• Tag 19

    May 20 in Italy ⋅ ☀️ 19 °C

    Voller Vorfreude bereiteten wir uns auf ein weiteres Highlight unserer Reise vor: Unseren großen Ausflug zu den Äolischen Inseln! Doch bevor es aufs Wasser ging, stand uns in Milazzo erst einmal die Parkplatzsuche für unser großes Auto bevor. Die gebuchte „Garage“ entpuppte sich als riesige Halle, in der die Fahrzeuge im reinsten Tetris-Stil dicht an dicht und hintereinander gestapelt wurden. Die Ansage lautete: Schlüssel abgeben, und wenn wir nach 22 Uhr zurückkommen, wird das Auto herausrangiert. Da unser Wagen ein Dienstwagen ist, war Bernhard damit absolut nicht einverstanden. Nach einer kurzen Diskussion und gegen einen Aufpreis von 5 € durfte er den Wagen schließlich selbst einparken.
    Wir waren unendlich froh, dass das klappte – denn nach der wetterbedingten Absage am Sonntag hatten wir für den Parkplatz und die Tour nur eine mündliche, typisch sizilianische Zusage nach dem Motto „Ja ja, das klappt schon“ bekommen. Aber es klappte!

    Gemeinsam mit unseren Haus-Nachbarn Sybille und Tim, die wir im Auto mitgenommen hatten, ging es an Bord. Sybille schnatterte die gesamte Fahrt über im Auto ohne Punkt und Komma – eine echte Herausforderung, besonders für Bernhards Nerven. 🤭
    Die Fähre entpuppte sich keineswegs als gemütliche Kaffeefahrt; das Schiff gab ordentlich Gas und raste in einem Affentempo los. An einen entspannten Cappuccino am Tisch war nicht zu denken, denn das Schiff hatte so viel Speed, dass die Gischt nur so an den Fenstern herunterlief. Da wir genau in eine Schlechtwetterfront mit Regen hineinfuhren, sicherten wir uns glücklicherweise frühzeitig einen Platz im geschützten Unterdeck.
    An Bord war auch eine große Schulklasse von Jugendlichen, die mächtig Raum einnahm. Auf Vulcano „schmissen“ wir die Klasse schließlich von Bord – Gott weiß, was die Teenager dort getrieben haben. Auf der Fahrt lernten wir Klaus und Hildborg kennen, ein Paar Anfang 60, das ebenfalls mit dem Auto in Italien unterwegs war. Wir verstanden uns auf Anhieb prächtig, unterhielten uns wunderbar und haben unheimlich viel gelacht.

    Als wir Panarea erreichten, empfing uns allerschönstes Wetter. Die Insel der Reichen und Schönen machte ihrem Namen alle Ehre: Alle Häuser erstrahlten in makellosem Weiß und waren unheimlich schick. Wir schlenderten abseits des Mainstreams durch die Gassen und entdeckten ein wunderschönes, gehobenes Restaurant. Alles war bezaubernd mit Zitronen und feinstem Geschirr dekoriert – die Keramik hier ist einfach wunderschön! Das Essen dort war absolut hervorragend und gehört definitiv zu den drei besten kulinarischen Erlebnissen unserer gesamten Reise.

    Die Insel Stromboli hingegen, auf der wir anschließend zweieinhalb Stunden Landgang hatten, war weniger ergiebig. Wir mieteten uns ein offenes Taxi für eine Rundfahrt, waren damit aber ruckzuck durch die kleine „Stadt“ durch – wenn man es überhaupt Stadt nennen kann. Nachdem wir die Zeit ein bisschen totgeschlagen hatten, ging es um 19:30 Uhr bei noch relativem Tageslicht endlich wieder an Bord.
    Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichten wir die Rückseite der gewaltigen Insel. Hier befinden sich die markanten Hänge – die „Sciara del Fuoco“ –, auf denen das Magma hinabläuft, wenn der Vulkan aktiv ist. Leider war es sehr wolkig, und dichte Wolken versperrten den Blick ganz nach oben. Und trotzdem war uns das Glück hold: Wir konnten mehrere kleine, feurige Eruptionen beobachten! Es war ein unbeschreiblich schönes Naturschauspiel. Auch wenn man es auf unseren Videos wegen der großen Entfernung zum Ufer nicht ganz so gut erkennen kann, war es für uns beide ein zutiefst ergreifender Moment.
    Nach etwa einer Stunde Staunen traten wir die Rückfahrt nach Milazzo an, wo wir gegen 22:00 Uhr anlegten. Wir holten unser unversehrtes Auto aus der Tetris-Garage und traten die 1 Stunde und 40 Minuten lange Heimreise zur Unterkunft an. Bernhard hat uns vier sicher heim gebracht.
    Ein rundum gelungener, unvergesslicher Tag!
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