Huaraz
27.–29. jun. 2024, Peru ⋅ 🌙 4 °C
Donnerstagmorgen um 5:30 komme ich in Huaraz an. Gemeinsam mit meiner Sitznachbarin, einer sehr gesprächigen und furchtlosen Britin, mache ich mich auf einen morgendlichen Spaziergang durch Huaraz zum Hostel. In welches Hostel ich gehe, entscheide ich wieder einmal erst unterwegs. Heute morgen sind noch ein paar mehr Reisende angekommen, wir frühstücken zusammen während wir darauf warten, dass wir einchecken können (was dann netterweise schon ab 8 Uhr geht). Nachdem ich meinen Rucksack los bin, mache ich mich auf den Weg zum Mercado um ein wenig Essen und Wandersnacks für die nächsten Tage zu kaufen. Nachmittags schlafe ich zwei Stunden, auf der Busfahrt habe ich nämlich nicht so viel geschlafen. Gegen Abend wandere ich mit Kailem, einem Briten aus meinem Dorm, zu einem Aussichtspunkt.
Am nächsten Morgen kommt Alix ebenfalls in Huaraz an, wir frühstücken kurz ein paar Linsen, machen Avocado-Tomate-Sandwiches und fahren gleich per Colectivo in die Berge. Heute wollen wir zur Laguna Churup wandern. Die Wanderung wird deutlich härter als gedacht, da fast der ganze Wanderweg auf über 4000 Meter liegt. Wir machen viele drei-Minuten-Pausen, von denen Manche auf eher 30 Minuten ausarten. Aber wir erreichen die Laguna und kommen mit einem vertretbaren Maß an Kopfschmerzen zurück.
Für den Samstag haben wir uns eine weitere der vielen Lagunen vorgenommen, die Laguna 69. Die liegt auf über 4600 Metern und die Wanderung dorthin ist außerdem länger als die zur Laguna Churup. Morgens um 5 Uhr werden wir am Hostel von einem Bus abgeholt, der uns leider erst zu einem Touri-Restaurant, danach aber zum Start der Wanderung fährt. Die Wanderung ist wunderschön, vielleicht eine der schönsten, die ich bisher gemacht habe. Wir gehen zuerst durch ein sehr grünes Tal, an hohen Wasserfällen vorbei, an steilen Felswänden entlang und immer eingerahmt von riesigen, schneebedeckten Bergen, die über 6000 Meter hoch sind. Dann wird der Weg allmählich steiler und wir wechseln automatisch in den Faultiermodus: Schneller als Faultiergeschwindigkeit laufen geht hier nämlich einfach nicht. Zwischendurch gibt es natürlich immer wieder einen Schluck Wasser und "Kraks Límon", eine superleckere Erdnuss im Knuspermantel mit saurem Limettengeschmack, die laut Alix das Allheilmittel gegen Kopfschmerzen und Höhenkrankheit ist.
Die Laguna selbst ist wunderschön, das Wasser ist türkis-blau, eiskalt und rundherum von Felslandschaft eingerahmt. Darüber thront ein gewaltiger, schneebedeckter Berg, von dem etwa im 10-Minutentakt Eis- und Felsbrocken abbrechen und donnernd herunterrutschen. Ein paar der Bruchstücke landen direkt am gegenüberliegenden Ufer der Lagune.
Nach etwa einer Stunde Pause, gefüllt mit vier matschigen Avocadosandwiches, machen wir uns wieder auf den Rückweg. Ich bekomme unterwegs wie erwartet Kopfschmerzen, das ist für mich inzwischen normal bei Wanderungen in dieser Höhe. Kraks Límon und eine Ibu helfen. 😉 Wieder unten angekommen, würde ich am liebsten ins Bett fallen, aber erst müssen wir noch mit dem Bus zurück nach Huaraz fahren. Ach ja, und heute Nacht habe ich ja gar kein Bett. Wir wollen ja noch an den Strand... Also auf zum nächsten Nachtbus!Læs mere










