Jan Mayen und das Riesenrad
9. februar 2025, Holland ⋅ ☁️ 6 °C
Bereits wieder am Flughafen. Menschen über Menschen, welcher Zufall wäre es, in den Schlangen jemanden zu treffen, den man kennte, und doch war es mal so, im Kommen und Gehen auf Santorin, als ich dort mit Marian ankam. Lese währenddessen in einem neuen Buch von Han Kang. Es geht um die Diktatur in Südkorea 1980, die Folterungen und schon sind die Bilder des gestrigen Films da oder der umgebauten Schule in Phnom Penh. Gruppen, so heißt es im Text, fördern das, was angelegt ist, aber vielleicht nie zum Ausdruck gekommen wäre. Den Folterer, den Stürmer auf das Kapitol, den Messerstecher, Folterer, aber auch den Helden, den in diesem Moment ungeglaubt Mutigen.
Auf der Bahnfahrt von Den Haag nach Amsterdam saß mir ein junges Paar schräg gegenüber. Sie lehnte ihren Kopf auf seine Schulter, hatte die Augen geschlossen. Ein vielleicht alltägliches Bild, ein schönes Paar voller Innigkeit, doch es berührte mich. Alles ist möglich, auch in der Zukunft. Man muss nur weiter Vertrauen haben, immer wieder.
Auf der Mole von Scheveningen drehte sich das Riesenrad. Daneben sprangen neben einem Turm von einem 40 Meter hohen Kranaufbau Menschen in die Tiefe, im letzten Moment gehalten von einem Bungee-Seil. Der Hintergrund grau, fast unbewegt, sowohl am Himmel als auch auf der Meeresoberfläche.
Revolutionäre müssen heute Programme schreiben können, Informationen infiltrieren, vielleicht beim Kauf eines Tickets. Vergangen die Zeit kleinster Zettel.
Ich komme mit den digitalen Systemen zurecht, natürlich, aber das Vertrauen liegt noch woanders. Kommende Generationen werden nichts mehr von meiner Welt kennen, ganz einfach. Was werden sie lernen, kaum mehr, was mir wichtig erschien, erster, zweiter Weltkrieg, Scheitern der Demokratie, Gründe dafür, ich erinnere mich an den israelischen Film, in dem die Kleinkinder natürlich im Kindergarten die Wahrheiten der herrschenden Regierung erfuhren, vom gelobten Land bis zu Bibi, der sie vielleicht rettet. Dabei gibt es immer etwas im Davor und im Daneben - nur nicht, wenn wir den Blick verschließen.
Das Riesenrad drehte sich weiter, wir aßen ein paar Fries und einen Apfel-Pfannkuchen. Dazu ein smoothie und eine Schokolade. Auf der Reling landete eine Möwe u d wir redeten darüber, welches Land wohl hinter dem Horizont läge. Schottland, Island, Norwegen - mir fiel Jan Mayen Island ein. Google sagte uns, dass 18 Forscher dort lebten.Læs mere




Rejsende
Da us die Möwe ja noch