• Urshult 1. Tag

    August 11 in Sweden ⋅ ☀️ 20 °C

    Ein ganz besonderer Ort – der Autofriedhof von Kyrkö Mosse

    Heute haben wir unsere Fahrräder genommen und sind rund 16 Kilometer zum Autofriedhof Kyrkö Mosse bei Ryd gefahren. Der Weg führte auf einem schönen Radweg entlang der Hauptstrasse und schon die Fahrt durch die ruhige Landschaft war ein Erlebnis.

    Doch was uns am Ziel erwartete, war wirklich etwas ganz Besonderes. Mitten im Wald, zwischen Moos, Bäumen und dichtem Unterholz, stehen und liegen überall alte Autowracks. Manche sind kaum noch als Fahrzeuge zu erkennen, andere lassen noch deutlich ihre ursprüngliche Form erkennen. Rost hat das Metall über Jahrzehnte zerfressen, während Bäume, Sträucher und Moose langsam Besitz von den Autos ergreifen. Teilweise wachsen sogar Pflanzen durch die Karosserien.

    Der Autofriedhof, Kyrkö Mosse genannt, hat eine ungewöhnliche Geschichte. Bereits in den 1930er-Jahren wurde hier Torf abgebaut. Ab den 1940er- und 1950er-Jahren begann Åke Danielsson damit, alte Autos zu sammeln und zu verwerten. Er baute die brauchbaren Ersatzteile aus und liess die leeren Karosserien auf dem Gelände zurück. Bis in die 1980er-Jahre wurde hier gearbeitet. Seitdem holt sich die Natur die Fahrzeuge Stück für Stück zurück. Einige der Wracks liegen damit seit rund 70 bis 80 Jahren im Wald.

    Zwischen den Bäumen entdeckt man Fahrzeuge verschiedenster Marken und aus ganz unterschiedlichen Epochen – unter anderem Volvo, Saab, Ford, Opel, Volkswagen und amerikanische Oldtimer. Besonders faszinierend sind die Formen der Autos aus den 1940er- bis 1960er-Jahren. Bei manchen erkennt man noch Lenkrad, Armaturen oder Sitze, während bei anderen nur noch die rostige Karosserie übrig ist.

    Es ist ein eigenartiger und zugleich faszinierender Ort. Der Wald ist vollkommen ruhig und friedlich, und dazwischen stehen diese Relikte aus einer längst vergangenen Zeit. Man hat fast das Gefühl, durch ein Freilichtmuseum zu laufen, nur dass hier nicht restauriert, sondern der Natur überlassen wird.

    Für uns war dieser Ausflug jedenfalls etwas ganz Besonderes. Es ist schon beeindruckend, vor einem Auto zu stehen, das hier vielleicht schon seit 70 Jahren vor sich hin rostet, während rundherum der Wald immer weiter wächst. Aus alten Schrottautos ist im Laufe der Jahrzehnte ein ganz eigener, mystischer Ort entstanden. Ein Ort, an dem die Zeit irgendwie stehen geblieben ist – und genau das macht den Autofriedhof von Kyrkö Mosse so faszinierend.
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