• Tag 64: Quak to Pita

    February 13 in New Zealand ⋅ ☁️ 23 °C

    Zur Abwechslung ging es heute wieder einmal ins Schwimmbad. Das Wetter war… sagen wir: nicht ganz so gut wie bestellt. Zum Glück waren wir gestern noch outdoor‑mässig aktiv. Ich habe aber langsam das Gefühl, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Wetter und Kinderstimmung gibt. Bei Hochdruck herrscht Frieden, sobald das Barometer fällt, verwandeln sich unsere Kinder in Frösche. Einige quaken, andere springen, wieder andere klettern die Leiter rauf und runter. Namen darf ich keine mehr nennen – das Bundesamt für stürmende Kinder hat mich verwarnt. Nach 63 Tagen könnt ihr euch aber vorstellen, wer welche Geräusche produziert.

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    🚓 Die Securitas‑Dame vor dem Aquatic Center
    Im Schwimmbad angekommen, stand sie da: die freundliche Securitas‑Dame, die gerade mit Kreide unser Fahrzeug markierte. Sie sah exakt so aus, wie eine Securitas‑Dame aussieht. Haare totgefärbt in einem Grün, das eigentlich Rot hätte sein sollen. Alter Ü60. Gesichtsausdruck: gezeichnet. Das winzige Lächeln, das sie noch besitzt, erscheint nur beim Schreiben eines Zettelchens. Die Uniform war übrigens dieselbe wie bei uns in der Schweiz. Und ja – ich gebe es zu: Ich bin ein regelmässiger Sammler von Parkscheinen. Irgendjemand muss ja die Steuern bezahlen, sonst bekommen die armen Polizisten noch ein Burnout, wenn sie Ende Jahr das Budget reinholen müssen. Natürlich alles nur für die nationale Sicherheit.

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    👦 Maxime, der Quallen‑Philosoph
    Im Moment sitze ich mit Maxime im Camper. Er stellt Fragen, die selbst ein Meeresbiologiestudium nicht abdecken würde. Die Quallen, die wir gestern im Hafen gesehen und angefasst haben, beschäftigen ihn noch immer. Auch das Fischen ist ein Dauerbrenner. Wenn er nicht genügend gefordert wird, fordert er einfach alle anderen. Sobald wir zurück sind, kann er mit Äti fischen gehen und ihn fragen, warum man Quallen nicht fischen kann, was sie fressen, warum sie sich so bewegen, warum sie durchsichtig sind und warum einige giftig sind und andere nicht. Ich wünsche Äti jetzt schon viel Vergnügen.

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    🚧 Strassensanierung für Fortgeschrittene
    Jetzt geht es wieder zurück Richtung Picton. Natürlich der Baustelle entlang, mit 30 Minuten Bonus für den Verkehr. Sie sanieren Strassen – und ja, es ist nötig. Aber wenn man sieht, wie sie das machen, denkt man automatisch, dass sie definitiv auf die Zukunft und fliegende Autos warten. Asphaltiert wird hier nicht wie bei uns. Nein. Es läuft so: Kies drauf, verdichten, Bitumen drüberspritzen, ein paar Kieselsteine oben drauf – fertig. Vermutlich wird nicht pro Laufmeter abgerechnet, sondern pro Anzahl verwendeter Hütchen. Und davon gibt es viele. So viele, dass man sich fühlt wie ein Rind auf dem Weg zum Schlachthof. Bei der Ampel sitzt dann einer, der sie von Rot auf Grün schaltet. Gesichtsausdruck: identisch zur Securitas‑Dame.

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    🌯 Pita Pita und fünf Minuten Frieden
    Wir waren wieder einmal auswärts essen – seit Dunedin das erste Mal. Die Kinder sind jetzt für fünf Minuten ruhig, bis der Burrito verschlungen ist. In zwanzig Minuten schreit der erste wieder „Ich habe Hunger“, und ich tue so, als wäre es mir egal.
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