• Wasserplätschern in Haifa

    September 30, 2023 in Israel ⋅ ☀️ 29 °C

    Plötzlich Israel. Haifa. Aus einem Namen wird ein Ort, wird eine Geschichte, werden Menschen. Im Moment Frühstück in dem Hotel Bat Gatlim. Kleiner Innenhof, Holzterrasse, Tisch und Couchelemente, loungig, Wassergeplätscher aus mehreren Wandauslässen, mal höher, mal tiefer angebracht, in rechteckige Becken sich ergießend, kleine Bar, an der ich gestern nach einem langen Tag noch einen NAZARE trank, auf Rumbasis. Danach ins Bett gewankt, ein Rauschen gehörte, ich dachte, es wäre ein naher Verkehrsträger, doch es war das Meer. Noch gesehen in der Nacht, gelblich erleuchtet von den Lichtern einer sandigen Strandpromenade. Glitzern von anderen Küstenorten und Schiffen über dem dunkelblau heranwogenden Wasser. Die Lichter sind nahe dem Libanon. Levante, Libanon, was für klangvolle, historisch aufgeladene Namen, jetzt besetzt mit Kriegsangst, Waffen, Hass, Religion, Macht, Rechthaberei. Bisher natürlich nichts zu spüren. Touristenattitüden. Anflug über karges Land, Siedlungen und immer wieder Siedlungen, rechteckig oder kreisförmig auf Bergen und in den wüstenartigen Bergen angelegt. Abholen des Mietautos, Begutachten früherer Schäden, Ausfahrt schon mit Navi, Fortschritt zu früheren Reisen, Vorbeigleiten an den Hochhäusern von Tel Aviv, immer wieder anderen in weiss gehaltenen Hochhäusern, vieles im Neubau, nur im Skelett oder halb vollendeter Fassade. Das Land ist klein, we are a small country, gleich zweimal gehört, aber auch ein junges Land. Und ein freundliches. Sofortige hilfsbereite Antworten und Auskünfte. Hier der Parkplatz für die Nacht, am Strand dann für den Tag, dort ein gutes Restaurant und so weiter. Schabbatabend in der Innenstadt. Pizza am Straßenrand, um das intensive Hungergefühl zu stillen. Busse, die halten und fahren, auf einem steht Grand Kanton. Eine Frau, die wartet, in grünem Kleid. Eine Gruppe dunkelhäutiger Mädchen in weissen Kleidern, irgendwie religiös, die die Straße überqueren, sonst pulsierendes südländisches Leben. Es ist warm, die Läden und Schnellimbisse, die Obst- und Gemüstestände haben offen. Verständigung auf englisch. Schrift leider nicht lesbar. Das Filmfestival im hellen Licht, fast alles ausverkauft, keine Übersetzung in einem dechiffrierbaren Programm. Eine Ausstellung eines polnischen Künstlers mit von ihm konzipierten Plakaten berühmter Filmtitel. In einem Park unter einem weissen Dach Menschen auf Couchen, Monobloc-Stühlen und Sitzkissen. Sie lauschen einer Band vor einer Filmfestival Wand. Abschlussong I DID IT MY WAY, aber leider viel zu hoch intoniert, so dass es fast schmerzt. Umgeben von Verkaufsständen für Kleidung und Schmuck. Darüber die warme Nacht.

    Haifa also. Morgen. Haifa an einem Berg. Weit oben die Stadt. Hängende Gärten, deutscher Boulevard, mal schauen was wird, Haifa, Anlaufstelle von vielen Flüchtlingen nach dem Krieg, Haifa Hotel Bat Gatlim, zum Ausgang hin zwei Duschen für Strandbesucher, der Sand ist nur 200 Meter weg. Palmen, die in den noch nicht ganz blauen Himmel ragen, hebräische Töne von den Couchen. Lo heißt Nein, Kim heisst Ja, effo oder so ähnlich Wo?, tota danke.
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