Parque Nacional Natural Los Nevados
26–27 Mei 2024, Colombia ⋅ ☁️ 6 °C
Heute beginnt meine Tour in der Parque Nacional Natural Los Nevados. Ziel ist es, morgen auf den Vulkan und Gletscher Nevado Santa Isabel zu steigen. (Der Aufstieg kommt allerdings erst im nächsten Footprint 😉)
Zuerst einmal fahren wir morgens mit zwei Jeeps aus Pereira los in den Nationalpark. Kurz vorm Parkeingang gibt es Frühstück, danach fahren wir in den Park rein und machen uns auf eine kurze Wanderung, um uns mit dem Gelände und der Höhe vertraut zu machen. Insgesamt sind wir 10 Leute plus zwei Guides, später soll noch ein dritter Guide dazukommen. Ganz schön große Gruppe für einen Gletscheraufstieg, finde ich.
Wir befinden uns auf 4100 Metern Höhe und das merke ich auch. Schon nach den ersten Metern bekomme ich Kopfschmerzen, dazu kommt noch, dass es erst sehr warm, dann sehr kalt ist und schließlich anfängt zu regnen. Alles nicht schlimm, da ich die richtigen Klamotten dabeihabe, aber ich ziehe mich die erste halbe Stunde mehrmals an und aus, muss jedes Mal den Rucksack absetzen und habe das Gefühl, mich beeilen zu müssen, damit der Rest der Gruppe nicht warten muss. Irgendwie stressig...
Die Wanderung ist sehr schön, ich bin zum ersten Mal im sogenannten "Paramo"-Ökosystem, hier wächst nicht viel außer der großen Frailejones. Die sehen ein wenig aus wie Baumstämme, die in der Gegend rumstehen, geschmückt mit einem Schopf aus gelblich-grünen, flauschigen Blättern. Manche riechen sehr gut 😉 Angeblich sind die Frailejones dazu in der Lage, Wasser direkt aus den Wolken aufzunehmen. Also quasi genau das Gegenteil von dem, was "normale" Pflanzen machen?
Wir wandern bis auf ca. 4400 Meter hoch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir die Laguna Verde sehen können, einen tief-dunkelblauen Bergsee. Die Aussicht ist wunderschön, um uns herum ist kilometerweise karge Berglandschaft, von weißgrauen Wolken verhangen. Mittendrin in einem Tal der kalte, dunkle See. Ich muss an J.R.R. Tolkiens Hobbits denken, die nicht nur einmal durch solche Landschaften wandern. Und die waren dem Wetter bestimmt mehr ausgesetzt als ich! Aber das sind ja nur Geschichten...
Wir machen alle fleißig Bilder, danach geht es wieder runter. Auf dem Rückweg werden meine Kopfschmerzen ziemlich doll, sodass ich, als wir an der Unterkunft ankommen, als erstes eine Ibu nehme. Nach dem Mittagessen bekommen wir eine Gletschereinweisung, in der der Guide Christiano uns erklärt, wie wir Klettergurt, Steigeisen und Eispickel verwenden sollen. Mehr oder weniger eifrig probieren wir alles aus, ich eher weniger eifrig, mein Kopf fühlt sich trotz Ibu so an als hätte jemand einen sehr großen Luftballon darin aufgeblasen. Christiano gibt uns auch einige Tipps, wie wir mit der Höhenkrankheit umgehen sollen, ich bekomme ein Pulver, das er Suero nennt und das ich in Wasser auflösen und trinken soll. Schmeckt sehr salzig! Außerdem nehme ich eine zweite Ibu. Zwei Stunden später versuche ich was zu Abend zu essen, kotze kurz danach alles wieder aus und lege mich früh ins Bett. Wars das schon mit dem Gletscher? Bin ich morgen früh überhaupt in der Lage, loszulaufen? Ich versuche nicht dran zu denken und schlafe erstmal ein paar Stunden.Baca lagi










