• Girls&Gods

    March 28, 2025 in Austria ⋅ ☁️ 10 °C

    Seltsam, jetzt ist der kurze Eintrag gelöscht und die Lust nochmals zu wiederholen, was man gedacht hat, ist gering. Wir sitzen schon wieder im Zug zurück nach München. Nach vier Tagen Dauerregen wirken die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings wie eine Befreiung.
    Letzter Film heute war ein Debattenfilm, der viele Fragen aufwarf oder einen damit konfrontiert, was gut ist neben Alm den Wegschaumomenten, die uns umgeben und die uns geradezu aufgeräumt werden. Die ukrainisch stämmige Aktivistin und Feministin Inna Shevchenko begibt sich zu Mitstreiterinnen überall auf der Welt innerhalb aller Religionen. Viele Fragen werden aufgeworfen. Wie stellt man sich zur Freiheit des Körpers, Freiheit der Wahl, zu Abtreibung, weiblicher Religionsausübung, Stellung in der Gesellschaft. Fast alle innerhalb der Religion beziehen sich auf ursprüngliche Texte oder Auslegungen. Von denen man sich natürlich entfernt hat. Liebe, Nächstenliebe, Vertrauen. An einer Stelle heißt es, dass man über 1700 Auslegungen gefunden hat, um sich davon zu entfernen. Sätze, bei denen man hängen blieb. Die Religion und die Befolgung der Regeln gibt Sicherheit. Freiheit steht dieser Suche danach, auch nach Geborgenheit, entgegen. Sie ist unbekannt. Man hat Angst davor. In den letzten Jahren, vor allem durch und nach Corona, hat sich die Gewichtung zur Sicherheit verschoben, damit auch in letzter Konsequenz zu Militarismus und Krieg. Wir reden ihn in unserem Sicherheitswahn mehr und mehr herbei. An einem englischen College gab es eine theoretische Abstimmung darüber. 50 zu 37 Stimmen - für die Regeln der Religion. So dürften die Mehrheitsverhältnisse derzeit auch sein.

    Sonst manch Informatives, über Beirut nach der Hafenexplosion, über den Niger, die Touaregs, die Verantwortung Europas und gleichzeitig das Scheitern jedes Engagements, über Asylsuchende auf dem Bürglikopf, fernab jeder Zivilisation, fast wie ein Gefängnis. Im Kopf viele Gedanken, viele nur organisatorischer Art, deswegen - trotz Dauerregen - dankbar über jede Ablenkung, Lorins Besuch, gutes Essen jeden Abend, gestern mit einem Besuch in der Hotelbar seinen Abschluss findend, zusammen mit der österreichischen Filmbranche um Ulrich Seidl.
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