• Tag 26: Custodian ( Wächter) JJ

    January 6 in New Zealand ⋅ 🌙 17 °C

    Heute ging es nach Hanmer Springs.
    Auf dem Weg dorthin sind wir am Mt Lyford Alpine Resort vorbeigefahren.
    Der Name klingt nach:
    Gondeln, Après‑Ski und im Sommer nach Downhill Biken..

    In Realität ist es eher:
    „Ein Hügel mit Ambitionen und einem Parkplatz, der grösser ist als das Skigebiet.“

    Es ist das Savagnières-Bugnenets des Pazifikraums.
    Würde Didier Cuche hier fahren, würde er vermutlich aus Versehen das gesamte Gebiet in zwei Schwüngen abtragen.

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    🏕️ Freedom Camping: Die Alpamare-Apokalypse
    Hanmer Springs war so voll, trotzdem fanden wir mitten im Dorf einen Gratis‑Spot.
    Direkt neben einem Spielplatz.
    Perfekt für einen romantischen Abendspaziergang mit Lisa – wenn die Kinder geschlafen hätten.

    Wir zogen weiter, weil:
    - der Parkplatz zu klein war
    - der Parkplatz zu gross war
    - der Parkplatz zu nahe am Spielplatz war
    - der Parkplatz zu weit weg vom Spielplatz war
    - der Parkplatz gratis war (verdächtig!)
    - die Sonne falsch stand
    - und weil ich vermutlich einfach zu viel Zeit habe, um über Parkplätze nachzudenken

    Also weiter zum Kiwi‑Campingplatz unseres Memberclubs.

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    🛐 Die NZMCA – eine Sekte mit Regeln, Ritualen & Orangenwesten
    Die Plätze sind exklusiv für Clubmitglieder.
    Wir sind Clubmitglieder.
    Aber wir haben keine Ahnung, wie man sich in dieser Sekte verhält.

    Die Regeln lauten ungefähr so:
    1. Always display your wing → habe ich nicht
    2. Always present your card → habe ich digital, zählt vermutlich nicht
    3. Always register at arrival → wollte ich, konnte ich aber nicht
    4. Always obey 47 weitere Regeln, die aussehen wie die AGB von Apple

    Ich dachte:
    Solange ich zahle, bin ich König.
    Falsch.
    Ich bin höchstens Praktikant im ersten Lehrjahr.

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    🦺 Der Auftritt von Custodian JJ – Wächter der Heiligen Parkordnung
    Dann kam er.
    Custodian JJ.
    Der Mann, der aussieht, als hätte er die Orangenweste nicht angezogen, sondern sei darin geboren worden.

    Er näherte sich nicht direkt.
    Er stoppte auf Lesedistanz, wie ein Ranger, der ein seltenes Tier beobachtet.
    Er checkte mit dem Nummernschild :
    - Member? ✔️
    - Bezahlt? ✔️

    Dann ging er ins Häuschen, um nachzusehen, ob ich mich eingetragen habe.
    Hatte ich nicht.
    Konnte ich nicht.
    PIN fehlte.
    Drama.

    Als ich mit den Jungs in den Bach wollte, lief ich ihm direkt in die Arme.
    Ich fuchtelte sofort mit meinem Handy herum wie ein Tourist, der beweisen will, dass er wirklich ein Ticket hat.
    Er wusste das längst.
    Er wartete nur auf den Moment, an dem ich sage:
    „Ich konnte mich nicht einschreiben, weil ich den PIN nicht habe.“

    Das war sein Stichwort.
    Sein Moment.
    Seine Bühne.

    Und dann kam die Predigt:
    - Wann der Club gegründet wurde
    - Wie man parkieren muss
    - Wie lang die Hundeleine sein darf ( wir haben keinen Hund)
    - Wie lange der Generator laufen darf ( haben wir auch nicht)
    - Wie viele Engel auf einer Orangenweste tanzen können

    Er war nicht böse.
    Aber er war sehr glücklich, mich belehren zu dürfen.

    Am Schluss war er dann doch hilfreich.
    Aber ich glaube, er hat sich den ganzen Abend darauf gefreut, jemandem die Regeln zu erklären.

    Ps. Der Club wurde am 22. März 1956 gegründet. -Reminder 1956 - the one and only 🗝️🔐 . Amen
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