• Annapurna-Himalaya-Trek

    Mar 17–26, 2025 in Nepal ⋅ ⛅ 14 °C

    🙏 Namaste im Himalya! Das Annapurnamassiv bietet auf 55km Länge 30 Gipfel über 6000 Meter, davon 13 über 7000 und der Annapurna I knackt die Achttausendermarke. Anders als weiter östlich Richtung Mt. Everest können Normalos wie wir wunderschön zwischen zwei- und viertausend Metern Höhe abwechlungsreich wandern.
    Warum wir uns nicht sattsehen können an diesen irrehohen Kloppern bleibt unklar. Meist klar hingegen ist die Sicht, sobald das heilige Kathmandu-Tal des Dauersmogs verlassen ist.
    Ob wohl gleich die Wolken den ganzen "Fischschwanz" freilegen? Allein diese Frage kann tagelang beschäftigen! Der Berg Machapucharé ist mit seiner senkrechten Flosse sehr markant, außerdem laut Guide Bishnu unbesteigbar, weil er heilig ist (ggf. könnte es kausal auch umgekehrt sein!).

    Unsere Route hatte folgende Etappen: Pokhara, Ulleri, Ghorepane/Poonhill, Tadapani, Ghandruk, Chomrong, Jhinu Donda/Hotsprings, Landruk, Forestcamp, Pothana, Dhampus, Astam, Milanchowk - von dort per Bus zurück nach Pokhara.

    Es ist Mitte März, gerade noch Vorsaison, wir treffen nur ab und zu Trekker, auf den Abschnitten zum ABC (Annapurna Basecamp) häufiger. 2 Wochen später werden die Wege voller Menschen und ohne Vorbuchen kaum eine Übernachtungen zu finden sein.

    Die Wege sind unglaublich gut befestigt, wir gehen zehntausende Treppenstufen. Das ist nicht nur wegen der Wandermassen nötig sondern wegen der Erosionen. In der Monsumzeit Juni bis August schwämmen sonst jährlich die Wege weg.
    Tourismus bedeutet das höchste Einkommen für Nepal und entsprechend sorgfältig wird investiert.
    Die vielen neuen Straßen und Jeep-Pisten haben teilweise mit immer schnellerer Anfahrt ins Hochgebirge zu tun (You can do ABC in only five days!) aber auch mit dem verständlichen Bedürfnis der Dorfbewohner nach besserer Infrastruktur - beides zerstört letzlich den Wunsch nach Wandern in unberührter Natur.
    Zum Glück darf zum Kochen/Heizen kein Holz mehr geschlagen werden. Wie aber sollen zig Gasflaschen für hungrige Trekker in die Berghotels kommen? Da kommen auch die Mulis an ihre Grenzen.
    Wir nicht, denn das Wandern zwischen 8 Uhr und frühem Nachmittag mit superangenehmen Temperaturen und easy Tagesgepäck ist trotz steiler Pfade nie so zehrend, dass wir im Berghotel ins Bett fallen müssten. Dieses Tekking de luxe anzunehmen ist anfangs nicht einfach aber wir lernen das!
    Gern lassen wir uns auch von teils freilebenden Hunden für ne Stunde begleiten, das dichte Fell muss auch mal kräftig durchgekrault werden.

    Die letzten 2 Etappen machen wir zu zweit, der Prämonsum lässt ab mittags Gewitter aufziehen, die Donner krachen im Echo der steilen Täler doppelt beängstigend. Im Rückblick hätten wir die moderate Tour mit 90km und 7500 Höhenmetern auf gut ausgebauten Wegen ohne besonderen Anforderungen an Trittsicherheit auch ohne Guide laufen können. Aber dann hätte ihm der Job und uns gute Unterhaltung und viele Infos aus erster Hand gefehlt. Nicht zu unterschätzen ist auch der Erholungswert, sich weder um Wegwahl noch um Unterkunft zu kümmern.
    Ohne Guide jedoch kommen wir nochmal anders mit Dorfbewohner*innen oder Schulkindern, die unsere Strecke teilen, ins Gespräch.
    Der Senior auf dem Video spricht eine der ca. hundert eigenständigen Sprachen, die in der Bergwelt Nepals zu finden sind. Da hätte uns Nepalesisch auch nix genützt.

    Die letzte Etappe zieht sich auf einer Straße ins Tal, aber die Taxidienste schlagen wir aus, irgendwie gehört das wörtliche Runterkommen dazu.
    In Pokhara finden wir unser Restgepäck im Hotel bei Ram und genießen einen Tag in der Berg- und Touristadt, bevor es mit dem Rumpelbus wieder nach Kathmandu geht.

    Auf Wiedersehen in Nepal, übrigens seit 2006 Bundesrepublik, nach 10jähigem Bürgerkrieg zwischen Maoisten- und Monarchenanhängern und historisch immer wieder zwischen der Machtpolitik Indiens und Chinas stehend.

    Wir sind mal wieder für ein einzigartiges Naturereignis gereist und doch sind es die Menschen, die in besonderer Erinnerung bleiben werden.
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