• Tag 31: A Windy Hike

    January 11 in New Zealand ⋅ 🌬 30 °C

    Heute Morgen bin ich mit der Reiseleitung die Christchurch‑To‑do‑Liste durchgegangen.
    Langsam wird klar: Wir sind offenbar dabei, unterbewusst eine Schweizer Karte auf Christchurch zu zeichnen.

    Es fehlt nur noch die Westschweiz rund um Genf und das Wallis – dann hätten wir unser eigenes kleines Helvetien am anderen Ende der Welt komplett.
    Ich wusste ja, dass Lisa viele Fähigkeiten hat – Multitasking, Krisenmanagement, Gipfeli‑Rettungseinsätze – aber dass sie auch noch kartografische Präzisionsarbeit beherrscht, war selbst für mich neu. Wenn sie so weitermacht, zeichnet sie bald die Kantonsgrenzen ein und verlangt eine Kurtaxe. Wahrscheinlich fährt sie deshalb so gerne Rennrad.

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    ⛰️ Mt. Cavendish – der Mini‑Niesen mit Ölleitung
    Nach der Besprechung ging es auf den Peak Mt. Cavendish. Ein Berg, der aussieht, als hätte jemand den Niesen in den Tumbler gesteckt und auf „Schrumpfen“ gestellt.
    Der Weg führt direkt an einer Ölleitung vorbei. Ich bin ehrlich froh, hat Donald Duck diese Leitung noch nicht als strategisches Asset entdeckt – sonst wäre sie längst von der US‑Airforce ausgeflogen worden.

    Der Aufstieg: steil, windig, und mit Rückenwind so effizient, dass wir kurz dachten, wir würden gleich rückwärts wieder runtersegeln.
    Die Seilbahn lief noch mit ungefähr 5 km/h, vermutlich um das Personal oben im Restaurant zu evakuieren.

    Oben angekommen: Restaurant zu, was für eine Überraschung...
    Also gleich wieder runter – diesmal mit Gegenwind, der uns teilweise wie schlecht gesicherte Gartenzwerge durch die Gegend schob. Maxime musste man festhalten wie einen heliumgefüllten Ballon an der Chilbi.
    Wir hatten extra den Slot mit dem geringsten Wind gewählt. Das Video zeigt den Durchschnitt. Die Böen zu filmen wäre lebensmüde gewesen.
    Auf halber Strecke kamen uns dann noch Leute entgegen – offenbar jene Spezies, die Windstärken erst ernst nimmt, wenn sie horizontal unterwegs sind.

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    🐧 Antarktika‑Museum – Bildung mit Popkultur
    Unten angekommen ging es ins Antarktika‑Museum. Wirklich toll, viel zu sehen, viel zu lernen.
    Zum Beispiel:

    - Die Antarktis wurde von Ed Sheeran entdeckt.
    - Sie liegt am Nordpol, direkt neben Grönland.
    - Und Kaffeebohnen brauchen dort etwas länger zum Wachsen als in Brasilien.

    Der Schneesturm‑Simulator war grossartig – ein Sommerwind aus Christchurch, der sich als Polarexpedition verkleidet hat.
    Und mit dem Arktismobil, einem Schneekettenfahrzeug, über den Parcours zu brettern, war definitiv ein Highlight.

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    🌊 Woodend Beach – Haie, Delfine und die Sache mit den Füssen
    Zum Abschluss ging es an den Woodend Beach.
    Ich bin mit den Kids baden gegangen und habe kleinen Strandhaien beim Surfen zugeschaut, wie sie Fische jagen. Die Kinder haben Sandlöcher gegraben, als wären sie auf der Suche nach Goldschätzen oder einem verschollenen WLAN‑Signal.

    Lisa ging derweil rennen – ohne Handy – und hat eine Gruppe von 20 Delfinen gesehen.
    Ich wollte dann mit meiner Sichtung prahlen, aber ganz ehrlich: Ich wäre auch lieber mit Delfinen surfen gegangen, statt meine Füsse und Hände im Wasser ständig hochzureissen wie ein nervöser Flamingo.
    Meine Füsse könnten durchaus als Fisch durchgehen.

    Lisa behauptet ja immer, sie habe die schöneren Füsse als ich.
    Die Küstenhaie sehen das offenbar anders.
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