• Weiterreise mit dem Frachtschiff

    10–11 дек. 2024, Nordpazifik ⋅ ☁️ 26 °C

    „Ich habe da einen Blog gelesen, dass man mit irgendeinem Frachtschiff von irgendwo nach irgendwo die Pazifikküste runterreisen kann. Bist du dabei?“
    Genaue Infos zu Strecke, Haltestelle, Abfahrtszeiten, Preisen und Kontakten finden wir online vor der Anreise an die Pazifik Küste nicht. Aber wie immer, regelt sich alles vor Ort.

    Über neue Freunde im Hostel kriegen wir die Whatsapp Nummer des Kapitäns. Die Versuche, Antworten auf die logistischen Fragen zu erhalten, enden immer mit der Nachricht „Wenn Gott es zulässt, fahren wir am Dienstag“.

    Besagter Dienstag 9.00 Uhr: Claudia und Elisa sitzen abfahrtsbereit beim Frühstück. Um 11 Uhr wissen wir, dass das Schiff fährt, zwei Stunden später wissen wir „bald“, noch eine Stunde später taucht es am Horizont auf. Gott hat es wohl zugelassen.
    Den ganzen Tag gewartet (mit frischen Kokosnüssen), dann geht es auf einmal hopplahopp: schnelle und herzliche Verabschiedung von den Hosteljungs, einer fährt uns im Fischerboot zum Schiff. Eine Leiter gibt es nicht, wir klettern über die Reeling an Board, unsere Rucksäcke werden rübergereicht, ein letztes Tschüss & Winken und dann stehen wir an Deck zwischen bierbauchigen Seemännern (Shirts optional) in gelben Gummistiefeln.

    Das Frachtschiff, in unseren Köpfen war es eher ein Containerschiff, hat keinen einzigen Container geladen. Dafür viele Kochbananen, Kokosnüsse und zahlreiche leere Bierkästen, die parallel zu unserem Ankommen auf das Schiff geladen werden. Die Kabine ist schnell bezogen, wir teilen sie mit zwei freundlichen, stillen Kolumbianern. Unsere großen Rucksäcke werden in Plastiktüten im Gang verstaut. Nach einer kurzen Bezahlung (ca 45€) geht’s los. Ein weiterer Zwischenstopp wird für eine Beladung von Gasflaschen eingelegt. Es ist offensichtlich, das ist ein eingespielter Prozess.

    Wir sitzen auf dem obersten Deck und halten (erfolglos) Ausschau nach Delfinen. Wir beobachten neugierig die hinterm Schiff ausgeworfenen Angelleinen. Auch wenn der ein oder andere Fisch gefangen wurde, ist er leider nicht Teil unseres Essen. Für uns gibt es Reis mit Kochbananen, zum Abendessen mit Huhn, zum Frühstück mit Ei. Um 20 Uhr schlafe ich zu Regengeräuschen und Wellenschaukeln ein.

    Morgens werden wir mehrmals gefragt, ob wir auch wirklich nicht seekrank geworden sind. Für unser ehrliches Nein ernten wir anerkennende Blicke. Nach ca 20 Stunden relativ ereignisloser Seefahrt kommen wir schließlich in der Hafenstadt Buenaventura an.

    Ein kurzes Taxi zum Bus, schnell noch einen Kaffee zum Mitnehmen und schon sind auf auf dem Weg nach Cali. Nach ca 24 h Reisezeit kommen wir dann endlich an.

    Um in Claudias Worte das Erlebnis zusammenzufassen „Abenteuer mit Erfolg erlebt“.
    Читать далее