Tag 65: Back to Wellington
5 hours ago in New Zealand ⋅ ☁️ 15 °C
Eigentlich haben wir heute fast nichts gemacht. Also wirklich nichts. So wenig, dass ich beim Schreiben Angst habe, dass die Leser schon beim ersten Satz in einen Tiefschlaf fallen, aus dem sie nur ein Erdbeben der Stufe 7 wieder herausholt.
Aber der Reihe nach: Heute geht’s zurück auf die Nordinsel. Time is running, wie man so schön sagt, wenn man keine Zeit hat, aber trotzdem noch alles Mögliche erledigen will.
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🏃♀️ Parkrun Saturday – Die liturgische Morgenmesse
Wie immer sollte es um 8 Uhr starten. Wie immer tat es das nicht.
Denn zuerst kommt die Neuseeland-typische Einführung für Firsties – also jene, die zum ersten Mal mitmachen und noch nicht wissen, dass man hier grundsätzlich alles erklärt, was sich nicht wehrt.
Dann wird gefragt, ob es Besucher hat. Und ja, man kann tatsächlich die Hand heben und vor der gesamten Versammlung sagen, woher man kommt. Lisa hat das heute übernommen. Ich war beeindruckt. Sie steht nicht gerne im Mittelpunkt, aber offenbar war das heute nötig für das richtige Mindset: Personal PB + Alterskategorie-Sieg.
Eine Siegerehrung gab es keine. Die findet heute im Airbnb statt. Also bei uns. Wir haben uns das mal gegönnt – jetzt schauen wir, ob wir überhaupt Airbnb‑tauglich sind oder ob wir nach einer Nacht schon eine schlechte Bewertung wegen „zu viel Lärm“ bekommen.
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🛒 Pack’n’Save – Die Pampa-Edition
Vor dem Einzug ins neue Häuschen ging’s noch einkaufen. Schliesslich haben wir bald einen 200‑Liter‑Kühlschrank. Das ist in etwa die Grösse eines durchschnittlichen neuseeländischen Hotelzimmers.
Unser Airbnb liegt irgendwo zwischen „direkt am Meer“ und „wir hoffen, dass Google Maps uns nicht verarscht“. Die Wegbeschreibung war länger als meine Masterarbeit. Inhaltlich spannender war sie auch.
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☕ Fähre verspätet – dafür neue Bekanntschaften
Jetzt warten wir auf die verspätete Fähre.
Beim Kaffee habe ich Caroline kennengelernt. Sie ist Schwedin, verheiratet mit einem Schweizer, und ihr Schweizerdeutsch ist besser als meins.
Ehrlich gesagt habe ich langsam das Gefühl, dass meine Muttersprachkompetenzen proportional zu jedem neuen englischen Wort abnehmen. Schon bald spreche ich in Klammern. Wenn ich zurückkomme, bitte etwas Verständnis und einfach fragen:
„Habe du gut? Ich gut sein heute.“
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🛒📺 Das TV-Wägeli – Physikunterricht im Supermarkt
Die Jungs haben im Pack’n’Save ein Einkaufswägeli mit eingebautem Fernseher gefunden.
Unten drin ein Bildschirm, hinten dran ein Motorengeräusch. Ein Wohlfühlpaket für Kinder und Väter, die sich für fünf Minuten wie Ingenieure fühlen wollen.
Mit etwas Fantasie kann man sogar die Wurfparabel berechnen, um den Wagen zu treffen. Falls die Wassermelone daneben geht: kein Problem. Einfach zurücklegen. Hier wird zermatschtes Gemüse teilweise so drapiert, als wäre es frisch vom Feld.
Ich rege mich ja schon im Migros über Leute auf, die jeden Apfel drücken müssen. Die schlimmsten sind die Avocado-Quetscher. Dank ihnen muss man zuhause immer erst mal 40 Prozent braunes Fruchtfleisch wegschneiden.
Wenn ich im Migros arbeiten würde, hätte ich eine lange Bambusstange wie früher in der Schule. Jeder, der drückt, bekommt einen kleinen Klaps. Pädagogisch wertvoll.
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🧦 Fusskontrolle & T-Shirt-Status
Unsere Fähre hat Verspätung.
Ich habe meine Füsse gecheckt: safe.
Das T‑Shirt darf nach dem Parkrun offiziell wieder angezogen werden.
Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.Read more







