• Alentejo und das Meer

    Mar 21–23, 2024 in Portugal ⋅ ☁️ 17 °C

    Es ist wirklich keine Absicht, aber wieder landete ich im Nirgendwo. Ich lenkte mein Mietauto auf einen Feldweg, der Richtung cabeza delha velha mitten im Alentejo führte. So wie es auf anderen Reisen im den vergangenen Jahren passiert war, hatte Google den Weg auserkoren. Nun, er wurde enger, wilder, voller Schlaglöcher, Steine, Gräben und hohen Zwischenrainen in immer einsamer werdender Landschaft, wie schon mal auf Kreta oder Zypern oder wo auch immer, diesesmal aber ohne Elia, was mein Behagen eher in Unbehagen umschlagen ließ. Dagegen stand die herrliche Landschaft, hügeliges Macchialand ohne jeden Menschen, durchzogen von wegen der Erde rötlichen Feldwegen, die auch mal kerzengerade zur Spitze eines Berges hochführten. Letztendlich näherte ich mich dem Tal der velha, durch die die Straße einfach hindurchführte, zum Glück auf einer Betonpiste unterhalb der dahinplätschernden Bachoberfläche. Wieder mal wie in Kreta eine Flussdurchquerung, ich musste fast lachen über mich, weil mir Immer wieder so was passiert und immer die Gefahr besteht, dass der Wagen aufsetzt oder steckenbleibt. Eine Truppe Motorcrossfahrer kam mir entgegen wie in einem Film. Wir arrangierten unser Vorbeikommen auf schmaler Straße, dankten und grüßten einander. Irgendwann, nachdem ich mich einmal verfahren und eine weitere Bachdurchquerung überstanden hatte, gelangte ich wieder auf eine Teerstraße. Von da führte der Weg nur noch abwärts, vorbei an Siedlungen, eng an die Straßen gebaut, Orangenhainen, bis zum Meer . Der Himmel zog sich weiter zu, doch ging ich noch durch die Salinenlandschaft vorbei an Häusern mit alternativen Bewohnern und an zwei Bussen, die einfach die Abgeschiedenheit der Landschaft gesucht hatten, zum Meer. Es hatte sich weit zurückgezogen, die Muschelkulturen ragten wasserlos im die Luft. Man konnte wegen der Ebbe bis zur vorgelagerten Sandinsel gehen, die kleine Düne erklimmen und endlich die Wellen des Atlantiks sehen. Vor zwei Jahren war ich mit Lorin sieben Kilometer südlich am Barrilstrand gestanden, Strand voller verrosteter Anker. Es war die gleiche vorgelagerte Insel. Durch das Watt hatte ein Zug geführt. Ich schaute auf die Wellen. Es gab kein anderes Ufer. Das nächste Land war vielleicht Madeira, die Azoren oder eben Amerika. Inzwischen war es fast dunkel geworden. Ganz weit in der Ferne leuchteten die Scheinwerfer der Landebahn von Faro auf. Sonst war alles in Grau- und Blautöne getaucht über dem weiten unendlich wirkenden Strand. Die Wolken zogen weiter zu und jetzt prasselt der Regen auf das Dach.Read more