• Tag 42: Warten auf schönes Wetter...

    January 22 in New Zealand ⋅ ☁️ 15 °C

    Wir sind heute Morgen im Regen aufgewacht. Nicht im gemütlichen „Hach, wie romantisch“-Regen, sondern im „Wir sind irgendwo im Funkloch der Zivilisation gestrandet und das Wetter plant gerade eine Karrierewechsel.
    Die Catlins hätten eigentlich wunderschön sein sollen. Haben wir gehört. Wir sind 2.5 Stunden durchgefahren, haben jeden Aussichtspunkt mit einem ehrlichen „Wow, mega schön… aber tschüss“ ignoriert und uns gefühlt wie die einzigen Touristen, die Neuseeland aktiv nicht sehen wollen.

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    🛢️ Ölspur der Wahrheit – oder: Wenn du hoffst, dass es der Toyota neben dir war

    In Dunedin angekommen, wollten wir ins Museum flüchten. Kultur, Dach über dem Kopf, keine Kinder, die fragen, ob es WLAN hat.
    Auf dem Parkplatz dann die Szene, die jeder Camper fürchtet: eine glänzende Spur Treibstoff/Öl auf dem nassen Boden.
    Ich habe fünfmal geschaut. Dreimal neu parkiert. Zweimal versucht, irgendeinem unschuldigen Auto die Schuld zu geben.
    Aber irgendwann war klar:
    Es ist unser Saft. Unser Tropf. Unser Problem.

    Kurz habe ich überlegt, Mäthu – Götti von Etu und Patronus aller Werkstattprobleme – anzurufen oder einzufliegen. Aber es war früh in der Schweiz, und ich wollte nicht der Typ sein, der jemanden weckt mit:
    „Du, Mäthu… sag mal… wenn es unter dem Auto glänzt… ist das schlimm?“

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    🛋️ Showroom-Survival – ein Mann, ein Sofa, eine Broschüre

    Beim Ford-Händler dann das übliche Bild nach den Sommerferien: alle busy, alle gestresst, alle so, als hätten sie gehofft, dass heute niemand kommt.
    Ich habe mich also in den Showroom gesetzt und den Nachmittag dort verbracht.
    Erst Zeitung gelesen.
    Dann Buch.
    Dann Zeitung auf dem Handy.
    Dann die Werbebroschüre.
    Irgendwann bin ich so tief in den Sessel eingesunken, dass ich kurz dachte, Wayne müsse mich später mit dem Gabelstapler raushebeln.

    Wayne hat Smalltalk gemacht und Mitleid gezeigt. Ich habe ihm erklärt, dass der Camper mit vier Kindern unser Zuhause ist.
    Er hat vermutlich schon den Wetterbericht gekannt:
    Im Norden hat es in 12 Stunden so viel geregnet wie sonst in zwei Monaten.
    Überschwemmungen. Erdrutsche. Vermisste Menschen.
    Ich war kurz froh, dass wir den Norden hinter uns haben.
    Dann sah ich die Prognose für den Süden:
    Regen. Viel Regen. Eine Woche lang.
    Super.

    Eine Stunde vor Feierabend haben sie dann geschaut und gesagt:
    „Könnte der Unterdruckkompressor sein.“
    Aha. Der Unterdruckkompressor.
    Das Teil, das man sich wünscht, wenn man mit vier Kindern und einem rollenden Zuhause unterwegs ist.

    Immerhin: Morgen haben sie ein Zeitfenster.
    Ich habe trotzdem schon Plan B, C und D geprüft.
    Plan E wäre: „Wir ziehen in den Showroom ein.“

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    🚽 Dumping-Drama – Greenhorns am Limit

    Am Abend dann auf dem Campingplatz das nächste Highlight: dumpen.
    Vor mir zwei Greenhorns, die seit 20 Minuten versuchten, ihr Grauwasser loszuwerden.
    Aus dem Schlauch kam ein Rinnsal, das eher nach „verstopfte Pipette“ aussah als nach „Dumping Station“.
    Ich bin dann höflich fragen gegangen, ob alles gut sei.
    Wenn der so weitermacht, wird er seine gesamten Campingferien mit dumpen verbinden und am Ende ein Trauma entwickeln, sobald er einen Gartenschlauch sieht.

    Ironischerweise ist die Dumping Station im Moment der schönste Ort zu sein:
    Überdacht. Trocken.
    Und niemand kann weg – weil alle warten müssen.

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    🌈 Fazit des Tages – Regen, Öl und ein Hauch von Hoffnung

    Wir sind jetzt in Dunedin gestrandet.
    Der Unterdruckkompressor könnte morgen repariert werden.
    Das Wetter bleibt miserabel.
    Die Stimmung ist… sagen wir: „leicht unterdruckig“.
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