• Tag 7: „free parking & a long drive

    December 18, 2025 in New Zealand ⋅ ⛅ 17 °C

    Am Morgen bin ich ausnahmsweise nicht wegen der Sonnenstrahlen aufgewacht. Nein, Lisa war bereits am Telefonieren und musste sich über einen guten, aber eher kreativ‑unzuverlässigen Menschen aufregen. Danach musste sie dringend Dampf ablassen und ist mit den Krabben am Strand rennen gegangen. Die Krabben haben vermutlich gedacht, sie sei eine neue Art Rennfahrzeug.

    Währenddessen haben die Kinder am Strand einen UFO‑Landeplatz gebaut, damit sie von den Ausserirdischen vom Heimatplaneten Sürminus abgeholt werden.
    Wie sich später herausgestellt hat, war das aber gar kein Landeplatz, sondern eine Kampfarena, in der sie gestern – während ich rennen war – Schwingkämpfe ausgetragen haben.
    Jetzt weiss ich auch, warum gestern so schnell Ruhe war. Ich dachte ja, es lag an meiner sanften Stimme und den Duftkerzen, die ich im Bad angezündet hatte. Aber nein: Die Kinder hatten sich einfach gegenseitig ins Koma geschwungen.

    Lisa kam nach dem Rennen zurück und hat mit den Vögeln und Krabben, mit denen ich mich gestern verkracht habe, Frieden geschlossen. Sie hat ihnen vermutlich eine Art UNO‑Resolution vorgelesen. Gutes Karma ist für Lisa wichtig. Für mich wäre es schon genug, wenn die Vögel mich nicht mehr anschauen, als hätten sie meine Steuererklärung gesehen.

    Weiter ging es Richtung Norden nach Cape Reinga, nachdem ich mich noch von unseren beiden frischen Camping‑Nachbarn verabschiedet habe.

    Der erste:
    Ich nenne ihn Napoleon, ein Sarkozy‑Gesandter aus Frankreich. Gestern hätte er die Vive‑la‑France‑Flagge nicht näher an unseren Camper stellen können, ausser er hätte sie direkt in unsere Dachluke gesteckt. Ich glaube, er hat sogar im Schlaf „Liberté“ gemurmelt.

    Der zweite Nachbar:
    Ein freundlicher Babyboomer, der gestern mit einer Analogkamera fotografiert hat, deren Objektiv eigentlich für NASA‑Mondlandungen gedacht ist. Er hat damit die verdorrten Gräser abgelichtet, als wären es seltene Orchideen. Ich bin sicher, er hat mindestens drei neue Spezies entdeckt und wird bald einen botanischen Preis gewinnen.

    Dann ab nach Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt der Nordinsel. Ich hatte schon befürchtet, dass wir wieder über kilometerlangen Gravel geschüttelt werden. Aber nein: siehe da — ein gratis Parkplatz in der Front Row. Neuseeland, ich liebe dich. In der Schweiz hätten wir die Reise nach einer Woche wegen der Parkgebühren abbrechen müssen.

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    🏥 Intensive Care in 🇳🇿?

    Als Lisa die übergewichtigen und mit hochroten Gesichtern und teils angetrunkenen Touristen den Weg zum Leuchtturm herunterwanken sah, dachte sie sofort an cardiac arrest und potentielle IPS Patienten…Vermisst sie etwa die Arbeit jetzt schon? Da gibt es nur eins: Ich habe sie danach sicherheitshalber sofort aufs Rennrad geschickt.

    Der Gang zum Cape Reinga war es aber wert — die Kräfte des Wassers so eindrucksvoll zu sehen war fantastisch. Ein zweites Mal würde ich den Weg trotzdem nicht auf mich nehmen.

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    🚴‍♀️ Mülleimer‑Spotting als neue Leidenschaft

    Lisas Leidenschaft ist nicht nur Rennradfahren, sondern neu auch das Spotten von Mülleimern. Sie ist stets bemüht unser Zuhause sauber zu halteb und so wird jede Altlast sofort entsorgt. Verständlich — Mülleimer sind hier ungefähr so selten wie ein Schweizer Parkplatz unter 5 Franken.

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    🍽️ Viermal à la carte

    Währenddessen habe ich für die Kids Mittagessen zubereitet. Nur das Beste ist gut genug — also gab es viermal à la carte.
    Da das UFO nicht wie geplant gelandet ist, haben sie ihre Schwingstunde im Camper fortgesetzt. Dabei ist Maxime von der Leiter gefallen. Ich dachte schon, ich müsse den Notfall kontaktieren… habe mich dann aber für einen Gefrierbeutel entschieden.

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    🚐 Lange Fahrt. Ich habe fertig 😂
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