehen wir Jagdwerkzeuge, Küchen, Hühner- und Schweinezucht. Tiere sind auch Opfergaben und Zahlungsmittel, z.B. um eine Ehefrau aus dem Haus des Vaters zum Gatten zu kaufen. Krass. Ein Uma wird gerade neu errichtet, die Holzständertechnik ist ausgereift und wird, wie alles, durch's Tun an die nächste Generation weitergegeben und verbessert. Erst wenn die Affenschädel, Federn und weitere Symbole per Ritual und Opfergabe im Haus hängen, ist es möglich dort einzuziehen. Wir erfahren auch viel über die Bedeutung des Körperschmucks, Tattoos, Tracht zum Fischen, Jagen, Handwerk wie Körbe, Lendenschurz und Schmuck. Die Mentawai pflegen nach wie vor ihren animistischen Glauben und ihre traditionelle Lebensweise mit eigenen Gesetzen und ohne Schule, Steuern etc, das ist der Regierung ein Dorn im Auge. Sie möchte, dass sie in die Dörfer ziehen und katholisch oder muslimisch werden. Da sie aber keine Berufe ausüben können, haben sie dort auch keine Perspektiven und weigern sich entsprechend vehement, ihre Siedlungen aufzugeben.
Der Sago-Baum ist universell: Grundnahrungsmittel (Baummehl geröstet), zum Madensammeln, Rinde für Schnüre und Korbflechten, Blätter zum Dachdecken.
Das Leben hier ist einfach und langsam, es gibt nicht viel zu tun, wir sitzen viel und trinken Kaffee, alle Einheimischen rauchen ununterbrochen. Abends wird geschwiegen oder Domino gespielt, zu Viert in 2 Teams, richtig mit Taktik und Punkte zählen. Kannten wir gar nicht...
Trotz des gemütlichen Grundtempos beobachten wir bei allen Tätigkeiten Kraft, Schnelligkeit und eine faszinierende Fokussiertheit - aber eben nur, wenn nötig. Die Menschen erleben wir glücklich und ausgefüllt trotz oder wegen der Lebensumstände (mit ungeheuer kleinem energetischen Fußabdruck!) - Was für eine Erfahrung für uns!Read more

























Traveler
Das sind doch Maden, oder?
Mo reistJa, gebraten ganz lecker!
Traveler
Üben fürs nächste Hochwasser
Traveler
Der Rock ist einfach super!