Pazifikküste 1 - wild, magisch, mystisch
Dec 5–8, 2024 in Colombia ⋅ 🌧 26 °C
Wer hätte gedacht, dass aus einem „Hallo, ich bin Claudia!“ - „Bist du aus der Schweiz?!“ Gespräch ein gemeinsames Abenteuer in eine der untouristischsten Regionen Kolumbiens wird?
Wir auch nicht, und jetzt sitzen wir hier mit unseren Kokosnüssen im schwarzen Sand, hinter uns Palmen und Regenwald. Kann mich jemand kneifen?
Wir sind auf dem Weg in das kleine Örtchen Termales in der Region Chocó, die nächst größere Stadt ist Nuquí. Hierhin gibt es keine Straßen, wir buchen einen Flug. Ohne Plan für vor Ort und nur mit einer seeeehr groben Idee für unsere Weiterreise, geht’s los, mit viel Verspätung. Flughafensperrung wegen Starkregen, ich habe die Regenzeit natürlich wieder vergessen. Nach der Landung hüpfen wir in ein kleines Fischerboot, dass uns an unser Ziel bringt. Alles ist nass: es regnet horizontal, das Wasser spritzt von allen Seiten ins Boot, unsere Rucksäcke liegen zwar unter einer Plane, dort steht das Wasser. „Das wird wieder trocken“, haben wir da noch gedacht 😁 unserer Laune tut es nix ab. Einen nassen Zwischenstopp mit zahlreichen ins Boot schwappenden Wellen und starker Schieflage später, kommen wir in Termales an.
Das 300 Seelen Dorf hat eine Straße, es gibt ein offizielles Restaurant, aktuell sind schätzungsweise 10 Touristen hier, die meisten davon KolumbianerInnen.
Ohne Reservierung finden wir erstmal irgendeine eine Unterkunft, am nächsten Tag ziehen wir nach Erkundungstour in eine gemütlichere Cabaña direkt am Strand, Hängematte und Palmen vorm Fenster, führt von 3 Brüdern. Zur Begrüßung gibt’s eine Kokosnuss, hier fühl ich mich wohl.
Alles ist einfach und damit einfach wunderbar. Die Tür fürs Badezimmer ist ein Vorhang, der Duschkopf ein Rohr aus der Decke. Von 22.30-10.30 Uhr wird der Generator des Dorfes abgeschaltet, kein Licht, kein Internet und kein Netz, ich liebs.
Ohne Aktivitätenliste entdecken wir die Gegend und stolpern über die schönsten Abenteuer.
Wir baden bei Dunkelheit in heißen Quellen. Wir spazieren am Strand, erkunden (teilweise abgesperrte) Aussichtspunkte. Wir werden zum Abendessen eingeladen. Es gibt frischen Tunfisch, an diesem Tag geangelten (Ein Pfund für 1,70 €), zubereitet als Sashimi und Tartar, so habe ich noch nie gegessen. Wir lassen 64 Babyschildis frei. Coco Locos zum Sonnenuntergang ist Teil unseres Tagesrhythmus. Wir wandern durch den Dschungel, am und im Fluss entlang zum Wasserfall. Entgegen der starken Strömung schaffen wir es nur mithilfe unseres Guides in eine Felspalte unter den Wasserfall. Die Wassermassen donnern neben uns herab, so ein überwältigendes Gefühl.
Wir leihen uns das SUP Board, die Paddel sind irgendwie nur unvollständig verfügbar, das stört uns nicht. Unsere Versuche gleichzeitig zu stehen scheitern kläglich und wir haben den größten Spaß. Im Sitzend paddelnd holt uns der eine Bruder mit seinem Boot ein und präsentiert uns halb beschämt, halb stolz die fehlenden Teile unserer Paddel als Angelzubehör in seinen Boot.
Die Natur, die Ruhe und die Atmosphäre hier sind magisch. Regenschwaden und Wasserdunst vor dem grünen Dschungel mit schwarzem Sand, je nach Sonne/ Wolken Mix hat das Meer eine graue, dunkelblaue oder grüne Farbe. Ich hätte es mir nie so vorstellen können.
Und weil ich hier so viel erlebt habe, gibt es einen zweiten Teil.Read more





















